275  

Karlsruhe "No Kargida"-Demo in Karlsruhe: "Ausgrenzung hat hier keinen Platz"

Rund 1.000 Menschen haben am frühen Montagabend friedlich gegen den Karlsruher Pegida-Ableger "Kargida" demonstriert. Unter dem Motto "Vielfalt willkommen heißen" sprachen sich Redner verschiedener Institutionen und Vereine bei der Kundgebung auf dem Stephanplatz hinter der Postgalerie für Vielfalt und Toleranz in der Fächerstadt aus.

Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup sagte in seiner Rede: "Ausgrenzung und Diskriminierung haben in unserer Stadt keinen Platz. Wir werden nicht zulassen, dass solche Meinungen wie die der Pegida-Bewegung unsere friedliche Gesellschaft spaltet. Wir heißen Vielfalt willkommen."

"Grenze zwischen Islam und Islamismus muss klar sein"

Ohne Offenheit und Toleranz gegenüber Auswärtigen hätte sich die Stadt nicht entwickeln können, erklärte das Stadtoberhaupt mit Blick auf die Geschichte Karlsruhes: "In der Vergangenheit wurde deutlich, dass die Stadt immer dann voran kam, wenn sie Vielfalt mit offenen Armen empfangen hat. Gleichzeitig wurde sie immer dann zurückgeworfen, wenn sie sich ihr verweigert hat."

Hinsichtlich der Attentate in Paris stellte Mentrup klar: "Die Grenze zwischen radikalem Islamismus und dem Islam muss ganz klar sein. Wir sind heute auch hier, um diese Grenze gemeinsam zu verteidigen."

Thomas Schalla, Dekan der Evangelischen Kirche Karlsruhe, erklärte: "Es darf nicht sein, dass Muslime unter Generalverdacht gestellt werden. Wir sagen ja, zum friedlichen Zusammenleben von Christen, Juden und Muslimen in Karlsruhe und der Welt. In unserem Glauben ist kein Platz für Ausgrenzung, Hass und Diskriminierung."

Neben Mentrup und Schalla sprachen auf dem Stephanplatz weitere Redner, darunter je eine Vertreterin der Flüchtlingshilfe Karlsruhe und der Antifaschistischen Aktion (Antifa). Nach erster Einschätzung der Polizei versammelten sich etwa 1.000 Demonstranten auf dem Platz hinter der Postgalerie. Die Organisatoren hatten im Vorfeld mit rund 2.000 Teilnehmern gerechnet. Die Veranstaltung verlief ruhig und ohne Zwischenfälle. Aufgrund der schlechten Wetterverhältnisse wurde die Kundgebung nach Angaben der Polizei früher beendet. Organisator der Kundgebung und Grünen-Politiker Jörg Rupp erklärte dazu am Dienstagmorgen: "Die Veranstaltung hat wie geplant stattgefunden, alle Programmpunkte standen fest und kamen dran.Wir hatten geplant, von 17 bis 18.30 Uhr, das war auch der Polizei gegenüber so kommuniziert."

Ein breites Aktionsbündnis aus dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) und Gewerkschaften, Parteien, Jugendverbänden, antifaschistischen Gruppen und Organisationen, Kirchen und religiösen Gemeinschaften, sowie aus weiteren gesellschaftspolitisch engagierten Vereinen und Organisationen hatte zu der Veranstaltung aufgerufen. Ziel war es laut Veranstalter, sich gemeinsam gegen jede Art der Gewalt, des Rassismus und der Verletzung der Menschenwürde zu stellen.

Der Text wurde am Dienstagmorgen aktualisiert.

Mehr zum Thema bei ka-news:

"No Kargida"-Demo: 2.000 Teilnehmer werden erwartet

Initiative gegen "Kargida": "In Karlsruhe ist kein Platz für Hetze"

Initiative gegen Rassismus: Karlsruher setzen Zeichen gegen "Kargida"

Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (275)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   OtusScopus
    (1602 Beiträge)

    29.01.2015 13:34 Uhr
    Die Demo
    wurde von einem sehr breiten Bündnis unsterstützt, dem unter anderem auch CDU und FDP angehören. Hier von linksextrem zu reden ist schlicht und einfach Unsinn.

    Beispielsweise die Parole "Islam = Islamismus" ist zutiefst fremendenfeindlich und noch dazu von unglaublicher Infamie. Hier wird eine ganze Religion mit den Taten einieger Terroristen gleichgesetzt und nicht mehr klar getrennt.

    Ebenso das Geschwätz von Islamisierung: wenn es die gäbe müssten massenhaft Menschen zum Islam konvertieren - das ist weder hier noch in Sachsen zu beobachten. Schon gar nicht wird irgendwer in Deutschland gezwungen, zum Islam zu konvertieren. Mit diesem Begriff werden also Ängste geschürt, mit dem Ziel, ausländerfeindliche Gefühle zu wecken.

