62  

Karlsruhe OB Mentrup ist "froh und stolz" über den nächsten Schritt: Entscheidende Tage für das neue Fußballstadion stehen bevor

Wenn der Gemeinderat nächsten Dienstag grünes Licht gibt, rollen noch in diesem Jahr die Bagger: Die Stadt ist kurz davor, den Auftrag für den Neubau des Stadions an ein Unternehmen zu vergeben - sofern die Gemeinderäte den Plänen zustimmen. Bevor in der kommenden Woche die Entscheidung fällt, stellt Karlsruhes Oberbürgermeister die Pläne der Presse vor.

Fast zwei Jahrzehnte ist es her, als die ersten Entwürfe für ein neues Fußballstadion durch Karlsruhe kursierten. Konkret getan hat sich seither nicht viel, viele Diskussionen und Ideen verliefen im Sand. Erst 2014 wurden die Neubaupläne dann konkreter: Der Gemeinderat sprach sich damals für einen Neubau im Wildpark aus.

Ein Meilenstein steht bevor

Und heute, fast vier Jahre später, sollen die Pläne in die Tat umgesetzt werden. Seit Ende 2016 läuft eine europaweite Ausschreibung, wo sich Unternehmen mit ihren Ideen für den Vollumbau des Stadions bewerben konnten. Wie viele Bewerbungen bei der Stadt eingegangen sind, darf derzeit öffentlich nicht bekanntgegeben werden. Auch die Pläne der beiden verbliebenen Bieter bleiben noch unter Verschluss. Ein solches Vorgehen ist ein rechtlich vorgeschriebener Teil des Bieterprozesses, das erklärt Karlsruhes OB Mentrup.

Die Gemeinderäte entscheiden am Dienstag daher quasi "blind" und nur anhand der Prüfungen durch die Stadtverantwortlichen. Dennoch ist es ein "letzter, wichtiger Beschluss", wie es Oberbürgermeister Mentrup beschreibt. Denn mit diesem Beschluss wird er bevollmächtigt einen Vertrag mit dem besten Bieter zu schließen. Die Unterschrift soll Mitte November unter den Vertrag gesetzt werden.

Das Parkdeck und die Erdwälle sind nicht mehr in dieser Vergabe

Das Angebot des Bieters, dessen Namen ebenfalls nicht veröffentlicht wird, ist an die aktuellen Rahmenbedingungen angepasst. Heißt: Das Hospitality-Parkhaus wurde aus der Funktionalen Leistungsbeschreibung (FLB) herausgenommen. Auch ist die Entsorgung der Wälle nicht mehr Teil der Arbeiten. Vielmehr wird die Stadt selbst dafür sorgen, dass die Wälle, inklusive der alten Tribünen, abgetragen werden. Auf diese Weise soll die Höchstsumme von 122,95 Millionen Euro nicht überschritten werden.

OB Frank Mentrup Stadionneubau
Bild: ka-news

Diese Arbeiten wurden bereits im Juli 2018 vergeben, so Mentrup weiter. Allerdings gibt es eine Ausstiegsklausel bis Ende diesen Monats - für den Fall, dass die Vergabe der Arbeiten auf den letzten Metern scheitert. Aber davon geht der Oberbürgermeister am Dienstag beim Pressetermin nicht aus. Vielmehr ist er "sehr froh und stolz", dass dieser wichtig Schritt unmittelbar bevor steht.

Angebote unterscheiden sich um 10 Millionen Euro

Im Rennen sind derzeit noch zwei Bieter für das neue Wildparkstadion, wobei die Entscheidung schon gefallen sein dürfte: Während "Bieter 01" eine Summe von rund 99 Millionen für den Stadionkörper und die direkte Infrastruktur aufruft, will "Bieter 02" die Arbeiten für 89 Millionen Euro erledigen. Hinzu kommen in beiden Fällen noch die Summe für die Wall-Entsorgung und die neue Infrastruktur rund um das Stadion herum.

Wenn der Gemeinderat der Vergabe zustimmt, geht alles relativ schnell. Bereits Ende Oktober soll die Baustelle eingerichtet werden, im November soll dann der Abriss der Wälle und Tribüne und der Bau der Ersatz-Tribünen starten und rund ein Jahr andauern. In dieser Zeit soll das Unternehmen dann die Möglichkeit für die finalen Planungen haben, damit in einem Jahr der Neubau starten kann. Das neue Stadion soll dann im Frühjahr 2022 in Betrieb gehen können.

Die Wälle bleiben wohl teilweise erhalten

Wie genau dieses neue Stadion aussehen soll, wird am 22. November veröffentlicht. Dann findet auch ein Bürgerforum zu diesem Thema statt. Ins Details gehen will Mentrup noch nicht. Einen kleinen Einblick gab er dann aber doch: So werden die charakteristischen Erdwälle nicht ganz verschwinden: "Die Wälle werden als gestalterisches Element erhalten bleiben, kleiner, aber dafür breiter sein." Ein "Betonbau" würde nicht in die Umgebung passen. Mit den Wällen soll der Übergang zum Wald sanfter gestaltet werden. Für alles weitere müssen sich die KSC-Fans noch bis November gedulden.

Wenn der Gemeinderat am Dienstag dem Beschluss zustimmt, wird der KSC bereits beim Heimspiel am 3. November ein Abschiedsspiel haben: Dann wird letztmals im altehrwürdigen Stadion, wie es bislang besteht, gespielt. Ab dann werden die Spiele für dreieinhalb Jahre in einer Baustelle ausgetragen.

Die nächsten Schritte:
* 23. Oktober 2018: Gemeinderatsbeschluss
* Sofern der Gemeinderat zustimmt, folgen die weiteren Schritte:
* 24. Oktober 2018: Abforderung finales Angebot und Auswertung bis 26. Oktober.
* Anschließend die Beantragung der Landesfördermittel und Anzeige AGVO (Beihilferecht)
* 26. Oktober 2018: Beurkundungstermin Notariat zur Anpassung des Vertragswerks mit KSC
* ab 9. November 2018: Zuschlagsschreiben an Bestbieter, Unterzeichnung Totalunternehmervertrag
* 22. November 2018: Bürgerforum im Bürgerzentrum "Südwerk" - Präsentation des Stadiondesigns durch Bestbieter und dessen Architekten

Mehr zum Thema
KSC-Stadion: Aktuelle Nachrichten zum KSC-Stadion und dem geplanten Um- und Neubau im Wildpark. Alle Informationen zu Fläche, Miete und Größe und alle Neuigkeiten zum städtischen Eigenbetrieb und dem Vergabeverfahren.
Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Links
Rechts
Das könnte Sie auch interessieren
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (62)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   Rino
    (296 Beiträge)

    18.10.2018 17:50 Uhr
    Einer vo vielen Millionen
    Ich gehe davon aus, das die große Mehrheit derer, die auf den normalen Rängen sind, nicht das Einkommen derjenigen haben, welche auf dem Platz hin- und herlaufen.
    Schon allein deshalb ist es eine Sportart für Leute mit etwas weniger "Maße" im Oberstübchen.
    Ausserdem bin ich froh in dieser einstmal lebenswerten Stadt keine Steuern mehr abzuführen und nur noch zum Besuch des Theaters oder Tollhauses mich hier aufzuhalten.
    Vor allen Dingen ist der Standort des Stadions einfach nur dumm.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   betablocker
    (4089 Beiträge)

    18.10.2018 23:16 Uhr
    Sehr gewagte
    Zusammenhänge, die du da versuchst herzustellen. Und das Wortspiel mit der 'Maße' hab ich leider nicht verstanden, aber das dürfte den meisten hier so gehen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Hartz4Bomber
    (619 Beiträge)

    19.10.2018 09:08 Uhr
    Er meint wohl dass
    man sich vor dem Besuch eines Fußballstadions unbedingt ein paar Maß Bier reinballern sollte. zwinkern
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   melotronix
    (2938 Beiträge)

    18.10.2018 19:50 Uhr
    eine seltsame Sichtweise...
    warum sollten die Besucher die gleichen Einkommensverhältnisse haben wie die Spieler. Sorry...da wird was absolut durcheinander gebracht. Und wer keine Steuern bezahlt ,braucht sich nicht über irgendein öffentliches Projekt negativ äussern!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Bannimender
    (114 Beiträge)

    18.10.2018 18:25 Uhr
    Fehlende Gehirnmasse
    Dazu faellt mir wenig ein... der Stadiongaenger ist ein Durchnitt/Spiegelbild unserer Gesellschaft. Vlt. solltest du auch einmal in ein Stadion gehen.. dann wuerdest du das erstemal in deinem langweiligen Dasein merken was Leben heisst... was mich im Bericht stutzig macht sind zum Einen das der Gemeinderat im Blindflug entscheidet... und zum anderen wieso gibt es nach einem Jahr Bauzeit nochmal eine finale Planung ????????
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Rundbau-Gespenst
    (11526 Beiträge)

    18.10.2018 19:17 Uhr
    nach einem Jahr
    wird anhand der zwischenzeitlich eingegangenen Nachträge des Bauauftragnehmers entschieden, was zwecks Verhinderung einer Kostenexplosion überhaupt noch gebaut werden kann.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Strangeway
    (215 Beiträge)

    18.10.2018 15:43 Uhr
    der richtet die SPD in KA zugrunde....
    Politik für wenige und Einzelinteressen. Die SPD schießt sich selber ab. nach der letzten Landtagswahl hat sich die SPD halbiert auf 12% Mentrup besorgt den Rest mit seiner Brot-und Spiele-Politik.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   likeka
    (482 Beiträge)

    23.10.2018 17:35 Uhr
    Alle Projekte
    werden zumindest noch von der CDU unterstützt, meistens von einer sehr breiten Gemeinderatsmehrheit!
    Die SPD ist bestimmt an vielem Schuld, sicherlich aber nicht an der Anzahl der Großprojekte in KA!
    Die Finanzbügermeisterin ist übrigens CDU-Mitglied, genauso wie ihre Vorgängerin.

    Da jetzt speziell auf die SPD zu hauen ist ein bisschen billig.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   teflon
    (2724 Beiträge)

    18.10.2018 16:29 Uhr
    Beim FM stellt sich
    echt die Frage, ob die Karlsruher nicht mit dem schönen Ingo besser gefahren wären. Der Mann ist nach dem Tunnel-Heinz die finale Prüfung für die Stadtfinanzen und wird den Laden so richtig hinrichten. Ab 2021 werden es alle innerhalb der Stadtgrenzen wohnenden Bürger wegen der stark steigenden Abgabenlast bitterst bereuen, den Spezial- Soze jemals gewählt zu haben.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Dalli_Klick
    (387 Beiträge)

    18.10.2018 17:45 Uhr
    Allerdings
    sind die teuren Projekte wie Stadion oder Staatstheater ja immer vom Gemeinderat beschlossen worden. Da hat Mentrup nur eine Stimme. Es gibt also noch mehr Verantwortliche für das Debakel.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 3 4 5 6 7 (7 Seiten)

Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.