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Karlsruhe Neue Großbaustelle in der Oststadt: "Das kann man uns nicht zumuten!"

Ab dem 1. Juli wird es in der Oststadt unangenehm für Bahnpendler: Bis November planen die Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) und das städtische Tiefbauamt Bauarbeiten im großen Stil. In dieser Woche stellten sie ihre Pläne den Bürgern vor. Und dabei gab es auch viele kritische Stimmen - teils sehr lautstark.

Der Startschuss fällt Mitte Juli: Dann beginnen die VBK in Zusammenarbeit mit dem Tiefbauamt der Stadt Karlsruhe mit umfangreichen Gleis- und Straßenbauarbeiten in der Oststadt. Schwerpunkt der Baumaßnahme ist der barrierefreie Ausbau der Haltestelle am Hauptfriedhof sowie der Haltestellen-Neubau auf Höhe der Essenweinstraße. 

Aufgrund der anstehenden Baumaßnahmen wird der Bahnbetrieb in der Tullastraße zwischen 17. Juli und 9. September komplett eingestellt. Pendler müssen dann auf einen Schienenersatzverkehr mit Bussen zwischen den Haltestellen Hirtenweg, Rintheim und Tullastraße ausweichen. Die Busse verkehren tagsüber im Zehn-Minuten-Takt, abends und sonntags im 20 Minuten-Rhythmus, so der Plan der Verkehrsbetriebe. 

Eine neue Haltestelle entsteht

Konkret gliedern sich die Maßnahmen in zwei Baufelder mit je zwei Bauphasen. Baufeld eins befasst sich mit einem barrierefreien Ausbau der Haltestelle Hauptfriedhof. Es werden Gleise erneuert sowie das Gleisdreieck ausgetauscht. Im zweiten Bauabschnitt finden Gleisbau- und Leitungsarbeiten statt. Zudem soll hier eine neue Haltestelle auf Höhe der Essenweinstraße gegenüber der Tullaschule entstehen. Im Gegenzug wird die Haltestelle Rintheimer Straße künftig entfallen.

Doch die Pläne treffen nicht überall auf Zustimmung. Bei der offiziellen Informationsveranstaltung bemängeln einige Anwesenden die hohe Haltestellendichte, die sich durch den Neubau ergibt. Zwischen der Durlacher Allee, der Tullastraße, der Essenweinstaße und demHauptfriedhof liegen nach Angaben der Bürger "nicht mal 200 Meter", heißt es. Die VBK halten dennoch an dem Plan fest. "So ist es besser als vorher. Die Anbindung zwischen Rintheimer Straße und Tullastraße ist einfach zu weit", erklärt Thomas Rupp.

VBK
Die VBK-Verantwortlichen stellen die Baumaßnahmen in der Tullastraße vor | Bild: Felix Haberkorn

Autofahrer müssen sich auf Straßensperrungen einstellen

Ein weiteres Problem: die Einschränkungen für Autofahrer. Die erste Bauphase hat ihren Schwerpunkt auf der östlichen Fahrbahn der Tullastraße. Vom 17. Juli bis 10. September wird der Bereich zwischen Haid- und Neu-Straße sowie der Jordan-Straße gesperrt. Eine Wendemöglichkeit für Fahrzeuge über die Gleise zwischen der Welcker- und Jordanstraße wird nach Aussage der VBK eingerichtet.

17. Juli bis 6. August folgt dann eine Straßensperrung im zweiten Baufeld zwischen Gerwigstraße und Striederstraße. Zwischen 7. August und 10. September ist dann die Strecke zwischen Striederstraße und Rintheimer Straße für Autofahrer gesperrt.

Nach den Sommerferien startet die zweite Bauphase auf die westliche Seite der Tullastraße. Die östliche Straßenseite ist dann wieder befahrbar. Vom 11. September bis 18. November ist die Tullastraße zwischen Haid- und Neu-Straße bis einschließlich Tullastraße 18 unpassierbar.

Bis 31. Oktober wird außerdem der Bereich zwischen Striederstraße und Schückstraße gesperrt. Für zirka vier Tage muss zudem das Gebiet von der Rintheimer Straße bis zur Gerwigstraße für den Autoverkehr abgeriegelt werden. Grund hierfür sind Straßenarbeiten an den Bahnübergängen.

Wohin mit den Autos?

Besonders mit Blick auf die Parksituation während der Bauarbeiten sorgt das bei den Bürgern für große Verärgerung. So ist der Zugang zu einer Tiefgarage mit 30 Fahrzeugen nicht möglich. Ergo müssen die Autos an anderer Stelle abgestellt werden. "Das geht nicht", beschwert sich einer der Anwohner lautstark. Thomas Rupp stellt in Aussicht, "private Parkplätze von Gewerbetreibenden für die Bewohner anzumieten", was allerdings noch nicht sicher sei.