    In so fern sind die Veranstaltungen von Pegida also sehr wohl als rechtsextrem anzusehen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   OtusScopus
    (1602 Beiträge)

    28.01.2015 12:47 Uhr
    Darum geht es hier nicht
    In Karlsruhe gab es eine Veranstaltung von friedlichen Bürgern, die sich für ein weltoffenes Karlsruhe einsetzen. Niemand hat an dieser Veranstaltung irgeneine menschenverachtende Parole gerufen oder entsprechende Banner gezeigt.

    Damit steht diese Veranstaltung in einem positiven Gegensatz zu denen von Pegida, bei denen massenhaft rechtsextreme und menschenverachtende Parolen geschrien und auf Bannern gezeigt werden.

    Was soll also diese Nebelkerze.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Rechtsausleger
    (1434 Beiträge)

    28.01.2015 12:58 Uhr
    massenhaft rechtsextreme und menschenverachtende Parolen geschrien und auf Bannern gezeigt werden.
    Bitte Belege. Gibt es keine?

    Dann ist Ihr Kommentar nichts weiter als üble Hetze.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   OtusScopus
    (1602 Beiträge)

    28.01.2015 13:24 Uhr
    Belege
    Außer den oben genannten Zitaten mit "Lügenpresse" und "Volksverräter" zum Beispiel hier
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Rechtsausleger
    (1434 Beiträge)

    28.01.2015 13:41 Uhr
    Lügenpresse und Volksveräter
    sind keine rechtsextremistische oder ausländerfeindlichen Parolen. Und auf Ihren Link bezogen: was ist denn an der Schwarz- Rot-Goldenen Fahne verkehrt?

    Man muss Pegida nicht mögen oder kann sie auch rundweg ablehnen. Aber hören Sie doch bitte mit Ihrer üblen Diffamierungskampagne aller Teilnehmer und der Anliegen auf.

    Setzen Sie sich mit den Menschen auseinander und verteufeln Sie sie nicht.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   OtusScopus
    (1602 Beiträge)

    28.01.2015 16:25 Uhr
    Wer verunglimpft hier wen ?
    Friedliche Demonstranten bei der Veranstaltung am Montag werden hier von einigen mit linken Chaoten gleichgesetzt. Von denselben Schreibern wird verleugnet, dass es überhaupy rechte Gewaltakte gegen Ausländer gibt. Womit soll man sich auseinandersetzen, wenn alles was von Pegida gar nicht erst bereit ist, sich mit Gegenargumenten ernsthaft auseinanderzusetzen.

    Sie schreiben "was ist denn an der Schwarz, Rot, Goldenen Fahne verkehrt ?" - In dem von mir verlinkten Artikel nimmt niemand Anstoß an dieser Fahne, sondern an den rechtsextremen Parolen, die auf der entsprechenden Veranstaltung gerufen wurden. Entweder haben sie den Artikel nicht ganz gelesen, oder sie wollen manche Fakten nicht zur Kenntnis nehmen und die Tatsachen bewußt verzerrt darstellen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Rechtsausleger
    (1434 Beiträge)

    29.01.2015 07:12 Uhr
    Es ist keine Verunglimpfung festzustellen,
    dass die Antifa linksextrem und da für berüchtigt ist, ihre exteme politische Gesinnung auch mit Gewalt durchsetzen zu wollen. Der Organisator selbst hat sich hier bereits selbst durch üble Diffamierungskampagnen und Deutschenfeindlichkeit, also Rassismus gegen Deutsche, hervorgetan.

    Dessen sollte man sich bewußt sein, wenn man auf eine Veranstaltung dieser Leute geht.

    Das was der Stern berichtet, klingt in der Tat sehr unschön. Nach diesem Bericht ist es dem "rechten Mob" gelungen, die Veranstaltung in Leibzig zu kapern. Sehr unerfreulich.

    So wie Sie das dargestellt haben, klang das aber ganz anders. Sie haben versucht, die breite Masse in allen Städten als ausländerfeindliche Parolen grölendes Gesocks hinzustellen. Das ist natürlich nicht zutreffend und nichts anderes als Hetze.

    Betrachten Sie die Demonstrantwn doch als ganz normale Menschen und fragen sich unvoreingenommen, warum sie etwas gegen die Verbreitung des Islams und die gegenwärtige Zuwanderungspolitik habenkönnten
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   OtusScopus
    (1602 Beiträge)

    29.01.2015 15:13 Uhr
    Die Antwort
    auf Deinen Kommentar ist leider nach ganz oben gerutscht - ich bin über den Link in der Mail von KaNews gegangen. Deshalb s.o.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   DerSpinner
    (1986 Beiträge)

    29.01.2015 01:32 Uhr
    Jörg?
    Bist du das? Ich komm in dein buntes Haus, dann schmusen wir. Warst doch sonst immer so zutraulich...
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   DerSpinner
    (1986 Beiträge)

    29.01.2015 01:34 Uhr
    Kann ich jetzt mit der Bahn zu dir kommen,
    ohne zu bezahlen? Also die Bahn meine ich.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 3 .... 27 28 (28 Seiten)

Schreiben Sie Ihre Meinung
Fett Kursiv Link Zitat Sie dürfen noch Zeichen schreiben
Informiert bleiben: