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Karlsruhe Krippenwagen vom KVV ausgeschlossen: Wie ein Kinderwagen Karlsruhe bewegt

Sie sind rund 1,8 Meter lang, 75 Zentimeter breit und etwa einen Meter hoch: Krippenwagen, auch Kinderbusse genannnt, die meist von Kindergärten zur Beförderung von Kleinkindern benutzt werden. Doch seit Mitte März war an der Bahn- und Bustür mit der Beförderung Schluss: Der Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) sperrte die Gefährte aus. Zu groß und nicht kippsicher seien die Krippenwagen. Nachdem nun Eltern und die Karlsruher Parteien Sturm liefen, überdenkt der KVV seine Entscheidung nochmal.

Stein des Anstoßes war eine "Information" des KVV, welche Mitte März in den Kindergärten der Fächerstadt verteilt wurde. Was dann geschah, damit habe der Geschäftsführer des KVV, Alexander Pischon, nicht gerechnet: "Die Kritik auf breiter Ebene hat uns überrascht", sagt er nun Mitte April in einer Pressemeldung. Im Mittelpunkt des Konflikts stehen Krippenwagen, also ein Gefährt, mit dem bis zu sechs Kleinkinder transportiert werden können - oder eben auch nicht.

Denn das ist es, was viele Eltern und Kindergärten mit Unverständnis zurücklies: In der Information in den Kitas verkündete der KVV, dass künftig keine Krippenwagen mehr mit dem Karlsruher Nahverkehr befördert werden. Es gebe keine geeigneten Stellflächen dafür - weder in den Bussen und noch in den Bahnen. Zudem sei die Kippsicherheit nicht gewährleistet. Vielmehr sollen die Kindergärten auf normale Kinderwagen ausweichen, "deren Mitnahme selbstverständlich erlaubt ist".

"KVV diskriminiert kleinste Bürger"

In einer Nachricht an die ka-news-Redaktion lässt die Mutter Katja Thiele ihrem Ärger freien Lauf: "Gerade die kleinsten Bürger der Stadt Karlsruhe sehe ich an dieser Stelle diskriminiert. Die Kinder sind auf das Transportmittel Krippenwagen angewiesen und werden nun vom ÖPNV ausgeschlossen. Das können wir als Eltern nicht hinnehmen."

Wenig später fand das Thema dann auch in der Politik Fürsprecher: "Der KVV verbannt Krippenwagen aus seinen Bahnen. Das Unverständnis für dieses überraschende Verbot ist groß. Gerade mit Blick auf die bevorstehende Freiluftsaison, in der viele Kitas Ausflugsziele in der Stadt und Umgebung ansteuern möchten", so die KULT-Fraktion in einer Pressemeldung. Später meldet sich die SPD in Karlsruhe mit einem Brief an die KVV-Geschäftsführung zu Wort, gefolgt von einer Pressemeldung der Grünen. Der Tenor: Das Verbot müsse dringend überdacht werden.

Petition und öffentliche Kritik trägt Früchte

Einen Kompromiss forderten auch viele Karlsruher in einer Onlinepetition: Immerhin rund 2.100 (Stand Freitagabend) unterschrieben digital die Forderung, die Krippenwagen künftig wieder im Karlsruher  Nahverkehr zu dulden. Die Proteste scheinen nun von Erfolg gekrönt zu sein, wie eine weitere Pressemeldung zu dem Thema am Freitagabend zeigt.

Dieses Mal ist es der KVV selbst, der sich zu Wort meldet: "Nachdem in den vergangenen Wochen von Seiten der Öffentlichkeit vermehrt Kritik an dieser Entscheidung laut geworden war, trafen sich am Donnerstag Alexander Pischon, Geschäftsführer des KVV, Jonas Nees, Leiter des Kinderbüros der Stadt Karlsruhe, und Eray Dag vom Gesamtelternbeirat der AWO-Kindertagestätten und Gesamtelternbeirat Karlsruher Kindertageseinrichtungen, zum gemeinsamen Austausch über das Thema."

Alternativkonzept ist noch offen

Das Ergebnis des Gesprächs dürfte viele Eltern und Kindergärtner etwas beruhigen: "Im Verlauf der kommenden Wochen soll nun in engem Austausch zwischen dem Verkehrsverbund, den Verkehrsbetrieben Karlsruhe sowie dem Kinderbüro der Stadt Karlsruhe und dem Gesamtelternbeirat geprüft werden, durch welches Alternativkonzept der Transport von Krippenwagen künftig ermöglicht werden kann", heißt es in der KVV-Meldung weiter. Wie diese Alternative aussehen wird, lässt der KVV noch offen. Man werde aber die Öffentlichkeit informieren, sobald das Konzept steht.

Bis dahin wollen die Eltern aber weiter auf den Missstand aufmerksam machen: Sie kündigen für den 2. Mai ab 15 Uhr einen Demonstrationszug vom Gottesauer Platz zum Schlachthof an.

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  •   Soso
    (45 Beiträge)

    02.05.2018 20:07 Uhr
    Wer bin ich, dass ich Forderungen
    gegenüber dem KVV stellen kann. Das war ein Vorschlag, ein Versuch einer Diskussion. Leider kläglich gescheitert.
    Wenn ich eine Forderung hätte, dann würde ich Sie sicher nicht hier platzieren. Was sollte das bringen?
    Zu Ihrer Meinung, dass die Krippenwägen nur das Problem überdecken, dass es zu wenig Personal in den Kindergärten gibt. Sicher einer besserer Betreuungsschlüssel ist immer erstrebenswert. Aber in Bezug auf den Platz in den Bahnen. Welches Problem löst das? Dann sind z.B. 10 Erzieher(innen) mit 10 Kindern in Einzelkinderwägen unterwegs. Dann ist die Bahn auch voll. Was ist dann der nächste Schritt? Auch verbieten?
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  •   Soso
    (45 Beiträge)

    02.05.2018 13:13 Uhr
    In den USA
    hatten "die Schwarzen" früher auch eigene Sitzplätze ....
    Hat sich nicht so durchgesetzt die Idee.
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  •   betablocker
    (4089 Beiträge)

    02.05.2018 11:22 Uhr
    Nicht zu vergessen
    eine Führung durch den BGH und das Verfassungsgericht, ausgedehnte Touren in den Pfälzer Wald und Geburtstagsfeiern bei Anders auf dem Turmberg.

