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Karlsruhe Kritik an RDK8: "Karlsruhe muss mit erhöhter Schadstoffbelastung rechnen"

Anlässlich des Tags der Offenen Tür zur Inbetriebnahme des Kohlekraftwerks RDK8 am Samstag, 11. Oktober, äußert sich die Karlsruher Grünen-Fraktion kritisch zu den Äußerungen der Betreiber, der neue Steinkohleblock setze weltweit Maßstäbe in Sachen Umweltschutz. Es sei ihnen nach wie vor ein Rätsel, dass der Karlsruher Gemeinderat 2007 für den Bau des RDK8 gestimmt hatte.

"Schon damals war absehbar, dass neue Kohlekraftwerke Umweltschutz und Energiewende behindern und auch nicht mehr wirtschaftlich sind", so Fraktionsvorsitzende Bettina Lisbach. Bei der Kohleverbrennung würden neben dem Klimakiller CO2 große Mengen an Feinstaub, Kohlenmonoxid, Schwefeldioxid und sogar Arsen, Blei und Quecksilber ausgestoßen.

RDK8 = "Kohledrecksschleuder"?

"Uns ist schleierhaft, wie man weiterhin tatenlos zusieht, dass saubere Gaskraftwerke von den Kohledrecksschleudern allerarten aus dem Markt gedrängt werden", ergänzt die energiepolitische Sprecherin der Grünen Gemeinderatsfraktion, Daniela Reiff. "Wir werden die Entwicklung der Luftschadstoffe in Karlsruhe genau beobachten und uns gegenüber der EnBW und auch bei der Landesregierung weiterhin für eine Reduktion der Gesamtemissionen der EnBW-Altanlagen einsetzen, zum Beispiel durch eine rasche Abschaltung von RDK7."

Die Fraktion fordert von der EnBW ein Gesamtkonzept für die Altanlagen der EnBW im Rheinhafen, das auf eine sukzessive Reduktion der Schadstoff- und Klimabelastungen abzielt und konkrete Umsetzungsschritte festschreibt. "Der angeblich 'starke Partner für die Energiewende' RDK8 stößt über 700 Gramm CO2 pro Kilowattstunde aus. Das ist ein klarer Beitrag zur Klimazerstörung und nicht zum Klimaschutz, dem die Energiewende dienen soll", stellt die atompolitische Sprecherin der Grünen Bundestagsfraktion Sylvia Kotting-Uhl fest: "Ich bedaure, dass ausgerechnet in Karlsruhe das vermutlich letzte Kohlekraftwerk Baden-Württembergs ans Netz geht."

Am Tag der Offenen Tür wollen die Grünen mit einem Infostand auf dem Kraftwerksgelände über ihre Alternativen zu Kohlekraft und grüne Vorstellungen zur Energiewende informieren. Auch der BUND kritisiert das neue Kohlekraftwerk - es sorge für eine Erhöhung der Schadstoffbelastung in Karlsruhe. 

BUND prognostiziert zunehmende Schadstoffbelastung

"Die Inbetriebnahme eines Kohlekraftwerks mit einem Kohlendioxidausstoß von bis zu 6 Millionen Tonnen pro Jahr führt in eine klimapolitische Sackgasse. Im Zieljahr 2050 würde das neue Kohlekraftwerk damit zwei Drittel des laut Klimaschutzgesetz für das gesamte Bundesland noch zulässigen Kohlendioxidausstoßes verursachen", erläutert Sylvia Pilarsky-Grosch, Landesgeschäftsführerin des BUND Baden-Württemberg. Stattdessen brauche es zusätzlichen Schwung, um den lahmenden Ausbau der erneuerbaren Energien in Baden-Württemberg und Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz voranzubringen sowie verbindliche Vorgaben, um beim für den Klimaschutz unerlässlichen Energiesparen nicht komplett zu versagen.

