57  

Karlsruhe Parkplatz-Kampf in Karlsruhe: "Anwohnerparken ist keine Lösung"

Wenn in Karlsruhe die Feierabendglocken läuten, beginnt für viele Anwohner auch der Kampf um die besten Parkplätze - oder um überhaupt eine Parklücke. Denn diese sind in vielen Wohngebieten der Fächerstadt rar gesät. Rund um die Innenstadt verschärfen auch die Baustellen der Kombilösung die Situation. Hilft da ein Anwohner-Parkschein? ka-news hat sich mit dem Ordnungsamt unterhalten.

"Bewohnerparken gibt es in Karlsruhe eigentlich nur zentral in der Innenstadt", erklärt Günter Crantz, stellvertretender Leiter des Ordnungs- und Bürgeramtes (OA). Der Gesetzgeber sehe das vor, wenn wenig Plätze vorhanden seien.

Anwohnerschein bringt keine Parkplatzgarantie

In allen anderen Gebieten der Fächerstadt darf jeder sein Auto auf allen Parkplätzen abstellen - was Crantz auch für die unkompliziertere Lösung hält. Denn: "Bewohnerparken bringt auch Probleme mit sich." Tagsüber müssen 50 Prozent der Fläche für die Allgemeinheit zur Verfügung stehen, nachts 25 Prozent. "Das bedeutet aber auch, dass man keine Garantie auf einen Parkplatz hat, nur weil man im Besitz eines Berechtigungsausweises ist", erläutert er.

Man konkurriere also mit Besuchern, Arbeitnehmern und anderen Anwohnern. "Auf einen Parkplatz kommen aber im Schnitt 2,5 Berechtigungsscheine", denn mehr Fläche könne auch die Stadt nicht aus dem Hut zaubern. Der Kostenpunkt für einen Anwohnerparkschein: 30 Euro im Jahr. "Mit dieser Regelung kann man eigentlich keinen wirklich zufriedenstellen", so Crantz.

Hinzu komme, dass Anwohnerparken eigentlich nur ein "Verdrängungswettbewerb" sei. Schließlich müsse trotzdem jeder sein Auto irgendwo abstellen - und tue dies dann meist im angrenzenden Gebiet. "Die Knappheit verschärft sich dann im Stadtteil nebenan."

Knöllchen auch für Baustellengebiete

Anders sieht es in Neubaugebieten aus: Hier sieht das Gesetz vor, dass im Bebauungsplan ein Parkplatz pro Anwohner zur Verfügung stehen muss. Die Entscheidung, wie dies umgesetzt wird, fällt der Bauherr. So kann er zum Beispiel einen Carport oder eine Tiefgarage planen - Hauptsache, es gibt genug Platz.

Zu schaffen machen den Karlsruhern immer wieder die vielen Baustellen. Wer glaubt, um ein Knöllchen herum zu kommen, nur weil vor der Tür gebuddelt wird, der irrt: "In den Baustellengebieten kontrollieren wir ganz normal", betont Crantz. Dort sei es erst recht wichtig, dass niemand verboten parke und am Ende Baustellenfahrzeuge oder Müllabfuhr und Feuerwehr behindere.

Gerade die Floriansjünger führen deshalb auch regelmäßig Brandschauen durch. Das heißt, sie fahren gemeinsam mit dem Ordnungsamt fünf bis sechs Mal im Jahr alle Straßen ab, in Baugebieten rund um die Kombilösung testet die Feuerwehr sogar wöchentlich, ob die Rettungswege gewährleistet sind. "Wenn es Probleme gibt, fahren wir das sofort am nächsten Tag noch einmal gemeinsam ab." Wenn es zu eng wird, kann das auch Parkverbote als Konsequenz haben. "Mindestens 3,10 Breite müssen frei sein, sonst kommen wir nicht durch - und das kann über Leben oder Tod entscheiden", so Crantz.

Wo für die Kombilösung gerade gebuddelt wird, können Sie übrigens in unserem Dossier nachlesen oder durch unsere Webcams beobachten!

