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Karlsruhe Obwohl die Zahlen der Stadtbibliothek Karlsruhe stagnieren: "Büchereien sind beliebter denn je"

Über 6 Millionen Medien stehen den Karlsruhern in den Bibliotheken der Stadt zur Verfügung, über 300.00 sind es allein in der Stadtbibliothek. Gleich ob E-Book, Zeitschrift, DVD oder - ganz oldschool - das Buch. Knapp 28.000 Nutzer hat die Bücherei im Ständehaus, aber was machen Bibliotheken aus, sind sie vielleicht nur Relikte aus einer anderen Zeit und überhaupt noch populär?

"Ich komme fast jeden Tag", sagt Manuela. Gerade sitzt sie an einem der Computerplätze und schreibt eine Mail, da sie Zuhause keinen eigenen PC hat. Im ersten Stock sitzt Karlheinz Müller, der Rentner liest gerade in einem Sachbuch. Dafür hat er es sich in einem Sessel am Fenster gemütlich gemacht. "Ich habe das nun für mich entdeckt, dabei war ich nie so der große Leser", sagt er gegenüber ka-news.

Stadtbibliothek Karlsruhe im Ständehaus
Karlheinz Müller liest gerne direkt in der Büchrei. | Bild: Anya Barros

Sie sind nur zwei von knapp 28.000 Kunden, die die Stadtbibliothek Karlsruhe hat und stehen für die verschiedenen Medien, die die Bücherei bietet. "Das Nutzerverhalten hat sich in den letzten Jahren sehr geändert", weiß Andrea Krieg, Leiterin der Stadtbibliothek im Ständehaus.

Die Stadtbibliothek im Wandel

Es sei noch vielfältiger geworden: "Wir haben uns verändert: Wir sind von einer reinen Ausleihbibliothek - wo man reinkommt und seine Sachen aussucht und dann wieder geht - hin zum Aufenthaltsort geworden!" 

Stadtbibliothek Karlsruhe im Ständehaus
Bild: Anya Barros

Den scheinen die knapp 28.000 Nutzer, die einen Ausweis für die Stadtbibliothek haben, auch rege zu nutzen. "Wir haben im Jahr etwa 550.000 Besucher und die generieren etwa 1,7 Millionen Ausleihen im Jahr", sagt Andrea Krieg gegenüber ka-news.

Digitale Bücher liegen seit Jahren im Trend

Noch immer nehmen die Nutzer viele Medien mit nach Hause, doch auch hier verändert sich das Verhalten der Ausleihe. "Viele Besucher lesen hier, trinken dabei einen Kaffee oder sie lesen digital", beschreibt die Leiterin der Stadtbibliothek die Situation. "Im Bereich E-Books haben wir einen Zuwachs von 10 bis 15 Prozent jährlich, das ist enorm. Mittlerweile sind wir bei 180.000 Ausleihen im digitalen Bereich!" 

Stadtbibliothek Karlsruhe im Ständehaus
"Bibliotheken sind populärer denn je", sagt die Leiterin der Bücherei. | Bild: Anya Barros

Die Nutzerzahlen selbst stagnieren seit Jahren. "Manche kommen nicht mehr oder ziehen weg, wenn sich die Lebenssituation ändert", so die Bibliotheksleiterin im Gespräch mit ka-news weiter. "Ich denke aber unser neues Ausweissystem, das die Ausleihe einfacher macht, hilft dabei, die Bücherei noch attraktiver zu machen!" 

"Büchereien erleben einen richtigen Boom"

Doch wie populär sind Bibliotheken im Zeitalter von Internet und elektronischen Büchern oder Hörbüchern überhaupt? "Sie sind populärer als noch vor 10 oder 15 Jahren! Wir sind ein Ort, an dem die Menschen aus einer Stadt zusammenkommen", stellt Andrea Krieg klar.

Stadtbibliothek Karlsruhe im Ständehaus
Leseplätze gibt es auch. | Bild: Anya Barros

"Büchereien erleben einen richtigen Boom zurzeit. Viele Leute kommen, damit sie daheim nicht allein sein müssen, sie wollen der Einsamkeit entkommen!" In ihren Augen ist das ein großer Wandel, der gerade durch die Gesellschaft in Karlsruhe geht. "Die Digitalisierung bringt mit sich, dass die Menschen wieder mehr das gesellige suchen - und dafür sind wir da!"

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  •   Christi
    (1 Beiträge)

    27.08.2018 09:17 Uhr
    Die Stadtbücherei ist eine zweite Heimat für mich.
    Die Stadtbücherei ist eine zweite Heimat für mich.Warum : Ich kann in Ruhe meine geliebten Zeitungen lesen .
    Zudem kann ich mir auch CD`s ausleihen und DVD.
    Bücher über Kaspar Hauser habe ich auch entdeckt in der Bücherei.Spannend dabei war,das ich viel über die Stadtgeschichte von Karlsruhe gelernt habe.

    Was ich toll finde : Den Wasserspender der sich im 2.Stock befindet.
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  •   silberahorn
    (9935 Beiträge)

    27.08.2018 06:54 Uhr
    Büchereien
    sind schon deshalb gut, weil man sich Bücher erst einmal durchlesen kann, bevor man sie kauft.
    Mir fällt es manchmal schwer mich von alten Büchern zu trennen. Deswegen ist es gut, wenn ich schon vor der Anschaffung darauf achte nicht zu viel anzusammeln.

    Ich werde mich aktuell auf die Suche nach Bölls Erzählung "Das Vermächtnis" machen, weil ptantls-blick das diese Woche thematisiert hat, in Verbindung mit 70 Jahre Grundgesetz.
    Dabei bemerkt man erst einmal, wie sehr Böll schon mehr und mehr verschwunden ist. Und ich bin gespannt, wie sein Schreibstil in der heutigen Zerit auf mich wirkt.

