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Karlsruhe Lebensgefahr durch trockene Bäume: Warum Sie sich an die Verbote der Stadt Karlsruhe halten sollten

Nicht nur in der Waldstadt, sondern in vielen anderen Karlsruher Stadtteilen, besteht momentan akute Gefahr durch die Folgen des vergangenen Trockenjahres. Zahlreiche Bäume sind ganz oder teilweise abgestorben. Jederzeit können Äste abbrechen oder ganze Bäume umfallen. In der Waldstadt sind Waldwege gesperrt, da lebensgefährliche Situationen entstehen können - zum Ärger der Anwohner.

Betroffen sind vor allem Buchen und Kiefern. "Die Bäume sind durch die Hitze geschwächt", erklärt Umweltdezernentin Bettina Lisbach, "oft ziehen die Trockenschäden auch Pilzkrankheiten nach sich. Dadurch sterben die Baumkronen oder sogar ganze Bäume ab."

ka-news.de im Interview mit Umweltdezernentin Bettina Lisbach. | Bild: Paul Needham

Die Mitarbeiter des Gartenbauamts kommen momentan kaum hinterher, die Bereiche zu sichern und betroffene Bäume zu fällen. "Wir haben zunächst frequentierte Bereiche in Angriff genommen, wo beispielsweise Feste stattfinden", erklärt Lisbach. So stehen das Gelände rum um das Wildparkstadion, der Zoo und Kindergärten auf der Liste ganz weit oben.

Absperrungen werden leichtsinnig ignoriert

Die Wege sind gesperrt - aber gearbeitet wird derzeit in der Waldstadt noch nicht. Das lässt die Anwohner wohl langsam ungeduldig werden. "Leider zeigen die Bewohner wenig Verständnis. Wenn die anderen Prioritäten abgearbeitet sind, werden zuerst die Flächen um die Elbinger Straße bearbeitet", sagt Jürgen Unger vom Gartenbauamt, "so lange müssen eben noch die Umwege in Kauf genommen werden."

Jürgen Unger vom Gartenbauamt weist auf Problembäume hin. | Bild: Paul Needham

Nicht jeder nimmt die Warnung ernst. Absperrungen werden teilweise zur Seite geschoben und die Waldwege trotzdem genutzt. Das führt im Umkehrschluss zu überfüllten Mülleimern, da diese in abgesperrten Zonen nicht geleert werden. Unger rät dringend dazu, die Absperrungen zu beherzigen.

Gefahr nicht vorhersehbar

"Die Gefahr steckt im Bruchverfahren"- jeder Baum bricht anders und der Zeitpunkt ist nicht voraussehbar. "Man kann nie wissen, wann einen ein Ast oder gar ein ganzer Baum erschlagen kann", warnt Unger. "Schon für unsere Mitarbeiter ist es höchst gefährlich, in den Gefahrzonen zu arbeiten. Es besteht Lebensgefahr, viele unterschätzen das!" Außerdem übernehme das Gartenbauamt im Schadensfall für die abgesperrten Zonen auch keine Haftung, so Lisbach.

Statistik Temperatur 2018
Schon 2018 war die Trockenheit ein Problem. (Quelle: Statista.de) |

Die Gefahrzonen sind momentan alle abgesperrt, so lange, bis die Schäden meist leider durch Fällen oder Rückschneiden der Bäume behoben sind. "Dass ein trockengeschädigter Baum sich wieder erholt kommt leider fast gar nicht vor", bedauert Lisbach.

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Kommentare (18)
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  •   Gegengerade1975
    (169 Beiträge)

    03.08.2019 11:13 Uhr
    Herr schmeiß Hirn vom Himmel
    Wegen einigen Kommentaren hier
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  •   Skudder
    (436 Beiträge)

    03.08.2019 06:23 Uhr
    Das
    vergangene Trockenjahr ist schuld. Abgesperrt wurde erst vor ein paar Wochen. Hmm, die ganze Zeit ist nichts passiert, aber jetzt herrscht plötzlich Lebensgefahr. Mir kommt das ziemlich hysterisch vor. Zwischen den Häuserzeilen ist übrigens auch Wald, auch mit Kiefern und Buchen. Das ist nicht gesperrt, sonst könnten die Leute ja nicht aus oder in ihre Wohnungen. Auch die dortigen Spielplätze sind offen.

