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Karlsruhe Nach Tumulten in Kehl: Läuft die Polizei bald Streife in Karlsruher Freibädern?

Wenn die Sonne scheint, dann sind auch die Freibäder erwartungsgemäß gut gefüllt - manchmal allerdings so gut, dass es zu Konflikten und Zwischenfällen unter den Badegästen kommt, Polizeieinsätze - wie in den vergangenen Wochen in den Freibädern in Kehl - inklusive. Auch bei den Karlsruher Bädern weiß man um das Problem. Stehen jetzt also bald uniformierte Polizeibeamte am Beckenrand?

Wer kennt es nicht: Sobald die Temperaturen über die 20 Grad-Marke steigen, bilden sich alljährlich lange Schlangen vor den Kassenhäuschen an den Freibädern der Nation - und erhitzen die Gemüter. Schlagzeilen machten in den letzten Tagen dabei vor allem die beiden Freibäder im deutschen Grenzort Kehl: Die Bäder mussten laut mehreren Medienberichten in den vergangenen Wochen mehrmals geräumt werden, weil Jugendliche dort randaliert hatten und die Bäder dem Ansturm nicht mehr gewachsen waren - ein Problem auch im ebenfalls grenznahen Karlsruhe?

"Hier wurden auch schon Bürgermeister beschimpft und beleidigt!"

"Probleme wegen Überfüllung hatten wir in unseren Freibädern in dieser Saison bisher noch nicht", erklärt der Chef der Karlsruher Bäder, Oliver Sternagel, im Gespräch mit ka-news.de. "Natürlich, im Wasser wird es an Hochfrequenztagen wie am Sonntag Ende Juni schon recht eng und die Warteschlangen vor den Kassen sind ebenfalls sehr lang, aber von Einlass-Stopps kann hier noch keine Rede sein."

Bilanz Freibad-Saison 2018 PK
Bäder-Chef Oliver Sternagel | Bild: Tim Carmele

Ein Problem haben die Freibäder der Fächerstadt aber auch mit denen in Kehl gemeinsam: "Wir hatten schon mehrere Vorfälle mit pöbelnden Jugendlichen", so Sternagel weiter. Hat sich das Verhalten der Heranwachsenden seines Erachtens nach über die vergangenen Jahre verändert? "Absolut, die Jugendlichen werden immer respektloser gegenüber weisungsbefugten Personen. Hier wurden auch schon Bürgermeister beschimpft und beleidigt!"

Fünf Sicherheitskräfte sorgen für Ordnung

Aus diesem Grund setzt der Bäder-Chef seit mehreren Jahren auf die Unterstützung von vier Security-Kräften im Rheinstrandbad Rappenwört und einer Sicherheitskraft im Europabad. "Im Rheinstrandbad ist es allerdings am schlimmsten", sagt er gegenüber ka-news.de. "Solche Menschen brauchen wir hier nicht!"

Vorbereitungen im Rheinstrandbad Rappenwört
Im Rheinstrandbad Rappenwört kommt es am häufigsten zu Vorfällen. | Bild: Hammer Photographie

Ein Grund zur Sorge bestehe seiner Ansicht nach aber nicht. "Wir haben die Lage im Großen und Ganzen im Griff", so Sternagel. "Bei Bedarf können wir die Security an hochfrequentierten Tagen - wie beispielsweise vergangenen Sonntag - aber auch verdoppeln."

Streife im Schwimmbad? Polizei sieht keine Notwendigkeit

Doch trotz der Sicherheitsvorkehrungen: Der Chef der Karlsruher Bäder wünscht sich mehr Unterstützung durch die Polizei Karlsruhe. "Leider laufen die Beamten hier nicht regelmäßig Streife. Das würden wir uns aber wünschen, denn so sind wir momentan noch auf uns allein gestellt", äußert er sich gegenüber ka-news.de.

Beim Polizeipräsidium Karlsruhe sieht man hier aber keinen Bedarf: "Besondere Vorfälle in den Karlsruher Freibädern sind uns keine bekannt, daher sehen wir hier keine Veranlassung, in den Bädern Streife zu laufen", so ein Sprecher der Polizei auf Nachfrage von ka-news.de. 

"Solche Vorfälle wird es auch in Zukunft geben"

Oliver Sternagel hingegen findet es schade, dass ein harmloser Freibadbesuch heutzutage oft von solch negativen Ereignissen überschattet wird. Gleichzeitig beschwichtigt er aber: "Wir sollten die Kirche aber auch im Dorf lassen, solche Vorfälle gab es bereits in der Vergangenheit und es wird sie auch künftig geben."

Bilanz Freibad-Saison 2018 PK
Zwischenfälle werden auch in Zukunft nicht ausbleiben, so Sternagel. | Bild: Tim Carmele

Seiner Meinung nach sei Karlsruhe im Hinblick auf die Sicherheit gut aufgestellt. "Eltern können ihre Kinder getrost allein in unsere Freibäder gehen lassen", sagt er im Gespräch mit ka-news.de. "Es gibt natürlich keine hundertprozentige Sicherheitsgarantie, aber meines Erachtens sind wir schon sehr nahe dran."

