40  

Karlsruhe Kriminalität in Karlsruhe 2012: Zahl der Straftaten leicht gestiegen

Karlsruhe ist ein zunehmend gefährliches Pflaster, das ergab die polizeiliche Jahresbilanz von 2012. 0,8 Prozent mehr Straftaten wurden im Stadt- und Landkreis gezählt - insgesamt hatten die Beamten mit 44.974 Fällen zu tun. Zugenommen haben laut Kriminalitätsstatistik vor allem Handtaschenraube und schwere Diebstähle.

Nach den Worten von Roland Lay, Leitender Polizeidirektor, ist der Zuwachs im Stadtgebiet von Karlsruhe deutlich. Landesweit konnte dagegn ein Minus von 1,6 Prozent verzeichnet werden.

Mehr Diebstahl und Handtaschenraub

Während in der Fächerstadt die Straftaten im Jahr 2012 um 1.076 Fälle zunahmen (+ 3,9 Prozent), seien sie im Kreis um 699 (- 4,1 Prozent) zurückgegangen. Trotz des Anstieges sei laut Polizei nicht von einem Sicherheitsverlust für die Karlsruher Bürger auszugehen. Die Häufigkeitszahl, also die Zahl der Taten auf 100.000 Einwohner, sei im Jahr 2012 mit 9.567 noch unter dem Mittelwert von 9.611 der letzten zehn Jahre gelegen. Im Vergleich mit Großstädten wie Freiburg, Stuttgart, Mannheim und Heidelberg liege Karlsruhe im Mittelfeld. Um dem aktuell negativen Trend, der sich auch in den ersten Monaten dieses Jahres offenbar spürbar fortsetzte, entgegenzuwirken, hat die Karlsruher Polizei ihre Kontrollen und Ermittlungsarbeit intensiviert.

Nach wie vor machten laut Polizei Diebstahlsdelikte mit über 40 Prozent den Löwenanteil an der Gesamtkriminalität aus. Beim schweren Diebstahl nahmen die Fallzahlen um 4,2 Prozent zu. Gleichzeitig konnte hier die Aufklärungsquote um 0,6 auf nunmehr 13,8 Prozent gesteigert werden. Im Vergleich sei aber auch die Anzahl von gescheiterten Einbrüchen sehr hoch: Von 686 Fällen blieben allein 273 im Versuch stecken. Dagegen habe die Zahl der Firmeneinbrüche um über ein Viertel auf nunmehr 911 Fälle zugenommen.

Über die Hälfte der Fälle aufgeklärt

Außerdem sei ein deutlicher Zuwachs in Sachen Handtaschenraub zu verzeichnen: Die Zahl der Taschendiebstähle sei mit insgesamt 1.131 Fällen auf über ein Drittel gestiegen. Auch mit einem intensiven Einsatz von Polizeibeamten in Uniform und Zivil an den örtlichen und zeitlichen Brennpunkten konnte diese Entwicklung nicht entscheidend gebremst werden. Mehr als die Hälfte aller in Karlsruhe registrierten Taschendiebstähle wurden in den Bereichen der Fußgängerzone und der beiden großen Einkaufszentren begangen. Allein im größten Einkaufszentrum hat sich die Zahl gegenüber dem Vorjahr fast vervierfacht.

Raub und Körperverletzungdelikte und Fälle von Nötigung, Bedrohung sowie Stalking gingen um 1,7 Prozent auf 3.293 Fälle zurück. Hervorgerufen wurde dieser Trend durch eine spürbare Abnahme der Körperverletzungsdelikte (- 3,8 Prozent). Hier gingen gefährliche und schwere Körperverletzungen um 6,6 Prozent zurück. Bei der einfachen Körperverletzung war laut Polizei ein leichter Rückgang von 2,1 Prozent auf 2.191 Fälle feststellbar. Nichtsdestotrotz ragte die Geiselnahme im Juli mit insgesamt fünf Toten aus der Polzeiarbeit 2012 heraus.

Aufgeklärt werden konnten 55,8 Prozent der Fälle - mit diesem Wert liegt Karlsruhe genau im Mittelwert der letzten zehn Jahre (Stadtkreis: 57,9 Prozent = + 0,4 Prozent; Landkreis: 52,1 Prozent = - 0,1 Prozent). Durch die insgesamt steigenden Fallzahlen und die Erhöhung der Aufklärungsquote kam es auch bei der Zahl der Tatverdächtigen zu einer Zunahme um 1,4 Prozent von 17.643 auf 17.885. Unter allen Tatverdächtigen waren 5.664 Nichtdeutsche, dies entspricht einem Anteil von 31,7 Prozent.

Gewalt gegen Polizeibeamte nimmt zu

Ein in den letzten Jahren immer mehr im Fokus stehendes Problem ist laut Polizei die zunehmende Gewalt gegen Polizeibeamte. Ging die Anzahl der Widerstände gegen Polizeibeamte ohne Gewalteinwirkung 2012 von 123 auf 108 Fälle (- 12,2 Prozent) zurück, so nahmen Gewaltdelikte gegen Polizeibeamte (einfache / gefährliche Körperverletzung u.a.) im gleichen Zeitraum von 227 auf 236 Fälle (+ 4,4 Prozent) weiter zu. Dabei wurden vier Polizeibeamte schwer und 119 leicht verletzt. Zum Schutz seiner Beamten hat das Polizeipräsidium seine Schulungsmaßnahmen wie auch das Einsatztraining auf diese Entwicklung abgestimmt und noch intensiviert.

Mehr zur Kriminalitätsstatistik in Karlsruhe

Kriminalität 2011: Mehr Straftaten und weniger Autoaufbrüche

Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen