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Karlsruhe Leiharbeit in Karlsruhe: Nimmt unsichere Beschäftigung in der Fächerstadt zu?

Eine Analyse des Instituts für Angewandte Wirtschaftsforschung gibt Grund zur Sorge: Immer mehr Menschen im Südwesten arbeiten laut einer Studie in zeitlich begrenzten Verträgen oder ohne Vollzeitjob. Und wie sieht die Situation in Karlsruhe aus? ka-news hat beim Arbeitsamt nachgehakt!

Insgesamt acht Formen atypischer Beschäftigung hat das Tübinger Institut in seiner Studie unter die Lupe genommen. Zu den atypischen Beschäftigungen zählen zum Beispiel befristete Beschäftigungen, Teilzeitarbeit oder auch Zeitarbeit. 

Besonders junge Menschen und Männer in Leiharbeit

Im Stadtbezirk Karlsruhe arbeiten laut einer Sprecherin der Agentur für Arbeit Karlsruhe-Rastatt etwa 5.000 Beschäftigte in Zeitarbeit. "Nach der Finanz- und Wirtschaftskrise wurde die Anzahl der Leiharbeiter aufgebaut, ihren Höchststand erreichte sie im Jahre 2011", schildert sie gegenüber ka-news, "anhand der Zahlen der letzten Jahre lässt sich beobachten, dass der Aufbau der Leiharbeit über das Vorkrisenniveau im Stadtbezirk nicht erfolgt ist". 

Besonders junge Menschen arbeiten offenbar immer häufiger in atypischen Beschäftigungsverhältnissen. Den größten Anteil an Leiharbeitern trifft man bei den 25- bis 34-Jährigen an, so die Sprecherin. Gleichzeitig seien Männer doppelt so häufig wie Frauen als Zeitarbeiter im Einsatz.

Hier sieht sie einen Zusammenhang zu den Berufsfeldern, in denen Leiharbeiter in erster Linie eingesetzt sind: "Der größte Teil der befragten Zeitarbeiter arbeitete in Berufen, in denen in der Regel eher Männer anzutreffen sind wie beispielsweise im Handwerk", beobachtet die Sprecherin.

Leiharbeit - das Aus für die eigene Karriere?

Leiharbeit müsste dabei allerdings nicht zwangsläufig zum Karriere-Killer werden: "Unserer Erfahrung nach, ist eine solche Beschäftigung für einen Facharbeiter unschädlich", versichert die Sprecherin, "dieser findet durchaus wieder ein reguläres Arbeitsverhältnis oder kann die Leiharbeit sogar als Sprungbrett zur direkten Einstellung in den Betrieb nutzen".

Bei Arbeitskräften ohne Berufsausbildung hingegen kann es unter Umständen problematisch werden: "Mancher Werdegang eines Helfers ist stark geprägt von häufig wechselnden Beschäftigungen bei verschiedenen Leiharbeitsfirmen", so die Sprecherin weiter, "je geringer die Qualifikation ist, desto unwahrscheinlicher wird es, dass man dann außerhalb der Leiharbeit eine Beschäftigung findet". 

Mehr zum Thema:

Studie: Unsichere Beschäftigung im Südwesten nimmt zu

Umfrage: Zeitarbeit - Chance oder Ausbeutung?

Gegen Missbrauch von Leiharbeit: 5.550 Unterschriften in Bruchsal übergeben

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  •   runsiter
    (11986 Beiträge)

    12.09.2014 20:35 Uhr
    Kinder müssen lernen,
    sich ganz ohne Demütigung und Leistungsdruck selbst zu verwirklichen. Doch nicht dieses kapitalistische Zeugs bei dem man leistungsbezogen richtig was schaffen müsste.
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  •   silberahorn
    (9861 Beiträge)

    12.09.2014 16:05 Uhr
    Derjenige, der unter Angabe einer Kontonummer bei der Bundesbank in Nürnberg vom Land Geld zurück forderte, das man bei mir abzog - ohne dass er erkenntlich seinen Namen angab und außerdem einen Absenderstempel benutzte, der nicht stimmen kann - hat garantiert keinen befristeten unsicheren Job.
    Leider komme ich nicht dahinter wer das war. Darum solllte sich der Vorgesetzte eventuell kümmern. Wird der aber wohl auch nicht machen.
    Fest steht aber, dass es so wie es gemacht wurde nicht gehen kann.

