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Karlsruhe Kritik an neuen Fächerbad-Preisen hält an: Initiative fordert Änderungen - Bäder-Chef hingegen ist zufrieden

Das Karlsruher Fächerbad hat in den vergangenen Jahren eine deutlich sichtbare Verjüngung erlebt: Es wurden Millionen in neue Schwimmbecken, Umkleiden und Büros investiert. Die neuere Ausstattung lassen sich die Verantwortlichen auch bezahlen: Im vergangenen November wurde die Preisstruktur an die anderen Bäder in Karlsruhe angepasst und laut Kritiker "um bis zu 500 Prozent verteuert". Bürgermeister Martin Lenz und Bäder-Chef Oliver Sternagel halten ihren Weg weiter für den richtigen und weisen die Kritik zurück.

Im Traugott-Bender-Sportpark liegen unter anderem Sportplätze, Turnhallen und eine Kletterhalle - kurzum: Der Fokus auf dem Areal liegt klar auf dem Treiben von Sport. Da bildet auch das Fächerbad keine Ausnahme. Dort sind unter anderem ein Springerbecken, ein olympisches Sportbecken mit 50-Meter-Bahnen und ein Cabrio-Bad zu finden. Letzteres zählt zu den neusten Errungenschaften des Fächerbades.

Bild: Paul Needham/Mohawkvisuals

Rund 19 Millionen hat man sich die Verjüngungskur des über 30 Jahre alten Bades kosten lassen. Herzstück der Sanierung ist eben das Cabrio-Becken, dessen Dach auf Knopfdruck geöffnet werden kann. Doch auch ein neues Kursbecken, das speziell für den Seniorensport ausgelegt ist, und zwei neue Umkleiden werden geboten. Auch in Sachen Brandschutz wurde etwas gemacht.

Mit Verschwinden der Bauzäune kamen neuen Preise

Am Ende der Bauarbeiten stand eine strukturelle Veränderung: Das einst eigenständig geführte Fächerbad wurde in die Karlsruher Bäder-Gesellschaft eingegliedert. Konkret heißt das, dass deren Geschäftsführer Oliver Sternagel nun auch die Geschicke des Fächerbades leitet. Mit der Wiedereröffnung nach der letzten Umbauphase Ende 2018 wurde die Preisstruktur an die anderen Bäder in Karlsruhe angepasst. Jahres- und Monatskarten verschwanden aus dem Angebot - sehr zum Ärger einiger Schwimmer, die auch Wochen nach der Umstellung noch nicht aufgeben.

Erst am Montagabend gab es wieder eine Sitzung der Initiative "Karlsruhe schwimmt". Verantwortlich für die Bürgergruppierung zeichnen sich Achim Dinies, Georg Kube und Guido Cronnenbroek, die vor allem in der bevorstehenden Wahl noch eine Chance sehen: "Wir werden also nicht locker lassen und ganz besonders die Dynamik der Gemeinderatswahl nutzen, um die aus unserer Sicht ungerechte und unsoziale Entscheidung zu revidieren."

Runder Tisch Fächerbad-Preise
Bereits im September fand ein "Runder Tisch" zum Thema Fächerbad-Preise statt. | Bild: Lukas Hiegle

Höhere Kosten für Zeitkarten-Inhaber

Größtes Ärgernis stellt das Abschaffen der Monats- und Jahreskarten dar. "Das bedeutet für die rund 900 Jahreskarten- und Zeitkartenbesitzer, dass sich das tägliche Sport- und Gesundheitsschwimmen um bis zu 500 Prozent verteuert und es sich somit viele regelmäßige, treue Badegäste nicht mehr leisten können", heißt es in deren Argumentation.

Nach Angaben der Initiative hätten sie bereits "über 2.500 Unterschriften" für ihr Anliegen gesammelt. Eine Online-Petition ist hingegen weniger stark nachgefragt: Hier sind 160 Unterstützer (Stand: Dienstag, 15. Januar) eingetragen. Die Unterschriften der Unterstützer sollen Mitte Februar an Oberbürgermeister Frank Mentrup übergeben werden.

Neues Preissystem sei übersichtlich und klar

Alle stellen sich hinter die Forderung, dass künftig wieder Jahreskarten, mit möglicher Ermäßigung für Studenten, Arbeitslose und Rentner, eingeführt werden sollen. Zudem soll das Bad, und auch das Cabrio-Becken, längere Öffnungszeiten bekommen und zuletzt die Gesprächsbereitschaft zwischen Stadt und Schwimmern steigen.

Doch wie schon im vergangenen September zeigt sich die Bäder-Verwaltung überzeugt von ihrem Konzept - und kann diese Überzeugung nun auch mit Zahlen untermauern. "Das neue Preissystem sei übersichtlich und klar, bei dem sich jeder seinen Tarif aussuchen kann", so Bäder-Chef Oliver Sternagel damals.