Mehr zum Thema Parkplätze:

CDU fordert mehr P+R-Plätze im Karlsruher Stadtgebiet - nicht nur im Umland

Gehweg-Parken in Karlsruhe: Streit in der Nordweststadt

Kontrollen gegen Gehweg-Parker: Ordnungsamt spricht 407 Verwarnungen aus

Kampf den Gehweg-Parkern: Stadt Karlsruhe kündigt stärkere Kontrollen an

Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (57)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  • unbekannt
    (11392 Beiträge)

    06.12.2013 21:50 Uhr
    Parkplätze
    Ich sage mal, die Anwohner haben ein Anrecht auf einen Parkplatz. Ich würde mich auch bedanken, wenn ich in der Innenstadt wohne würde und müßte eine viertel Stunde um den Block fahren, um 300m irgendwo ne Parklücke zu erwischen, mit der Gefahr daß den nächsten Tag der außenspiegel abgetreten ist.

    Aber: Man braucht auch Besucherparkplätze - jeder Anwohner bekommt auch mal Besuch. Und die kommen selten mit dem Fahrrad oder mit der Bahn, sondern auch mit dem Auto. Zumindest wenn sie von weiter kommen. Da hilft auch ideologisches Gerede nichts, es ist so - also muß man dafür sorgen, daß es auch Parkplätze gibt.

    Es ist m.E. durchaus zumutbar, daß ein Besucher auch mal 300m zu Fuß geht und in einem Parkhaus parkt. Daß ein Anwohner seine Einkaufstüten nicht durchs halbe Viertel tragen will ist auch klar.

    Allerdings würde ich Anwohnerparkscheine nur an Bewohner von Objekten OHNE Tiefgarage ausstellen. Wer sich die paar Euro dafür nicht leisten kann, soll Bahn fahren!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  • unbekannt
    (35 Beiträge)

    07.12.2013 14:31 Uhr
    Für Besuch
    kann man sich bei der Stadt einen Besucher-Bewohner-Ausweis holen zwinkern ....pS.: Tiefgaragen gibt es nicht überall, also MUSS man sein Auto auf einen Anwohnerparkplatz stellen zzgl. erforderlicher Bescheinigung.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  • unbekannt
    (11392 Beiträge)

    07.12.2013 17:42 Uhr
    War...
    ...auf einige Kommentare bezogen, wonach Leute nur aus Bequemlichkeit an der Straße parken, obwohl sie eine Tiefgarage hätten. Klar, wer keine hat muß natürlich draußen parken - aber es kann auch nicht sein, daß knapper Parkraum von solchen Flachzangen zweckentfremdet wird.

    Und wo kriegt der Besucher den Ausweis dann her? Ich fahr jetzt nach KA zu nem Kumpel, dann flitz ich erstmal aufs Rathaus (Dort muß ich auch irgendwo parken!), hol mir son Schein, zahl dafür wahrscheinlich noch Geld, steig wieder ins Auto wo ein Knöllchen drangeheftet ist weil ich keinen legalen gefunden habe, fahre weiter in die Südstadt, parkiere, hänge das Ding dran und kontrollieren tuts eh kein Schwein?

    Dann hab ich 30 Euro und zwei Stunden Zeit weg für Nichts... Is doch alles Quatsch...

    Würden die Leute mal ihr Hirn einschalten und nicht bei ohnehin knappen Parkraum sich drei Autos anschaffen... aber so ist es halt, Dummheit kann man nicht bestrafen zwinkern
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  • unbekannt
    (11392 Beiträge)

    07.12.2013 17:52 Uhr
    Wahrscheinlich...
    ...kommt jetzt der Vorschlag, ich könnte ja im Umland parken, mit der Bahn zum Hauptbahnhof fahren, mir dort ein Fahrrad ausleihen und damit dann zum Kollege fahren.

    Des ist doch alles Quark... Man muß da einen unkomplizierten Weg finden, damit die Leute nicht vollkommen am Rad drehen...

    Ich empfinde im Übrigen die Parkplatzsituation jetzt nicht so fürchterlich, wie da dargestellt wird. Es ist nervig, wenn man einen direkt vorm Zielort sucht, aber mein Gott, dann parkt man halt 200 m weiter und raucht aufm Weg ne Kippe.

