1  

Karlsruhe Mehr Wildunfälle im Südwesten: Stark wachsende Zahl an Wildschweinen sorgt für rund 2.600 Unfälle mehr als im Vorjahr

Die Tierwelt in Baden-Württemberg kommt immer häufiger dem Verkehr in die Quere. Meist haben die Tiere dabei das Nachsehen: Im vergangenen Jagdjahr wurden rund 23.000 Unfälle mit Wildtieren gemeldet - deutlich mehr, als noch in der vorangegangenen Saison.

Die Zahl der Wildunfälle ist im Südwesten aufgrund einer gewachsenen Wildschweinpopulation angestiegen. Wie Andreas Elliger von der Wildforschungsstelle Aulendorf  bei Ravensburg sagte, stieg die Zahl der Wildunfälle im vergangenen Jagdjahr (1. April 2017 bis 31. März 2018) beim Schalenwild - dazu zählen unter anderem Wildschweine, Rehe und Hirsche - um rund 2.600 auf knapp 23.000.

"Wir nehmen an, dass vor allem die starke Zunahme des Schwarzwildes dafür ursächlich ist", sagte Elliger. Unter Schwarzwild fallen die Wildschweine. Doch auch Rehe könnten auf der Suche nach Bucheckern oder Eicheln zu nahe an Straßen gekommen sein.

Im vergangenen Jagdjahr haben sich Elliger zufolge die Wildschweine stark vermehrt. Es wurden rund 79.000 erlegte Wildschweine gemeldet. Im Vorjahr waren es dagegen noch 46.000. Wie viele lebende Wildschweine es in Baden-Württemberg gibt, ist nicht bekannt.

Wo viele Autos fahren, passieren weniger Unfälle

Auch in Bayern gab es mit 76.000 Wildunfällen 2018 rund 2.000 mehr als im Vorjahr. Jäger sehen den zunehmenden Verkehr als Hauptgrund. Doch das sei zu kurz gegriffen, meint Volker Spahn von der Zentralstelle für Verkehrssicherheit in Bayern. Denn wo überdurchschnittlich viele Autos unterwegs sind, ereigneten sich sogar besonders wenig Wildunfälle - breitere Fahrbahnen, Rad- und Wirtschaftswege und Schutzplanken könnten Wildtiere dort eher von der Querung abhalten.

Letztlich hätten es Fahrer selbst in der Hand, Wildunfälle zu vermeiden: Stichproben ergaben, dass in unfallauffälligen Bereichen zu schnell gefahren werde. Auch ergab eine Analyse von mehr als 3.000 Messstellen, dass Menschen nachts - wenn mehr Tiere unterwegs sind und die meisten Wildunfälle geschehen - etwas schneller fahren als tagsüber, weil weniger Verkehr ist.

Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (1)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   Chris23
    (241 Beiträge)

    28.01.2019 20:51 Uhr
    Jagdzahlen kein Indikator
    ""Wir nehmen an, dass vor allem die starke Zunahme des Schwarzwildes dafür ursächlich ist", sagte Elliger. Unter Schwarzwild fallen die Wildschweine. Doch auch Rehe könnten auf der Suche nach Bucheckern oder Eicheln zu nahe an Straßen gekommen sein.

    Im vergangenen Jagdjahr haben sich Elliger zufolge die Wildschweine stark vermehrt. Es wurden rund 79.000 erlegte Wildschweine gemeldet. Im Vorjahr waren es dagegen noch 46.000. Wie viele lebende Wildschweine es in Baden-Württemberg gibt, ist nicht bekannt."

    Das mehr Wildschweine geschossen wurden, hat doch nichts mit dem Bestand zu tun. Dieses Jahr wurden sie doch gezielt bejagdt wegen der Schweinepest, man sollte doch eher davon ausgehen das es weniger Wildschweine gab.
    Scheinbar wird ja nicht erfasst, mit welchen Wild die Autos kollidieren?
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
Schreiben Sie Ihre Meinung
Fett Kursiv Link Zitat Sie dürfen noch Zeichen schreiben
Informiert bleiben: