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Karlsruhe Mehr Geld und Zeit nötig: Schwierigkeiten bei der Sanierung der Stadthalle

Schadstoffe und Schwierigkeiten mit der Lüftung sorgen bei der rund 58 Millionen teuren Sanierung der Stadthalle für Probleme. Darüber informiert die Stadt nun die Öffentlichkeit. Die Umbaupläne müssen nun geprüft und gegebenenfalls angepasst werden.

Ende Februar 2018 wurde bekannt, dass für das Gewerk Lüftungs- und Klimatechnik umfangreiche Umplanungen erforderlich sind. "Dagegen befinden sich alle übrigen wesentlichen Modernisierungsmaßnahmen – Modernisierung der Foyers mit neuem Digitalen Leitsystem, Modernisierung der Säle, neue Lichtplanung als maßgebliches gestalterisches Konzept, Erfüllung der Brandschutzanforderungen – im Plankorridor", heißt es nun von der Stadtverwaltung in einer Pressemeldung.

Probleme gibt es aber nicht nur mit der Lüftung: Hier war vorgesehen gewesen, dass nur Teile ausgetauscht werden - diese Pläne müssen nun aber überarbeitet werden. "Darüber hinaus war die Schadstoffbelastung deutlich höher als ursprünglich feststellbar. Mit Hochdruck arbeiten seitdem alle Akteure in enger Abstimmung mit den ausführenden Firmen an Lösungen", so die Stadt weiter. Konkret müssen zusätzliche Rückbauten der Wand - und Deckenverkleidungen, der Schächte und der Bestandsinstallationen sowie umfangreiche Neuinstallationen stattfinden.

Auswirkungen auf die Kosten erst im Spätsommer absehbar

Hinzu komme, dass das Ausmaß der Schadstoffbelastung erst nach Schließung der Halle im Juli 2017 habe verifiziert werden können. Erst dann konnten umfängliche Bauteilöffnungen vorgenommen und Baustoffe untersucht werden. Die Demontage der schadstoffhaltigen Baustoffe habe auf Grund des enormen Umfangs und der Installationsdichte eine aufwendige Schadstoffentsorgung zur Folge gehabt.

Stand der Sanierung im Januar

Auch das Tragwerk des Bestandsgebäudes sei so ausgelastet, dass im Zuge des Rückbaus entdeckte Defizite an der Bausubstanz – wie beispielsweise freiliegende Bewehrungen in den Foyers im Untergeschoss – weitere Umplanungen in den Technikgewerken erforderlich machten.

Eigentlich wollte die Erste Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz das gemeinderätliche Begleitgremium in der vergangenen Woche über die Auswirkungen auf den Kosten- und Zeitplan informieren - diese Auskunft sei aber zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht möglich. Zuvor seien noch Abstimmungen und Prüfungen mit den Beteiligten notwendig. Fest steht aber bereits, dass der Terminplan "optimiert werden muss", so die Stadt. Welche Auswirkungen das auf die Kosten hat, könne erst nach der Sommerpause des Gemeinderates gesagt werden.

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Kommentare (24)
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  •   Eine_Armlaenge_Abstand
    (933 Beiträge)

    18.04.2018 18:39 Uhr
    Natürlich werden zuerst die Kosten kleingerechnet,
    damit man das politisch ohne Schramme durchbekommt.

    Danach nähert man sich in Schritten auf die wahren Kosten zu.

    So läuft das hier eben in Deutschland, auch wenn es ätzend ist.
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  •   teflon
    (2527 Beiträge)

    18.04.2018 17:54 Uhr
    Da muss ich nur schauen, in welches
    BM-Dezernat das ganze Dilemma fällt...dann wundert mich überhaupt nichts mehr.
    Lasst den einfach beim Müllsammeln - das ist auf Dauer deutlich billiger für den Steuerzahler
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  •   Malerdoerfler
    (4457 Beiträge)

    18.04.2018 16:54 Uhr
    Mehr Geld
    Ich höre in dieser Stadt immer nur "Mehr Geld".
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  •   ALFPFIN
    (6220 Beiträge)

    18.04.2018 12:24 Uhr
    Immer diese Überraschungen
    die Stadthalle wurde Ende der 1970iger bis Mitte der 80iger Jahre neu erbaut. Nur die Fassade vorne hat man erhalten. Es müssen also noch die Baupläne, die ganzen Unterlagen über die verwendeten damaligen Baumaterialien vorhanden sein. Vielleicht hätte man die oberen "Regierenden" einschließlich die beauftragten Architekten in die Ablagekeller der Stadt führen sollen, ich nehme nicht an, dass die alten Akten digitalisiert wurden, aber Aufbewahrungspflicht besteht. Dann hätte doch ein versierter Baufachmann ihnen zum Beispiel anhand der Unterlagen erklären können, wie groß der Umfang der abzutragenden schadstoffhaltigen Baustoffe sein wird und sicher wäre man auch auf alle anderen "Überraschungen"
    aufmerksam geworden. Offensichtlich sind ja die Sachbearbeiter im Bauresort nicht auf die Idee gekommen.