    Eine andere Sache ist halt auch, die meisten Anwohner sind tagsüber weg - wieso soll ich mich als Auswertiger nicht eine halbe Stunde auf so nen Parkplatz stellen dürfen, wenn noch zehn andere frei sind?

    Man sollte ja auch bedenken - je mehr man die Autofahrer nötigt, unnötig in der Gegend rumzugurken oder unnötig lange (z.B. übertriebene Tempolimits), umso mehr Verkehr staut sich ja auch in der Stadt - mehr Abgase, mehr Lärm...
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   tok
    (7205 Beiträge)

    07.12.2013 19:37 Uhr
    die Lösung wäre eben
    aus allen Häusern, die nicht mit Tiefgarage unterkellert sind 10% auszulosen, abzureißen und Parkplätze draus zu machen.

    Das geht natürlich nicht, weil mangelnder Parkraum kein ausreichender Grund für Enteignungen ist. Also bleibt als korrekter Weg nur das Nachbarhaus aufzukaufen und abzureißen. Man schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe: Konkurrenten um Parkplätze sind weg und man hat mehr davon, genaugenommen sogar einen eigenen.

    Selbst ist der Mann.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  • unbekannt
    (35 Beiträge)

    08.12.2013 09:34 Uhr
    Bei Wohnungsknappheit
    willst du noch ein Haus abreißen #LoL
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Greif
    (1516 Beiträge)

    10.12.2013 08:04 Uhr
    Bei Parkplatzknappheit
    willst du neue Wohnungen schaffen? zwinkern grinsen grinsen grinsen
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   runsiter
    (11986 Beiträge)

    06.12.2013 20:09 Uhr
    Man sollte in die Stadt
    nicht mehr Autos reinlassen, als es Parkplätze gibt, kombiniert mit einer Citymaut und freiem Parken für die die drin sind. Den Anwohnern würde ich eine Mietoption (z.B. einen Platz pro Haushalt) zu einem realistischen Preis anbieten. Für die anderen könnte man kostenlose und häufige Shuttleverbindungen einrichten.
    Aber das trauen sie sich nicht. Zuviel Angst, dass das ganze Landvolk und die Pfälzer nicht mehr zum Geldausgeben kommen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   tok
    (7205 Beiträge)

    07.12.2013 19:40 Uhr
    Ich vermute ja
    es läuft daraus hinauf Elektroautos dadurch zum Erfolg zu machen, dass man in Umweltzonen überhaupt keine Verbrennermotoren mehr hinein lässt. Da die Umweltzonen etwa mit den Parkplatzproblemzonen zusammenfallen, wäre das Problem für ein paar Jahre gelöst.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  • unbekannt
    (11392 Beiträge)

    06.12.2013 22:05 Uhr
    Allerdings...
    ...tut nicht jeder, der nach KA fährt, dort auch parken. Gibt ja auch Durchgangsverkehr. Davon abgesehen, daß sich sowas eh nicht durchsetzen ließe: Das Geschrei wollte ich mal hören, wenn keiner bzw. bedeutend weniger Leute einkaufen gehen.

    Und mal ehrlich: Nichtmal P&R Plätze sind ausgelastet, obwohl das oftmals sinnvoll wäre. Vllt aber auch wegen der abschreckenden Einzelfahrkartenpreisen und für Außenstehende komplizierte Tarifsystem.

    Man könnte ja "Ein-Zonen-Waben" machen, wer auf einem P&R Parkplatz parkt und mit der Bahn in die Innenstadt fährt, zahlt pauschal nen Euro. Das kann sich jeder merken und wird als günstig wahrgenommen. Das ganze bewerben. Ob man an die Sütangente dämliche Schilder stellt oder vllt den knappen Hinweis "Parken auf P&R, für einen Euro in die Stadt"...

    Da wir hier nur von 10-15 Minuten reden, die so eine Bahn braucht, das ist teilweise schneller als vorm Parkhaus anzustehen...
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 3 4 5 6 (6 Seiten)

Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.