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Karlsruhe Nur ein Bus ohne Mangel! Kontrolle an Reisebussen in Karlsruhe bringt erschreckende Ergebnisse ans Licht

Schwere Busunfälle auch in der Region um Karlsruhe überschatten in den vergangenen Wochen immer wieder die Schlagzeilen. Erst am Sonntag kam es in der Schweiz zu einem schweren Unfall, bei dem viele Menschen verletzt wurden. Bei einer Schwerpunktkontrolle in Karlsruhe nahm die Polizei in Zusammenarbeit mit dem Zoll, der Bundespolizei und dem TÜV vor allem Reisebusse aus Osteuropa genau unter die Lupe. Mit erschreckendem Ergebnis...

Die Sicherheit von Reisebussen wurde durch viele schwere Unfälle in den letzten Monaten immer wieder hinterfragt. Im Rahmen einer länderübergreifenden Sicherheitskooperation nahmen Spezialisten der Karlsruher Verkehrspolizei Reisebusse aus dem In- und Ausland unter die Lupe, die rund um Karlsruhe unterwegs waren.

Neben Verkehrspolizisten des Polizeipräsidiums Karlsruhe (PP KA) waren auch Kollegen aus Hessen, Bayern und Rheinland-Pfalz bei der Schwerpunktkontrolle beteiligt. Unterstützt wurden die Sicherheitskontrollen auch vom Zoll, der Bundespolizei sowie dem Bundesamt für Güterverkehr und dem TÜV.

Auch bei dieser Sicherheitskontrolle am Sonntag wurden die Beamten in ihrem Handeln bestätigt, denn bereits am frühen Mittag hatten die Kontrolleure eine Vielzahl von Mängeln an den Fahrzeugen entdeckt.

Es wurden insgesamt 20 Reisebusse kontrolliert, zehn Busse musste aufgrund von Mängeln die Weiterfahrt untersagt werden. Die traurige Bilanz der Polizei an diesem Tag: Nur ein Fahrzeug konnte ohne Beanstandung die Kontrolle verlassen und weiterfahren. 19 Fahrer fielen den Kontrolleuren wegen Verstößen gegen die Lenk- und Ruhezeiten auf - einer der häufigsten Verstöße, wie auch Einsatzleiter Rüdiger Heiler im Gespräch mit ka-news bestätigt.

Von 20 Bussen durften zehn nicht weiterfahren. | Bild: Thomas Riedel

Provisorisch eingebauter Zusatztank für mehr Kraftstoff

Insgesamt 73 Beamte waren bei den Schwerpunktkontrollen beteiligt. Reisebusse, die auf den Autobahnen A5 und A8 sowie am Busbahnhof Karlsruhe von Motorradpolizisten aufgefallen waren, wurden zunächst zum Kontrollort bei der Autobahnmeisterei Karlsruhe gelotst. Dabei halten die Polizisten gezielt Ausschau nach Kennzeichen und Busunternehmen, die bereits in der Vergangenheit bei Kontrollen negativ aufgefallen waren und Mängel aufwiesen. Im Fokus der Beamten standen viele Busunternehmen aus dem osteuropäischen Raum.  

Die Fahrzeuge wurden von Spezialisten der Polizei auf ihre technische Sicherheit geprüft, dabei wurde das Gewicht und die Bremsfunktion kontrolliert. Bei vier Fahrzeugen wurden erhebliche technische Mängel an Bremsen oder tragenden Teilen festgestellt. 

An einem Fahrzeug machten die Beamten eine besonders dreiste Entdeckung: An einem Reisebus wurde ein Zusatztank ohne technische Prüfung installiert, der dort nachträglich verbaut wurde um so zusätzlichen Sprit mitzuführen. Zwei Anhänger waren überladen, ein Reisebus aus Rumänien hatte über eine Tonne Zusatzgewicht und stellte so ein extremes Sicherheitsrisiko da.

Bei Kontrollen kommt geballtes Wissen der Beamten zusammen 

Für den Bus endete die Fahrt an diesem Sonntagnachmittag an der Autobahnmeisterei. Die rund 60 Passagiere mussten in ein Ersatzfahrzeug umsteigen. Eine Weiterfahrt ist erst wieder möglich, wenn die technischen Mängel behoben wurden oder die angeordnete Ruhezeit des Fahrers eingehalten wurden. 

"Die gemeinsamen Kontrollen sind unverzichtbar, da wir uns so geballtes Wissen unserer spezialisierten Beamten zu Nutze machen. Bei den Kontrollen kommen extrem komplexe Themenbereiche zusammen, wo viel Spezialwissen erforderlich ist. Einzelne Präsidien könnten das alleine nicht stemmen", erklärt Rüdiger Heiler. "Die festgestellten Mängel zeigen uns immer wieder, wie wichtig diese Kontrollen sind. Denn wenn beispielsweise Bremssysteme nicht funktionieren, ist die Katastrophe vorprogrammiert", so der Einsatzleiter weiter.

Auch die beliebten Fernbusse wurden am Sonntag kontrolliert | Bild: Thomas Riedel

Scanmobil sorgt für Zeitersparnis bei der Gepäckkontrolle 

Vier Fahrer, die kontrolliert wurden, konnten keine Genehmigungen für den durchgeführten Personen- oder Gütertransport vorweisen. Bei den Beamten des Zollamts Karlsruhe standen hingegen die Reisenden der Busse im Fokus. Mehr als 400 Reisende aus dem In- und Ausland und deren Gepäck wurde bei den Kontrollen von den Zollfahndern unter die Lupe genommen.

Erstmals kam dabei auch ein Scanmobil zum Einsatz, in dem Koffer und Taschen der Reisenden durchleuchtet wurden. "Durch das Fahrzeug haben wir eine enorme Zeitersparnis für beide Seiten, da nicht alle Gepäckstücke geöffnet werden müssen", erklärt Jens Sprenger vom Zollamt Karlsruhe. Zusätzlich hat der Zoll zwei Rauschgiftspürhunde im Einsatz, die nach illegalen Stoffen suchen. Allerdings, so Sprenger, verlaufen die Kontrollen an diesem Tag unauffällig. Drei steuerrechtliche Verstöße erfassen die Zollbeamten am Ende.  

Die Zollbeamten in ihrer mobilen Kontrolleinheit. | Bild: Thomas Riedel

Eine große Hürde ist an diesem Nachmittag mal wieder die Verständigung der Parteien. Ein bisschen Deutsch, einige Brocken Englisch und der Rest mit Händen und Füßen. So verläuft die Kommunikation zwischen den Beamten und den Busfahrern oder Passagieren in vielen Fällen ab. Ab und an dolmetschen sich die Passagiere auch gegenseitig. Insgesamt wurden an diesem Sonntag im Zeitraum der mehrstündigen Schwerpunktkontrollen knapp 27.000 Euro Sicherheitsleistungen erhoben, so ein Polizeisprecher.

Der Sonntag hat allen an den Kontrollen beteiligten Behörden gezeigt, wie notwendig die länderübergreifenden Schwerpunktkontrollen sind. Die nächste Schwerpunktkontrolle steht schon fest und soll in Kooperation mit den Verkehrspolizeiinspektionen der Länder demnächst in Hessen stattfinden. Auch andere Verkehrsteilnehmergruppen wie Schwerlastverkehr oder Kleinbusse werden bei regelmäßigen Schwerpunktkontrollen auch in Zukunft regelmäßig unter die Lupe genommen.  

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