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Karlsruhe Neue AVG-Bahnen rasseln durch TÜV: Casazza stinksauer

Die Inbetriebnahme der neuen Zweisystem-Fahrzeuge der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) verzögert sich. Nachdem der Technische Überwachungsverein (TÜV) bei einer ersten Prüfung einem der Fahrzeuge die Zulassung versagt hat, werden die von Bombardier hergestellten Stadtbahnen nun voraussichtlich erst im ersten Quartal 2013 an den Start und in den Fahrgastbetrieb gehen können. Das teilt die AVG in einer Pressemitteilung mit.

"Der Hersteller hat uns und unsere Fahrgäste leider im Stich gelassen, die Fahrzeuge waren bei der Lieferung zu wenig ausgetestet", ist Walter Casazza, Geschäftsführer der AVG, verärgert über die Verzögerung.

Bei der Prüfung durch den TÜV Süd seien insbesondere die noch fehlenden Nachweise und Bescheinigungen zur Bremswirkung kritisiert worden, so die AVG. Auch seien die Türöffnungs- und -schließzeiten noch nicht optimiert: Der Aufenthalt an Haltestellen würde bei den derzeitigen Türeinstellungen zu lange dauern, so dass der Fahrplan nicht eingehalten werden könnte. Darüber hinaus sei das Fahrzeug bei einer Vielzahl von Punkten, die die komplexe Steuerungstechnik betreffen und ein Nachjustieren erfordern, noch nicht betriebsreif.

Hersteller: "Wir kämpfen noch mit Kinderkrankheiten"

"Wir werden alle vertraglichen Möglichkeiten ausschöpfen und Druck auf den Hersteller ausüben, um den Zulassungsprozess so schnell wie möglich zu absolvieren, damit unsere Fahrgäste endlich die neuen Fahrzeuge benutzen können", sagt Casazza.

"Das Zweisystem-Projekt für Karlsruhe ist ein anspruchsvoller Auftrag. Da das Fahrzeug die höchsten Sicherheitsvorschriften und Crash-Normen erfüllen muss, gestaltet sich die Inbetriebnahme langwierig. Im Bereich Türen und Bremsen kämpfen wir noch mit Kinderkrankheiten. Wir arbeiten intensiv an einer baldmöglichen Lösung, damit die Karlsruher Fahrgäste endlich in den wohlverdienten Genuss der neuen Fahrzeuge kommen können", bedauert Germar Wacker, Präsident der Sparte "Light Rail Vehicles" des Herstellers Bombardier, die verzögerte Inbetriebnahme.

Casazza kritisiert auch, dass das Versagen bei der Zulassung der von der AVG bestellten Fahrzeuge kein Einzelfall in der Branche sei: "Ich muss mich da schon fragen, warum ausgerechnet der so genannte Weltmarktführer nicht in der Lage ist, verlässliche Prozesse von der Fahrzeugbestellung über Planung und Bau bis eben zum reibungslosen Ersteinsatz umzusetzen."

Bereits 2011 Verzögerungen

Die Probleme bei der Zulassung neuer Schienenfahrzeuge sind laut AVG kein Einzelfall: So musste kürzlich der Rhein-Main-Verkehrsverbund den Einsatz neuer Triebwagen in Mittelhessen ebenso wegen nicht erteilter Zulassung verschieben wie die die Ostdeutsche Eisenbahn GmbH (ODEG), die neuen Doppelstocktriebwagen im Regionalverkehr Berlin-Brandenburg erst später an den Start schicken kann. Bundesweit sorgten die Probleme mit neuen Schienenfahrzeugen bei der Deutschen Bahn AG für Schlagzeilen, die neue ICE vorerst nicht einsetzen darf.

Die neuen Fahrzeuge bestehen wie die bisherigen innerhalb und auch jenseits der Grenzen des Karlsruher Verkehrsverbunds fahrenden Zweisystemfahrzeuge aus drei Teilen. Sie sind 37 Meter lang, 2,65 Meter breit und vier Meter hoch. Jede Bahn wiegt 62 Tonnen. 93 Sitzplätze sind vorhanden, zudem 151 Stehplätze, so dass jede Bahn insgesamt 244 Fahrgäste aufnehmen kann - deutlich mehr als die bisher in den Zweisystemfahrzeugen vorhandenen maximal 215 Plätze. Der Auftrag für die insgesamt 30 neuen Bahnen an Bombardier Transportation hat ein Volumen von 129 Millionen Euro.