Bild: Paul Needham/Mohawkvisuals

Zahl der Besucher stieg zuletzt

Und offenbar suchen sich die Besucher ihre Tarife aus: Im Dezember 2018, dem ersten ganzen Monate nach der Umbau-Pause, sei die Zahl der Besucher leicht, um 3,3 Prozent, angestiegen. "Viele unserer Gäste loben das neue Preissystem, da es nun für den Sportschwimmer - 2 Stunden sind meistens ausreichend - günstiger geworden ist", so Sternagel in einer gemeinsamen Stellungnahme mit dem verantwortlichen Bürgermeister Martin Lenz.

Für die Sportschwimmer seien zwei Stunden eine ausreichende Zeit, die nun 4,50 Euro statt vorher sechs Euro kosten würden. Vor allem Familien und Kinder hätten durch die neue Preisstruktur Zugriff auf günstigere Tarife, heißt es weiter.

Zudem sei die Tarifstruktur nun einfacher, da sie auch aus den anderen Bädern gekannt werde. "Aufgrund der meist positiven Erfahrungen gibt es keine Überlegungen die Tarifstruktur zu ändern", heißt es in der Stellungnahme weiter. Vielmehr betonen die Verantwortlichen nochmals den Hintergrund: "Die neue Preisstruktur ist genauso ausgewogen und sozial ausgleichend wie die Preisstruktur für alle Karlsruher Bäder. Schließlich wurde das Fächerbad ja 'nur' an das Karlsruher Niveau angepasst", heißt es weiter.

Bild: Paul Needham/Mohawkvisuals

Sternagel zeigt sich offen gegenüber Vorschlägen

Dennoch ist Sternagel offen: "Grundsätzlich sind wir immer bemüht, gute Ideen und Vorschläge auch von außerhalb aufzugreifen und gegebenenfalls umzusetzen. Sollte der Interessenverband 'Karlsruhe schwimmt' auch in wirtschaftlicher Hinsicht Vorschläge unterbreiten, die zielführend sind, würden wir uns diesen nicht verschließen."

Ein Gesprächsangebot von Oliver Sternagel oder Martin Lenz liegt Guido Croonenbroek von der Bürgerinitiative "Karlsruhe schwimmt" nach eigenen Angaben nicht vor. Man arbeite aber eng mit dem Bürgerverein Waldstadt zusammen, "der unser Anliegen vor der Verwaltung und der Bädergesellschaft gut vertreten wird", so Croonenbroek. Bis dahin wolle man weiterhin für die eigene Sache Werbung machen, um mehr Leute auf die Bürgerinitiative aufmerksam zu machen.

Mehr zum Thema:

Emotionaler Streit um neue Tarife im Fächerbad: "Andere Institutionen verhandeln mit Kunden auch nicht über Preise"

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  •   DonHasi
    (1003 Beiträge)

    16.01.2019 17:12 Uhr
    Entscheidung mit den Füßen
    Da ich viele Jahre in einigen Hallenbädern der Region unterwegs war, kann ich mir ein Urteil erlauben:
    Es ist immer das Gleiche:
    Erst läßt man die Substanz vergammeln. Dann wird schnell ein moderner Anbau "hingepfuscht". Natürlich ausgestattet mit der Kompetenz möglichst fachfremder "Laiendarsteller". Die alte Substanz verfault natürlich weiter. Dann verweigern einige "Leistungserbringer" wie Sportvereine und Krankenkassen die Zusammenarbeit aufgrund der mangelhaften Qualität. Das Angebot wird "ausgedünnt" und schwupp - Licht aus. Statt eine günstige Jahreskarte für allles - nein möglichst kompliziert. Aber die Chance einen Kunden zu vergraulen hat man mit Auszeichnung gemeistert.
    Im übrigen:
    Selbst im Sommer 2018 hat man es in den Freibädern nicht geschafft die Besucherzahlen merklich zu erhöhen. Der Bürger weiß also sehr genau was er tut und wofür er sein Geld ausgibt. Auch wenn die hohen Herren uns für "bekloppt" halten.
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  •   malerdoerfler
    (5837 Beiträge)

    16.01.2019 17:38 Uhr
    Sommer 2018
    Die Freibäder waren teils maximal ausgelastet....da ging auch einfach nix mehr.
    Allerdings bekommt man in Ettlingen eindeutig am meisten für sein Geld.
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  •   damoia
    (285 Beiträge)

