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Karlsruhe Nach dem Sommer 2018: Wie will sich Karlsruhe gegen künftige Hitzewellen rüsten?

Der Hitzesommer 2018 ist mittlerweile Geschichte - doch was erwartet uns in den nächsten Jahren? Meteorologe Bernhard Mühr, Prof. Dr. Michael Kunz vom Institut für Meteorologie und Klimaforschung (IMK) am KIT und die Stadt Karlsruhe geben Antworten - darauf, wie man sich vor der Hitze schützen und welche städtebaulichen Maßnahmen Karlsruhe in Angriff nimmt, um der Hitze Herr zu werden.

2018 war ein besonders heißes Jahr. Doch kann es mit dem Rekordsommer 2003 mithalten? "Der erste heiße Tag mit einer Tageshöchsttemperatur von 30 Grad Celsius oder mehr trat in diesem Jahr am 4. Juni auf. Bis zum 21. September folgten noch 36 weitere heiße Tage, insgesamt also 37", fasst Diplom-Meteorologe Bernhard Mühr zusammen. Dagegen gab es 2003 ganze 53 Hitzetage.

Diplom-Meteorologe Bernhard Mühr.
Meteorologe Bernhard Mühr. | Bild: Bernhard Mühr

Der Temperaturverlauf ließe sich jedoch nicht ganz so leicht mit 2003 vergleichen, da die offizielle Wetterstation des Deutschen Wetterdienstes damals noch in der Hertzstraße stand, wo es vergleichsweise wärmer ist. Heute steht sie in der Nähe von Rheinstetten. 

Rekordjahr 2003 ist nicht zu toppen

"Im Jahre 2003 registrierte die Wetterstation an der Hertzstraße insgesamt 107 Sommertage, also Tage mit einer Höchsttemperatur von mindestens 25 Grad Celsius. In diesem Jahr kamen bislang am eigentlich kälteren Standort in Rheinstetten 103 Sommertage zusammen, insofern kann das Jahr 2018 als außerordentlich warm bezeichnet werden", fährt Mühr fort.

Auch was die absolute Höchsttemperatur angeht, kann 2018 nicht mithalten. "Am 9. und am 13. Hitzetag gipfelten die Temperaturen in einem Höchstwert von jeweils 40,2 Grad Celsius. In diesem Jahr war am heißesten Tag, dem 3. August, bereits bei 36,4 Grad Celsius Schluss."

Hohe Temperaturen können Hitzestress verursachen

Dass die Hitze unserer Gesundheit ganz schön zusetzen kann, ist kein Geheimnis. "Der Körper des Menschen hat ein internes Thermoregulationssystem, das die Körpertemperatur reguliert. Wenn das System durch hohe Lufttemperaturen überfordert ist, können verschiedene Hitzeerkrankungen auftreten", erklärt Prof. Dr. Michael Kunz vom Karlsruher Institut für Technologie. "Der Hitzewelle 2003 sind in Europa rund 70.000 Menschen zum Opfer gefallen, rund 7.000 davon in Deutschland." Die Zahlen für 2018 sind noch nicht bekannt.

Prof. Dr. Michael Kunz vom Institut für Meteorologie und Klimaforschung am KIT. | Bild: Susanna Mohr - Photos, Arts & more

Um das Risiko von Hitzeopfern zu senken, informiert die Stadt die Bürger über Schutzmaßnahmen. "Dazu gehören beispielsweise Empfehlungen des Umwelt- und Arbeitsschutzes zum Trinkverhalten in Form eines Flyers mit der Aufschrift 'Es wird heiß… Trinken Sie genug?'", heißt es von Seiten der Stadt. Trinkwasserspender in städtischen Einrichtungen und die Unterstützung der ehrenamtlichen Refill-Initiative zählten ebenso zu den Maßnahmen.

Hitze am Oberrhein

Mit seiner Lage im Oberrheingraben gehört Karlsruhe ohnehin zu den wärmsten Gebieten Deutschlands. Dadurch ist es vom Klimawandel besonders betroffen. Wie gegenüber der dpa mitteilt, prognostiziert Oberbürgermeister Frank Mentrup für die nächsten 20 Jahre einen durchschnittlichen Temperaturanstieg von mindestens vier Grad in der Stadt.

