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Karlsruhe Mehr Autos und oft zu schnell: Blitzer auf der Südtangente lösen deutlich häufiger aus

Zu den Aufgaben des Karlsruher Ordnungs- und Bürgeramts gehören Angelegenheiten wie Lebensmittelüberwachung, das Standesamt oder die Öffentliche Sicherheit mit dem Kommunalen Ordnungsdienst (KOD). Aber auch die Sicherheit im Straßenverkehr. Dafür wurde im Sicherheitsbericht nun Bilanz aus dem vergangenen Jahr gezogen.

Über 175.000 Fahrzeuge, egal ob Auto oder Lkw, waren im vergangenen Jahr in Karlsruhe registriert, über 2.000 Fahrzeuge mehr als im Jahr zuvor. Klar, dass bei mehr Fahrzeugen auch mehr Unfälle passieren können. 10.731 Unfälle sind demnach in der Stadt passiert, das macht ein Plus von 2,6 Prozent. Dabei kam es zu 1.178 Unfällen mit Personenschaden, bei denen Menschen entweder verletzt oder getötet wurden.

Einer von knapp 10.800 Unfällen: Bei dem Unfall in Hagsfeld, der sich im März 2017 ereignete, überschlug sich ein Auto. Beide Fahrer wurden glücklicherweise nicht verletzt. | Bild: Thomas Riedel

Hier können Polizei und Stadt immerhin einen Rückgang verzeichnen. Das geht aus dem aktuellen Sicherheitsbericht des Ordnungs- und Bürgeramtes der Stadt Karlsruhe hervor, das sich bei den Zahlen auf die Verkehrsunfallstatistik der Polizei bezieht. 

Blitzer auf der Südtangente verzeichnen Plus

Doch in Sachen Verkehr ist das Karlsruher Ordnungsamt (OA) auch für Verkehrsüberwachung zuständig, sowohl im "ruhenden" als auch im "fließenden" Verkehr. Heißt konkret: "Knöllchen" an Falschparker auszustellen (ruhend) oder Blitzer aufzustellen (fließend). "Insgesamt 277.414 Verstöße wurden durch die Geschwindigkeits- und Rotlichtmessanlagen in der Stadt erfasst", so das Ordnungsamt in seinem aktuellen Sicherheitsbericht. Besonders "beliebt" bei Temposündern: die beiden Blitzer auf der Südtangente Höhe des Wasserwerks. 

Der Wasserturm an der Südtangente.
Die Karlsruher Südtangte. Höhe Wasserwerk stehen zwei Blitzer, die sehr "erfolgreich" sind. | Bild: Peter Eich

Die Blitzer konnten 2017 ein dickes Plus vorweisen: In Richtung Osten sind mehr als 45.500 Fahrer geblitzt worden, fast 8.900 mehr als im Vorjahr. Etwas weniger "erfolgreich" war die Blitzersäule in Richtung Westen. Hier blitzte es fast 32.900 Mal, das sind 12.419 mehr als noch 2016.

"Diesen Anstieg können wir uns auch nicht erklären", sagt Günter Cranz, stellvertretender Leiter des Ordnungs- und Bürgeramtes Karlsruhe. Er führt die Schwankung auf Unachtsamkeit der Fahrer zurück: "Man kennt die Blitzer zwar und fährt dann trotzdem rein", so Cranz im Gespräch mit ka-news weiter. "Oder, weil die Fahrer durch ihr Handy oder anderweitig abgelenkt sind!" Möglicherweise hängt der Anstieg allerdings mit der Baustelle auf der Südtangente im Jahr 2017 zusammen: Hierfür wurde das Tempolimit von 80 auf 60 reduziert - und die Blitzer entsprechend umgestellt.

Lässt die Verkehrsmoral zu wünschen übrig?

Seiner Meinung nach fahren viele auch deswegen in die Blitzer, weil sie es drauf anlegen. "Das ist gewisses Quantum an Verkehrsmoral, da fahren einige immer zu schnell, ganz nach dem Motto 'Mal schauen was passiert'", erklärt Günter Cranz. 

