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Karlsruhe Neues Klimaschutzkonzept für die Stadt: 75 Maßnahmen, um die Stadt klimaneutral zu machen

Die Stadt Karlsruhe möchte bis zum Jahr 2050 klimaneutral werden. Dafür hat sie ein Klimaschutzkonzept mit 75 Maßnahmen aufgestellt. Zu diesen gehört unter anderem der Ausbau von Solarzellen, mehr Begrünung in der Stadt und die Umstellung des städtischen Fuhrparks.

Eine der Maßnahmen, die auch von vielen Karlsruhern bei der Bürgerbeteiligung zum neuen Klima-Konzept genannt wurde, ist die Begrünung in und um die Stadt. "Wir wollen auf verschiedenen Plätzen durch mehr Grün das Leben der Bürger angenehmer machen", so Oberbürgermeister Frank Mentrup im Gespräch mit ka-news.de. 

1) Bäume und Grünflächen

Doch nicht nur in der Stadt fehlt es an Grün. Durch die Hitzeperioden in den vergangenen beiden Sommer haben viele Bäume massiv gelitten: "Wir müssen nun schauen, wie wir den Waldverlust wieder ausgleichen und wo die Flächen dafür sind", sagt Ulrich Kienzler. "Die Hauptschäden haben wir im Hardtwald. Wir werden im kommenden Jahr ein Konzept ausarbeiten und vorlegen, um gegen das Baumsterben anzukämpfen", so der Leiter des Karlsruher Forstamtes. 

Bild: Hammer Photographie

2) Fuhrpark

Bei einer der 75 Maßnahmen geht es um die Fahrzeugflotte der Stadt. Rund 600 Autos, davon bisher nur zehn Elektroautos, sind im Bestand der Stadt. "Wir wollen noch mehr Wagen durch Elektroautos ersetzen. Wir streben jedes Jahr eine Tauschquote von zehn bis 15 Prozent an", sagt Peter Hofmann Fuhrparkmanager der Stadt Karlsruhe. Das wären rund 60 bis 90 Stück.  

Der Fokus liegt aktuell auf den Autos. "Da sich bei den Nutzfahrzeugen um Spezialmaschinen handelt und die Technik noch nicht so weit ist", erklärt Hofmann gegenüber ka-news.de das Vorgehen. Zudem soll im Jahr 2021 eine neue Software für den Fuhrpark eingeführt werden. "Damit wollen wir Verbrauchsprofile aufzeichnen und dadurch auch unsere Auslastung verbessern", sagt Peter Hofmann.  

3) Solaranlagen

Eine dritte wichtige Maßnahme ist eine auf den ersten Blick nicht unbedingt wahrnehmbare: "Die wichtigste Maßnahme aus unserer Sicht ist der massive Ausbau von Photovoltaikanlagen", sagt Olaf Heil, technischer Geschäftsführer der Stadtwerke Karlsruhe. "Der Ausbau ist momentan noch relativ gering." Vor allem auf Dächern von Gebäuden sollen die Solarzellen, bei denen durch Sonnenlicht Energie gewonnen wird, installiert werden.

Olaf Heil, technischer Geschäftsführer der Stadtwerke Karlsruhe.
Olaf Heil, technischer Geschäftsführer der Stadtwerke Karlsruhe. | Bild: Ingo Rothermund

Möglichkeiten für einen nachhaltigeren Verbrauch gebe es laut Stadtwerke bereits. "Wir haben bereits eine Menge von Ökostromprodukten - die werden von Kunden allerdings bisher kaum nachgefragt", so Heil. "Lediglich acht Prozent unserer Kunden wählen ein solches Produkt." Zudem möchten die Stadtwerke die Fernwärme weiter ausbauen. "Wir wollen bereits vorhandene Trassen weiter ausbauen", sagt Olaf Heil gegenüber ka-news.de. 

"Es macht der Mix"

Auch die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Karlsruher Gemeinderat war bei der Vorstellung des Klimaschutzkonzeptes anwesend. Zoe Mayer hat keinen Favoriten, was die Maßnahmen angeht: "Am Ende macht es der Mix, die Dinge drum herum sind wichtig, um das Gesamtkonzept gut zu machen . Wenn man manche Bereiche ausklammert wird es nicht klappen mit den städtischen Zielen", sagt die 24-Jährige gegenüber ka-news.de. 

