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Karlsruhe Neuer Look für Marktplatz und Co: Abstimmung im Gemeinderat wegen "Beratungsbedarf" verschoben

Der Marktplatz - seit den Anfängen der Stadtbildung waren die Märkte das Zentrum des Lebens in einer Stadt, so auch in Karlsruhe. Die gute Stube der Fächerstadt ist allerdings schon seit Monaten kein Platz, der zum Aufenthalt einlädt - wie auch, inmitten einer Baustelle. Nach der Fertigstellung sollen hier wieder die Bürger verweilen - auf neuen Bänken und im Schein neuer Laternen. Im Gemeinderat geht es schon jetzt um die Möblierung des Marktplatzes und die spätere Lichtgestaltung in der Kaiserstraße.

Aktuell liegt auf dem Marktplatz ein kleines Stück roter Teppich, er soll den Karlsruhern den Weg über den Platz weisen. In der Mitte nicht zu übersehen: die Bauarbeiten für die Neugestaltung des Platzes. Noch ist der eine Steinwüste, mit der Möblierung und neuen Leuchten soll mehr Gemütlichkeit auf den Platz kommen. Nach einem öffentlichen Probesitzen steht fest, wie die Bänke und Sitzgelegenheiten auf dem Platz aussehen sollen und somit die finale Gestaltung. 

Roter Teppich Marktplatz
Aktuell ist der Marktplatz eine einzige Baustelle - doch das soll sich ändern. | Bild: Ingo Rothermund

Am Dienstag stimmen die Gemeinderäte über die Sitzmöbel ab und auch über das veränderte Lichtkonzept in der Kaiserstraße. Etwa 45 Millionen Euro soll der Umbau in der Innenstadt insgesamt kosten.

In der Beschlussvorlage, über die die Stadträte abstimmen, schreibt die Stadt Karlsruhe: "Auf dem Marktplatz soll eine großzügige Bank gestellt werden, die verschiedene Sitzpositionen anbieten. Rückenstütze und eine Armlehne tragen zusätzlich zum Sitzkomfort bei", so die Stadt über die Möbelstücke.

Bekommt der Marktplatz eine mobile Möblierung?

In zwei Achsen entlang der Fassaden von Rathaus und Modehaus Schöpf werden insgesamt zehn Bänke ihren Platz finden. So sollen je zwei Bänke rechts und links der Treppe zum Rathaus stehen, vor dem Modehaus stehen sechs Bänke in einer Reihe, jedoch unterteilt von den Pflanzgefäßen. 

Aussehen Marktplatz
Aufsicht auf das neue Gestaltungskonzept des Marktplatzes. | Bild: Mettler Landschaftsarchitekten

Vier Meter Länge messen die Sitzmöbel aus Iroko-Holz, einem wetterfesten Material, ähnlich wie das bekannte Teak-Holz. "Die Bänke mit beidseitiger Sitzmöglichkeit werden auf den Belag aufgestellt und können bei einer Veranstaltung versetzt werden", beschreibt die Stadt in ihrer Beschlussvorlage einen Vorteil der Möbel.

Marktplatz-Umgestaltung
Bitte Platz nehmen: Die Bänke konnten die Bürger bereits Probe sitzen. | Bild: ka-news.de

Außerdem könnte noch eine mobile Möblierung dazu kommen. "Derzeit wird geprüft, ob das Konzept, ähnlich wie in Zürich, um mobile Elemente ergänzt werden kann", so die Stadt Karlsruhe. "Diese könnten in Einzelfällen auch fest installiert werden und so der Absicherung der Rauchklappen auf dem Marktplatz dienen." 

Modernes Metalldesign löst alte Pflanzkübel ab

In der Kaiserstraße sollen später 48 Bänke stehen, immer im Wechsel mit Abfallbehältern und anderen Ausstattungselementen. Die Bänke werden sich von denen auf dem Marktplatz nur wenig unterscheiden: Drei Meter statt vier Metern Länge. Sie bekommen eine Armlehne und Rückenstützen, hinzu kommt noch eine Hockerbank. 