Der Oberbürgermeister von Karlsruhe Frank Mentrup steht in seinem Büro.
Oberbürgermeister Frank Mentrup. | Bild: Sönke Möhl/Archiv

"Wir müssen jetzt die Weichen stellen, um das Klima in der Stadt - auch für die nachfolgenden Generationen - erträglich zu gestalten", so Mentrup. Diese Weichen werden vor allem durch städtebauliche Maßnahmen gestellt. 

In der neuen Fußgängerzone will die Stadt beispielsweise doppelt so viele Bäume pflanzen, wie ursprünglich geplant. Dabei sind nicht mehr Ahorn oder Säuleneiche erste Wahl, sondern der Zürgelbaum, der Hitze und Trockenheit besser verträgt.

Wasserspiele für den Marktplatz

"Städtebauliche Maßnahmen umfassen das Freihalten oder die Schaffung von Frischluftzonen und die Begrünung von Gebäuden und Dächern", sagt Michael Kunz.  "Bei starker Hitze sollte überall im öffentlichen Raum Trinkwasser zur Verfügung gestellt werden", schlägt er vor. 

Wasserspiele sollen zukünftig am Marktplatz für Abkühlung sorgen. | Bild: Lukas Hiegle

Im Zuge der Sanierung des Marktplatzes wurde ursprünglich eine Bepflanzung mit Bäumen geprüft, diese ist aber aufgrund der unterirdischen Infrastruktur nicht möglich. Auf dem künftigen Marktplatz liegen nahe der Oberfläche dann einfach zu viele Leitungen für Märkte und ähnliche Veranstaltungen.

Stattdessen plant die Stadt nun die Installation von 31 Düsen, die auf einer Gesamtfläche von 180 Quadratmetern Wasserspiele erzeugen und so das lokale Mikroklima mäßigen sollen. Auch Rasengleise, also begrünte Gleisbetten, sind für ganz Karlsruhe eine Option, heißt es auf Anfrage von ka-news weiter. Sie sollen als Belüftungsachsen dienen.

Begrünung als zentrales Thema

Ein grüneres Karlsruhe ist in der Tat ein Leitthema der Stadtentwicklung. "Grundsätzlich wirken sich Grünflächen günstig auf das lokale Klima aus, weil sie sich am Tag weniger stark erwärmen als versiegelte Flächen und nach Sonnenuntergang schneller und stärker abkühlen", so die Stadt. Daher gehören Dachbegrünung und Fassadenbegrünung an Gebäuden zu den städtebaulichen Maßnahmen der Klimaanpassungsstrategie.

Karlsruher Straßenbahntrassen sollen, wo immer möglich, zu grünen Rasentrassen werden.
Karlsruher Straßenbahntrassen sollen, wo immer möglich, zu grünen Rasentrassen werden. | Bild: Uli Deck

Klimawandel ist nicht gleich Hitze

Dass der Klimawandel nicht nur Hitze mit sich bringt, schildert Mühr: "Global gesehen steigen die Temperaturen zwar weiter an, das heißt aber nicht zwangsläufig, dass es überall in gleichem Maße wärmer wird." Häufige Hochdruckgebiete im Sommer führen zu einem heißeren Wetter, während sie im Winter das Gegenteil bewirken und kalte Luftmassen mit sich bringen.

"Ob es also bei uns im Sommer in Zukunft deutlich heißer wird, kann nur beantwortet werden, wenn die Beständigkeit der Wetterlagen zunimmt und die Verteilung der Hoch- und Tiefdruckgebiete eine geeignete Konstellation aufweisen" schließt Mühr.

Steht eine "Heißzeit" bevor?

Im Zuge des Klimawandels fällt häufig der Begriff "Heißzeit". Was hat es damit auf sich? "Charakterisiert wäre eine solche 'Heißzeit' durch eine rund vier bis fünf Grad höhere Mitteltemperatur gegenüber dem heutigen Zustand", erklärt Kunz. Dies hätte unter anderem extreme Hitzewellen und einen Meeresspiegelanstieg von bis zu einigen zehn Metern zufolge. "Eine solch starke Temperaturzunahme ist tatsächlich möglich." Ein wichtiger Grund also, etwas gegen den Klimawandel zu tun.