    Jetzt darf hajmo wieder gegen mich schießen, weil ich so etwas nicht schreiben soll. Es sind keine Namen genannt. Aber wenn es im Rathaus West kein Team 2 gibt, das als Absender angegeben wurde, dann will ich wissen, wo meine Anfrage zum Thema blieb, wenn mein Brief nicht an den angegebenen Absender zurück kam.
    In keiner Firma gibt es sowas, dass Geld angefordert und erhalten wird, ohne dass ein Ansprechpartner erkennbar ist! Im öffentlichen Dienst scheint man das machen zu können.
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  • unbekannt
    (343 Beiträge)

    12.09.2014 16:38 Uhr
    Um Namen
    gehts nicht, sondern um ellenlange Kommentare die man ohne Insiderwissen nicht verstehen kann.
    Du kannst ja gegen die Behörden schiessen, das wird nicht immer unbegründet sein, aber irgendwie versteht man nie worauf du hinauswillst.
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  •   Shadowdreams
    (193 Beiträge)

    12.09.2014 18:28 Uhr
    Zustimm
    ich verstehe nur Bahnhof.
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  •   silberahorn
    (9861 Beiträge)

    12.09.2014 16:52 Uhr
    Ja, ich werde dieses Schreiben eben als ka-news Reporter veröffentlichen müssen.

    Ich schieße nicht gegen Behörden, sondern habe bereits den OB und den Sozialdezernenten vor einigen Monaten angeschrieben. Das was jetzt noch im August kam ist ein Zeichen dafür, dass manche Leute machen können was sie wollen.
    Es geht mir gar nicht um 5.00 EUR mehr oder weniger, sondern darum, dass man sogar bei telefonischer Nachfrage, wo ein Schreiben geblieben ist noch so dasteht, als würde man etwas sagen, das nicht stimmt.
    Man hat durch meine Bemühungen 40.000 EUR rückerstattet bekommen! Und wenn ich eine genaue Abrechnung haben möchte oder Fragen zu Gesetzesgrundlagen stelle, dann versackt das irgendwo, weil es die Adresse so angeblich nicht gibt, obwohl sie von irgendwem, dessen Namen nicht erkennbar ist, angegeben wurde.
    Wer sagt mir denn, ob da nicht auch Betrug dahinter stehen kann?
    Seriös geht anders!
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  •   Consigliere
    (327 Beiträge)

    12.09.2014 16:04 Uhr
    jeder ist seines Glückes Schmied
    "an schmutzigen Händen bleibt viel hängen."
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  •   saavik
    (1477 Beiträge)

    12.09.2014 13:16 Uhr
    Teilzeit
    Ich finde es nicht ok, dass es in dem Artikel so klingt, als wäre Teilzeit ähnlich schlecht wie Leiharbeit oder Zeitarbeit. Teilzeit gibt es, damit man arbeiten kann, obwohl man Kinder hat. Schlechter bezahlt als die entsprechenden Vollzeitstellen (bezogen auf den Stundenlohn!) wird das in der Regel auch nicht. Also ich finde das nicht atypisch.

    Was hier fehlt sind die ganzen Minijobs, die teilweise vom Aufwand her fast mit Vollzeitjobs gleichzusetzen sind... und die Arbeitgeber, die mit unvergüteter Probearbeit ihre saisonal bedingte Mehrarbeit finanzieren...
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  • unbekannt
    (6808 Beiträge)

    12.09.2014 20:21 Uhr
    ein Normalarbeitsverhältnis
    ist ein Vollzeitjob im Angestelltenverhältnis. Alles anders sind atypische Beschäftigungen und daher fällt da auch eine Teilzeitstelle darunter. Das ist einfach Fachjargon in diesem Fall.
    Teilzeit gibt es nicht nur wegen Kindern. Manchmal sind Stellenbesetzungen auch organisatorisch nciht anders zu besetzen.
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  • unbekannt
    (343 Beiträge)

    12.09.2014 16:27 Uhr
    Man müsste
    wissen was gemeint ist. Teil-Zeitarbeit oder Teilzeit-Arbeit.
    Sonst schmeissen sie mit den Bindestrichen wild um sich, hier hätte einer zum Verständnis geholfen.

    Ich weiss jetzt auch nicht was an Teilzeit schlecht sein soll. Sofern es reicht - warum soll man mehr schaffen als man muss?
    Und viele haben ja gar keine andere Möglichkeit.
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  •   aga2759
    (409 Beiträge)

    12.09.2014 11:41 Uhr
    Leiharbeit kein Karrierehindernis?
    Wer denkt sich sowas aus? Ich kenne keine Leiharbeitsfirma, in der sowas wie Karriere überhaupt vorgesehen ist. Man kann natürlich als Team-Leiter des Verleihers auf Provisionsbasis arbeiten, aber das hat doch mit der fachlichen Karriere nichts zu tun. Bis man sich für Leiharbeit hergibt, hat man zudem meist mehrere Monate Arbeitslosigkeit hinter sich. Sehr karrierefördernd!
    Zudem ist eine kontinuierliche betriebliche Altersvorsorge praktisch nicht machbar. Also muss man mehrere Verträge abschließen, da die Form der AV der Arbeitgeber aussucht. Entsprechend fallen immer wieder Abschlußgebühren an und die Verträge sind stetig niedriger verzinst, entsprechend der aktuellen Zinslage.
    Alles ganz toll.
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