Neben neuen Bänken wird es auch neue Pflanzkübel geben. Die Stahlkübel lösen die alten "Majolika-Kübel" ab und sollen zum restlichen Mobiliar passen. Weiterhin sollen die Gemeinderäte auch über die neue Beleuchtung abstimmen, denn das Konzept musste neu überarbeitet werden.

Lichtmasten statt Hängeleuchten?

So ist für den Marktplatz ein zusätzlicher Lampentyp vorgesehen, der nun ebenfalls bemustert werden soll: Eine zylindrische Aufsatzleuchte, die acht Meter hoch ist und von der das Licht nicht wie bei einer gewohnten Straßenlaterne klassisch nach unten gelenkt wird. 

Aussehen Marktplatz
Neue Leuchten für den Marktplatz mit einem aufgesetzten Zylinder. | Bild: Mettler Landschaftsarchitekten

Neben der Möblierung des Marktplatzes stimmen die Stadträte am Dienstag auch über die Änderungen am Lichtkonzept für die Kaiserstraße ab. So wird es die geplante Seilhängebeleuchtung in der Kaiserstraße nicht geben. Der Grund: Die notwendigen Befestigungspunkte können nicht ohne das Einverständnis der Hausbesitzer an den Fassaden angebracht werden.

Marktplatz-Umgestaltung
So sehen die neuen Leuchten auf dem Marktplatz aus. | Bild: ka-news.de

"Es fehlt eine Zustimmung von 27 Prozent der Eigentümer", schreibt die Stadt. Daher sei eine Weiterverfolgung der Hängebeleuchtung zu  hinterfragen. Die Stadt schlägt daher eine Mastvariante wie auf dem Marktplatz vor, allerdings mit einem einseitigen Leuchtenkopf.

Durch die Idee mit den Masten könne das Grundkonzept der Beleuchtung erhalten werden. "Lediglich das Tragsystem beziehungsweise die Befestigungsart der Leuchten ändert sich", macht die Stadtverwaltung in der Beschlussvorlage deutlich. 

+++ Aktualisierung, 19. November +++

Wie die Stadt Karlsruhe in einer Presseerklärung mitteilt, wurde der Tagesordnungspunkt zum Thema Möblierung auf dem Marktplatz auf die Dezember-Sitzung der Stadträte verschoben. Der Grund: "weiterer Beratungsbedarf", daher wird der Punkt abgesetzt. 

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  •   screeny30
    (429 Beiträge)

    21.11.2019 08:26 Uhr
    schön, aber...
    .... wer will sich im Hochsommer in die pralle Sonne setzen; der aufgeheizte Betonboden, die Bänke am kochen und weit und breit kein Schatten durch Bäume o.ä.
    komplette Fehlplanung
    und bevor einer kommt mit "für Baumwurzeln ist unten kein Platz"
    es gibt genug Flachwurzler und wenn man gewollt hätte, hätte man eine Lösung gefunden
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  •   ALFPFIN
    (6886 Beiträge)

    19.11.2019 15:02 Uhr
    Na, ja
    so ganz alleine die Stadtverwaltung zu bekritteln, ist auch nicht richtig. Es fehlt, wie ja geschrieben wurde, auch noch die Zustimmung anderer Gebäudeeigentümer. Die Gebäude und der Grundstückanteil vor den Häusern, gehören ja nicht alle der Stadt, so dass die Eigentümer ja auch noch ein Wörtchen mitzureden haben. Nur was wollen diese Eigentümer?

    Von den Leuchten einmal abgesehen, die Bänke, sollte man diese aufstellen, werden sie wahrscheinlich schnell als "Schlafbänke" dienen und wahrscheinlich wieder ausgetauscht werden. Siehe heute die Stahlrohrbänke an den KVV Haltestellen, zum darauf liegen, sind sie schon ein bisschen ungemütlich.
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  •   dipfele
    (5618 Beiträge)

