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Karlsruhe Nach den Badegästen nun Zierfische: See im Citypark bleibt weiter ein Problem

Der See im Citypark Südost, er kommt einfach nicht zur Ruhe. Erst wurde er kurz nach der Eröffnung zu einem Badesee gemacht, vor allem im Sommer kommt es rund um den See immer wieder zu Müllansammlungen, der nicht in den entsprechenden Behältnissen landet. Und zu allem Überfluss ist der See auch noch voller Algen. Doch sind diese gefährlich für Mensch und Tier?

Grüne, schleimige Algen haben sich vor wenigen Tagen im See des Cityparks ausgebreitet. Hinter einer kleinen Schilfhecke, wo das Wasser relativ flach ist, schweben die grünen Wasserpflanzen. Doch der Anblick ist alles andere als schön. Doch woher kommen diese Algen? Wird der See, gerade im Sommer, nicht ausreichend belüftet und das Wasser umgewälzt? Nachdem sich nun keine Badegäste mehr im See abkühlen dürfen, halten viele Besucher wenigstens noch die Füße und Waden ins kühle Nass. Sind die also schuld an der pflanzlichen Invasion? Oder gar die Hunde, die tagtäglich in dem städtischen Gewässer baden? 

Müll im Citypark Südstadt-Ost
Der See im Citypark Südstadt-Ost. | Bild: Anya Barros

Oder können sich durch fehlende Schwimmer im See nun die Pflanzen und auch lästige Algen endlich ungestört ausbreiten? "Die Algenblüte entsteht im Zusammenspiel aus Nährstoffanreicherung und den seit Wochen hohem Temperaturen", so die Stadt gegenüber ka-news. Es ist also zu warm und zu viel Phosphat oder Nitrat ist im Wasser. Gerade in flachen Gewässern kommt es daher zur vermehrten Algenbildung. 

Algen See im Citypark Südost
So sah es im See Mitte Juli aus. | Bild: ka-news

Speisereste, badende Hunde oder gar entsorgte Zierfische

Doch woher kommen die Nährstoffe im See? "Nicht nur durch die Luft oder vorbeifliegende Vögel", heißt es seitens der Stadt Karlsruhe weiter, "sondern auch durch unbedachtes Einwerfen von Speiseresten kommen weitere Nährstoffe hinzu!" Ebenso trägt das Füttern von Vögeln zu einer Erhöhung der Nährstoffe im Cityparksee bei. "Aber auch das Entsorgen von Zierfischen im Teich ist mit ein Grund dafür!" Badende Hunde und mitunter auch Menschen, die sich im See abkühlen wollen, spielen laut Stadtverwaltung eine Rolle. 

Ein weiteres Problem: fehlendes Frischwasser für den See. "Der See im Citypark wird grundsätzlich von Regenwasser gespeist. Das ist natürlich abhängig von den Niederschlägen!" Aus dem Karlsruher Trinkwassernetz bekommt der See ebenfalls frisches Wasser. "Dadurch war der See in den ersten beiden Jahren so schön klar. So klar, dass er zu unberechtigtem Baden einlud", weiß die Stadt. 

Zaun soll Besucher von Ufer und den Pflanzen fernhalten

Zum Schutz der empfindlichen Wasserwelt wurde nun eine provisorische Absperrung errichtet. "Der noch spärliche Pflanzengürtel um den See soll mittelfristig zur Reinigung und Reduktion der Nährstoffe dienen. Jedoch wurde das - trotz Hinweisschildern - von den Besuchern leider nicht respektiert", so die Antwort der Stadt Karlsruhe auf Nachfrage von ka-news. 

Mittlerweile wurde ein Großteil der Algenblüte im Citypark-See entfernt. "Damit sollen die technischen Funktionen der Umwälzung sichergestellt werden", so die Stadt Karlsruhe abschließend. Mit dem Schilf- und Pflanzenbewuchs und einem "disziplinierten Verhalten der Seebesucher" soll sich die Nährstoffbelastung reduzieren, hofft die Stadt - und damit auch die Algenblüte. 

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    (4089 Beiträge)

    31.07.2018 08:41 Uhr
    Kann passieren,
    muss aber nicht. Man sollte zumindest hoffen, dass es nicht so kommt. Kommt auch viel drauf an wie das in Schuss gehalten wird. Ist halt sozusagen an einem Tag erbaut, das heisst dass auch ungefähr gleichzeitig durchgängig die erste Fassadenkosmetik fällig ist. Wenn das verpasst wird...
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  •   kommentar4711
    (2290 Beiträge)

    31.07.2018 08:50 Uhr
    Antwort auf "Kann passieren,"
    Übel wird es werden, wenn die ersten größeren Renovierungen fällig werden während die Mehrheit der Eigentümergemeinschaft noch damit beschäftigt ist ihren Kredit ab zu zahlen. Ich weiß von einem Arbeitskollegen der dort eine Wohnung hat wie jetzt schon um jeden Cent für die Rücklagenkasse gefeilscht wird weil eben doch bei einigen "auf Kante" finanziert ist.
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    (4089 Beiträge)

    31.07.2018 11:43 Uhr
    Ja,
    das meinte ich. Wollte nur nicht zu viel spekulieren, weil mir die Eigentums- und Verwaltungsverhältnisse dort nicht bekannt sind. Aber wenn natürlich jedes Haus eine Eigentümergemeinschaft bildet und einen anderen Verwalter hat, dann gehts los. Und die Fassaden sind natürlich das erste (vorausgesetzt die Tiefgaragen und Flachdächer halten dicht) und auch das was das Erscheinungsbild des Viertels ausmacht.
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  •   Prof.Baerlapp
    (680 Beiträge)

    31.07.2018 09:20 Uhr
    Renovierungen
    sind längst im Gange, weil sich schon früh Gewährleistungsmängel gezeigt haben. Da könnten manche Eigentümergemeinschaften Bücher schreiben...
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  •   Hüttenkäse
    (421 Beiträge)

    31.07.2018 09:35 Uhr
    Gibt es in der Südost-Stadt "Eigentümer-Gemeinschaften"?
    Wohl eher nicht im rechtlich eigentlichen Sinne, da ja alles von einem Bauträger erstellt und dann als separate ET verscherbelt wurde. Es sind also wohl nur Einzel-Eigentümer, die sich um die Finanzierung von ein bisschen Gemeinschaftseigentum zanken.

    Wenn es tatsächlich "Eigentümer-Gemeinschaften" wären, ergäben sich daraus wahrscheinlich für vermietende Eigentümer einige kündungsrechtliche Vorteile (z.B. bei Wiederverkauf), was zumindest ein G'schmäckle hätte.
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  •   kommentar4711
    (2290 Beiträge)

    31.07.2018 09:45 Uhr
    Antwort auf "Gibt es in der Südost-Stadt Eigentümer-Gemeinschaften?"
    https://de.wikipedia.org/wiki/Wohnungseigentümergemeinschaft
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  •   kommentar4711
    (2290 Beiträge)

    31.07.2018 09:32 Uhr
    Antwort auf "Renovierungen"
    Solange es noch auf Gewährleistung läuft ist ja gut. Und das bei dem Tempo in dem zuletzt gebaut wurde viel gepfuscht wird ist auch klar. Die Vermutung besteht eben, dass auch kurz nach der Gewährleistungsfrist schon viel renoviert werden muss, und dann haben aber eben viele Wohnungsinhaber keine Kohle dafür.
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  •   olafb
    (272 Beiträge)

    31.07.2018 10:04 Uhr
    Gewährleistung
    Bei unsrem Bauträger hatten wir da Pech. Es wurde noch innerhalb der Gewährleistungsfrist reklamiert, daraufhin meldete der Bauträger Konkurs an. In der Folge zahlen die Eigentümer nun tausende von Euro um den Baupfusch zu reparieren. Man hat das Gefühl das beim Bau des Stadtviertels Südoststadt Geschwindigkeit und Profit erste Priorität hatte.
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  •   kommentar4711
    (2290 Beiträge)

    31.07.2018 10:07 Uhr
    Antwort auf "Gewährleistung"
    Natürlich hatte der Profit Priorität. Was sonst? Warum sonst ist das Stadtviertel deutlich schneller als geplant hochgezogen worden?
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  •   Rundbau-Gespenst
    (11319 Beiträge)

    31.07.2018 08:11 Uhr
    das alles ist das Erbe
    von 1968 !!!
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