Auch für die Luftqualität im Raum Karlsruhe stelle RDK 8 eine gravierende zusätzliche Belastung dar. "Während in dieser Woche die Landesregierung mitteilt, dass die EU-Kommission ein Verfahren wegen der Überschreitung der Luftqualitätsgrenzwerte für Stickoxide im Raum Karlsruhe eingeleitet hat, lässt die EnBW ein Kraftwerk feiern, das jährlich bis zu 2000 Tonnen dieses gesundheitsschädlichen Gases ausstoßen wird", kritisiert Pilarsky-Grosch.
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  • unbekannt
    (266 Beiträge)

    11.10.2014 21:15 Uhr
    Ärzte warnen
    Bei Kindern,(besonders in Daxlanden und Umgebung) die ständig Emissionen ausgesetzt sind, ist die Lungenkapazität um etwa zehn Prozent reduziert. Außerdem treten HNO-Infekte um 20 Prozent häufiger auf als bei Mädchen und Jungen in wenig von Abgasen belasteten Gebieten.
    " Berechnungen des Bundesumweltamtes zeigten ebenfalls, dass eine verkürzte Lebensdauer, etwa weger akuter Atemwegserkrankungen oder Lungenkrebs, auf die Feinstaubbelastung der Bevölkerung zurückgeführt werden könne."
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  •   staenker
    (594 Beiträge)

    11.10.2014 20:32 Uhr
    Überigens setzt so ein Kohlekraftwerk noch ganz andere Sachen frei
    Ab Seite Sechs geht es los
    Und diese radioaktiven Stoffe sind im Gegensatz zu den aus KKW entweichenden Gasen, als Feinstaub unterwegs.
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  •   rheiniheini
    (1454 Beiträge)

    11.10.2014 14:36 Uhr
    die Grünen
    sollten einfach mal die Luft anhalten. Und zwar dauerhaft. Was die an CO2 ausstoßen... Keine Verantwortung, keine technische Sachkenntnis, keine Ahnung. Aber uns die Stromversorgung erklären wollen.

    Wenn man RDK 8 durch Fotovoltaik ersetzen wollte, benötig man eine Solarfläche von 9.000.000 m². Geht aber nur wenn gerade die Sonne scheint.

    Oder man baue einfach 450 Windkraftanlagen (die großen!) Geht natürlich nur wenn der Wind weht.

    Oder man kauft einfach das so "umweltfreundliche" Gas versorgungssicher im schönen Russland.

    Oder man kauft den Strom einfach gleich in Frankreich oder Tschechien. Dort wird er ja CO2-neutral erzeugt.

    Aber Hauptsache, diese Grünen Bildungsbürger-Bessermenschen kaufen sich von ihrem A14-Beamtengehalt schönen Ökostrom. Damit sie den Rotwein nicht im dunkel saufen müssen.
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  •   Wuehlmaus
    (3488 Beiträge)

    11.10.2014 19:25 Uhr
    Außerdem furzen Veganer öfters als Fleischfresser.
    Und Methan ist bekanntlich viel klimaschädlicher als CO2. Daher werde ich mir heute ein Steak gönnen und das Klima dabei schonen.
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  •   runner
    (444 Beiträge)

    11.10.2014 15:33 Uhr
    Heini
    Die Äußerungen eines Heinis eben ...
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  •   rheiniheini
    (1454 Beiträge)

    11.10.2014 19:04 Uhr
    Ein sehr qualifizierter Einwand!
    Er bestätigt meine Einschätzung...
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  • unbekannt
    (793 Beiträge)

    11.10.2014 14:19 Uhr
    Ich kann
    den Scheiss nicht mehr hören, echt.

    Mehmet Scholl hats gewusst...
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  • unbekannt
    (14337 Beiträge)

    11.10.2014 14:39 Uhr
    Vorsicht, Vorsicht! ;-)
    Hat schon manch Unschuldigem das Leben gekostet zwinkern
    Aus 1. Hand zwinkern
    //
    Abschied von der Kohle
    Das 2007 von einer Gemeinderatsmehrheit
    gegen die Stimmen der Grünen unterstützte Kohlekraftwerk RDK8
    im Rheinhafen ist ein großer Rückschritt für die Karlsruher Klima-
    und Umweltpolitik. Ab 2014 wird es den Ausstoß von Luftschadstoffen und CO2-Emissionen in Karlsruhe enorm erhöhen. Wir setzen
    uns dafür ein, dass als Kompensation die Altanlagen der EnBW im
    Rheinhafen sukzessive stillgelegt werden.
    //
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  • unbekannt
    (793 Beiträge)

    11.10.2014 15:58 Uhr
    Ich bin dafür,
    dass die Grünen nicht sukzessive sondern auf der Stelle stillgelegt werden.

    Grünenausstieg jetzt!
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  • unbekannt
    (466 Beiträge)

    11.10.2014 14:14 Uhr
    Die Grünen
    gehören verboten ! Wer eine komplett neue Gesellschaft anstrebt,impliziert Diktatur light in imperativen Stil.....Die Grünen sind die grösste Gefahr für unsere Freiheit und Demokratie!!
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