    Die Stadtbibilothek mit ihren E-Books ist für mich immer gut, weil man auch auf der anderen Seite der Welt sein kann und über das Internet Bücher auf seinen Reader laden kann. Die Reader benötigen zwar Strom, sind aber sehr lange ohne Aufladung zu nutzen. Und sie haben auch den Vorteil, dass man Mitreisende nachts weniger stört, weil man nicht eigens eine Beleutung für sein Buch benötigt.
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  •   lynx1984
    (3211 Beiträge)

    26.08.2018 17:56 Uhr
    Bücher - das kuriose Medium!
    Schallplatten, Kassetten, CDs haben nur noch ein Randdasein. DVD's und Blueray wird das gleiche Schicksal ereilen. Streaming heißt die beste Technik, um Medien zu konsumieren.

    Aber Bücher haben komischerweise Kino, Fernsehen, und alle anderen Übermittlungswege für Medien bisher überlebt. Wirklich erstaunlich!
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  •   silberahorn
    (9935 Beiträge)

    26.08.2018 20:23 Uhr
    Staubfänger
    Ich leihe nur E-Books, weil die nicht so schwer sind im Gepäck und außerdem geben sie sich auch selbst zurück, weil sie einfach nach Ende der Ausleihzeit nicht mehr lesbar sind. Und es ist nicht so mühsam sie gut zu sortieren, weil sie nicht unterschiedlich dick und hoch oder breit sind.
    Bücher habe ich zwar auch noch ( weil sie z.B. handsigniert werden können), aber das sind Exemplare, die sich ohnehin schlecht zum Ausleih in einer Stadtbücherei eignen.
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  •   peddersenn
    (986 Beiträge)

    26.08.2018 20:20 Uhr
    Nun ja, auch der Schallplattenmarkt wächst wieder.
    Aber Bücher sind eben : praktisch. Aufklappen, lesen. Und das geht überall. Da ist kein Gerät, das nach irgendwelchem Strom , irgendwelcher Verbindung oder Authorisierung verlangt, oder mal wieder einen technischen Schluckauf hat.

    Klar, wenn ich mit 30 Büchern in den Strandurlaub fahre, tu ich das eventuell doch besser auf dem Tolino oder so. Aber das ist jetzt nicht die Regel - mal abgesehen davon, daß es die (Sach-)Bücher, die mich interessieren, zumeist eh nicht auf "E" gibt.

    Mich würde auch mal am Rande interessieren, wie das Streaming incl. Energie, technischem Aufwand und eigener Infrastruktur so umweltbilanztechnisch aussieht. Wahrscheinlich auch nicht so pralle. Das ist vielleicht die Zukunft - der Nutzen erschließt sich mir aber da doch nicht. Ich kann damit leben, daß ich z.B. Fernsehsendungen dann anschaue, wenn sie gesendet werden - und wenn nicht, dann nicht.

    WICHTIG ist das ja nicht.
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  •   Chris23
    (356 Beiträge)

    27.08.2018 19:06 Uhr
    Meine Ebook Nutzung
    Meine Ebook hält mit E_Ink Display sehr lange, da habe ich keine Angst um dem Akku und ein Ladegerät hat man auch dabei wenn man länger weg ist. (auch wenn ich inzwischen noch ein extra USB Kabel brauche)

    Neben dem Gewicht und der Größe sehe ich die Suchfunktion, gerade bei Sachbüchern oder digitalisierten Handbüchern als Vorteil der Ebooks. Gerade hier ist es vorteilhaft wenn man eine Bibliothek in der Hosentasche mitführen kann.
    Dazu ist es kein Problem, sich dem nächsten Teil einer Serie zu holen, wenn das eine Buch durch ist.

    Dem Ökologischen aspekt habe ich nicht wirklich beachtet, solange die Infrastruktur nicht total überdimensiort ist ist der digitale Vertriebsweg aber sicher klar in Vorteil. Wenn man das Papierbuch nicht an sehr viele Bekannte verleiht, ist der Stromverbrauch beim Ebook sicher geringer als die Energie für dem Druck, Transport, lagerung und entsorgung des Papierbuches. Das verleihen ist in der Tat aber ein großer Vorteil der Papierversion.
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  •   Chris23
    (356 Beiträge)

    27.08.2018 19:12 Uhr
    weiter ...
    Beim Lesen bei dem E-Ink display war ich zu beginn sehr skeptisch, aber das funktioniert meines Erachtens sehr gut.
    Was noch schön ist, ist ein eingebautes Wörterbuch gerade wenn man mal wieder was fremdes liest. Ebenso würde ich auch richtiges Buch nicht bekritzeln, auch wenn sich bei meinen Kindle kommentare auch miserabel tippen lassen.
    Es gibt zudem auch wege das DRM verschwinden zu lassen, womit man auch bücher von einer anderen Plattform bekommt - das wird zwar keiner verfolgen wenn man es Privat macht ist aber für mich ein Ärgerniss. (Die Bib wird vermutlich auch Tolino format ausliefern zwinkern)
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  •   mueck
    (10901 Beiträge)

    26.08.2018 19:16 Uhr
    ...
    ,,, und es wird sie noch geben, wenn unsere Hochkultur kollabiert, wie es bisher noch jede andere vor uns geschafft hat ...
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  •   lynx1984
    (3211 Beiträge)

    26.08.2018 19:23 Uhr
    Wo sehen Sie
    eine Hochkultur?
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  •   mueck
    (10901 Beiträge)

    27.08.2018 13:25 Uhr
    !
    Ach, so hoch sind die Anforderungen dieser Liste zum Glück ja gar nicht ...
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