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Karlsruhe Neue Dauerbaustelle: Rheinbrücke wird mehrere Monate saniert

Im Sommer 2018 steht eine Generalsanierung der Rheinbrücke bei Karlsruhe an. Seit 1966 verbindet das Bauwerk die Fächerstadt mit dem Ortsteil Maximiliansau der Stadt Wörth. Rund 80.000 Autos und Lkws nutzen die Brücke täglich - die Fahrer werden sich im kommenden Jahr auf Teil- und Vollsperrungen einrichten müssen.

Die Rheinbrücke ist in die Jahre gekommen: Mehrere tausend Fahrzeuge pro Tag belasten die Fahrbahndecke stetig. Sanierungsmaßnahmen wurden zuletzt vor rund fünf Jahren durchgeführt: Die Fahrbahnübergänge wurden erneuert. Die Fahrbahndecke besteht aus einer sieben Zentimeter starken Asphaltschicht und einem darunter liegenden rund 1,2 Zentimeter starken Deckblech.

Der Asphalt ist an einigen Stellen so stark verformt, dass das Deckblech punktuell sehr stark belastet wird. "Dies kann zu Schädigungen infolge Ermüdung an Stahl und an Schweißnähten nachgeordneter Bauteile führen", teilt das Regierungspräsidium auf ka-news-Anfrage mit. Die Sanierung kostet rund elf Millionen Euro und wird aus dem Bundeshaushalt finanziert.

Sanierung dauert 14 Monate

Wird die Brücke nicht saniert, müsste vor allem der Schwerlastverkehr die Folgen tragen: Die Anordnung von Mindestabständen, Geschwindigkeitsbeschränkungen oder Lastbeschränkungen wären aufgrund der Fahrbahnschäden notwendig. Damit es nicht dazu kommt, werden in einer großangelegten Generalsanierung in der Dauer von zwei Jahren Fahrbahnbelag und Brückenteile ausgebessert. Die Bauarbeiten sollen laut Regierungspräsidium (RP) Karlsruhe in der zweiten Jahreshälfte 2018 starten - einen genauen Zeitpunkt gibt es noch nicht.

Autofahrer sind 14 Monate von der neuen Dauerbaustelle betroffen: Die Fahrbahnplatte wird im Sommer durch Einbau eines Spezialbetons verstärkt. Sie werden sich auf Teil- und Vollsperrungen einstellen müssen. Saniert wird in zwei Bauabschnitten: Während der Sanierungsarbeiten sollen insgesamt vier Fahrstreifen - zwei in jede Richtung - zur Verfügung stehen. An sechs Wochenenden soll die Brücke zudem für den Autoverkehr voll gesperrt werden. Radfahrer können die Brücke auch an diesen Tagen uneingeschränkt nutzen.

Was wird saniert?

Damit die Rheinquerung weiterhin genutzt werden kann, wird während der Generalsanierung die starke Asphaltschicht durch bewehrten, hochfesten Beton ersetzt. Weiterhin werden einzelne Stahlbauteile der Brücke verstärkt. Insgesamt wird die Fahrbahndecke nach der Sanierung 0,5 Zentimeter dünner, aber dafür widerstandsfähiger sein - während die aktuelle Asphaltschicht ein Stärke von sieben Zentimetern hat, kommt der Spezialbeton auf 6,5 Zentimeter. Dafür wartet er mit einer dreifachen Druckfestigkeit eines normalen Konstruktionsbetons auf.

Um die Bauzeit möglichst kurz zu halten und unabhängig von Wetterbedingungen arbeiten zu können, wird die Baustelle weitestgehend - unter Zelten - eingehaust werden. Während der Vollsperrungen empfiehlt das RP Karlsruhe die Rheinquerungen bei Iffezheim und Speyer. Wie sich die Baustelle auf den städtischen Verkehr auswirken wird, bleibt abzuwarten.

Umleitungen und Staugefahr

"Straßenbaumaßnahmen, die über längere Zeit andauern, führen zu Verhaltensänderungen bei den Verkehrsteilnehmern, die sich nur schwer vorhersehen lassen", heißt es von der Stadtverwaltung in einer aktuellen Stellungnahme zur entsprechenden FDP-Anfrage für die Gemeinderatssitzung am Dienstag, 12. Dezember. Gegebenenfalls sei mit einer Verkehrsverlagerung auf die B36 zu rechnen, heißt es weiter.

Mit der Mineralölraffinerie Oberrhein (MiRO) stünde das RP Karlsruhe in engen Kontakt, so die Stadtverwaltung. Der Konzern passt seine Logistik an die "baustellenbedingten verkehrlichen Einschränkungen und Behinderung an" heißt es in der entsprechenden Gemeinderatsvorlage. Da die Raffineriestraße weiterhin an die B10 angebunden bleibt, besteht bislang keine Planung für eine Lkw-Umleitung.

