19  

Karlsruhe Neue Flächen für Wohnungen in Karlsruhe: Sportplätze sollen umziehen

Sportplätze sollen in Karlsruhe neuen Wohnungen weichen. Am Montag gaben die Karlsruher Bürgermeister einen Ausblick, wie Flächenpotenziale in enger Zusammenarbeit mit den Karlsruher Sportvereinen genutzt werden sollen. Diese sollen nämlich von ihren Standort weichen.

Freie Reserveflächen sind in Zeiten von Wohnraummangel und Städtewachstum ein rares Gut. Aktives Flächenmanagement ein wesentlicher Baustein für eine optimale Stadtentwicklung. Wie das aussehen kann, das haben die Karlsruher Bürgermeister Gabriele Luczak-Schwarz, Martin Lenz und Michael Obert bei einem Pressetermin beschrieben.

So sei untersucht worden, wo Flächenpotenziale für Wohnungen und Gewerbe aktiviert werden können und beschrieben, wo bereits bebaut wurden. Eine Maßnahme sei beispielsweise bereits auf den Weg gebracht worden: Die Stadt hat mit verschiedenen Karlsruher Vereinen Verlagerungen der Sportstätten vereinbart.  

Die Idee: Sportvereine geben ihre Grundstücke zurück, die sie in Erbpacht nutzen durften. Im Gegenzug stellt die Stadt ihnen neue Flächen für ihre neuen Vereinsanlagen zur Verfügung. So kann die Stadt die frei gewordenen Sportflächen in zentraler Lage für Bebauung nutzen und der Sportverein bekommt neue Anlagen. Die Kooperation fördert die Stadt laut Bürgermeister Lenz auch mit überdurchschnittlich hohen Zuschüssen.  

27 Hektar in sieben Stadtteilen

Insgesamt hat die Stadt durch Sportverlagerungen Flächenpotenziale für Wohn- und Gewerbeflächen von über 27 Hektar in sieben Stadtteilen geschaffen. Neben dem Stadtteil Neureut, bei dem die Bebauung bereits abgeschlossen ist, kommen zwei Flächen in Knielingen, in Daxlanden, der Süd- und Oststadt, drei Flächen in Rüppurr und eine rund 6 Hektar große Fläche in Durlach. Erklärtes Ziel ist laut den Bürgermeistern ein aktives Flächenmanagement zur Förderung einer optimalen Stadtentwicklung.

Bei der Verlagerung der Sportstätten könnten sowohl die Stadt als auch die Vereine profitieren, so die einstimmige Meinung der drei Bürgermeister. Die umgesiedelten Vereine ziehen mit ihren neuen Sportanlagen wieder mehr Mitglieder an, die sie auch aus den neu entstehenden Wohnvierteln gewinnen. Bau-Bürgermeister Obert sprach von einem Glücksfall, dass Vereine kooperieren. 

Wohnbebauung
Die Karlsruher Bürgermeister (v.l.) Michael Obert (Bau), Martin Lenz (Sport) und Gabriele Luczak-Schwarz (Wirtschaft und Finanzen) informierten am Montag über das Flächenmanagement. | Bild: Lukas Hiegle

Flächenpotenziale noch nicht ausreichend

Ende November hat die Stadt auch Grundstücke in der Süd- und Oststadt für Flächenpotenziale erworben. Bürgermeister Lenz sieht die Bebauung dieser beiden Stücke allerdings als Zukunftsprojekt und erwartet keine Umsetzungen in den nächsten fünf Jahren. Insgesamt handelt es sich um zwei Flächen von insgesamt 5,5 Hektar.

Die Bürgermeister stellten bei dem Pressetermin aber auch klar, dass die über 27 Hektar bei Weitem noch nicht das benötige Flächenpotential im Angesicht des Städtezuwachses abzudecken. Bis 2035 sollen laut Prognose 350.000 Menschen in Karlsruhe leben. Man sei daher auch weiterhin auf die Eigeninitative der Vereine angewiesen, um Flächenpotenziale zu prüfen. So wie in Rüppurr, wo drei Vereinsvorstände auf die Stadt zu kamen. Auch deshalb sieht Bürgermeister Lenz die dort geplante Bebauung als Vorzeigeprojekt beim Karlsruher Flächenmanagment.  

Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (19)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   Eine_Armlaenge_Abstand
    (1122 Beiträge)

    20.12.2017 13:27 Uhr
    Wer will das und aus welchen Gründen?
    "Bis 2035 sollen laut Prognose 350.000 Menschen in Karlsruhe leben."

    Ich halte das für eine falsche Entwicklung.