    Im Hardtwald ist übrigens nichts gesperrt. Aber das ist wahrscheinlich eine völlig andere Zuständigkeit. Da ist wohl alles harmlos.
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  •   Iglaubsnet
    (318 Beiträge)

    02.08.2019 17:00 Uhr
    Das
    "vieljährige Mittel" von wann stammt das? Vermute mal Maunder- Minimum.
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  •   Iglaubsnet
    (318 Beiträge)

    02.08.2019 17:04 Uhr
    Von
    1961- bis 1990 hatte ich doch Recht mit meiner Vermutung, wenn ich auch etwas übertrieben habe. 1960 bis 1980 hatten wir eine kühle Phase im Wetter, das sollte man mit Vorsicht heranziehen.
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  •   AlterMann
    (75 Beiträge)

    02.08.2019 13:49 Uhr
    Meine Bäume
    Meine Bäume wachsen prächtig.
    Und meine Büsche wuchern wie wild, wir kommen mit dem Schneiden nicht mehr hinterher.
    Und das obwohl wir nur ein paar km vom Karlsruhe entfernt wohnen.
    Allerdings hab ich nicht nur eine Baumsorte sondern ein wildes Durcheinander.
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  •   Iglaubsnet
    (318 Beiträge)

    02.08.2019 17:05 Uhr
    Meine auch
    bei manchen hilft nur noch der finale Wurzelschnitt.
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  •   Holzbierebub
    (295 Beiträge)

    02.08.2019 09:14 Uhr
    Wird Brennholz
    jetzt endlich wieder billiger? Waren das Zeiten, als man den Ster für 50 D-Mark kaufen konnte, inklusive Anlieferung bis zum Kellerfenster.
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  •   Berty87
    (609 Beiträge)

    02.08.2019 08:29 Uhr
    Dann
    Verstehe Ich nicht wenn die Stadt hier nicht nachkommt, kann man doch die Betroffenen Bäume denjenigen anbieten die sich das Brennholz im Wald selber holen. An die die denn nachweisen haben mit einer Kettensäge umzugehen und die Schulung hatten um diese zu fällen. Klar nicht an die Hobbyheizer die Ihr Holz teuer im Baumarkt kaufen, nein an die die sich mit der Sache auskennen. So wären die Bäume weg. Die Stadt bekommt dafür noch Geld und alle sind Glücklich.
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  •   andip
    (9795 Beiträge)

    02.08.2019 09:17 Uhr
    Solche gibt es nicht
    Wer von denen, die evtl. Brennholz gebrauchen könnten, hat denn eine Ausbildung/Schulung zum Holzfäller gemacht?
    Doch wohl so gut wie niemand bzw. gar keiner.
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  •   Berty87
    (609 Beiträge)

    02.08.2019 11:33 Uhr
    Also
    Ich weiß zwar nicht ob Sie sich auskennen. Jedoch aber um in Karlsruhe geschweige in Deutschland Brennholz aus dem Stadtwald holen zu dürfen, benötigt es einen

    • Für die Aufar­bei­tung von Flächen­lo­sen, bei denen stehende Bäume oder Stammteile gefällt werden, ist ein mindestens zweitä­gi­ger quali­fi­zier­ter Motor­sä­gen­lehr­gang erfor­der­lich

    Ohne diesen darf erst gar nicht Brennholz geholt werden.

    Also bevor so was geschreiben wird, erst mal erkundigen.

    Oder kaufen Sie auch teuer Brennholz im Baumarkt ein
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