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  •   art5gg
    (537 Beiträge)

    05.12.2017 14:22 Uhr
    Das sieht schon eher professionel aus!
    Vor allem, dass die Brücke gleichszeitig auch versteift wird, macht Sinn, denn Beton, selbst wenn er mega-super-spezial-ultrahochfest ist, ist nun mal nicht so flexibel wie Stahl.
    Das wird man in Karlsruhe wohl erst nach der "Komplettsanierung" feststellen, dann gibts halt einen zweiten Durchgang. Natürlich auch wieder "ohne Vollsperrung*"
    Die Intelligenz des Menschen hat ihre Grenzen - die Dummheit nicht!

    *zu den Arbeitszeiten der Stadtverwaltung (Mo-Do 9:30 - 15:00 / Fr 10:00-12:00)
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  •   Rheinbrueckendemonstrant
    (226 Beiträge)

    05.12.2017 14:34 Uhr
    Galecopperbrug hat 80 Mio. € gekostet
    Gedauert hat das ganze 2 Jahre und gekostet ca. 80 Mio. €.
    In den Niederlanden wird auch jeweils 1-2 Jahre im Voraus geplant, ausgeschrieben und terminiert. Meist gibt es Websites, die extra zu einem Projekt informieren.
    https://www.volkerinfra.nl/nl/projecten/detail/renovatie-galecopperbrug
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  •   lynx1984
    (3275 Beiträge)

    05.12.2017 11:45 Uhr
    keine Genehmigung. Brücken nicht vergleichbar
    Das Sanierungsverfahren hat in Deutschland noch keine Zulassung, sondern nur eine Einzelgenehmigung für dieses Projekt. In dieser Größe ist es in Deutschland ein absolutes Pilotprojekt. Da wird keine ausführende Firma eine Gewährleistung übernehmen. Was passiert wenn dieses hochexperimentelle Verfahren fehl schlägt und dieses Nadelöhr dann ausfällt?! Das wäre die Vollkatastrophe. Alternativen sind absolut keine vorhanden und wären auch nicht in wenigen Wochen errichtet.

    Fatal wäre auch die Brückenkonstruktion in den Niederlanden mit der RB bei Maxau zu vergleichen. Die Brücken in den Niederlanden sind nicht den Schwingungen wie die RB Maxau ausgesetzt. Die Schwingungsfreiheit ist bei der Betonage aber zwingend erforderlich. Deswegen auch die Vollsperrungen. Um diese Schwingungsfreiheit zu erreichen wurden in den Niederlanden zusätzlich riesige Stahlträger montiert, um die Brücke weiter zu stützen. Dies ist an der RB so nicht vorgesehen. 2,1, Risiko!
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  •   Rheinbrueckendemonstrant
    (226 Beiträge)

    05.12.2017 12:11 Uhr
    Zulassung
    Nicht nur das Verfahren hat keine Zulassung, obwohl es in der Ausschreibung genau so vorgegeben war, inkl. Nachweis der technischen Leistungsfähigkeit aller Bewerber (1.000 m² dieses Materials mit einer Maschine betoniert auf einer Stahlbrücke - das Pilotprojekt in Beimerstetten war eine Brücke mit 40m x 9m (wie die meisten holländischen Brücken eine Balkenbrücke), dort wurde "von Hand" betoniert.

    Keine Zulassung für den Straßenbau hat der in der Ausschreibung ebenfalls namentlich vorgegebene "Ferroplan" con "Contec", einer dänische Firma.
    Auf ihrer Homepage zeigen sie sogar ein im Mai 2017 abgelaufenes Zertifikat für die eigentliche Anwendung: hochfeste Industrieböden, die von schweren LKW befahren werden können und die alle einen völlig anderen Unterbau haben.

    In Beimerstetten rostet die Fahrbahndecke dank der eingebetteten Stahlfasern übrigens sichtbar....
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  •   betablocker
    (4089 Beiträge)

    05.12.2017 16:30 Uhr
    Also für mich
    klingt das alles nach einer maßgeschneiderten Lösung für Karlsruhe. grinsen
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  •   heaven
    (845 Beiträge)

    05.12.2017 10:10 Uhr
    Fehlt
    nur noch zur gleichen Zeit eine "kleine" Streckensperrung bei der Bahn (Rastatt lässt grüßen) und das Chaos ist perfekt zwinkern
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  •   lynx1984
    (3275 Beiträge)

    05.12.2017 10:14 Uhr
    das Chaos ist perfekt
    wird es jetzt schon geben...
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  •   Waterman
    (6436 Beiträge)

    05.12.2017 09:27 Uhr
    Geheimtipps!
    "Während der Vollsperrungen empfiehlt das RP Karlsruhe die Rheinquerungen bei Iffezheim und Speyer."

    Germersheim und Wintersdorf - nicht weitersagen!
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  •   melotronix
    (3095 Beiträge)

    05.12.2017 07:57 Uhr
    Brummies..
    ...machen die Strassen kaputt. Wenn die Politiker etwas Grütze in der Birne hätten, würde der Schwerlastverkehr schon lange über die Schiene laufen.
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  • unbekannt
    (1273 Beiträge)

    05.12.2017 08:56 Uhr
    Du meinst den Transitverkehr,
    oder führen bei Euch die Schiene zum Edeka, Aldi....Kieswerk etc. vor die Haustüre?
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