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Karlsruhe Neue Dauerbaustelle ab 2022: Warum das Badisches Staatstheater nicht vor 2032 fertig wird

Über 300 Millionen Euro, zehn Jahre Bauzeit - das sind die Eckdaten für die Sanierung des Badischen Staatstheaters. Anfangs war noch von einer Fertigstellung im Jahre 2030 die Rede, mittlerweile soll es erst 2032 so weit sein. Der technische Direktor erklärt warum.

Schon lange Jahre ist es beschlossene Sache, dass das Badische Staatstheater saniert werden muss, zum ersten mal kam es 2006 beim Verwaltungsrat auf den Tisch. Das zu diesem Zeitpunkt 31 Jahre alte Gebäude hatte seine Lebensdauer erreicht und die Frage stand im Raum, was man baulich unternehmen müsse, damit die Technik wieder "up to date" sei und auch das Gebäude selbst den neusten Bestimmungen entspräche. Seit Anfang 2013 ist die Sanierung auch beschlossene Sache, ein Architektenwettbewerb folgte, und man peilte einen Baubeginn für 2017 an. 

Theater-Abriss beginnt 2021

Der Termin ist schon lange hinfällig, denn erst 2019 starteten die vorbereitenden Maßnahmen in der Finterstraße und mit dem Abbau des "Musengauls" vor wenigen Wochen. Außer einem kleinen rot-weißen Bauzaun wo die Skulptur stand,  sieht man nicht viel von der kommenden Großbaustelle.

Ein kleiner Fleck ist vom Bauzaun umgeben - mehr sieht man noch nicht von der kommenden Sanierung.
Ein kleiner Fleck ist vom Bauzaun umgeben - mehr sieht man noch nicht von der kommenden Sanierung. | Bild: Hammer Photographie

Das wird sich Anfang 2020  ändern: Die Zu- und Abfahrt zur Tiefgarage werden neu gebaut. "Die Einfahrt kommt dann in die Finterstraße und die Ausfahrt führt auf die Kriegsstraße - zwar nicht in den Tunnel, das war mal eine Überlegung, die wurde aber aus planerischen Gründen schnell wieder verworfen", sagt Ivica Fulir bei einem Rundgang durch das Staatstheater. 

Ivica Fulir im Gespräch mit ka-news.de-Redakteurin Anya Barros. | Bild: Hammer Photographie

Ein weiterer Teil der Vorabmaßnahmen ist der Abriss des heutigen Eingangsbereich mit den Kassen. "Als Übergangslösung bauen wir ein neues Entree, ein temporäres Gebäude, in dem es auch ein Café geben wird. Das Entree brauchen wir unbedingt", so Fulir weiter.

Bild: Delugan Meissl Associated Architects/Wenzel+Wenzel

"Übergangsweise ziehen die Kassen in den K-Punkt, dort gibt es weiterhin die Beratung und den Kartenverkauf." Mit dem Abriss des alten Entrees wird Platz gemacht für die Erweiterung des Staatstheaters, das Modul 1 im Bauablauf ist. 

Noch vor Baustart: Zwei Jahre Verzögerung

Für dieses Modul 1 stand lange ein Baubeginn von 2020 im Raum - wenn auch mit dem Zusatz "voraussichtlich" gekennzeichnet. Das ist jedoch hinfällig - mit einem richtigen Baubeginn ist frühestens zwei Jahre später zu rechnen.

"Stand heute ist sicher davon auszugehen, dass wir 2022 mit dem Neubau starten", so Fulir gegenüber ka-news.de. Heißt also: alle Arbeiten an den Modulen verschieben sich um zwei Jahre nach hinten und damit auch die geplante Fertigstellung. "Der Zeithorizont sagt 2032, vorher ist nichts abgeschlossen!"

Selbst wenn bis dahin alles im Gebäude fertig ist, fehlt noch der Platz vor dem Badischen Staatstheater. Auch der wird komplett umgestaltet. "Dafür wird es noch einen Wettbewerb geben, der beginnt im nächsten Jahr", erklärt Ivica Fulir im Gespräch mit ka-news.de.

Die Idee: Der Theaterplatz, der sehr zentral in der City gelegen ist, soll das "Wohnzimmer der Stadt" werden. "Wir möchten mehr Aufenthaltsqualität schaffen auf dem Platz und wir könnten uns auch vorstellen, dass es im Sommer ein Public Viewing auf der Leinwand am Haus gibt!" 

Wenig Wünsche, viele rechtliche Vorgaben

Von den ursprünglichen 70 Millionen Euro kam man schnell ab, später standen 125 Millionen Euro im Raum, von denen die Stadt Karlsruhe die Hälfte tragen muss. Mittlerweile werden über 320 Millionen Euro für die Arbeiten an dem Bauwerk eingeplant. "Wir geben dieses Geld aber für alle Karlsruher aus, denn der Vorplatz und das Theater sollen für alle Menschen sein", so Fulir. Er weiß aber auch: Das ist viel Geld, das können wir nicht schönreden!" 

Diese Summe liege allerdings nicht daran, dass die Künstler so viele Sonderwünsche hätten. "Der größte Teil der Baukosten hat mit den rechtlichen Vorgaben zu tun, etwa dass die Räume Tageslicht brauchen oder die Musiker im Orchester in ihren Proberaum mehr Platz benötigt", so Fulir.

Die Bausubstanz ist laut Ivica Fulir in einem guten Zustand. "Der Beton ist gesund, das haben wir so nicht erwartet", sagt der Technische Direktor beim Rundgang durch und um das das Staatstheater. "Und, was untypisch ist, es wurde recht wenig Asbest verbaut.

Trotzdem: Das ist ein kompliziertes Unterfangen und da kommt einiges an Arbeit auf uns zu!" Eine besondere Herausforderung: Der Umbau wird unter laufendem Betrieb durchgeführt. Erst wenn es an die Sanierung von Modul 3 geht, dem Großen Haus, ziehen Bühne und Zuschauer um.

Neues Aussehen mit geschwungenem Dach unter dem sich später Technik versteckt.
Neues Aussehen mit geschwungenem Dach unter dem sich später Technik versteckt. | Bild: Hammer Photographie

"Wir wissen allerdings noch nicht, wohin wir auslagern", sagt Fulir im ka-news.de-Interview. "Wir können nicht schon jetzt sagen, dass wir von 2029 bis 2032 beispielsweise ins Konzerthaus mit unseren Produktionen gehen und dann verschiebt sich noch etwas, aber die Messe hat fest mit uns geplant. Daher werden wir sehen, wo wir dann mit dem Großen Haus spielen werden!" 

Was wird gebaut? Eine Übersicht als PDF-Download

Dateiname : Präsentation: Sanierung und Erweiterung Badisches Staatstheater
Dateigröße : 1.70 MBytes.
Datum : 25.09.2017 16:47
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