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Karlsruhe Mini-Kombilösung: So sieht's am Ettlinger Tor in zehn Jahren aus

Wie sieht der Platz am Ettlinger Tor in zehn Jahren aus? In mühevoller Kleinstarbeit haben Jugendliche in vier Monaten und rund 680 Arbeitsstunden ein realitätsnahes Modell der künftigen Infrastruktur am Ettlinger Tor nachgebaut. Am Montagmittag präsentierten die rund 20 Teilnehmer einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme ihr Holz-Modell. Die Mini-Kombilösung kann noch bis Mitte September im Informationspavillon "K." bestaunt werden.

Am Anfang stand eine leere Holzplatte - etwa einen Quadratmeter groß. Jetzt erhebt sich auf der anfangs schnöden Platte ein originalgetreues Modell der künftigen Kombilösungs-Haltestelle am Ettlinger Tor. Auf drei Ebenen haben Jugendlichen den dortigen Verkehrsbereich nachgebaut. Interessierte können sich noch bis zum Ende der Sommerferien im "K." anschauen, wie der Platz am Ettlinger Tor in etwa zehn Jahren aussehen wird.

Ettlinger Tor im Maßstab 1:87

Straßenbahnen im Stadtbahntunnel, wartende Fahrgäste und sogar das für den Haltestellenbereich vorgesehene dreifarbige Schattenspiel wurden in dem Modell berücksichtigt. Auch der Kriegsstraßentunnel wird detailliert dargestellt. Die einzelnen Ebene sind mit Aufzügen und Rolltreppen verbunden. Auf der obersten Ebene des Modells erstrecken sich detailliert die bestehenden Gebäude und der Infopavillon "K.". Auf den Straßen fahren kleine Modell-Autos, in den Parks und am Brunnen erholen sich Passanten. Sogar die Straßenlaternen leuchten. Der Betrachter bekommt ein gutes Gefühl, wie es einmal am Ettlinger Tor aussehen könnte. Und das alles im Maßstab von 1:87.

Andreas Mangold von der Karlsruher Schieneninfrastrukturgesellschaft (Kasig) lobte am Montag das Modell der Schüler: "Ich weiß gar nicht, warum wir eine Werbeagentur beauftragen, wenn Jugendliche das so toll hinbekommen." Die Kombilösung sei das spannendste Projekt der nächsten 150 Jahre in Karlsruhe - und mit dem Platz am Ettlinger Tor hätten sich die Jugendlichen ein besonders komplexes Modell ausgesucht.

"Die Jugendlichen waren sehr motiviert"

"Wir haben uns mit Absicht diesen komplexen Bereich rausgesucht. Denn wir wollten zeigen was Jugend schaffen kann, wenn sie motiviert ist", so Anna Stoll (21) vom Modellbauteam. Ihr Kollege Simon Stender ist ebenfalls begeistert von dem Projekt.  "Ich bin durch die kleinteilige Handarbeit viel ruhiger geworden", so der 20-Jährige. Auch die Zusammenarbeit und Kommunikation innerhalb der Gruppe streicht Stender positiv heraus.

Die Jugendlichen sind Teilnehmer einer Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme (BvB) bei dem Bildungsträger USS GmbH. Die BvB sind Fördermaßnahmen der Agentur für Arbeit mit dem Ziel, junge Menschen in Ausbildung oder Arbeit zu vermitteln. "Die Jugendlichen waren sehr motiviert", lobt Ursula Becker-Rumbler, Ausbilderin im Fachbereich Holz bei der USS. Die Idee für das Modell sei einem Kollegen im EDV-Bereich gekommen. "Wir wollten nicht nur theoretisch etwas durchnehmen, sondern uns auch praktisch und handwerklich mit der Kombilösung auseinandersetzen."

Probleme gemeinsam in der Gruppe lösen

Die 20 Jugendlichen haben dann in etwa 680 Arbeitsstunden recherchiert, die Baustellen besichtigt, Fotos abgeglichen und daraus Pläne entworfen. Dazu wurden die Proportionen der Gebäude und Fahrzeuge errechnet und schließlich auf der Holzplatte mit Holz, Metall und Plexiglas umgesetzt. Nicht immer habe alles gleich geklappt, wie es geplant war, so Ausbilderin Becker-Rumbler. "Die Jugendlichen haben dadurch gelernt, Probleme gemeinsam in der Gruppe zu lösen." Auch für die künftige Berufswelt hätten sie wertvolle Erfahrungen gesammelt, so wolle der ein oder andere Teilnehmer später einmal als Bauzeichner oder Schreiner arbeiten.