    Aber egal, auch ohne die Überraschungen, der Kostenrahmen wäre sowieso gesprengt worden. Was macht denn das für einen Eindruck, wenn man plötzlich den Kostenrahmen einhält.
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  •   VielVorNixDahinter
    (155 Beiträge)

    18.04.2018 12:55 Uhr
    Unterlagen sollten noch vorhanden sein
    Selbstverständlich sind die Unterlagen noch da. Das war ein Neubau hinter der klassizistischen Fassadenfront, für dessen Konzept ein Karlsruher Architekt den 1. Preis beim Ausschreibungswettbebwerb gewonnen und dessen Umsetzung 65 Mille in heutiger Währung gekostet hat (siehe hier: http://www.rotermund-architekt.de/, Stichworte "Wettbewerb" und "Projekte").
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  •   Malerdoerfler
    (4457 Beiträge)

    18.04.2018 16:56 Uhr
    Es ist schon erstaunlich
    Wofür es früher einen Preis gab (Es ist oft auch eine Schande wofür es heute einen Preis gibt)
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  •   andip
    (8988 Beiträge)

    18.04.2018 12:12 Uhr
    Eine Frage an die "Experten" hier
    Wie hättet ihr denn etwas erkennen können, bevor man irgendwelche Wände eingerissen hat?
    Habt ihr einen Röntgenblick und hättet schon vorher sehen können, was sich dahinter verbirgt?
    Sicherlich nicht.
    Das beim Sanieren alter Gemäuer irgendwas auftaucht, mit dem man nicht garantiert vorher rechnen konnte, kann immer passieren.
    Die Stadt oder deren Verantwortliche oder sonstige Politiker haben die Sanierungspläne auch nicht selber erstellt sondern haben damit entsprechende Fachleute beauftragt. Die müssen das auch jetzt auf ihre Kappe nehmen, wenn die evtl. Murks dabei gemacht haben.
    Das wäre auch in der Privatwirtschaft nicht anders.
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  •   Mondgesicht
    (1876 Beiträge)

    18.04.2018 13:21 Uhr
    Dass in früheren Jahrzehnten
    Stoffe verbaut wurden, die heute als Schadstoffe gelten, ist doch kein Geheimnis und auch keine Karlsruher Besonderheit. Darauf kann man auch ohne "Röntgenblick" kommen und dafür kalkuliert man sicherheitshalber Kosten ein. Wenn sich herausgestellt hätte, dass ausgerechnet bei diesem Bau keine Schadstoffe verwendet wurden, dann um so besser.

    Wer geplant hat, ob städtische Ämter und/oder Fachfirmen, ist doch zweitrangig. Es geht um die Frage, dass man solche Baumaßnahmen nicht künstlich kleinrechnen sollte, sondern auch gewisse realistische Unwägbarkeiten von vorneherein einzubeziehen hat. Das ist eine Frage der politischen Vorgaben an die zuständigen Damen und Herren.
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  •   betablocker
    (3136 Beiträge)

    18.04.2018 14:57 Uhr
    Man kann
    auch einfach mal ein paar Löcher bohren oder eine Wand einreissen, dann sieht man schon was drin oder dahinter ist. Denn DASS was da ist ist 100% sicher. Heutzutage ist ja schon ein lasierter Holzbalken ein Schadstoff für den man den Transport anmelden muss.
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  •   andip
    (8988 Beiträge)

    18.04.2018 15:34 Uhr
    Das hätte man
    erst dann machen können, wenn die Halle nicht mehr benutzt wird.
    Als die Pläne gemacht wurden, war die aber noch in Betrieb.
    Ausserdem wär es mir neu, das in Kostenkalkulationen Posten wie "evtl. vermutbare aber nicht näher bekannte Zusatzkosten" eingerechnet werden.
    Das macht keiner, auch sonstige Betriebe nicht.
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