    Und gefallen tut es mir erst recht nicht. Mir ist es jetzt schon zu voll.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   betablocker
    (4089 Beiträge)

    20.12.2017 19:10 Uhr
    349999,
    2035 bin ich 70 (wenn ichs denn erlebe), da wohn ich in einem Häuschen am Meer und das steht vermutlich nicht in Deutschland. Existieren tuts schon, irgendwo in 29 oder 56. grinsen
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   betablocker
    (4089 Beiträge)

    20.12.2017 19:11 Uhr
    Korrigiere,
    349998. zwinkern
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Icy
    (141 Beiträge)

    20.12.2017 01:40 Uhr
    Schnelle mal Geld generieren aber nicht für die
    nötige Verkehrsinfrastruktur sorgen (Rheinbrücke, Nordtangente,...) - Karlsruhe nimmt Anlauf für den freien Fall...
    Wie passt das zusammen? Städtische Freiflächen-Luftschneisen für die Wohnraumverdichtung opfern aber mit Umweltschutz gegen eine Rheinbrücke argumentieren und großräumigere Umfahrungen mit viel längeren Verkehrswegen fordern...
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   manager
    (245 Beiträge)

    20.12.2017 13:02 Uhr
    Für alle
    Wie für alle? Für alle, die hier wohnen wollen und nicht ins günstige "Ausland" ziehen und dann jeden Tag die Luft verschmutzen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Kscmaus2015
    (142 Beiträge)

    19.12.2017 22:24 Uhr
    Ohne Worte
    Was wird da wohl gebaut Eigentumswohnungen die sich kein Mensch leisten kann.
    Und die Sozialschwachen schauen wo sie wohnen .
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   M.S.
    (326 Beiträge)

    19.12.2017 18:02 Uhr
    wenn
    es wirklich Vereine sind, die kaum noch Mitglieder haben, sollten diese mal über eine Fusion oder gar Auflösung nachdenken.
    Dann würde man sich nämlich auch gleich den Neubau der Vereinsstätten sparen können.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   udoh
    (1762 Beiträge)

    19.12.2017 20:25 Uhr
    Auch hier hat Gedankenausschüttungen des Rathauses
    schon "beste" Vorabeit geleistet.
    -> Warum MUSS ein Verein mindestens 120 EUR Mitgliedsbeitrag nehmen, selbst für Mitglieder in Sportarten/Fällen in denen das Mitglied weniger kostet, um nicht von Zuschüssen der Stadt ausgeschlossen zu werden?
    -> Warum wurden die Vereine (darf man sagen?) geradezu genötigt zu fusionieren? So wurden unpersönlichere Strukturen GEGEN Ehrenamt geschaffen. Für Politiker und andere die sich nicht damit beschäftigt haben: der Vorstand haftet z.B, persönlich in unüberschaubar hohem Rahmen für Leute die er nichtmal alle persönlich kennt! Da hilft das jährliche "Vorstandstreicheln" mit politischer Meinungsbildungshilfe grinsen der Stadt auch nicht! Ehrenamtliche Tätigkeit im kleinen Rahme ist eine Sache, für unbekannte Mitglieder viel Aufwand ist schon was anderes!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Svetogor
    (322 Beiträge)

    19.12.2017 16:09 Uhr
    .
    Ja genau. Deutschland verfettet, und die wollen Sportanlagen abbauen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   udoh
    (1762 Beiträge)

    19.12.2017 15:04 Uhr
    Zum Glück ist es ja aus der Mode gekommen, dass Politiker
    Städte niederbrennen. Heute setzen sie anderweilig ihre Duftmarken. Ob Kombidesaster (wen stören schon 100.000 EUR - 300.000 EUR pro METER für ein verschlimmbesserndes Denkmal) oder dem Versiegeln von Grünflächen mit neuen Ghettos die kuzzeitig Kombilöcher der Stadtkasse stopft und wenige reiche Unternehmer noch reicher macht.
    Die Vereinsvorsitzende sollte also "Flächenpotentiale prüfen", was heißt: auf wie viel Grund kann man irgendwie verzichten? Dafür baut die Stadt auf Stadtkosten auch neue Sportstädten für die Vereine, die dann mit dem erzwungenen Wegzug die lukrativen Bauplätze frei machen. Karl würde im Grabe rotieren! Wachstum um jeden Preis an einem Ort während andere Stellen in Deutschland verwaisen!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 (2 Seiten)

Schreiben Sie Ihre Meinung
Fett Kursiv Link Zitat Sie dürfen noch Zeichen schreiben
Informiert bleiben: