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Karlsruhe Monika Seelmann rettet 76 Bäume in Karlsruhe - doch kann das "Einheitsbuddeln" wirklich dem Klima helfen?

Die Themen Klimawandel und -schutz sind aktuell so präsent wie nie zuvor. Um der Umwelt etwas Gutes zu tun, wurde daher die bundesweite Aktion "Einheitsbuddeln" ins Leben gerufen. Passend zum Tag der Deutschen Einheit am heutigen 3. Oktober sollen bundesweit mindestens 40.000 Bäume gepflanzt werden. In der Fächerstadt beteiligt sich die Waldstädterin Monika Seelmann an der Aktion: Sie will 76 Setzlinge einer alten Eiche vor dem Abmähen retten. Doch kann eine solche Aktion wirklich etwas gegen den Klimawandel bewirken?

In der Kolberger Straße im Stadtteil Waldstadt steht eine große, alte Eiche. Sie sollte eigentlich bereits gefällt werden, doch das will Monika Seelmann auf jeden Fall verhindern. Die 69-Jährige wohnt in der Waldstadt und möchte die unzähligen Ableger der Eiche, sogenannte Setzlinge, im Rahmen der Aktion "Einheitsbuddeln" retten.

"Diese Setzlinge haben Symbolcharakter"

Denn: Im Normalfall würden die Jungpflanzen einfach abgemäht werden. "Diese Setzlinge haben einen gewissen Symbolcharakter. Die alte Eiche gibt ihr Leben weiter", so Monika Seelmann im Gespräch mit ka-news.de.

Einheitsbuddeln Monika Seelmann
Bild: ka-news

Ihr Vorhaben ist aber nicht das einzige am heutigen Tag der Deutschen Einheit. Bundesweit sind Bürger aufgerufen, mindestens 40.000 Bäume für das Klima zu pflanzen. Wer nicht mitmachen kann, kann auch alternativ fünf Euro auf der Internetseite des "Einheitsbuddelns" spenden - dann wird ein neuer Baum in der Försterei Hütten in Schleswig-Holstein gepflanzt. Auch Seelmann will sich mit ihren 76 Setzlingen - in Anlehnung an die Postleitzahl der Fächerstadt - am bundesweiten Buddeln beteiligen.

Nach drei bis vier Jahren können sie gepflanzt werden

Ihr Engagement für die Setzlinge befürwortet auch das Gartenbauamt Karlsruhe, das die Kampagne unterstützt. "In der Stadtgärtnerei wird sich um die jungen Bäume gekümmert", sagt Klaus Weindel, stellvertretender Amtsleiter, gegenüber ka-news.de.

Einheitsbuddeln Monika Seelmann
Die Jungbäume der alten Eiche sollen gerettet werden. | Bild: ka-news

Nach drei bis vier Jahren werden sie dann wieder ausgepflanzt. "Ob sie dann ihre Heimat wieder in der Waldstadt haben werden oder an einem anderen Standort, wird man dann sehen", so Weindel.

"Wir wollen die Menschen wachrütteln"

Mit ihrem Einsatz geht es Monika Seelmann und ihren Helfern nach eigener Aussage jedoch nicht nur darum, die jungen Bäume zu retten. "Wir wollen das Bewusstsein der Menschen erreichen und sie wachrütteln", erklärt die 69-Jährige im Gespräch mit ka-news.de.

Einheitsbuddeln Monika Seelmann
Monika Seelmann engagiert sich bei der Aktion "Einheitsbuddeln". | Bild: ka-news

 

Doch kann das "Einheitsbuddeln" tatsächlich etwas für das Klima tun? Die Waldstädterin ist hier geteilter Meinung: "Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht", meint sie, fügt aber an: "Ich habe die Befürchtung, der Mensch überlebt es letztendlich nicht."

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  •   andip
    (9810 Beiträge)

    04.10.2019 08:43 Uhr
    Wieso müssen die Setzlinge abgemäht werden?
    Liesse man die stehen, wenn die alte Eiche gefällt wird, dann würden die danach selber kräftig wachsen und wieder zu einem grossen Baum werden.
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  •   Kojak
    (225 Beiträge)

    04.10.2019 13:42 Uhr
    Und die 75 anderen Setzlinge?
    Überlassen wir solche Fragen doch denen, die sich damit auskennen.
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  •   malerdoerfler
    (5759 Beiträge)

    03.10.2019 10:09 Uhr
    Da tut eine Privatperson mal ewas vernünftiges
    und das sollte viel mehr honoriert und bekannt gemacht werden.
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  •   dipfele
    (5554 Beiträge)

    03.10.2019 15:20 Uhr
    Wenn sich Frau Seelmann....
    … auch für den Erhalt der Platanen in der Kaiserstrasse einsetzen würde, dann wäre die Aktion noch besser. In der kaiserstrasse stehen schon hitzeresistente Bäume, die nicht erst gepflanzt werden müssen.
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  •   mueck
    (10933 Beiträge)

    03.10.2019 19:12 Uhr
    !
    Hat sie wohl getan, denn BNN 12.9.19:
    Zitat von Fluhrer verwies zudem auf den künftigen Grünzug in der ebenfalls umzugestaltenden Kaiserstraße und den Versuch– auch dies eine Kursänderung – den bestehenden Baumbestand so weit wie möglich zu erhalten. Nach früheren Planungen sollten die Bäume gefällt werden.
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  •   maehdrescher
    (1221 Beiträge)

    03.10.2019 09:08 Uhr
    Da verleihen wir doch
    der Dame sofort den Greta-Verdienstorden mit Lorbeerkranz, oder?
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  •   ALFPFIN
    (6815 Beiträge)

    03.10.2019 09:45 Uhr
    Schon, ja
    aber den Kranz mit Eichenlaub, Lorbeerbäume kommen ursprünglich aus Vorderasien und wir sollten ja bei uns laut heimischer Naturschützer nur Gehölze anpflanzen, die in unsere Region gehören. Also keine Unterstützung durch Lorbeerblätter im Kranz. 😉
    Die Baumpflanzaktion ist durchaus ehrenwert und wenn der eine oder andere Setzlinge "erwachsen" wird,
    ist es ja gut. Aber vielleicht sollten zum Beispiel Radrennfahrer nicht wild abseits der Wege durch den Wald sprinten, ganz egal ob sie damit junge Bäumchen umfegen oder nicht.
    Habe ich jetzt gerade wieder beobachten können, als Fußgänger auf dem Waldweg wohlgemerkt.
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