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Karlsruhe Neubau soll kommen: Karlsruhe reagiert auf angespannte Hallensituation

Im Sommer sorgte der geplatzte Deal einer Leichtbauhalle für die Karlsruher Basketball-Mannschaft PSK Lions für Aufregung. In den vergangenen Monaten hat sich die Sporthallensituation in Karlsruhe weiter angespannt. Der Gemeinderat hat nun einem Neubau in einer Beschlussvorlage zugestimmt.

Der Gemeinderat soll in seiner nächsten Sitzung über eine neue Sporthalle in Karlsruhe, am Standort der Elisabeth-Selbert-Schule im Südwesten Karlsruhes, entscheiden. Damit soll ein Schritt gegen die prekäre Hallensituation unternommen werden. So steht es in der Beschlussvorlage für die kommende Gemeinderatssitzung. 

Der Kostenrahmen für das Gesamtprojekt beläuft sich auf rund 13,5 Millionen Euro. "Die Verwaltung wird mit der Durchführung eines nicht offenen Verfahrens mit vorgeschaltetem Teilnahmewettbewerb beauftragt", heißt es in der Beschlussvorlage weiter.

Ursprünglicher Plan lässt sich nicht umsetzen

Rückblick: Die Karlsruher Basketballer PSK Lions sind zur Saison 2017/18 in die 2. Bundesliga aufgestiegen. Damit wurde, um die Lizenzauflagen der Liga zu erfüllen, jedoch eine Spielstätte mit einer Mindestkapazität von 1.500 Zuschauern benötigt. Diese stand durch den Wegfall der sanierungsbedürftigen Europahalle nicht zur Verfügung.

Die Stadt sagte Unterstützung für den Erwerb und die Errichtung einer Leichtbauhalle mit der benötigten Anzahl an Plätzen zu. Diese sollte als Übergangslösung dienen, bis eine endgültige Lösung gefunden wird. Doch daraus wurde nichts: Das Projekt war nicht genehmigungsfähig. In kürzester Zeit wurde daher die Europahalle fit für 1.500 Besucher gemacht. Seither spielen die PSK Lions dort.

Die ohnehin schon angespannte Sporthallensituation in Karlsruhe hat sich zuletzt weiter verschärft. Aktuell ist die Sporthalle des Schulzentrums der Sophie-Scholl-Realschule und Engelbert-Bohn-Schule in Oberreut wegen Asbestbelastung gesperrt. Das gesamte Schul- und Vereinssportangebot musste somit in andere Sporthallen verlagert werden.

Halle soll in Fertigbauweise entstehen

"Es ist zu erwarten, dass durch weitere Sanierungsmaßnahmen ein noch höherer Druck entstehen und sich im Zuge einer Sanierung der Europahalle die Situation im Schul- und Vereinssport weiter verschlechtern wird", heißt es in der Beschlussvorlage weiter. Um bei der angespannten Sporthallensituation insgesamt Abhilfe zu schaffen, soll deshalb eine neue Dreifeldsporthalle mit Tribüne auf einer Freifläche der Elisabeth-Selbert-Schule errichtet werden.

Die Sporthalle soll so konzipiert werden, dass auch das Hallenportfolio in Karlsruhe erweitert wird. Sie soll mit einem Parkettboden ausgestattet sein und mit ihrer Kapazität 1.500 Zuschauern Platz bieten. Somit wird künftig auch der Spielbetrieb in Deutschlands zweithöchster Basketball-Liga möglich sein. Aktuell endet das Hallenportfolio in Karlsruhe im Basketball bei dritten und im Volleyball bei der zweiten Liga.

Das Ergebnis der Sportentwicklungsplanung in Karlsruhe weist einen deutlichen Fehlbedarf an genormten großen Sporthallen (Dreifeld-Hallen) auf. Auch nach Fertigstellung der neuen Halle seien in Karlsruhe mindestens drei weitere Sporthallen notwendig, um den Bedarf im Vereinssport zu decken, wird in der Beschlussvorlage angemerkt. Auf der Suche nach einer schnellen Realisierung des Neubaus wurden vom Stadtplanungsamt insgesamt sechs mögliche Standorte untersucht. Neben dem Gelände der Elisabeth-Selbert-Schule waren das Flächen am Schliffkopfweg des TS Mühlburg, am Otto-Dullenkopf-Park, am Traugott-Bender-Sportpark in der Waldstadt und auf einer Erweiterungsfläche der Messe in Rheinstetten.

Neue Halle soll Mitte 2019 bezugsfertig sein

Der Standort Elisabeth-Selbert-Schule wurde aufgrund des vorhandenen Baurechts, der sehr guten Erschließung mit allen Verkehrsmitteln und zu Fuß sowie der Nähe zu der Europahalle bevorzugt. Um eine entsprechend qualifizierte Firma auszuwählen, ist ein nicht offenes Verfahren mit einem Teilnahmerwettbewerb vorgesehen.