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  •   FG1961
    (248 Beiträge)

    10.07.2019 06:01 Uhr
    Aufgrund der Klimadebatte werden
    Schwimmbäder (privat wie öffentlich) in naher Zukunft sowieso geschlossen.
    Es sei denn, sie werden nachweislich CO2-neutral betrieben.
    Es wird sowieso ein Umdenken von klimaschädlicher Bespaßung erfolgen müssen.
    Es geht um die zukünftigen Generationen.
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  •   Nico1966
    (288 Beiträge)

    10.07.2019 12:40 Uhr
    Geschlossen
    Was möchten die Klima-Hysteriker denn noch alles schließen und verbieten?Kein Augenmaß,alles am liebsten mit der Brechstange ! Doch der "Schuss" geht nach hinten los,keine der künftigen Generationen wird den Klimafaschismus lange mitmachen.Beraubt jedes Vergnügens werden die Normalen euch zum Teufel jagen. Ganz vorne mit dabei die,die jetzt schon im Schwimmbad Krawall machen!
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  •   udoh
    (1762 Beiträge)

    09.07.2019 18:53 Uhr
    Wenn die jungen Männer nach dem Angriff auf Bürger, Polizei oder Rettungsdienst
    ihren "Kumpels" whatsappen, dass sie nach der Samthandschuhbehandlung gleich wieder auf freien Fuß gesetzt wurden, wird das Problem immer größer. Aufgrund anderer Kindheitserfahrungen wird rechtsstaatliches Verhalten (samt Kuscheljustitz) als Schwäche und unser Land als rechtsfreier Raum empfunden. Auch habe ich den Eindruck, dass auch Karlsruhe-Stadt (Europaplatz) von Personen mit französischem Kennzeichen zunehmend frequentiert wird. Sind also nicht nur die Bäder. Aber vielleicht darf die französische Polizei inzwischen konsequenter durchgreifen?
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  •   Der_dunkle_Turm
    (624 Beiträge)

    09.07.2019 08:47 Uhr
    Ein Mob von mehreren hundert Männern,
    die sich wie auf Kommando zusammenrotten und unbeteiligte Bürger auf öffentlichem Gelände bedrohen erinnert mich an Silvester 2015.

    Und die Polizei, wie auch damals, nimmt aus "Deeskalationsgründen" keine Personalien auf.

    Unglaublich wohin Deutschland steuert. Da könnte man doch mal einen richtigen Notstand ausrufen.
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  •   HerrNilson
    (1079 Beiträge)

    09.07.2019 11:58 Uhr
    Das sind Jugendliche
    und früher sagte man Halbstarke dazu. Klar ist das extremer Mist, den die da bauen und in Kehl sollte die französische Polizei hinzugezogen werden. Aber jetzt mal ehrlich, das mit Sylvester 2015 zu vergleichen ist schon sehr weit hergeholt.
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  •   udoh
    (1762 Beiträge)

    09.07.2019 19:02 Uhr
    So weit her geholt sehe ich das leider nicht
    Zwischen "Halbstarken" und Großgruppen "junger Männern" sehe ich schon signifikante Unterschiede.
    Ich wüsste nicht, dass Angriffe auf Polizei und Rettungsdienst früher auf der Tagesordnung waren und Frauen bedrängen oder schlagen... das hätte selbst der winzigste Funke an Restehre eines Mannes verboten!
    Ich weiß früher gabs auch "Einzelfälle", aber da waren auch tatsächlich noch welche!
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  •   Weichei
    (288 Beiträge)

    08.07.2019 20:42 Uhr
    Ach wie war sie die Vergangenheit.
    Das Rappele vor 60 Jahren +
    Keine Becken nur das Naturbecken. Wir die Mutigen schwammen im Rhein. Kann mich nicht an einen einzigen Vorfall erinnern aber viel Spass hatten wir.
    Das schoene Rappele
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  •   barheine
    (103 Beiträge)

    08.07.2019 19:18 Uhr
    Ich sehe es schon vor mir...
    Polizei in Badehose mit Dienstmütze, Schorchel, Schwimmflügel, Adiletten und Wumme im Holster.
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  •   silberahorn
    (9797 Beiträge)

    09.07.2019 05:07 Uhr
    ... die Spaßrutschen
    in den Spaßbädern runterrutschend und "Halt. Hier spricht die Polizei" rufen. Und dahinter zehn jauzende Jugendliche : „Hulapalu” sagst du in mei Ohr, Hodi odi ohh di ho di eh.
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  •   AlterMann
    (20 Beiträge)

    08.07.2019 17:27 Uhr
    Konsequenzen fehlen
    Früher gab es auch mal Einzelfälle wo sich ein paar Personen mal daneben benommen haben. Aber dass 400 auf eine Familie losgehen, so was gab es noch nie.
    Aber solange das Fehlverhalten keine Konsequenzen hat wird sich auch nichts ändern, wir eher schlimmer.
    Ist ja nicht nur im Freibad so, größere Gruppen finden sich immer schnell zusammen. Und für die Polizei ist es auch schwierig bei einer solchen Übermacht alle einzufangen, Personalien feststellen und ggf. vor Gericht zu bringen.
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