24  

Karlsruhe Nach nur 26 Jahren: Badische Landesbibliothek muss saniert werden

Seit gerade einmal 26 Jahren ist die Badische Landesbibliothek (BLB) in Karlsruhe im Betrieb, doch nun muss schon die erste Sanierung her. Baumängel aus der Entstehungszeit machen die Maßnahmen nötig. Es entstehen Kosten von rund acht Millionen Euro.

Seit August verhüllt ein Gerüst Teile der Badischen Landesbibliothek in der Karlsruher Innenstadt. Voraussichtlich bis Ende 2018 oder Anfang 2019 wird dieses Gerüst an wechselnden Stellen zum Gebäude in der Erbprinzenstraße gehören. Für rund acht Millionen Euro werden dort die Fassade, Dachfenster, Entwässerung und Fenster erneuert oder saniert- und das, obwohl das Gebäude erst zwischen 1984 bis 1991 gebaut wurde.

Der Grund für Sanierung an dem relativ jungen Gebäude: Baumängel und Fehler in der Planung. Diese führten dazu, dass die Fassade an einigen Stellen Risse bekommen hat. Auf diese Weise drang Feuchtigkeit in das Gebäude ein. Auch über die Fenster kam die Nässe ins Innere. Nach der Sanierung soll auch der Hitzestau im Sommer und der Wärmeverlust im Winter der Vergangenheit angehören.

Badische Landesbibliothek hat ein Nässeproblem

Ein Problem ist beispielsweise, dass die Regenrinnen zum Teil ohne Gefälle montiert wurden und sich darin das Wasser sammelt oder bei starken Regengüssen sogar wasserfallartig entlang der Fassade nach unten stürzt. Auch auf dem Flachdach sammelt sich immer wieder das Wasser. Daher werden die Fassade und die Dachfenster erneuert sowie an der Dichtung der Fenster gearbeitet.

Die Vorbereitung für die Sanierung habe bereits im Jahr 2010 begonnen, wie die Verantwortlichen bei einem Termin am Montag berichten. Dass aber erst jetzt gebaut werde, habe unter anderem damit zu tun, dass erst Planungen angestellt und die entsprechenden Mittel im Haushalt freigegeben werden mussten. Zudem sei das Gebäude, welches Architekt Oswald Mathias Ungers entworfen hat, im Mai 2016 unter Denkmalschutz gestellt worden. So hätten auch die Denkmalschützer noch ein abschließendes Auge auf die Pläne werfen müssen.

Was bedeutet die Sanierung für Besucher?

Die Arbeiten selbst würden die Besucher zwar beeinträchtigen, man versuche aber die Belastung in Maßen zu halten, versichert der stellvertretende Direktor der BLB, Volker Wittenauer. Lärmintensive Arbeiten würden vornehmlich in den Stunden durchgeführt, in welchen die Bibliothek noch geschlossen ist. Zudem würden aktuell vor allem im Bereich der Magazin und weniger im Besucherbereich gearbeitet. Das wird sich aber vor allem 2021 ändern: Dann soll das Gebäude nach der abgeschlossenen Sanierung der Fassade im Inneren erneuert werden.

Am Montag besuchte nun die Finanzstaatssekretärin Gisela Splett die Baustelle, um sich über den Fortschritt zu informieren. Das Land Baden-Württemberg zahlt als Inhaber des Gebäudes die Sanierungssumme. Und das wurde auch nie in Frage gestellt, so Splett: "Bibliotheken sind sehr nachgefragt, trotz Internet." Das bestätigt auch Julia von Hiller, Direktorin der BLB: "In den letzten fünf Jahren hatten wir einen Besucherzuwachs von rund 30 Prozent." Dabei gehe es nicht nur um die Verfügbarkeit der Medien in dem Haus, sondern auch um die Funktion als Lernort, den immer mehr Studierende für sich entdecken würden.

"Wir wollen den Sanierungsstau bei den landeseigenen Gebäuden abbauen und den Gebäudebestand sichern", so Splett am Montag weiter. "So investieren wir auch in die Infrastruktur der Badischen Landesbibliothek und machen sie zukunftsfähig."

ka-news Hintergrund:

Zusammen mit der Württembergischen Landesbibliothek in Stuttgart bildet die BLB in Karlsruhe die Regionalbibliotheken für Baden-Württemberg. Die BLB ist dabei speziell für die Regierungsbezirke Freiburg und Karlsruhe zuständig. Sie dokumentiert die Entwicklung des badischen Landesteils. Die täglich rund 2.000 Besucher haben Zugriff auf rund 2,6 Millionen Bände Literatur und Medien.

Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (24)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   Mosherhead
    (182 Beiträge)

    11.10.2017 10:53 Uhr
    wieder Fachleute unterwegs...
    die bei den Vergaben dabei waren.
    Entwerfer ist nicht gleich Werkplaner!
    Vielleicht gabs damals einen Wettbewerb?
    Gewonnener Wettbewerb heißt nicht, dass dann auch gleichzeitig die Werkplanung oder gar Bauüberwachung beauftragt wurde.
    Herr Unger muss also nicht zwangsweise für die komplette Planung verantwortlich sein. Es könnte also auch nur der Entwurf gekauft worden sein.
    Die Werkplanung kann auch von einem ganz Anderen erstellt worden sein. Und die Bauüberwachung gar an einen Dritten....
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Rino
    (220 Beiträge)

    10.10.2017 14:20 Uhr
    Vom Dach bis in den Keller
    Das ganze Gebäude ist eine Katastrophe. Die Tiefgarage ist eine einzige Lachnummer. Noch nicht einmal die Angestellten parken da unten.
    Abreissen und ein Fun-Center hinbauen. Im EG Kneipen, Bowling u. Billard. Im 1. OG eine Indoor-GoKart-Bahn , fehlt in KA hinten und vorn ab dem 2. OG ein Laufhaus für die armen, hässlichen Jungs. Eventuell mit MEN-Abteilung, dann haben auch die Mädels was davon.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   ramius
    (137 Beiträge)

    10.10.2017 12:19 Uhr
    Steuergeldverschwendung
    Was für eine Steuergeldverschwendung.
    Wer braucht denn heutzutage noch eine Bibliothek?
    Die Bücher gehören gescannt und online zur Verfügung gestellt.
    Danach kann man das Gebäude abreißen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   stoersender
    (941 Beiträge)

    10.10.2017 13:48 Uhr
    Ja, klar, und wer braucht
    z.B. noch Schulen? Man kann ja online alles Wissen abrufen... grinsen
    Jedenfalls wenn man keinen gestörten Unitymedia-Abschluss hat grinsen
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Ludwigsstammtischbruddler
    (700 Beiträge)

    10.10.2017 10:27 Uhr
    Eine Rinne die nicht läuft,
    ein Blechner der nicht säuft, ein Mädchen das nicht stille hält, das gibt es nicht auf dieser Welt. zwinkern

    Zitat von ka-news dass die Regenrinnen zum Teil ohne Gefälle montiert wurden und sich darin das Wasser sammelt oder bei starken Regengüssen sogar wasserfallartig entlang der Fassade nach unten stürzt
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   myopinions
    (796 Beiträge)

    10.10.2017 09:21 Uhr
    ..................der Architekt dieses
    Gebäudes war ganz sicher kein Meister seines Faches. Warum hat man ihn überhaupt beauftragt? War da vielleicht ein wenig "Handgeld" im Spiel?
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   likeka
    (178 Beiträge)

    10.10.2017 10:40 Uhr
    Der Architekt
    dieses Gebäudes ist Oswald Mathias Ungers.
    Und der war einer der größten deutschen Architekten und Architekturtheoretiker seiner Zeit und auch international bekannt.
    Er war also durchaus "Meister seines Faches".
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   myopinions
    (796 Beiträge)

    10.10.2017 19:24 Uhr
    ....................dann darf ihm aber
    keinesfalls ein Planungsfehler unterlaufen.

    Und außerdem: wäre ich ein renommierter Architekt und würde ich ein derartiges Gebäude planen und bauen, dann wäre ich vor Ort um zu verhindern, dass durch Pfuschereien mein guter Ruf in beschädigt wird ! ! !
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   master-of-comment
    (3644 Beiträge)

    10.10.2017 11:05 Uhr
    Oha!
    Und die Theorie des großen Architekturtheoretikers lautete, dass eine Rinne kein Gefälle braucht? zwinkern
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   andip
    (8294 Beiträge)

    10.10.2017 12:09 Uhr
    Wer sagt
    dass der Architekt das so vorgegeben hat?
    Ist vermutlich eher Pfusch der Baufirma , die sich eben nicht an die Pläne gehalten hat.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 3 (3 Seiten)

Schreiben Sie Ihre Meinung
Ein neues Posting hinzufügen
Fett Kursiv Link Zitat
Sie dürfen noch Zeichen schreiben