Die USS GmbH ist ein privater Anbieter im Bereich Aus-, Fort- und Weiterbildung, die unter anderem im Auftrag der hiesigen Arbeitsagentur mit Jugendlichen unter 25 Jahren, die keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, eine Berufsvorbereitung bis zu zehn Monaten durchführt. Der Umfang beträgt 39 Stunden in der Woche. Neben einer sozialpädagogischen Betreuung und der Schulung von EDV-Kenntnissen sollen die Jugendlichen eine individuelle Lernbegleitung bekommen, um schulische Defizite aufzuarbeiten und Einblicke in verschiedene Fachbereiche zu bekommen. Sie sollen damit auf eine Ausbildung vorbereitet werden.

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  •   mueck
    (10901 Beiträge)

    25.07.2012 12:00 Uhr
    !
    So schön weiß in weiß wie in den Hochglanzprospekten und nun auhc im Modell wird die Innenarchitektur hoffentlich nicht kommen: Keine Kontraste = nicht barrierefrei für Sehgeschädigte!
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  •   sorry55
    (831 Beiträge)

    25.07.2012 10:32 Uhr
    bis 2061
    das spannendste Objekt?? Armes Karlsruhe von nun an geht´s bergab. Aber Autos soll es da laut Modell auch noch geben. Und ist das ein Pool zum Baden in der Mittagspause? Echt toll geworden.
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  • unbekannt
    (5089 Beiträge)

    24.07.2012 23:05 Uhr
    Haha
    " Die Kombilösung sei das spannendste Projekt der nächsten 150 Jahre in Karlsruhe -"
    Jetzt wissen wir, wie lange es in etwa dauern wird. In anderen Städten werden die Passanten dann schon in die Läden gebeamt.
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  •   gios
    (394 Beiträge)

    24.07.2012 21:16 Uhr
    krasses schienenprofil. :D

    ansonsten schöne sache.
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  • unbekannt
    (1673 Beiträge)

    24.07.2012 20:26 Uhr
    ich hoffe ...
    ... die jungs und mädels werden keine modellbauer... was kommt noch? tunnel einer KITA in knetmasse?
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  •   silberahorn
    (9935 Beiträge)

    24.07.2012 20:35 Uhr
    Die konnten damit aber viel lernen. Allein schon die Umrechnung in den Maßstab 1:87 ist aufwändiger, als wenn man 1:100 oder 1:50 nimmt.
    Ich habe mich oft gefragt, warum Eisenbahnmodellbau diesen Maßstab hat.
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  •   mueck
    (10901 Beiträge)

    25.07.2012 11:57 Uhr
    !
    Sagt doch der Name: H0 = Halb Null = halb so groß wie der Maßstab 0 1:43,5, was wiederum die Hälfte vom Maßstab II ist 1:22,5 (LGB) zwinkern
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  •   80er
    (5692 Beiträge)

    24.07.2012 23:24 Uhr
    Klar.....
    ...ist ja auch so schwierig die Umrechnerei....mit meinen zehn Fingern bekomme ich es auch nicht hin.....aber jetzt mal im ernst.....wenn ich 100 meter in einem Maßstab 1:87 darstellen muss...das kann ja wohl jeder Hauptschüler, oder?
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  •   silberahorn
    (9935 Beiträge)

    25.07.2012 12:27 Uhr
    80er
    ... es geht nicht nur darum 100 m in 1:87 umzurechnen.

    Wenn auszurechnen ist, wieviel qm Material (z.B. Papier) zu bestellen sind , um 75 Anzeigetafeln der Größe 3,15m x 1,85m im Maßstab 1:87 herzustellen ... dann kriegen manche nur große Augen! Frag mal Lehrer in den Hauptschulen.

    Das war jetzt nur ein Umrechnungsbeispiel.
    Der Vorteil ist natürlich, dass es die Puppen und Zubehör in dieser Größe schon fertig zu kaufen gibt.
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  •   80er
    (5692 Beiträge)

    25.07.2012 12:37 Uhr
    Aha....
    ....um bei meinem Beispiel zu bleiben ist also sehr schwer 100 m in einem Maßstab 1:87 darzustellen? 100 m/87 = 1,149 m.
    Und deine besagte Anzeigentafel hat meiner Meinung nach die Abmessungen von 0,0362 m x 0,0212 m....oder liege ich da jetzt irgendwi falsch? Jedes Handy hat eine Rechnerfunktion...so schwer dürfte dies dann eigentlich nicht sein. Was schwer ist, ist bei so einem Modell wirklich immer und für alles und jedes den Maßstab 1:87 einzuhalten...ich denke, ein erfahrener Modelleisenbahner wird mir dies bestätigen können.
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