Karlsruhe Leben in der Fächerstadt: So denken Karlsruher Familien über ihre Wohnsituation

Wie lebenswert ist die Fächerstadt für Familien und wie denken sie über ihre Lebenssituation? Das wollte die Stadt in einer Umfrage von Karlsruher Familien wissen. Trotz insgesamt schwieriger Wohnungsmarktlage, zeigen sich vor allem ältere Familien zufrieden mit ihrer Wohnsituation, Jüngere setzen sich dagegen mit Umzugsgedanken auseinander.

Über 26.000 Familien mit Kindern unter 18 Jahren leben in Karlsruhe. Die Familien unterscheiden sich anhand ihrer Kinderzahl, ihres Verdienstes sowie beim Betreuungsbedarf teilweise stark voneinander.  Zuwanderung, eine höhere Lebenserwartung und steigende Geburtenzahlen sind Ursachen für das  Wachstum in der Fächerstadt.

Im Jahr 2016 übertraf die Zahl der Geburten in Karlsruhe (2.990) erstmals seit 50 Jahren wieder die Zahl der Todesfälle (2.949). In der Familienumfrage werden Familien aus der Baden-Metropole zur Einschätzung  ihrer Lebenssituation befragt. Die Ergebnisse aus der Familienumfrage sind nach Aussage der Stadt eine wichtige Planungsgrundlage für die Stadtverwaltung. Planungen für die Karlsruher Familienpolitik können so gesicherter angegangen werden.

Bild: Thomas Riedel

Insgesamt zeigen die Ergebnisse der Familienumfrage, dass der Großteil der Familien in Karlsruhe zufrieden ist und die Stadt als familien- und kinderfreundlich empfindet. Die Familien zeigen sich demnach überwiegend zufrieden mit ihrem Wohnumfeld und auch das öffentliche Nahverkehrsangebot wird geschätzt sowie das große Angebot an Grünflächen und Spielplätzen im Stadtgebiet.

Viele junge Familien hegen Umzugspläne

Verbesserungsbedarf sehen viele Familien vor allem im Bereich des bezahlbaren Wohnraums in der Stadt. So sind zwar insgesamt 85 Prozent der Familien mit ihrer aktuellen Wohnsituation zufrieden. Gleichzeitig hegen aber fast die Hälfte (47 Prozent) der jungen Familien zwischen 18 und 30 Jahren Umzugspläne. Insgesamt wird das Wohnungsangebot für Familien von einem Großteil der Befragten als schlecht (50,8 Prozent) oder mittelmäßig (37,2 Prozent) bezeichnet.

Altbau
Bild: Jens Kalaene

Ältere Familien sind mit ihrer Wohnsituation zufriedener

Insgesamt ist knapp die Hälfte der Befragten (47,2 Prozent) mit der aktuellen Wohnsituation zufrieden. Etwa vier von zehn Familien (37,8 Prozent) ist sogar sehr zufrieden. Jede neunte Familie ist mit ihrer aktuellen Wohnsituation hingegen weniger zufrieden, das entspricht 11,3 Prozent. Lediglich 3,8 Prozent aller befragten Familien sind unzufrieden mit ihrer Wohnsituation.

Bild: DaLa

Die Umfrage zeigte, je älter die Befragten, desto höher war deren Wohnzufriedenheit. Das könnte damit zusammen hängen, dass parallel zum höherem Alter auch die Eigentümerquote sowie die zur Verfügung stehende Wohnfläche bei älteren Befragten höher liegt. Die Umfrage kam zudem zu der Erkenntnis, dass parallel dazu älteren Befragten häufiger ein Garten oder Hof zur Verfügung steht, indem Kinder spielen können.

Der geringe Anteil an Familien, die mit der aktuellen Wohnsituation weniger zufrieden oder unzufrieden sind, nannten zu wenig Platz und und wenig bezahlbaren Wohnraum, etwa durch überteuerte Mieten, in der Stadt als Hauptgründe.

Viele Familien fühlen sich von der Stadt nicht ausreichend unterstützt

In der Umfrage gaben viele befragten Familien an, dass sie sich durch die Stadt nur wenig (40 Prozent) oder überhaupt nicht (6,6 Prozent) bei Problemen und Wünschen von der Stadt unterstützt fühlten. Etwa ein Drittel (35 Prozent) gibt an, dies nicht beurteilen zu können.

Nur ein Fünftel der Familien in Karlsruhe ist der Meinung, dass Politik und Verwaltung stark (18,5 Prozent) auf die Wünsche und Probleme von Familien eingeht. Nach Ansicht der Stadt sei man jedoch dabei, zahlreiche Projekte im Bereich des Wohnungsbaus und im Ausbau von Kinderbetreuungsangeboten umzusetzen.

Die Unzufriedenheit mit der aktuellen Lebenssituation ist im untersten Einkommensbereich mit weniger als 500 Euro pro Kopf am höchsten. Etwa vier von zehn Familien sind nicht zufrieden mit der aktuellen Wohnsituation und über ein Viertel von ihnen hegt Umzugsabsichten in den nächsten zwei Jahren. Zwei Drittel verfügt über weniger als 25 Quadratmeter Wohnfläche pro Person.

So setzte sich die Umfrage zusammen

Die durchgeführte Umfrage wurde durch ein Einladungsschreiben des Oberbürgermeisters an alle 26.791 Familien mit minderjährigen Kindern im Haushalt eingeleitet und auf reiner Online-Basis durchgeführt. 5.286 auswertbare Fragebögen gingen zwischen Mitte Februar und Mitte März 2017 per Mail ein. Das entspricht einer vergleichsweise hohen Rücklaufquote von 20 Prozent. 

Um ein möglichst repräsentatives Abbild der Karlsruher Familien zu erhalten, wurden auf die zwölf Stadtviertel mit der geringsten Beteiligung und auf die zwölf Stadtviertel mit der höchsten Beteiligung korrektive Gewichtungsfaktoren gelegt.

Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Links
Rechts
Das könnte Sie auch interessieren
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (0)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.