Der Teilnahme-Wettbewerb muss Anfang Februar veröffentlicht werden, um unter Einhaltung der erforderlichen Fristen eine Auftragsvergabe an den Generalübernehmer Anfang August 2018 zu realisieren. Nach Einreichen des Bauantrages und Erstellen der Ausführungsplanung ist der Baubeginn Ende 2018, die Fertigstellung zu Spielbeginn September 2019 geplant. Das bedeutet auch das die PSK Lions erst mit Beginn der Saison 2019/2020 in ihr neues Domizil können. Wo die Heimspiele der Karlsruher über die Saison 2017/18 hinaus ihre Heimspiele austragen, wurden in der Beschlussvorlage keine Angaben gemacht.

Warum nicht gleich erstligatauglich bauen?   

Bei der Ausschreibung für die Errichtung der Halle orientiert sich die Verwaltung an einer schnellstmöglichen Realisierung, gibt aber keine konkrete Bauweise vor. Die Halle werde alle Anforderungen an die gesetzlichen Vorgaben, insbesondere die Energiesparverordnung und die Versammlungsstättenverordnung erfüllen. Gegenüber einer konventionellen Bauweise bietet die Fertigbauweise einen erheblichen Zeitvorteil.

Aber warum nur den aktuellen Anforderungen genügen? In einem Ergänzungsantrag wollen die Freien Wähler wissen, warum die Stadt nicht gleich eine erstligataugliche Halle im Falle eines Aufstiegs der PSK Lions plane. Darin fordert Fraktion eine Darlegung, welche Mehrkosten durch den Bau einer bundesligatauglichen Halle erforderlich wären.

Ein Aufstieg der Lions wäre bei anhaltend guter Leistung nicht ausgeschlossen, heißt es in der Begründung. Die Karlsruher belegen aktuell den vierten Tabellenplatz in der 2. Liga mit acht Punkten Rückstand auf den Spitzenreiter Crailsheim.    

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Kommentare (14)
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  •   alpinium
    (5553 Beiträge)

    21.01.2018 13:38 Uhr
    Also den KSC
    mit Spitzensport in Verbindung bringen ...
    Dann geh' ich mal zum Lachen in den Keller.
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  •   elisuS
    (150 Beiträge)

    20.01.2018 10:00 Uhr
    Und gibt es in der Halle auch die nötige Infrastruktur?
    Gastronomie für den VIP Bereich? Reportertische/Kabinen? Garderobe für die Zuschauer? Lagerräume für das ganze drum herum eines Spieltages?
    Davon wird im Bericht nichts erwähnt.
    Und wird jetzt die Europahalle saniert?
    Damit wäre Karlsruhe für weiteren Spitzensport ausgestattet.
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  •   Pilz200
    (163 Beiträge)

    20.01.2018 14:54 Uhr
    Untelagen sichten
    Dazu musst du nur die Unterlagen für die kommende Gemeinderatsitzung anschauen. Dort steht jeder benötigte Platz in m² aufgelistet.
    https://web3.karlsruhe.de/Gemeinderat/ris/bi/to0040.php?__ksinr=4881
    Top 11
    Ein bisschen Eigeninitiative hilft manchmal sehr viel weiter zwinkern
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  •   Winston_Smith
    (401 Beiträge)

    20.01.2018 09:25 Uhr
    Nicht zu glauben
    Die Notwendigkeit für solche Hallen in KA steht ausser Zweifel, zumal die Bedingungen für den Schulsport angespannt sind - siehe Artikel.

    Aber vielleicht mal ein paar Infos zu den Regularien der Pro A und der BBL:
    Die ersten 8 der Pro A spielen in Playoffs (K.O.-System) die 2 Aufsteiger in die Bundesliga aus, wobei die ersten 4 Heimrecht in einer Serie Best of Five haben, d.h. also es sind 3 Siege pro Runde notwendig.

    Die Lions sind 4., punktgleich mit den Kölnern als 3., und werden sich vermutlich mit diesen bis zum Schluss um Platz 3 streiten.
    Nach dem Verlauf der Saison und dem bisher Gesehenen scheint es wahrscheinlich, dass die Lions die erste Playoff-Runde überstehen (gegen 5. oder 6.), nach welcher nur noch 4 Mannschaften übrig sind.

    Die zweite Runde ist quasi bereits die Endspielserie, da beide Sieger aus den Halbfinals sportlich aufstiegsberechtigt sind.
    Das Szenario des Aufstiegs ist also nicht so unwahrscheinlich.

    Die BBL verlangt aber mindestens 3.000 Zuschauer
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