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Karlsruhe Obdachlos in Karlsruhe: So viele Familien waren noch nie betroffen

Die Zahl der Wohnungslosen in Karlsruhe steigt immer weiter an: Seit 2012 hat sie sich in der Fächerstadt um mehr als ein Drittel erhöht. Besonders die stetig wachsende Zahl obdachloser Familien gibt Anlass zur Sorge. Dabei liegen die Gründe für den rasanten Anstieg seit Jahren auf dem Tisch - eine Lösung lässt dagegen auf sich warten.

"Die Zahl der Wohnungslosen Menschen in Karlsruhe hat in den vergangenen Jahren zugenommen", sagte Uwe Enderle im August 2013 im Rahmen eines Grillfests für jene Karlsruher, die es im Leben nicht so gut getroffen hat. Heute, gut ein Jahr später, muss Enderle im Gespräch mit ka-news feststellen: "Ihre Zahl ist weiter angestiegen." Als Verantwortlicher der Wohnungslosenhilfe des Diakonischen Werks habe er diese Entwicklung genau im Blick.

"Viele Wohnungslose kommen von außerhalb"

Tatsächlich belegen die Zahlen für Karlsruhe Enderles Einschätzung. Eine Sprecherin der Stadt erklärt auf Nachfrage von ka-news: "Ende 2012 hatte die Stadt noch 256 Wohnungslose in Notunterkünften untergebracht, am 15. September diesen Jahres waren es schon 407." Dabei ist die Anzahl der Notunterkünfte für Karlsruher Obdachlose nicht genau zu beziffern. Die Sprecherin der Stadt versichert jedoch: "Es wird jedem geholfen, der Hilfe sucht."

Besonders die Zahl der wohnungslosen Familien erlebt 2014 ihren traurigen Höhepunkt: So waren in diesem Jahr erstmals mehr als ein Viertel aller untergebrachten Obdachlosen Familien.

Doch warum gibt es immer mehr Wohnungslose? Enderle kennt die Gründe: "Ein der Hauptgründe ist mit Sicherheit, dass Karlsruhe als Großstadt eine Art Sogwirkung hat." Viele Neu-Wohnungslose kämen von außerhalb in die Fächerstadt. Enderle sagt: "Hier erhoffen sie sich einfach bessere Bedingungen - und das ist auch meist der Fall. Gerade in einigen kleineren Gemeinden im Umland ist die Situation für viele Wohnungslose besonders schwierig."

"Solange wird ihre Lage schwierig bleiben"

Zudem beobachtet Enderle auch in diesem Jahr einen verstärkten Zustrom aus Osteuropa: "Insbesondere aus Rumänien und Bulgarien kommen relativ viele Menschen zu uns." Doch der Hauptgrund für die angespannte Situation liegt für Enderle innerhalb der Stadtgrenzen: "Bekanntlich wird es immer schwerer, in Karlsruhe eine geeignete Wohnung zu finden. Darunter leiden die Wohnungslosen sehr." Die Stadt müsse dabei ihre Notunterkünfte oft an Studenten vergeben - somit bleiben die Obdachlosen auf der Strecke.

Dabei ist es nicht unmöglich, Obdachlosen eine dauerhafte Bleibe zu vermitteln. Mit dem Blick auf die Zahlen erklärt die Sprecherin der Stadt: "Im August diesen Jahres mussten zwar 76 Menschen neu untergebracht werden, doch gleichzeitig konnten auch 75 Personen ihre Notunterbringung verlassen." Und auch Enderle erzählt von zahlreichen Hilfsangeboten - von kostenlosen Arztsprechstunden, Beratungsstellen und sogar Wohnheimen für Obdachlose.

Doch er sagt auch: "Solange eine solche Wohnungsnot in Karlsruhe herrscht, wird die Lage der Wohnungslosen schwierig bleiben." Und an diesem Mangel, da ist Enderle sicher, wird sich so schnell nichts ändern.

Veranstaltungshinweis: In der Woche vom 13. bis zum 19. Oktober veranstaltet die Liga der Freien Wohlfahrt Aktionstage für Obdachlose. Unter dem Motto "Wohnst du noch?" wird es am Freitag, den 17. Oktober auch auf dem Kirchplatz St. Stephan in der Karlsruher Erbprinzenstraße von 11 bis 17.30 Uhr einige Aktionen zum Thema Wohnungslosigkeit geben.

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  •   tok
    (7205 Beiträge)

    05.10.2014 10:30 Uhr
    Dilemma
    Zitat von aus dem Artikel "Viele Wohnungslose kommen von außerhalb" [...] "Es wird jedem geholfen, der Hilfe sucht." [...] "Hier erhoffen sie sich einfach bessere Bedingungen - und das ist auch meist der Fall. Gerade in einigen kleineren Gemeinden im Umland ist die Situation für viele Wohnungslose besonders schwierig."