Mehr zum Thema:

Erderwärmung soll begrenzt werden: Weltklimarat drängt zu raschem Handeln für 1,5-Grad-Ziel

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  •   Ich_denke
    (57 Beiträge)

    08.10.2018 17:24 Uhr
    Oh, treiben wir wieder die CO2-Sau durchs Dorf?
    Leute, CO2 wird überall fast überall freigesetzt. Kohlekraftwerke, Autos Industrie allgemein, Heizungsanlagen in Privathäusern, alkoholische Gärung, beim Rülpsen nach der Trinken von Kohlensäurehaltigen Getränken, beim Furzen (da leisten die Rinder übrigens einen riesigen Anteil) uvm.
    Bei Sahnespendern wird CO2 als Treibgas eingesetzt, nicht zu verwechseln mit einem Treibhausgas.

    Die Funktion von CO2 alst Klima- /Treibhausgas ist mir noch nicht hinlänglich bewiesen. Eine Gelddruckmaschine ist es auf jeden Fall. Das ist belegbar.
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  •   Chris23
    (439 Beiträge)

    09.10.2018 07:17 Uhr
    Rauchen
    ist für dich wahrscheinlich auch nicht schädlich und beim Röngten verzichtest du auf die Bleiabdeckungen?
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  •   glaubnetalles
    (399 Beiträge)

    09.10.2018 07:44 Uhr
    Giftig
    ist CO2 auf jeden Fall nicht, im Gegensatz zum Tabakrauch.
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  •   Chris23
    (439 Beiträge)

    10.10.2018 07:46 Uhr
    Zombieapokalypse?
    Früher war es üblich sich in der Garage mit dem CO2 aus dem Auspuff umzubringen, die werden nach deiner Wissenschaftlichen Arbeit wohl aus ihren Gräbern kommen und sagen ich hätte doch nicht sterben sollen.

    Aber Röntgenstrahlen und Tabakrauch, haben ähnlich wie der Treibhaus effekt gute Theorien und viel Beobachtung ergebnisse hinter sich. Aber du wirst dir trotzdem keinen Lungenkrebs anschauen können, und sagen das kam aufgrund der Zigarette (die verschiedenen Krebsarten denen du als Raucher verstärkt ausgesetzt bist gibt es auch für Nichtraucher). Die Risiko indikation ist aber klar erkennbar.
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  •   Ich_denke
    (57 Beiträge)

    10.10.2018 18:18 Uhr
    Du solltest einen Preis gewinnen, nach dieser Aussage:
    "Früher war es üblich sich in der Garage mit dem CO2 aus dem Auspuff umzubringen, die werden nach deiner Wissenschaftlichen Arbeit wohl aus ihren Gräbern kommen und sagen ich hätte doch nicht sterben sollen."

    Der Nobelpreis wird es nicht werden, das sollte dir aber klar sein. grinsen
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  •   Skudder
    (469 Beiträge)

    10.10.2018 17:00 Uhr
    CO
    Man hat sich eher mit Kohlenmonoxid umgebracht (CO). Das ist im Gegensatz zu CO2 tatsächlich giftig.
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  •   Malaika
    (213 Beiträge)

    08.10.2018 09:05 Uhr
    Ein Bild
    des Zürgelbaumes hätte mich wesentlich mehr interessiert als das gefühlt 500.000ste dieses OBs.
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  •   mueck
    (11380 Beiträge)

    08.10.2018 16:39 Uhr
    !
    Bilder kann man doch in der Wikipedia nachschlagen, gehört zur Familie der Hanfgewächse, da werden jetzt bestimmt einige begeistert sein ... zwinkern
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  •   dipfele
    (5712 Beiträge)

    08.10.2018 14:52 Uhr
    Die Zirbelbäumlein....
    werden etwa 10- 12 Meter hoch mit einer kleinen Krone. Im Inet gibt's bestimmt eine Beschreibung. Jedenfalls sieht es so aus, dass durch die niedrigeren Zirbelbäumlein sich die Hausfassaden mehr aufheizen werden, wie derzeit mit den fast doppelt so hohen Platanen. Die Zirbelbäumlein gehören in einem Park oder Anliegerstrasse.
    Das die Verwaltung die Abholzung der Kaiserstrasse mit dem Ausbau der Gleise begründet, ist reiner Kokulores. Beide haben nichts miteinander zu tun.
    Mit der Gleisentfernung werden viele Anwohner aus der Waldstadt-Rintheim , Heide oder Südweststadt nicht mehr ohne umsteigen in die City kommen zum Einkaufen kommen. Die Kaiserstrasse wird veröden.
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  •   Malaika
    (213 Beiträge)

    08.10.2018 09:04 Uhr
    Ein Bild
    Ein
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