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Karlsruhe Kritikerin aus Karlsruhe trifft Spahn: Hartz-IV-Demo auf dem Platz der Grundrechte

Im März hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gesagt: "Hartz IV bedeutet nicht Armut". Das brachte die Karlsruherin Sandra Schlensog dazu, eine Petition zu starten. Darin fordert sie Spahn auf, einen Monat von Hartz IV zu leben. Am Samstag findet nun ein Treffen der Kritikerin mit Spahn statt - samt Kundgebung.

Am Samstag, 28. April, trifft sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mit Sandra Schlensog für ein Gespräch in Karlsruhe. Während des Treffens wolle Schlensog die knapp 200.000 Unterschriften ihrer Petition an den Minister übergeben. Das kündigt ein Presseteam um die Kritikerin an.

Schlensog bleibe dabei, dass Jens Spahn seine Aussagen über Hartz IV und Armut korrigieren muss und einen Monat von Hartz IV leben soll. "So soll er zumindest ein wenig Ahnung dafür zu bekommen, was das Leben am Existenzminimum – wenn auch zeitlich eng begrenzt – bedeutet", heißt es in der Pressemeldung weiter. Auch Forderungen nach einer Erhöhung des Satzes würden im Raum stehen.

Vor dem Treffen findet in Karlsruhe ab 10 Uhr eine Demonstration unter dem Motto "Hartz IV heißt Armut" statt. Dabei werden Schlensog sowie verschiedene Organisationen und Parteien sprechen. Der Demonstrationsweg führt von Stephansplatz in Karlsruhe zum Platz der Grundrechte, wo Sandra Schlensog die Abschlussrede halten wird.

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  •   silberahorn
    (9719 Beiträge)

    29.04.2018 06:57 Uhr
    Wenn Herr Spahn
    gesagt hat, dass Hartz IV die Antwort der Solidargemeinschaft auf Armut ist, dann ist der Satz zumindest für die Leute grottenfalsch, die mit Ü50 einen Arbeitsplatz verloren haben und ihr Vermögen ehrlich eigesetzt haben, weil es gesetzlich nach SGB II so erwartet wird.
    Nach einer befristeten Stelle wurde ich während der Arbeitsuche krank. Ich habe Vermögen eingesetzt und eine spätere Erbschaft. Wenn ich den Darelehensvertrag der Stadt Karlsruhe unterzeichnet hätte, hätte man nach einem Jahr eine Zwnagversteigerung eingeleitet. Rentenversicherungsbeiträge wurden laut diseses Vertrags auch nicht darlehensweise gezahlt, obwohl der Dezernent etwas anderes behauptet und meine dies beweisenden Unterlagen (an ihn persönlich adressiert) ignorierte. So etwas bedeutet, dass ich mir privat Geld geliehen habe, Vermögen verbrauchte und die Anwartschaften bei der Rentenversicherung verloren hätte, falls eine Rehabilitation von dort hätte übernommen werden müssen.
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  •   silberahorn
    (9719 Beiträge)

    29.04.2018 07:06 Uhr
    Antwort welcher Solidarität
    auf welche Armut, soll es also für mich bedeutet haben, wenn ich Anträge auf Leistungen nach SGB II stellen musste? Die Leitungsabteilung hat mich mehr als einmal völlig grundlos ohne pünktliche Zahlung dastehen lassen. Ohne private Darlehen hätte ich mit der Krankheit auch die Wohnung verlieren können, weil es nicht stimmt, dass dies nicht vorkommen kann.
    Ein Arbeitsplatzangebot kam übrigens nie, insofern wurde ich wenigstens nicht mit dem Vorwurf konfrontiert, ich würde Arbeit ablehnen. Ich habe selbst etwas gesucht und übrigens lange nur ergänzende Leitungen erhalten. Unternommen wurde zu meiner Hilfe gar nichts. Den Antworten aus dem Ratahaus ist zu entnehmen, dass dies Landessache gewesen ist. Das ist der nächste Blödsinn, weil das Land nicht dafür zuständig war, dass ich in versicherungspflichtige Arbeit kommen kann.
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  •   malerdoerfler
    (5136 Beiträge)

    28.04.2018 13:51 Uhr
    Gibt es nicht viele offene Stellen?
    Im Pflegebereich, oder?
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  •   ALFPFIN
    (6512 Beiträge)

    28.04.2018 17:00 Uhr
    Meine Tante Gretchen
    (Krankenschwester) hätte gesagt, Pflege, des macht Arbeit un Arbeit, ….do musch schaffe. grinsen
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  •   silberahorn
    (9719 Beiträge)

    29.04.2018 04:03 Uhr
    Tante Gretchen
    und die Frauenberufe. Ein weiteres Kapitel über das man nachdenken kann.