Dennoch möchte sich die Stadt nicht den ganzen Luxus und Spaß nehmen lassen. Am Karlsruher Schloss wird es weiterhin die Eiszeit der Stadtwerke geben, auch wenn ein gewisser Widerspruch zum neu entwickelten Klimaschutzkonzept besteht.

<p><strong>Name</strong>:  Zoe Mayer (Grüne)<br />
<strong>Listenplatz</strong>: 7 (30.010 Stimmen)<br />
<strong>Geburtsdatum</strong>: 7. August 1995<br />
<strong>Geburtsort</strong>: Karlsruhe<br />
<strong>Wohnort</strong>: Karlsruhe<br />
<strong>Familienstand (Kinder)</strong>: ledig<br />
<strong>erlernter Beruf</strong>: -<br />
<strong>aktuelle Tätigkeit</strong>: Studentin<br />
<strong>Stadtrat seit</strong>: -<br />
<strong>In einem Satz: Warum wollen Sie Stadtrat werden?</strong>:  "Um  mit einem jungen Blickwinkel frischen Wind in den Gemeinderat zu bringen und mich besonders für den kommunalen Tierschutz und eine nachhaltige Energiepolitik stark zu machen."</p>
Bild: (ps)

Bis Ende Januar haben die Bürger noch Zeit ihre Wünsche, Ideen und Anregungen im Beteiligungsportal der Stadt Karlsruhe einzubringen. Im März kommenden Jahres soll das endgültige Konzept dann dem Gemeinderat zur Abstimmung vorgelegt werden.

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  •   Amerikaner_mit_Zuggerguss
    (46 Beiträge)

    06.12.2019 17:10 Uhr
    Zuim Klimaschutz gehört m.E. auch ein sinnvoll gewählter Bodenbelag
    für die Kaiserstraße. Wie man lesen durfte (aber nicht kommentieren) muß am Marktplatz der neue Bodenbelag stellenweise wegen ausgelaufenem Altöl ausgetauscht werden, da Reinigung nicht möglich ist. So etwas kann durch Fahrzeuge immer einmal verloren werden (Be- und Entladezeit).
    Schafft man es in KA nicht einmal einen Bodenbelag auszusuchen, den man anständig reinigen kann (Öl, Kaugummis und sonstiger üblicher Schmutz)? Hoffentlich mußten da nicht externe Berater für die Auswahl der Platten bezahlt werden.
    Diese Stadt will Klimaneutral werden? Wohl eher intelligenzneutral...
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  •   Dobermann
    (155 Beiträge)

    06.12.2019 08:43 Uhr
    Leute Leute... ich kann es nicht mehr hören...
    Klimaschutz, Flüchtlinge, Plastiktüten, Eisschmelze , Rinderwahn, Vogelgrippe , Schweinepest, Erderwärmung ,saurer Regen, KKWs , Micky Maus !!! Schaut euch mal ein Luftbild von der Erde an, da sind wir -DEUTSCHLAND-ein Muckenschiß auf der Karte und wir retten gar nix ! Wenn die Erde untergeht, dann geht sie unter .Punkt. Lebt, liebt und lasst es euch solange noch gut gehen, alles andere ist nur eine klitzekleine Zeitaufschiebung unseres Untergangs. Die Klägerparteien sollen sich eine Insel kaufen und darauf hausen, regieren und senieren, aber auch die Insel wird mit untergehen. Kapiert es, der Planet Erde ist verloren, nicht mehr zu retten ! Und das ist gut so. Soviel Dreck, Gewalt und Elend wie hier herrscht, da sollte der Laden wirklich zugemacht werden. Wir sehen nur unser Häuschen und den Vorgarten, nicht die Not, Gewalt, Misshandlungen, Vergewaltigungen,die tagtäglich Kinder, Frauen und Tiere ertragen müssen. Da ist der Klimaschutz nur ein uninteressanter Muckenschiß. Iss so
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  •   Consigliere
    (356 Beiträge)

    06.12.2019 15:36 Uhr
    Parallelen
    hier der "Muckenschiß" dort der "Vogelschiss in der Geschichte".
    Lt. Hundkrawatte gibt es keinen Klimawandel!
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  •   Maverick
    (209 Beiträge)