Die Bahnen wurden bereits im September 2009 bestellt. Doch es kam schon 2011 zu Verzögerungen. Ein Hochwasser hatte das Werk des Herstellers überflutet. Die ersten Bahnen sollten dann im August 2011 ausgeliefert werden.Im Mai dieses Jahres sind schließlich die ersten beiden Exemplare in Karlsruhe eingetroffen.Eigentlich sollten noch 2012 über 20 dieser Bahnen durch Karlsruhe rollen - nach erfolgreich bestandenen Tests.

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  •   andip
    (10504 Beiträge)

    21.12.2012 12:13 Uhr
    In
    den Verträgen steht bestimmt nicht drin,dass die fehlerhafte Bahnen liefern sollen.Und irgendwelche Klauseln,wenn was schief geht,stehen normalerweise in solchen Verträgen auch immer drin.
    Wieso soll Casazza dafür verantwortlich sein,wenn der Hersteller Murks macht.
    Wenn du dir ein neues Auto kaufst,dass irgendwelche Fehler hat,ist dafür auch der Hersteller verantwortlich und nicht du selber.
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  •   vonderVogelweide
    (2791 Beiträge)

    21.12.2012 15:09 Uhr
    es gibt Unterschiede
    ich weiß nicht ob du schon Verträge zwischen einer Firma und ihren Lieferanten gesehen, bzw. abgeschlossen hast.
    Wenn nein verstehe ich deine Frage, aber Verträge richtig auszuarbeiten mit entsprechender Haftung bei solchen Mängeln muß zu so einem Großprojekt gehören, siehe diesen Fall.
    Wenn ja bedauere ich deine Firma zwinkern
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  •   andip
    (10504 Beiträge)

    21.12.2012 15:37 Uhr
    Ich
    habe tatsächlich nichts mit entsprechenden Verträgen zu tun und kenne mich daher damit nicht aus.
    Aber gehst du etwa davon aus,dass es hier in den Verträgen keine Klauseln gibt,die regeln,wenn irgendwas schief läuft?
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  •   vonderVogelweide
    (2791 Beiträge)

    21.12.2012 20:27 Uhr
    ja auch Klauseln sind sehr dehnbar
    ich kann dies aber nur vermuten sonst verstehe ich die Aufregung von Casazza nicht, ein sauberer Vertrag ist für beide Seiten sehr wichtig,
    ich kenne das aus Erfahrung das so ein Ärger meistens durch Formulierungsfehler entsteht in dem Glauben Details werden sich im Gesamtprojekt nicht gravierend auswirken aber das führt dann zu solchen Pannen und der Enttäuschung auf beiden Seiten grinsen
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  •   lenkdreiachser
    (411 Beiträge)

    20.12.2012 18:02 Uhr
    Ausgleichende Gerechtigkeit
    Na endlich ist die Karawane auch hier angekommen, warum sollen nur in Berlin, Frankfurt und München neue Bahnen nutzlos auf dem Hof stehen und gelbe Strombüchsen nicht...? Na, meine Prognose: Die nächsten zwei Jahre wird das nichts mit den neuen Entenschnäbeln in freier Wildbahn.
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  • unbekannt
    (29986 Beiträge)

    20.12.2012 17:48 Uhr
    Man nennt es
    das Berlin Syndrom. grinsen
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  •   Waehler
    (200 Beiträge)

    20.12.2012 17:36 Uhr
    Nicht aufregen
    passt doch alles.
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  • unbekannt
    (3017 Beiträge)

    20.12.2012 17:33 Uhr
    Wahrscheinlich schickt
    Bombardier dem Dr. WC jetzt eine Kiste Brezeln....soll bekanntlich ja gegen Kopfschmerzen helfen.
    Vielleicht sollte mans beim KVV /AVG mal mit sauberen Projektmanagement probieren - dann hätte man schon viel früher draufkommen können, da es ja wohl ne Vorabnahme gab....

    Schilda...da passt der Tunnel-Spezi aus Ö voll rein.
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  •   barlou
    (2555 Beiträge)

    20.12.2012 17:31 Uhr
    Bombardier?
    Bremssystem? Berliner S-Bahn? Ich glaube, ich habe ein Déjà-vu.
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  •   Beiertheimer
    (1153 Beiträge)

    20.12.2012 16:54 Uhr
    Mal den pfälzer TÜV bemühen
    Einfach ne Tageszulassung machen und mal mit den Strombüchsen rüber in die Pfalz fahren und dort ganz locker den begehrten Aufkleber holen grinsen.
    Des häts bei der badischen Staatsbahn nicht gegeben.
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