    Was die Pflegeberufe angeht, könnte man gleich noch eine Petition starten: Herr Spahn, arbeiten Sie einen Monat in der Alten- oder Behindertenpflege.
    Ganz heikle Forderung, weil man an hilfsbedürftige Lebewesen nicht zusätzlich noch jedem aussetzen sollte. Die haben schon genug zu leiden. Und dann auch noch jemanden mit Ausbildung als Banker mit Zusatzqualifikation aus einem Fernstudium dafür einzusetzen, das wäre höchst riskant für Pfleger und Gepflegten.
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  •   Propagandahilfskraft
    (1250 Beiträge)

    28.04.2018 16:06 Uhr
    Es gibt im Pflegebereich einen massiven Planstellenmangel
    Ist aber auch logisch, oder? Pflegekräfte sind Kostenfaktoren und daher eine Bedrohung für Boni und Rendite. Nicht umsonst ist die Verweildauer in diesem Berufsfeld weit unter 10 Jahren, Tendenz sinken. Schon das bedeuten auf ein gewisses Ungleichgewicht auf dem Arbeitsmarkt sehr zu Ungunsten der Arbeitnehmer und Arbeitslosen hin.
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  •   80er
    (5672 Beiträge)

    28.04.2018 11:32 Uhr
    Die Frage ist....
    ...doch aber, was ist arm? Ja, ich weiß, da gibt es irgend so eine Berechnungsmethode, wer x % unter irgendeinem Durchschnitt lebt und so weiter. Das meine ich aber nicht. Man kann ja mal auch Armut 2018 mit Armut in den 1920er Jahren vergleichen. Da sehe ich schon erhebliche Unterschiede: heute bei fast allen eine Wohnung mit elektrischem Strom, kaltes und warmes Wasser, eine Badezimmer, eine Küche etc. Das Leben spielt sich also nicht komplett in einem Raum ab. Die Wohnverhältnisse damals waren noch schlimmer als miserabel. Ärztliche Versorgung ist auch gesichert, Schulbildung ebenso. Fernseher, Internet etc (gut, gab es damals nicht) ist überall vorhanden. Smartphones wird man auch oft finden. Dass sich Hartz IV-Familien keinen zweiwöchigen Urlaub auf Mallorca leisten können ist mir klar. Aber macht dies schon "Armut" aus?
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  •   kommentar4711
    (2181 Beiträge)

    28.04.2018 14:49 Uhr
    Bin ich voll dabei
    Ich frage mich z. B. warum denen allen eine eigene Wohnung finanziert wird und nicht einfach ein Bett in einem Schlafsaal? Ich glaube das würde bei einigen die Motivation sich um Arbeit kümmern drastisch steigern.

    Und bevor jetzt Sprüche kommen ich wüsste nicht wovon ich rede: Ich kommen noch aus der Generation die als Wehrdienstverweigerer 15 Monate Zivildienst machen mussten und ich habe in der Zeit viele Sozialhilfeempfänger kennen gelernt. Ja, da waren Fälle dabei, die nichts dafür konnten. Aber mit Abstand die Mehrheit hatte Sprüche drauf wie "die Miete ist bezahlt, zu Essen gibt es, Fernseh läuft, warum soll ich arbeiten gehen?" Und ganz schlimm, die Kinder haben das auch so beigebracht bekommen. Wie gesagt, nicht 100%, aber eine deutliche Mehrheit. Ich bin seit der Zeit damals sehr desillusioniert was das Thema angeht und bekomme regelmäßig einen dicken Hals wenn ich wieder mitbekomme was die alles bekommen.
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  •   Propagandahilfskraft
    (1250 Beiträge)

    28.04.2018 16:02 Uhr
    Natürlich hat die Lagerhaltung von Menschen ...
    ... auf Menschen mit einer gewissen Gesinnung auch einen gewissen Charme. Allerdings teile ich diese Gesinnung nicht. Außerdem würde dieses Verfahren am Grundprinzip der Agenda 2010 und Hartz-IV rütteln. Grundpfeiler ist die Vereinzelung der Masse an Betroffenen. Wenn man diese nun auf engen Raum in Lagern konzentriert fällt dieses Prinzip weg. Dazu kommt dann noch die verunsichernde und bedrohliche Wirkung auf Angehörige und Noch-Nicht-Betroffene. Schon daher sind Lager für die Langzeitarbeitslosen politisch sehr riskant und könnten zu großer Verunsicherung bis hin zu Unruhen führen. So gesehen ist der Vorschlag ein sehr dummer Vorschlag.
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  •   kommentar4711
    (2181 Beiträge)

    28.04.2018 16:50 Uhr
    Antwort auf "Natürlich hat die Lagerhaltung von Menschen ..."
    Ich würde das auch nicht als Eingangsmaßnahme vorschlagen. Aber für solche, die sich dem Arbeitsmarkt aktiv verweigern und keine Motivation aufzeigen daran etwas zu verändern fände ich es absolut angebracht. Warum soll der Sozialstaat solche Leute durchfüttern?
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