"Das können Sie uns nicht zumuten", erklärt ein weiterer Anwohner. Seine Frau habe eine schwere Behinderung, weshalb er gezwungen sei, mit seinem Auto vor dem Haus zu halten. Rupp entgegnet: "Die Baumaßnahmen sind notwendig. Es gibt kein zurück. Während der Bauzeit werden keine Fahrzeuge auf die Tullastraße gelassen". Lediglich für Rettungsfahrzeuge und Abfalltransporte sei die Zufahrt gewährleistet, so Rupp. Der besorgte Anwohner droht den VBK daraufhin mit "rechtlichen Schritten".

2018 weitere Baustellen in der Oststadt 

Wirklich abkühlen kann Rupp die hitzige Diskussion nicht. Zwar betont er, dass die VBK die Beeinträchtigungen für die Bewohner so gering wie möglich halten wolle, gibt aber zu bedenken: "Wir können leider nicht auf alle individuell eingehen". Die Parkplatzsituation wird zudem auch nach den Baumaßnahmen nicht angenehmer. "Es werden Parkplätze wegfallen", kündigt Rupp an.

Auch 2018 wird es in der Oststadt nicht weniger Baustellen geben. Sowohl in der Haid- und Neu-Straße als auch in der Tullastraße (Durlacher Allee) sowie am Durlacher Tor wird fleißig gebaut. Welche Maßnahmen dann konkret anstehen, wollen die Verantwortlichen bislang noch nicht verraten. Über die Einzelheiten informieren die VBK nach eigener Aussage Ende des Jahres. 

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  •   DonHasi
    (989 Beiträge)

    24.06.2017 01:36 Uhr
    Diletantenballett
    Ich hab mir den hanebüchenen "Schwachsinn" der als Bürgerinformationsveransaltung getarnt war auch angehört. Allerdings nur 1 Stunde. Sonst hätte ich echt bedenken gehabt, das sich bei dem hohlen Schwachsinn denn die Herren "Inschenöre" von sich gaben mein Mageninhalt den weg in die Freiheit erkämpft. Das ganze lief doch unter dem Motto: "Vogel friß oder stirb". Normalerweise muss ich mir vor einer Baumaßnahme Gedanken machen wo meine Bürger künftig parken, wie Sie öffentliche Einrichtungen erreichen können und wie man sie nicht ganz von der Zivilisation abhängt.
    Nicht so aber die Stadt. Haften tut im Zweifelsfall immer der Bürger.
    Schöne neue Welt....
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  • unbekannt
    (427 Beiträge)

    23.06.2017 19:32 Uhr
    Am besten man lässt alles wie es ist …
    … Barrierefreiheit? Pah egal sollen doch Benutzer von Rollatoren, Rollstuhlfahrer etc. schauen wie sie zurechtkommen. *Ironie aus*
    Wäre hätte gedacht dass es an der Tullastraße viel Bankverkehr gibt … das sollte man wissen bevor man dorthin zieht. Und sorry wenn 18.30 ZU FRÜH ist, dann kann einen das Thema nicht wirklich interessieren …
    Hauptsache wieder gemosert – In Mühlburg ging die Sanierung der Strecke auch nicht von heute auf Morgen, aber in meinen Augen war es das wert – auch solche Dinge wenn sie denn dann mal fertig sind werten einen Stadtteil auf. Wir reden hier übrigens von der Oststadt nicht West Hollywood oder Beverly Hills.
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  •   Route66
    (1757 Beiträge)

    23.06.2017 17:06 Uhr
    Statt der Rheinbrücke einen neuen Namen
    zu geben, den sowieso keiner will, hätte sich die FDP in diesem Fall für die Bürger einsetzen können, damit diese mehr als unnötige Schikane für Anwohner und alle Verkehrsteilnehmer auf diesen Strecken, hätte vermieden werden können.
    Das sind die Dinge, die uns Bürger helfen würden. Und nicht solche Vorschläge: "Benennen wir die Rheinbrücke um".
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  •   kommentar4711
    (2284 Beiträge)

    23.06.2017 23:07 Uhr
    Ich kann sowas nicht hören
    Es will jeder einen StraBa Haltestelle vor der Tür haben, aber bitte nie eine Baustelle und im Idealfall soll auf dem Gleis auch nur dann eine Bahn fahren, wenn man selbst gerade damit fahren will, macht ansonsten ja Krach.
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  •   kika
    (56 Beiträge)

    23.06.2017 14:44 Uhr
    Diese Baumaßnahmen sind notwendig
    Die, die für diese Kombilösung gestimmt haben, müssen sich nicht jeden Tag mit dem Baulärm und Dreck rumplagen. In Folge jeder Baumaßname kommt es zu Verkehrsbehinderungen und Lärmbelästigungen. Natürlich kann man den lärmgeplagten Anwohnern noch mehr zumuten (es war nicht ernsthaft gemeint). Für das Wochenende ist die Liste der Attraktivitäten noch nicht ausgeschöpft. Es gab schon Badecontainer, Blumen- und Gemüsetaschen, live Musik auf dem Gehweg und Tanzveranstaltungen. Ich bin mir sicher, daß es noch mehr Möglichkeiten gibt die Anwohner zu bespaßen. Alles für den Bürger, damit er sich wohl fühlt. Wer mitmacht fühlt sich nicht mehr gestört alle anderen sind Spielverderber.
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  •   todi01
    (1092 Beiträge)

    23.06.2017 11:28 Uhr
    Unverschämtheit
    Schon der Termin der Bürgerinformation war eine Frechheit, an einem Werktag um 18:30 Uhr gibt es genügend Leute, die beruflich verhindert sind.
    Die Anwohner der Tullastraße gehören zu den Hauptleidtragenden des Kombi-Desasters. Da wird im Sommer schon seit Jahren der halbe Fuhrpark des KVV mit schöner Regelmäßigkeit wegen anderweitigen Streckensperrungen mit großem Lärm zu jeder Tages- und Nachtzeit über die Tullastraße geleitet. Da werden im Sommer wochenlang mitten in der Nacht mit großem Lärm Schleifarbeiten am Gleisdreieck Tullastraße/Haid-und-Neu-Straße durchgeführt, wobei sich die beteiligten Bauunternehmen einen kalten Kehricht um die angekündigten Arbeits- und Ruhezeiten kümmern. Und jetzt sollen wieder vier(!) Monate lang von 6 bis 22 Uhr Bauarbeiten durchgeführt werden. Und seien wir ehrlich: Die Bauarbeiter fangen an, wann sie wollen, und hören auf, wann sie wollen, den Bauträger kümmert das nicht.
    Feinstaub ist soooo wichtig, aber unnötiger Lärm kümmert nicht mal die Grünen
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  •   dipfele
    (5440 Beiträge)

    23.06.2017 22:37 Uhr
    also ich würde mich.....
    ... darüber beschweren, dass das Gleisdreieck erst mit sicherlich hohen Kosten geschliffen worden ist und jetzt ausgebaut wird. Ähnlich am Konzerthaus, wo eine tadellos in Ordnung befindliche Weiche (100.000,-) verschrottet und durch eine neue ersetzt worden ist. Hier fühlen sich einige autofahrende Anwohner in ihrer Freiheit beschränkt und dann gibt's halt Protest. Zugegebener Massen, die VBK hätten schon im März die Notwendigkeit der Massnahme mit den Anwohnern besprechen sollen.
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  • unbekannt
    (427 Beiträge)

    23.06.2017 20:01 Uhr
    ja sowas von unverschähmt
    ... dass man hier in diesem unseren Lande in die Infrastruktur Geld steckt. Der mündige Bürger hat ein Anrecht auf ein Flair der Verrottung was den Charme des Stadtteils schon immer ausmachte. Der körperlich eingeschränkte Mitbürger hat ein Anrecht darauf sich in die Straba zu kämpfen (so spart man Geld für die Physiotherapie)– oder noch besser er soll gleich zu Hause bleiben. UND ! Der mündige Karlsruher Bürger hat die verdammte Pflicht sich für die zweite Rheinbrücke einzusetzen und zu bezahlen, die ja schließlich morgens Richtung KA und Abends Richtung Pfalz verstopft ist, damit sich Ex-Karlsruher in der Pfalz an Dingen wie kostenlosen KITAS ergötzen können. Sowas aber auch!
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  •   DerSpinner
    (1995 Beiträge)

    23.06.2017 12:42 Uhr
    Tja
    "Schon der Termin der Bürgerinformation war eine Frechheit, an einem Werktag um 18:30 Uhr gibt es genügend Leute, die beruflich verhindert sind."

    Genau das ist doch gewollt...
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  • unbekannt
    (427 Beiträge)

    23.06.2017 19:47 Uhr
    ,,,
    Also wer um 18.30 keine Zeit hat den scheint das Thema auch nicht sehr zu jucken. Ich nehme an sie nehmen beispielsweise ihre Arzttermine für gewöhnlich um 20.15 dann wahr?
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