    06.12.2019 19:26 Uhr
    gönn dem Opa
    doch seine Rente. grinsen
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  •   FG1961
    (314 Beiträge)

    06.12.2019 06:02 Uhr
    Bis 2050
    Die Fakten liegen auf dem Tisch: Fossile Verbrennung
    Gegenmaßnahme: Keine Fossile Verbrennung
    Lösung: Verbot Fossiler Verbrennung
    Es gibt ausreichend Alternativen, damit wir Menschen warm, satt, gesund und sauber weiterleben können.
    Alles jenseits 2023 zum Thema Klimaneutralität ist Heuchelei und Populismus.
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  •   patrickkk
    (1479 Beiträge)

    06.12.2019 04:43 Uhr
    ...
    Wir haben nicht Zeit bis 2050.
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  •   DangerMouse
    (234 Beiträge)

    05.12.2019 18:46 Uhr
    Verkehrswende ins Nichts
    Die Massnahmenübersicht ist hier:

    https://beteiligung.karlsruhe.de/file/5de0ce0215d4505d02523262/

    Unter D - Mobiltät sieht man, dass einerseits massiv Parkplätze im öffentlichen Raum gestrichen werden sollen, andererseits sollen die Bürger auf Elektromobilität umsteigen. Gefördert werden private Ladestationen. So ist es die Verkehrswende für Reiche. Ein Schelm wer Böses dabei denkt.

    Wer nur einen Beitrag zur Gesellschaft leisten kann, indem er jeden Tag eine längere Strecke zur Arbeit bewältigt, und keinen eigenen Stellpatz hat, ist der Verlierer des Konzepts. Denn bis der goldene ÖPNV da ankommt vergehen Jahrzehnte.

    Sehr schade, denn eine Elektrifizierung, bei gleichzeitiger Verkleinerung der Fahrzeuggrössen, wäre eine volkswirtschaftlich einfach durchzuführende und gerechtere Massnahme. Es ist ja egal ob wir die Anzahl der Fahrzeuge halbieren, oder ob wir einfach halb so grosse Autos fahren. Im ersteren Fall profitieren die besser gestellten, im letzteren Fall alle.
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  •   mueck
    (11380 Beiträge)

    05.12.2019 23:04 Uhr
    !
    Nein, nicht egal, wir müssen auch die Zahl der Fzg. halbieren oder noch weniger, schon wegen der Ressourcen für den Bau derselben und den Unfallzahlen des MIV etc.
    Verkehrswende, nicht nur Antriebswende!
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  •   DangerMouse
    (234 Beiträge)

    05.12.2019 23:40 Uhr
    Re: !
    Wenn wir die Größe der Fahrzeuge halbieren, dann hat das schon denselben Effekt, als ob wir halb so viele Fahrzeuge hätten. Der Ressourcenverbrauch skaliert da ziemlich linear mit. Auch weil am kleinen E-Fahrzeug nicht mehr viel dran ist im Vergleich zum Verbrenner. Der Motor ist winzig, etwa 20x20 cm, es gibt keine Auspuffanlage mehr, kein so aufwändiges Schaltgetriebe usw. Sogar bei der Karosserie kann man sich auf einen Stahlrahmen beschränken und die Flächen z.B. aus recyceltem Kunststoff herstellen.

    Wenn wir dann noch die Fahrzeuge vernetzen, autonom fahren lassen, und teilen im Sinne einer "Shared Economy" haben wir eine extrem flexible Lösung mit geringen volkswirtschaftlichen Kosten und krass minimalem Ressourcenverbrauch.

    Auch jetzt schon hätten wir einen Gewinn, denn die Fahrzeuge könnten zu einem SmartGrid vernetzt werden und eine Doppelfunktion als Energiespeicher für Überschussmengen der regenerativen Stromproduktion übernehmen.
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  •   Bahnnutzer100
    (231 Beiträge)

    06.12.2019 13:09 Uhr
    Halbierungs der Anzahl ist besser!
    Wenn die Anzahl der KFZ halbiert wird, dann haben viel mehr Menschen etwas davon, als wenn die Fahrzeuge nur kleiner werden. Der Grund: Gibt es weniger MIV, dann gibt es mehr Öffis! Davon haben alle etwas!
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