Karlsruhe Kotting-Uhl zum Atommüll am KIT: "Die Fässer lagern zu lange in Karlsruhe"

Die Karlsruher Bundestagsabgeordnete der Grünen, Sylvia Kotting-Uhl, hat sich am Mittwoch zu den jüngsten Entwicklungen bei der Lagerung des Atommülls in Karlsruhe geäußert. Im Rahmen eines Pressegesprächs sprach sich Kotting-Uhl, die ebenfalls atompolitische Sprecherin der Grünen auf Bundesebene ist, für eine rasche Inbetriebnahme des Endlagers "Konrad" in Niedersachsen aus - im Vordergrund stehen aus ihrer Sicht aber die Sicherheit sowie die gesellschaftliche Akzeptanz.

"Karlsruhe ist das größte Zwischenlager für schwach- bis mittelradioaktiven Müll in Deutschland", erinnert Kotting-Uhl beim Pressegespräch am Mittwoch in Karlsruhe. Zuvor war bekannt geworden, dass auf dem Gelände der Karlsruher Wiederaufbereitungsanlage auf dem KIT-Campus Nord rund 1.700 der bislang etwa 20.000 kontrollierten Fässer beschädigt sind.

"Atomfrage behutsam und transparent behandeln"

Damit stellt Karlsruhe die große Mehrzahl der insgesamt entdeckten Problemfässer: "In ganz Deutschland wurden etwa 2.000 Behälter mit solchen Korrosionserscheinungen gezählt", so die Karlsruher Bundestagsabgeordnete. Doch das sei nicht verwunderlich, denn: "In Karlsruhe wird schlicht gründlicher gesucht als an anderen Orten", macht sie deutlich. Sie rechne künftig bundesweit mit weiteren Entdeckungen beschädigter Fässer.

Das Unternehmen "Wiederaufbereitungsanlage Karlsruhe Rückbau- und Entsorgung" (WAK), das das Atommüll-Gelände in Karlsruhe verwaltet, hatte die hohe Zahl der rostigen Behälter vor allem mit deren langen Lagerzeit begründet. Auch Kotting-Uhl hält diese für problematisch: "Die Fässer lagern eindeutig zu lange im Zwischenlager in Karlsruhe."

Deshalb müsse der Weg zum Endlager "Konrad" in Niedersachsen rasch geebnet werden, auch wenn Kotting-Uhl betont: "An oberster Stelle stehen die Sicherheit und die volle Akzeptanz durch die Bevölkerung." Deshalb könne sich der avisierte Zeitplan, das Endlager 2022 in Betrieb zu nehmen, nochmals nach hinten verschieben.

Besonders die gesellschaftliche Akzeptanz sei schwer zu erreichen, räumt Kotting-Uhl ein: "Das Misstrauen in der Bevölkerung gegenüber Atommüll ist überall groß." Zuvor hatte Baden-Württembergs Ministerpräsident gegenüber Medien erneut seine Bereitschaft erklärt, in seinem Bundesland nach einem Endlager für hochradioaktiven Atommüll suchen zu lassen. Unabhängig von der künftigen Lagerstätte sei es jedoch "besonders wichtig, in der Atomfrage behutsam und transparent vorzugehen", so Kotting-Uhl. Znächst müsse ein Verfahren zur Lagerung geschaffen werden, dem die Bevölkerung wirklich vertraut.

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