    Das heißt doch nichts anderes, als dass je mehr eine Stadt für Obdachlose tut, sie im Jahr darauf umso schlechtere Schlagzeilen produziert, weil die Zahl der Obdachlosen in ihren Grenzen wieder angestiegen ist.

    Das ist nur eine Analyse aus der man nicht in einem gedanklichen Kurzschluss die Forderung erheben soll, dass am besten keine Hilfe gewährleistet wird.

    Allerdings ist es völliger Kokolores aus der plakativen Überschrift und offensichtlich ohne Lektüre des restlichen Artikels gleich wieder einen Gegensatz zwischen einheimischen und zugewanderten Hilfsbedürftigen zu konstruieren.
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  • unbekannt
    (166 Beiträge)

    04.10.2014 20:30 Uhr
    Obdachlosigkeit
    Wer arbeiten geht, kann sich auch eine Wohnung leisten.
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  •   tok
    (7205 Beiträge)

    05.10.2014 10:33 Uhr
    Um
    arbeiten zu "gehen" braucht man neben dem Ziel des Gehens (der Arbeitsstelle) auch einen Ausgangspunkt. Es ist daher auch das Umgekehrte der Fall: wer eine Wohnung hat, kann (im Prinzip) auch arbeiten gehen. Beide Aussagen sind aber Trivialitäten, die nicht weiterhelfen.
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  •   kottan
    (40 Beiträge)

    04.10.2014 16:41 Uhr
    Keine Panik... Der Karlsruher Sozial Club...
    ... baut doch gerade mit Hilfe der Stadt eine Unterkunft.
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  • unbekannt
    (5411 Beiträge)

    03.10.2014 17:14 Uhr
    für uns
    Deutsche heisst es doch immer heile Welt und diese Millionen gehen an die lieben Flüchtlinge und immer noch sind 65% aus wirtschaftlichen und finanziellen Gründen da.

    Tja, auf geheiß unserer sigen, Superregierung werden wir absichtlich
    falsch informiert und die Presse in Radio und Funk sind dazu ebenso vergattert, Ausnahme weniger Zeitschriften, die das Alles "sehr abgeschwächt" kundtut.
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  •   spital8katz
    (1178 Beiträge)

    04.10.2014 19:35 Uhr
    65 %?
    Gelesen, gelacht!
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  • unbekannt
    (5411 Beiträge)

    04.10.2014 19:44 Uhr
    gar
    totgelacht ?

    Ignoranz ist der Anfang vom Ende !
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  •   bartola
    (531 Beiträge)

    03.10.2014 14:38 Uhr
    Ich würde auch gerne mal wissen
    wie viele der im KIT eingeschriebenen Studierenden Ausländer sind? Wo findet man diese Daten?

    Diese Studierenden kommen häufigst aus Ländern in die kaum Deutsche zum Studieren hingehen. Ein Blick auf den Campus zeigt vor allem massenweise Leute aus den BRIC-Ländern; sicher meist aus den priviligierten Schichten von dort. Gleichzeitig werden in fast jedem (Aus)Land, auch in der EU, Studiengebühren erhoben. Die Schweiz z. B. unterscheidet schon seit ewig, ob jemand von da oder dort oder dort kommt und hat verschiedene Tarife. Unsere Universitäten haben dagegen massive Finanzierungsprobleme und die Wohnraumnot schadet der hiesigen Bevölkerung dermaßen, dass ein Abwägen der Prioritäten nur gerecht erscheint.

    Wetten, dass mit den von den Grünen geforderten Studiengebühren für ausl. Studierende, auf Karlsruhe gut 3.000 weniger entfielen?

    Das wäre eine Menge Wohnraum! So 800 - 1.000 Wohnungen. Und die Gebühren, die der Rest bezahlen würde, kämen den Unis zu gute.
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  •   runsiter
    (11986 Beiträge)

    04.10.2014 14:37 Uhr
    Studiengebühren für ausl. Studierende
    Da bin ich jetzt aber wirklich überrascht. Für solche Ideen wird man doch für gewöhnlich von genau diesen Grünen sofort in die dunkelbraune Ecke verortet.

    Scheinbar wird für einige auch das grüne Boot so langsam voll. da kann man nur sagen: Willkommen in der Realität. Das wäre wirklich überfällig, wenn sich die Grünen von ihrem linken Flügel endlich trennen würden.
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  • unbekannt
    (343 Beiträge)

    03.10.2014 15:01 Uhr
    Die Grünen
    fordern Studiengebühren für ausländische Studenten?
    Bist du da sicher?

    Nach Auffassung der Grünen müsste so etwas massiv gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz verstossen. Und wenn nicht dann garantiert gegen EU-Recht. Siehe Maut.
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