    Braucht man für das Schieben eines 6-8-sitzigen Wagens eigentlich keinen Personenbeförderungsschein? Wenn man sieht wie unkoordiniert manche schon mit einem Buggy rumrandalieren wäre das vielleicht schon angebracht. Also mir gehts nur um die Sicherheit der lieben Kleinen, gell!
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  •   MACHTEL
    (91 Beiträge)

    01.05.2018 23:28 Uhr
    Krippenwaggen
    Ja so aendern sich die Zeiten.meine Mutter musste mit mir im kinderwagen noch auf die strasse ausweichen wenn ihr auf dem trottoir jemand entgegenkam.
    Und die kleinen verwoehnten stehen heute nicht mal mehr auf in der strassenbahn wenn aeltere Leute einen platz suchen.
    Manche muetter stehen sogar sehr oft und setzen den kleinen auf den Sitz...
    Zu sehr in watte packen ist ein sehr schlechter Ratgeber fuer die Erziehung zu einem verantwortungsvollen Sozialverhalten.
    In Sri Lanka stehen juengere fuer aeltere.sogar manchmal stundenlang in den vollen zuegen
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  •   Soso
    (45 Beiträge)

    02.05.2018 13:51 Uhr
    Ganz ehrlich,
    ich wurde auch noch so erzogen, für ältere Menschen aufzustehen. Ich werde meinem Kind versuchen diese Werte weiterzugeben.
    Aber lesen Sie sich mal die Kommentare einiger User hier durch. Haben keinerlei Verständnis, sind nicht an einem Dialog interessiert und sind dazu beleidigend.
    Soll man einem Kind das nächste mal sagen, schau ein älterer Mensch. Der findet zwar du hast hier in der Bahn nichts zu suchen. Aber bitte mach deinen Platz für ihn frei.
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  •   borealis
    (364 Beiträge)

    06.05.2018 00:31 Uhr
    Sie
    lesen und verstehen aber auch nur das, was Sie verstehen möchten, oder? Ich habe einiges in dieser Diskussion gelesen und Sie fallen leider als sehr selbstgerecht und selektiv in Ihre Wahrnehmung auf. Ich habe Kinder-- nur falls Sie meinen ich wäre noch eine dieser...was? Kinderhasser? Aber Kinder zu haben war meine Entscheidung, und ich habe nie erwartet dass die Welt sich um mich und meine Kinder dreht, oder nach uns richtet. Warum denn auch? So schwierig ist es doch nicht Kinder zu haben und lieben. Erziehen Sie Ihrem Kind einfach dazu ein guter Mensch zu sein. Der nicht erwartet, dass jeder einen Diener vor ihm macht, einfach weil er ein Kind ist. Denken Sie mal darüber nach was ältere Leute erleben im Umgang mit Kindern. Nicht immer ist das erfreulich. Sondern oft von Respektlosigkeit und Distanzlosigkeit geprägt. Weil es scheint den Kindern oft so beigebracht worden zu sein, dass Respekt nur ihnen zusteht, und Distanz ebenso. Das ist aber nicht so--bitte weitergeben.
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  •   Soso
    (45 Beiträge)

    29.05.2018 15:04 Uhr
    Was wollen
    Sie mir mit Ihrem Post sagen? Das das Verbot der Krippenwägen gerechtfertigt ist, weil Kinder respektlos gegenüber Älteren sind? Das es sogar Sinnvoll ist, damit Kinder endlich merken, dass sich die Welt nicht nur um sie dreht? Ich habe es nicht verstanden.

    Und von Respekt sprechen und mir eine selektive Wahrnehmung zu unterstellen grinsenDazu kennen wir uns dann doch zu wenig.
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  •   MACHTEL
    (91 Beiträge)

    01.05.2018 23:18 Uhr
    Krippenwaggen
    Wie sieht denn das ganze in den U Bahn Stationen aus?kommen die denn da rein?gut bis dahin sind die heutigen kleinen schon gross.aber wuerd mich schon mal interessieren
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  •   Soso
    (45 Beiträge)

    01.05.2018 21:54 Uhr
    Weil ich finde, dass einem
    das Recht abgeht Vorschläge anderer zu kritisieren, wenn man selbst zur Diskussion nichts konstruktives beizutragen hat. Sie können Ihre Meinung haben, die ändere ich nicht. Aber Kritik sollte schon den Anspruch haben an der Situation etwas zu verbessern. Aber nur meine Sicht der Dinge.
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  •   KA76189
    (24 Beiträge)

    01.05.2018 22:31 Uhr
    Dann
    haben sie ja sicherlich ja auch nichts dagegen wenn ich der Meinung bin, dass es noch andere Transportmöglichkeiten als den ÖPNV (z.b. einen gemieteten Kleinbus) gibt die man auch als Kita Ausflugs Gruppe nutzen kann. Ausserdem finde ich es seltsam das ein Radfahrer der im ÖPNV einen ähnlichen (vielleicht sogar geringeren) Platzverbrauch wie ein Bollerwagen hat für den Transport seines Fahhrads zahlen muss während ein Bollerwagen davon ausgenommen ist.
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