    20.11.2019 06:05 Uhr
    Die Bänke....
    ... muss man eher als Dekoration sehen. Das Planungsbüro Mettler will eben von den herkömmlichen Sitzgelegenheiten weg kommen. Mal ehrlich: Wer will sich in brütender Sonne überhaupt in die Steinwüste setzen?
    Und dann die Kaiserstrassenbeleuchtung: Das hätte schon bei der Planung auffallen müssen, dass das mit den Hängeleuchten schief geht. Aber kein einziger Gemeinderat/in hat soviel Hirn, um die ganze Angelegenheit mal zu hinterfragen, ob das geht. Die Umplanung ist sicher auch nicht umsonst.
    Zu guter Letzt: Der Umbauspass soll 45 Mio kosten und wird 5-8 Jahre dauern. Seit 2016 muss gespart werden, ab 2021 noch mehr, weil die Steuereinnahmen sinken. Das VBK Defizit steigt von derzeit 38 Mio weiter nach oben durch die Tunnelmaut. Die Verwaltung wird langsam grössenwahnsinnig.
    Bislang ist immer bei den sozialen Ausgaben gespart worden. Für Unnötiges gibt es Geld.
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  •   patrickkk
    (1428 Beiträge)

    19.11.2019 15:05 Uhr
    ...
    Wäre ich da Eigentümer hätte ich sorge dass die die Löcher in die Fassade bohren und dann erstmal 3 Jahre lang nichts machen. Da würde ich auch nicht zustimmen.
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  •   lifeisalemon
    (10 Beiträge)

    19.11.2019 14:29 Uhr
    Pfui Deibel
    Als gäbe es keine heimischen Hölzer muss mal wieder Affenbaumholz aus Regen- und Savannenwäldern um den halben Globus aus Afrika importiert werden.

    Die Lampen und die Stahlkübel passen weningstens zur hässlichen Steinwüste.

    Immerhin bleiben der Gemeinderat und Herr Mentrup Ihrem Kurs treu.
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  •   Nyarlathotep
    (4 Beiträge)

    19.11.2019 13:28 Uhr
    einfach nur bäh!
    Schon auf dem Platz vor dem Schloss sind so grässliche, stilistisch völlig deplazierte Lampen aufgestellt. Dies möchte man wohl gerne auf dem Marktplatz wiederholen, bei dem nun überhaupt nichts stilistisch sowie farblich zueinander passt. Weder harmonieren die Farben der Bänke mit Untergrund sowie den angrenzenden Gebäuden, noch passt der neue Belag zur umgebenden Architektur und deren Farbgestaltung. Wer wählt so etwas aus? Wer stellt so etwas zur Auswahl? Andere Städte wie z.B. Freiburg kultivieren den Stil der Altstadt. Da passen sogar die Straßenschilder zum Stadtbild.
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  •   IchKA
    (741 Beiträge)

    19.11.2019 10:33 Uhr
    In jeder Beziehung
    fehlen einem die Worte, was die gewählten Gemeinderäte und die Angestellte der Bürger im Rathaus fabrizieren
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  •   patrickkk
    (1428 Beiträge)

    19.11.2019 10:04 Uhr
    Lächerlich
    Diese Stadt erstickt an Baustellen. Statt irgendwas zu unternehmen um die Sachen zu beschleunigen können sich die Politiker nicht einmal entscheiden.

    Ein Armutszeugnis.
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  •   dipfele
    (5618 Beiträge)

    20.11.2019 06:13 Uhr
    Wenn die Straba mal....
    … im Tunnel fährt, fängt das Bauen ja erst richtig an. Nur leidtragend sind dann die Autofahrer , die in der Kaiserstrasse [ohne Strabas], flanieren und shoppen wollen.
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  •   patrickkk
    (1428 Beiträge)

    20.11.2019 14:42 Uhr
    ...
    Es ist verantwortungslos in meinen Augen. Die Entwicklung der Innenstadt ist selbstverschuldet und bis die Kaiserstr. dann renoviert ist ist auch das letzte Geschäft Handyladen, Wettgeschäft oder Dönerbude (nichts gegen Handyläden oder Dönerbuden, aber auch die brauchen ein paar andere Läden in ihrer Umgebung).

    Ob Auto-, Bahn- oder Fahrradfahrer weitere 10 Jahre Baustelle können in niemandens Interesse sein.
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