    16.01.2019 16:40 Uhr
    Preise in Ordnung
    Ich finde die Preise unterm Strich auch absolut angemessen.
    Ich komme mit den Kids für für max 4 Std gut hin, teilweise reichen sogar 2 Std und evtl bissl nachzahlen wenn es beim umziehen doch mal länger dauert. Wenn ich alleine gehe, reichen mir 2 Std zum reinen Schwimmen völlig. Da musste ich vorher ne Tageskarte kaufen, komme jetzt also billiger weg.
    Die Frühschwimmer konnten bis zur Neugestaltung zu einem absoluten Spottpreis das Bad nutzen, jetzt eben nicht mehr. Und wenn ich sehe, wer da teilweise in der Waldstadt mit den Unterschriftenlisten unterwegs ist, die sehen bei aller Liebe nicht so aus, als ob sie von den neuen Preisen finanziell an den Abgrund getrieben werden. Da jammern die Reihenhausbesitzer aber gefühlt deutlich lauter als die, die es wahrscheinlich finanziell mehr trifft.
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  •   lynx1984
    (3223 Beiträge)

    16.01.2019 15:47 Uhr
    Eintrittspreise sind transparent und fair
    früher gab es unglaublich viele Rabatte für so ziemlich jedes Alter, Gelegenheit und Uhrzeit. Sprich fast niemand hat regulären Eintritt bezahlt. Finde das jetzt mit den 2h und 4h Tarifen sehr fair. Das Preisniveau ist nicht überteuert .Ganz sicher auch nicht im Vergleich zum z.B. Stutensee Bad, Eggenstein usw. welche deutlich weniger bieten. Das Fächerbad bietet, deutlich mehr Becken, 50 Meter Bahn, Cabriobecken usw. Einen Preis-Leistungs-Vergleich zum Kino o.ä. will ich erst gar nicht ziehen...
    Wer es ganz günstig haben will, der geht einfach nach Grötzingen in das Hallenbad. Das ist komplett kostenfrei.

    Und hey das ist auch gut so! Wir haben jetzt in Karlsruhe von Grötzingen (sehr wenig Erlebnis und Null Eintritt) bis hin zum Europabad (massig Rutschen, Wasserkanäle, Außenbecken, großer Sauna Bereich usw.) für fast jedes Bedürfnis und Budget ein passendes Bad. Das Fächerbad fügt sich da gut ein!
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  •   schwimmteufel
    (6 Beiträge)

    16.01.2019 15:55 Uhr
    Schon mal
    die Öffnungszeiten im Grötzinger Hallenbad angeschaut?
    Als Berufstätiger bleibst du da ganz schnell auf der Strecke .. es sei denn .. man führt dort auch Früh- oder Abendschwimmerzeiten ein.
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  •   Hagbart
    (77 Beiträge)

    16.01.2019 16:47 Uhr
    ...
    Als Berufstätiger kann man in der Regel auch Eintritt zahlen und das Wochende gibt es ja auch noch.

    Ich finde zumindest die 2h Karte einen klaren Fortschritt. Dennoch ist die Preissteigerung bei den Jahreskarten enorm und auch das Angebot für Erwerbslose und Behinderte sollte etwas nachgebessert werden.
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  •   RainerBu
    (816 Beiträge)

    17.01.2019 15:34 Uhr
    im Artikel steht
    Größtes Ärgernis stellt das Abschaffen der Monats- und Jahreskarten dar.
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  •   RainerBu
    (816 Beiträge)

    17.01.2019 15:30 Uhr
    was jetzt
    stand da nicht irgendwo es würde keine Monats-und Jahreskarten mehr geben ?
    (Ich selbst normal nur Sauna Nutzer mit Tageskarte)
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  • unbekannt
    (1 Beiträge)

    16.01.2019 12:58 Uhr
    Die neuen Preise finde ich gut
    Die neuen Preise finde ich gut. Als Sportschwimmer ärgert es mich immer, dass im 50-Meter-Becken nur drei Bahnen zur Verfügung stehen, weil alle anderen Bahnen für Schul- und Vereinsschwimmen reserviert sind, und dann auf diesen drei Bahnen immer das gleiche Rentnerehepaar sehr langsam nebeneinander schwimmt.
    Ein Schwimmbad sollte für Schwimmer da sein, die das Schwimmbad auch wertschätzen. Die Kritiker an den neuen Preisen scheinen keine Schwimmer zu sein, sondern eher Aktivisten, die mit dem Steuergelder anderer Leute gerne etwas Gutes für Bedürftige tun.
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  •   kommentar4711
    (2300 Beiträge)

    16.01.2019 19:32 Uhr
    Antwort auf "Die neuen Preise finde ich gut"
    Den Belegungsplan kann man sich ja vorher online anschauen, dann weiß man wie viele Bahnen frei sind:
    /Faecherbad Belegungsplan 2018/2019 1.Schulhalbjahr
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