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Karlsruhe Mehr Trinkwasserspender in der Karlsruher Innenstadt: Stadt will mit "Refill" zusammenarbeiten

Was war das nur für ein Sommer, den die Karlsruher in diesem Jahr erlebt haben. Temperaturen knapp an der 40 Grad-Marke haben die Menschen sehr ins Schwitzen gebracht - und auch zum Wasser trinken verleitet. Doch das ist oft mit viel Abfall verbunden, wenn to-go-Becher oder Plastikflaschen zum mitunter einmaligen Einsatz kommen. Nun prüft die Stadt Karlsruhe, welche öffentlichen Einrichtungen für die Initiative "Refill" in Frage kommen.

Die Flut an Plastikabfällen ist zum Problem geworden, das ist schon lange bekannt. Das ist der Gemeinderatsfraktion der Grünen ein Dorn im Auge. Daher fordern die Stadträte, dass das Projekt "Refill" weiter an Fahrt aufnimmt. "In Karlsruhe sind bereits erste Strukturen vorhanden, aber noch wenig bekannt", schreiben die Grünen in ihrem Antrag an die Stadt. Bei Refill bekommt jeder, der mit seiner Flasche in einen Laden geht, der an der Initiative beteiligt ist, Leitungswasser in die Flasche gefüllt. Kostenlos und unkompliziert. 

Refill Karlsruhe
Antonia Wucknitz gehört der Unverpackt-Laden. Sie macht bei Refill mit. Gerade füllt sie eine Flasche mit Trinkwasser auf. Ein Kunde hat danach gefragt. | Bild: Anya Barros

Doch nicht nur das Thema Müllvermeidung und Umweltschutz steht im Fokus des Antrages. Für die Gesundheit der Menschen ist Wasser von enormer Wichtigkeit, besteht doch der menschliche Körper zu 70 Prozent aus Wasser. "Insbesondere an heißen Sommertagen kann eine flächendeckende Trinkwasserversorgung im Stadtgebiet ein wichtiger Baustein sein, um die Menschen mit Flüssigkeit zu versorgen", so die Grünen weiter. Daher fordern die Stadträte von der Verwaltung, dass überprüft wird, welche vor allem städtische Einrichtungen, Standorte für Refill werden können. 

Trinkbrunnen in Frankfurt
In Frankfurt befindet sich ein vom Energieversorger Mainova betriebener Trinkbrunnen in der Fußgängerzone. Die Webseite von "Refill Deutschland" führt bundesweit kostenlose Trinkwasserstationen auf. | Bild: Andreas Arnold

Mögliche Stellen werden untersucht

Nun hat die Stadt ihrerseits zugesichert, dass sie geeignete Stellen untersuchen möchte, die für Refill in Frage kommen. "Neben den gewerblichen Anbietern sind auch städtische Einrichtungen geeignet, sich als eine solche Refill-Station anzumelden", so die Stadt in ihrer Stellungnahme an die Grünen-Fraktion. Also Refill-Aufklber drauf und gut? 

Wasserhahn/Trinkwasser
(Symbolbild) | Bild: pixabay.com © com77380

Im städtischen Gebiet stehen bereits Trinkwasserspender, etwa im Rathaus, im Ordnungsamt oder in der Stadtbibliothek. "Diese werden in der Regel von den Stadtwerken aufgestellt und gewartet. Auch in den Kundenzentren der Stadtwerke gibt es diese Sprudler, die als Refill-Stationen benannt werden könnten", so die Stadt und ergänzt: "Es wird aber geprüft, welche Standorte explizit für eine Refill-Station in Frage kommen!" 

 

(Die Karte zeigt die Trinkwasserbrunnen der Stadtwerke Karlsruhe.)

 

Lediglich Einrichtungen oder Gebäude, die der Öffentlichkeit nicht zugänglich sind, können keine offiziellen Refill-Punkte werden. "Dazu gehören Schulen, Kitas oder Seniorenheime", so die Stadt weiter. Auch öffentliche Trinkwasserspender wie in der Günther-Klotz-Anlage oder auf dem Durlacher Turmberg sind potentielle Refill-Stationen.

Turmbergrennen 2018
Trinkwasserbrunnen auf dem Turmberg. | Bild: Tim Carmele

Hygiene muss gewährleistet sein

"Angesichts der geltenden Trinkwasserverordnung sind sie in rechtlicher Hinsicht jedoch problematisch. Für die Stadtverwaltung besteht ein Haftungsrisiko in Hinblick auf hygienische Mängel und daraus folgende Infektionserkrankungen", erklärt die Stadt weiterhin. Somit schaffen es also einige Brunnen, die zwar einen kontinuierlichen Wasserdurchlauf haben, trotzdem nicht auf die Liste. 

Frisches Karlsruher Trinkwasser gibt es nun auf dem KIT-Campus. | Bild: ps

Doch nicht nur die Karlsruher Trinkwasserspender sollen Einzug in das Projekt Refill finden. Umgekehrt wird die Trinkwasser-App der Stadtwerke auf die Initiative verlinken, das soll etwa ab November passieren. "Zudem wird die Initiative auch auf die städtischen Flyer zum Thema Trinken bei Hitze aufgenommen", sagt die Stadt in ihrer Stellungnahme weiter. 

KA Trinkwasser
Die Trinkwasser-App der Stadtwerke Karlsruhe. | Bild: Google Play Screenshot
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Kommentare (15)
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  •   ingrid333
    (163 Beiträge)

    30.10.2018 13:54 Uhr
    Wasser
    Ich brauche keinen Brunnen in der City, habe seit Jahren immer meine 0,3 L Flasche in meiner Handtasche. Egal ob Sommer oder Winter, Wasserfläschchen ist immer am Ball. Kein Problem.
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  •   80er
    (5692 Beiträge)

    31.10.2018 18:03 Uhr
    Frauen.....
    ....halt....
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  •   labbapaloema
    (65 Beiträge)

    30.10.2018 13:21 Uhr
    Das ist eine gute Sache...
    ...für diejenigen, die oft und lange in der Stadt zu tun haben.
    Vielleicht hilft es auch den Kids, von zuckerhaltigen Getränken wegzukommen.
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  •   kscgrufti
    (3615 Beiträge)

    30.10.2018 11:08 Uhr
    Finde das
    ne gute Sache, als wir in Rom waren, waren wir echt froh, dass es dort über die Stadt verteilt ca. 1300 Trinkwasserbrunnen mit eiskaltem Wasser gibt, da konnte man gefühlt an jeder Ecke seine Flaschen wieder auffüllen. Und bei der Hitze damals waren wir froh, zu Viert net ca. 20 Halbliterflaschen Wasser mit rum zu schleppen. Mal abgesehen vom dortigen Preis, da wären mal locker an die 50 Euro weg gewesen.
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  •   Pommes
    (14 Beiträge)

    30.10.2018 12:56 Uhr
    Na endlich
    Ich finde es sehr angenehm, dass sich auch mal jemand positiv über solche Planungen äußert und dies auch mit eigenen Erfahrungen untermauert. Denn ich habe es genauso erlebt, sowohl im Mittelmeerraum, aber auch daheim. Besonders bei längeren Radtouren bin ich immer froh, meine Trinkflasche hier und da mal auffüllen zu können.

    Und nein, natürlich verdurstet keiner in Karlsruhe, und natürlich sollte auch jeder selbst darauf achten, sich im Hochsommer etwas zu trinken mitzunehmen. Es gibt aber genügend Nutzer öffentlicher Trinkbrunnen, was die Stadt nun eben auch erkannt hat und hier nachbessern möchte.
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  •   DonHasi
    (978 Beiträge)

    30.10.2018 10:42 Uhr
    Dann bin ich halt der erste...
    Wieder so eine unnötige Aktion die viel Geld kostet..
    Wer bei dem Sommer wie in den letzten Monaten nicht ein bisschen für sich selber sorgen kann, dem empfehle ich dringend denn Gang zum Neurologen seines Vertrauens.
    Wichtiger wären attraktive Sitzgelegenheiten in der ganzen Stadt um die Aufenthaltsqualität zu erhöhen.
    Das diese dann auch genutzt werden können, sollte der Kriminalität endlich entschlossen entgegen getreten werden (dürfen)
    Und am allerwichtigsten, Gelegenheiten zu schaffen, wo man das getrunkene Wasser wieder hintragen kann.
    Sprich WC´s. Hauptsache "Schicki-Micki". Wo die Leute in der Stadt hinpinkeln ist nicht so wichtig...
    Siehe auch : "Wenn das dringende Bedürfnis zum Problem wird" 11.08.2018.
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  •   andip
    (9689 Beiträge)

    30.10.2018 12:16 Uhr
    Schon wieder der Erste?
    Noch nicht gemerkt, dass dies eine Wiederholung ist? zwinkern
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  •   mueck
    (10542 Beiträge)

    30.10.2018 12:52 Uhr
    !
    Wiederholung, Feststellung der Überflüssigkeit und elegant geschlagener Bogen zur Sicherheitsfrage, klare Indizien dafür, dass in gewissen Kreisen vertrocknete Hirnwindungen die Wurzel allen Übels sein dürften ... zwinkern

    Bei der "Entsorgungsfrage" hat er aber nicht ganz Unrecht ...
    Zum kostenlosen Nachfüllen sollte auch das kostenlose Entsorgen gehören ...
    Pflanzt mehr und blickdichteres Buschwerk!
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  •   DonHasi
    (978 Beiträge)

    30.10.2018 19:32 Uhr
    Stöckchen
    Du bist mir jetzt nicht böse, wenn ich nicht über das Stöckchen springe, dass du mir gerade hin hebst
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  •   betablocker
    (4089 Beiträge)

    30.10.2018 10:37 Uhr
    Ogott,
    wir werden alle verdursten!
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