Blitzer B36/Sudetenstraße
Der neue Blitzer an der Kreuzung B36/Sudetenstraße. | Bild: Katharina Scholl

Auch die neu aufgestellten Geschwindigkeitsmesser, die erst Ende 2016 und Anfang 2017 in Betrieb genommen wurden, registrierten laut Sicherheitsbericht Temposünder in "erheblichem Ausmaß". Der Blitzer in der Gustav-Heinemann-Allee wurde seit Inbetriebnahme über 7.370 Mal ausgelöst, der in der Starckstraße/Honsellstraße in Richtung Norden stellte über 14.000 Verstöße gegen die erlaubte Geschwindigkeit fest.

Blitzeranalage
Spitzenreiter in der Fächerstadt: Seit Inbetriebnahme im März 2017 blitzte es im vergangenen Jahr über 25.000 Mal in der Ludwig-Erhard-Allee. | Bild: Lukas Hiegle

Neue Blitzer an den Unfallschwerpunkten

Unangefochtener Spitzenreiter der neuen Messanlagen: die Blitzersäule in der Ludwig-Erhard-Allee. An diesem ehemaligen Unfallschwerpunkt wurden seit Ende März 2017 25.295 Geschwindigkeitsüberschreitungen gemessen. Heißt: Über 2.800 Mal im Monat hat es dort im vergangenen Jahr geblitzt.

"Diese neuen Blitzer waren absolut notwendig, denn an diesen Stellen waren Unfallschwerpunkte", erklärt Günter Cranz im Gespräch mit ka-news weiter. Die hohen Zahlen verwundern den stellvertretenden Leiter des Ordnungsamtes allerdings nicht: "Im ersten Jahr werden viele Fahrer von den neuen Messanlagen erfasst, dann wird es bekannter, dass da ein Blitzer steht", sagt Cranz abschließend.

Eine Übersicht aller stationären Blitzer in Karlsruhe gibt es hier:

 

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  •   Eine_Armlaenge_Abstand
    (1122 Beiträge)

    14.08.2018 19:35 Uhr
    Ich finde das jetzt überhaupt nicht lustig.
    Die Kaiserallee ist keine Rennstrecke für Motorradfanatiker oder andere Egomanen.

    Also Raser abstrafen und Lizenz wegnehmen.

    Geht doch auf den Nürburgring.
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  •   Spambot
    (3 Beiträge)

    14.08.2018 19:52 Uhr
    Scheinbar muss es erst richtig krachen,....
    ...damit die Verantwortlichen endlich mal aufwachen! Siehe Beispiel Berlin / 01.02.2016. Erst wenn auf der Kaiserallee ein Unbeteiligter wegen Raserei zu Tode kommt, werden Massnahmen ergriffen. Davor scheint keine Eile geboten.
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  •   sorry55
    (831 Beiträge)

    14.08.2018 17:41 Uhr
    Die Erhöhung der Zahlen
    auf der Südtangente beim Wasserwerk sind mit Sicherheit der damaligen Baustelle geschuldet. Die Geschwindigkeit war auf 60 km/h reduziert. War man am Schwarzwaldkreuz vorbei dachte jeder die Baustelle ist beendet und fuhr normal weiter, Pech gehabt, nach dem Blitzer war der nächste Bauabschnitt und die Geschwindigkeit war wieder auf 60 reduziert. Ich erinnere mich, es wurde damals schon bemängelt, dass die Beschilderung so nicht in Ordnung sei.
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  •   peddersenn
    (986 Beiträge)

    15.08.2018 09:44 Uhr
    so siehts aus....
    ....und das ist ganz oft so. Der mündige, mitdenkende Autofahrer wird in Fallen gelockt, die entweder der Böswilligkeit oder dem Unvermögen der Aufsteller geschuldet sind. Ich denke mal, das Letztere. Die Leute haben einfach keinen Plan, was ihre Beschilderung so ausrichtet - genau wie sie keine Ahnung haben, wie ihre kombinierten Rotlicht/Geschwindigkeitsblitzer Unsicherheit bei vielen Autofahrern hervorrufen.

