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Karlsruhe Neue Modelle für Ettlinger Tor: Künftig mit oder ohne Hochhaus? Das sind die Ideen!

Die Südwestseite des Ettlinger Tor soll umgestaltet werden: Derzeit arbeiten mehrere Planungsbüros mit dem Areal. Am Mittwochabend wurden die ersten Modelle und Skizzen vorgestellt. ka-news.de war dabei.

Das Areal der Südwestseite des Ettlinger Tors soll neu strukturiert werden. An mehreren Tagen diskutieren Bürger und Planungsbüros über die Ideen zur Umgestaltung der Fläche, die sich zwischen Landratsamt, Staatstheater, Kriegsstraße und Baumeisterstraße/Hermann-Billing-Straße erstreckt. 

Das Areal erstreckt sich westlich und östlich der Ettlinger Straße. | Bild: Melissa Betsch

Der zweite von drei sogenannten Werkstatt-Tagen hat am Mittwoch, 11. März, im Alten Schlachthof stattgefunden.

Dabei wurde zum ersten Mal die Vielzahl möglicher Entwürfe, die die vier beauftragten Planungsbüros beim ersten Werkstatt-Termin mit den Bürgern erarbeitet haben, als 3D-Modelle vorgestellt und erneut mit der Öffentlichkeit sowie einem Begleitgremium diskutiert.

Ein Areal - unzählige Möglichkeiten der Gestaltung. | Bild: Melissa Betsch

Unterschiedliche Szenarien müssen bei der Planung beachtet werden

Jedes der vier Büros musste dabei zwei Pläne vorstellen: Eine Version mit Erhalt des Landratsamts und eines ohne. Bis die Frage nach dem Denkmalschutz des Hochhauses geklärt ist, muss in den Planungen derzeit sowohl mit dem Erhalt als auch mit einem möglichen Abriss des Gebäudes gerechnet werden. 

Landratsamt Karlsruhe an der Kriegsstraße.
Landratsamt Karlsruhe an der Kriegsstraße. | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

1. Büro: berchtoldkrass space&options aus Karlsruhe

"Wir haben versucht über die Frage zu diskutieren, was auf dem Areal entstehen könnte - zunächst noch ganz unabhängig vom Landratsamt. Danach haben wir zusammen mit den Bürgern und Fachleuten geprüft und herumexperimentiert, was das Raumkonzept des Landratsamtes mit diesen Ideen machen würde, wo noch etwas verändert werden muss", erklärt Diplom-Ingenieur Philipp Krass im Gespräch mit ka-news.de.

Diplom-Ingenieur Philipp Krass vom Planungsbüro berchtoldkrass space&options aus Karlsruhe. | Bild: Melissa Betsch

2. Büro:  COBE aus Berlin

"Grüne und blaue Stadt", "Stadt für alle", "Stadt der guten Wege", "Ressourcen-schonende Stadt" - so lauten die Visionen, die das Planungsbüro COBE sich für die Bebauung des Landratsamt-Areals auf die Fahnen geschrieben hat.

Das Planungsbüro COBE aus Berlin | Bild: Melissa Betsch

Bei ihren Entwürfen greift es dabei nach eigenen Angaben die Fragen der Bürger wieder auf, etwa: Wie soll sich das Gegenüber zum Staatstheater gestalten? Welche zusätzlichen Nutzungen wären denkbar? Wie soll die unterirdische Haltestelle integriert werden?

3. Büro: Max Dudler aus Berlin

Die Max Dudler Architekten AG verfolgt nach eigenen Angaben mit ihren Planungen das Ziel, die Karlsruher Neustadt und Altstadt wieder zusammenzuführen. Das Landratsamt-Areal soll dabei als städtebauliches Gelenk dienen, das als eigene "urbane Insel" aus dem Stadtbild heraussticht.

Die Max Dudler Architekten AG | Bild: Melissa Betsch

4. Büro: MVRDV aus Rotterdam

Das Büro MVRDV hat sich bereits auf vier Konzepte geeinigt:

  • Ein "Floating Garden" - eine ringförmige Promenade mit Dachgärten und 360 Grad-Panoramablick über Karlsruhe - soll die vier Eckpunkte der Ettlinger Tor-Kreuzung verbinden 
    Vier Varianten stellt das Büro MVRDV aus Rotterdam zur Auswahl. | Bild: Melissa Betsch
  • Ein vielfältiges Stadttor mit unterschiedlichen Nutzungsmöglichkeiten - vertikal übereinandergestapelt
  • Türme, ebenfalls mit unterschiedlichen Nutzungen, die über Brücken miteinander verbunden sind
    Türme, verbunden mit Brücken? Ein runger "Floating Garden" (Hintergrund) - im Werkstattverfahren ist alles möglich. | Bild: Melissa Betsch
  • Eine großmaßstäbliche und grüne "Ring-Galerie", die den Karlsruher Fächer symbolisiert, mit verschiedenen Öffnungen, Freiräumen und Nutzungsspielräumen
    Die Ring-Galerie soll die Krümmung des Karlsruher Fächers nachempfinden. | Bild: Melissa Betsch

"Alle Entwürfe waren sehr ausgewogen"

"Das Schöne an dem zweiten Werkstatt-Termin heute war, das keines der Büros herausgefallen ist, alle Entwürfe waren sehr ausgewogen", so Ragnar Watteroth, Dezernent des Landratsamtes.

Ragnar Watteroth, Dezernent des Karlsruher Landratsamtes. | Bild: Melissa Betsch

Am Mittwoch, 6. Mai, soll der dritte Werkstatt-Tag stattfinden. "Dort sollen dann schon erste konkrete Antworten auf die Fragen der Bürger gegeben werden können", so Watteroth gegenüber ka-news.de weiter.

Bei der Abschlussveranstaltung am Freitag, 3. Juli, werden die vier Planungsbüros ihre fertigen Konzepte der Öffentlichkeit vorstellen, im Anschluss erfolgt eine Empfehlung an den Gemeinderat.

Beim zweiten Werkstatt-Termin konnten die Bürger über die ersten Entwürfe der Planungsbüros diskutieren. | Bild: Melissa Betsch

Dieser muss im letzten Schritt seine Zustimmung geben, um den Entwurf und damit die Neugestaltung des Landratsamt-Areals endgültig auf den Weg zu bringen.

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Kommentare (4)
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  •   Felix1999
    (62 Beiträge)

    13.03.2020 12:24 Uhr
    Bedarf
    Sollen hier eigentlich nur Bürogebäude entstehen (die hat Karlsruhe eigentlich genug) oder der dringend benötigte Wohnraum?
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  •   Gaensebluemchen
    (561 Beiträge)

    12.03.2020 17:03 Uhr
    Warum denke ich ...
    ... gerade an Tetris?
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  •   yokohama
    (3433 Beiträge)

    12.03.2020 15:41 Uhr
    Hauptsache tiefstapeln
    und einen schönen Flachbau hinklotzen. Hochhäuser sind pöhse und Karlsruhe ist ein Dorf! Die "Bürger" wissen das, deswegen bitte mehr "Bürgerbeteiligung"!
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  •   barheine
    (305 Beiträge)

    12.03.2020 11:35 Uhr
    Karlsruhe sollte hier ruhig etwas Mut walten lassen. Gewöhnlich können auch andere Städte. Der holländische Entwurf sticht hier schon einmal hervor.
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