    Der Spruch "einfach den Regeln nach fahren" mag zwar seine Berechtigung haben - aber auch Kurven, Straßenführung und anderes werden entsprechend den Erfordernissen des Verkehrs angelegt und geplant. Da sollte das auch mit den Schildern sinnvoller geplant werden.

    Zum Beispiel habe ich noch gelernt, daß Geschwindigkeitswechsel von 50 auf 30 innerorts immer mit Starßenverengung, Gestaltungsänderung o.ä. einhergehen sollte.

    Und daß es von Schildern um den Faktor 10 zuviele gibt - DIE Feststellung aus den 60ern ist leider immer noch völlig richtig.
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  •   dipfele
    (5593 Beiträge)

    14.08.2018 19:43 Uhr
    Weis eigentlich das Ordnungsamt.....
    … wie viele Unfälle in der Kaiserstrasse passiert sind?
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  •   augen_auf
    (57 Beiträge)

    14.08.2018 14:57 Uhr
    Warum das Geheule?
    Von mir aus könnte an jeder Ecke ein Blitzer stehen, der Einzige der ein Schuld daran trägt wenn er geblitzt wird, ist der Fahrer. Jeder kennt die Geschwindigkeitsbeschränkungen, jeder kennt die darauf folgenden Sanktionen und dann mit dem Finger auf Andere zu zeigen zeugt von Ignoranz und einer falschen Selbstwahrnehmung. Ich bin leider auch schon 3-4 Mal geblitzt worden (in 26 Jahren) und habe mich auch aufgeregt, jedoch über mich selber da ich es ja eigentlich besser wissen sollte. Wenn die Stadt mit den erhobenen Gebühren Ihr Säckel auffüllt, soll mir das recht sein.
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  •   Schiller
    (117 Beiträge)

    14.08.2018 18:19 Uhr
    Ich hab nie verstanden
    warum Blitzer als "Abzocker" deklariert werden. Wenn das bei den Leuten mit der Geschwindigkeit nicht ins Hirn will, ist ohnehin jegliche Hoffnung verloren...
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  •   DonHasi
    (1003 Beiträge)

    14.08.2018 13:45 Uhr
    Kohle, Kohle, Kohle
    Darum gehts und sonst um garnix.
    Es werden doch angeblich immer weniger Autos. (siehe BNN von gestern 13.August 2018 findet man zu dem Thema erstaunliches)
    Straßen müssen deshalb nicht mehr neu gebaut werden.
    Mit deren Ertüchtigung kann man sich auch Zeit lassen.
    Die KVV verliert 6 Mio Fahrgäste jährlich seit 2012 !! (Achtung Artikel richtig lesen)
    Durch autonomes Fahren gibt es keine Unfälle mehr und Geschwindigkeitsverstöße werden seltener.
    Dazu noch Ampelschaltungen die jeden bevorzugen, nur die arbeitende Bevölkerung mit PKW nicht.
    Die "Müsli-Terroristen" haben es weit gebracht in unserem Land.
    Treten wir ihnen endlich ordentlich in den Hintern.
    Verzichten wir aufs Auto fahren soweit als möglich. Freiwillig. So hart wie das auch ist.
    Lasst uns die Innenstädte Fr., Samstag und Sonntag meiden.
    Erfreuen wir uns an leeren Schaufenstern, eingetretenen Eingangstüren und versieften Schmierereien an den Wänden.
    Vielleicht ist es ja genau das, was den Grünen so gefällt.
    Fast wie zu Hause!
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  •   NeoTiger
    (692 Beiträge)

    14.08.2018 15:47 Uhr
    Genau, wehrt euch gegen diese Abzocke!
    Fahrt alle unterhalb der zulässigen Höchstgeschwindigkeit, damit die Stadt keinen Cent mehr an euch verdient!
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  •   silberahorn
    (9979 Beiträge)

    14.08.2018 13:53 Uhr
    Sammlung negativer Aspekte
    Wobei manchmal Übertreibungen auch tatsächlich nützlich sein könnten, wenn sie nicht despektierlich auf bestimmte politische Richtungen einhacken würden.

    Ich lese gerade, dass die Brücke in Genua, vor der ich so eine riesige Angst hatte, dass man sich darüber auch noch lustig machte, eingestürzt ist.
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