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Berlin/Stuttgart/Karlsruhe Kontaktverbot, keine Ausgangssperre: Raus geht es nur noch zu zweit und mit Sicherheitsabstand

Schon am Wochenende herrschte gähnende Leere auf Deutschlands Straßen. Am Sonntag hat sich die Politik auf noch drastischere Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus geeinigt. In Baden-Württemberg gibt es bereits seit Freitag verschärfte Maßnahmen - hier werden sich nur zwei weitere Punkte ändern. Unter anderem ist ein Sicherheitsabstand einzuhalten.

Zur Eindämmung der Corona-Krise sollen Ansammlungen von mehr als zwei Personen grundsätzlich in ganz Deutschland verboten werden. Darauf verständigten sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder bei einer Telefonkonferenz am Sonntag in Berlin. Ausgenommen werden sollen Familien sowie in einem Haushalt lebende Personen.

Keine Ausgangssperre, sondern Kontaktverbot

Eine Gruppe von zwölf Ländern hatte sich bereits vor der Schaltkonferenz im Grundsatz auf ein umfassendes Kontaktverbot verständigt. Dazu gehörten

  • Baden-Württemberg
  • Berlin
  • Brandenburg
  • Bremen
  • Hamburg
  • Hessen
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Niedersachsen
  • Nordrhein-Westfalen
  • Rheinland-Pfalz
  • Schleswig-Holstein
  • Thüringen

Demnach sollte es sich ausdrücklich nicht um eine Ausgangssperre, sondern um eine Art Kontaktverbot im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus handeln. Neben Merkel hatten auch die für den Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus wichtigsten Minister teilgenommen.

Verschärfte Ausgangsbeschränkungen wurden eingehalten

Verschärfte Ausgangsbeschränkungen in den einzelnen Ländern wurden am Sonntag weitgehend eingehalten. Mehrere Länder - allen voran Bayern - hatten ihre Bestimmungen bereits verschärft. Die Polizei in Bayern verzeichnete nach eigenen Angaben nur vereinzelte Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkungen.

Kontakt meiden ist wichtig.
Kontakt meiden ist wichtig. | Bild: BMI

Generell seien die Menschen diszipliniert und hielten sich an die Auflagen, ergaben Nachfragen bei den Polizeipräsidien am Sonntagmorgen. Bei den Verstößen handelte es sich demnach um Einzelfälle. Ähnliches wurde aus anderen Ländern berichtet.

Kretschmann informiert in Pressekonferenz

Nach wie vor sei das oberste Ziel die Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen. "Die allermeisten Menschen halten sich inzwischen an die Vorgaben", so Ministerpräsident Winfried Kretschmann um 17 Uhr bei einer Pressekonferenz.

Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen) spricht während einer Pressekonferenz.
Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen) spricht während einer Pressekonferenz. | Bild: Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild

"Die Corona-Partys sind verschwunden. Es gibt nur noch wenig größere Ansammlungen, diese wurden von der Polizei aufgelöst und auch sanktioniert."

Bild: Marlene Witke

Auch beim Einkauf verhielten sich die Menschen diszipliniert, so Kretschmann. Darüber bin ich wirklich sehr froh und dankbar -  und ich bitte Sie sehr, sich weiterhin diszipliniert und vernünftig zu verhalten, auch wenn das Wetter wieder besser wird. 

Baden-Württemberg hatte bereits am Freitag Maßnahmen verschärft

In Baden-Württemberg wurden bereits am Freitag die Maßnahmen verschärft - sie erhielten ab Samstag Gültigkeit. Man möchte generell der Bundeslinie folgen, so Kretschmann, man habe sich am Freitag allerdings aufgrund der besonderen Lage im Land -  wie eine erhöhte Fallzahl durch die Nähe zu Risikogebieten wie Grenzregion Elsaß und die Rückkehr vieler Wintersportler - für eine frühere Handlung entschieden. "Es kommt auf jeden Tag an."

Die Einigung von Bund und Ländern, die heute getroffen worden ist, nimmt die baden-württembergische Linie auf: 

  • Bürger werden angehalten, ihre Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren
  • Die eigenen Wohnung darf für alle unbedingt notwendigen Tätigkeiten verlassen werden etwa um zur Arbeit oder zum Arzt zu gehen, um Lebensmittel einzukaufen "aber auch für Sport und Bewegung an der frischen Luft, sofern man das allein macht"
  • Verstöße werden - wie bereits zuvor in Baden-Württemberg - in allen Ländern von Polizei und Ordnungsbehörden kontrolliert und gegebenenfalls auch bestraft
  • Betrieb im Bereich der Körperpflege werden bundesweit geschlossen. Auch dies ist in Baden-Württemberg bereits in Kraft.

Die Verhaltensregeln gelten bereits in Baden-Württemberg, ab morgen werden sie auch bundesweit in Kraft treten.

Zwei neue Einschränkungen für Baden-Württemberg

Für Baden-Württemberg gibt es zwei Neuerungen ab Montag, 23. März:

  • In der Öffentlichkeit muss nun ein Mindestabstand von mindestens 1,50 Meter eingehalten werden. "Bitte halten Sie sich daran, egal ob im Supermarkt, beim Spazieren gehen, auf dem Wochenmarkt oder in der Straßenbahn."
  • In der Öffentlichkeit darf man ab Montag nur noch zu zweit und nicht wie bisher zu dritt unterwegs sein. Eine Ausnahme gilt weiterhin für Familien.

Diese Regeln gelten in vielen Städten im Landkreis Karlsruhe bereits seit Freitag - viele Kommunen hatten ein Betretungs- und Niederlassungsverbot nach Freiburger Vorbild erlassen. 

Alle Maßnahmen haben eine Geltungsdauer von zwei Wochen. "Dann werden wir wieder zusammen beschließen wie es weiter geht."

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Kommentare (13)
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  •   kritiker_2014
    (567 Beiträge)

    23.03.2020 21:43 Uhr
    Auf der Website der
    aktuelle Daten der Johns Hopkins UniversityJohns Hopkins University kann man die aktuellen Daten sehen.
    Im jeden Fall sind die aktueller als die vom RKI.
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  •   runner
    (504 Beiträge)

    23.03.2020 12:00 Uhr
    Titel
    Zitat von ka-news Kontaktverbot, keine Ausgangssperre: Raus geht es nur noch zu zweit und mit Sicherheitsabstand

    Wäre mir neu, dass ich nicht mehr allein vor die Tür darf.
    Falls ihr aber recht haben solltet: Wo bekommt man im Zweifelsfall eine zweite Person her? Vermittelt ihr das auch auf kanews-verbindet.de?

    Echt Leute, derzeit gibt es ständig neue, an die Situation angepasste Regeln. Da haben insbesondere die Medien die Pflicht, korrekt zu informieren. Einerseits wird vor Fake-News gewarnt, andererseits verbreitet ihr selbst welche. Achtet auf eure Formulierungen!
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  •   patrickkk
    (1768 Beiträge)

    23.03.2020 06:36 Uhr
    ...
    Na hoffentlich hilft's.

    Ich hoffe alle die dies vor einem Monat runtergespielt haben (Inklusive unser MP) treten geschlossen zurück wenn diese Katastrophe vorbei ist.
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  •   357.Magnum
    (161 Beiträge)

    23.03.2020 09:03 Uhr
    Quatsch
    gerade unsere Landesregierung in BW hat vieles richtig gemacht und angemessen reagiert, die Bundesregierung aber rennt nur den Problemen wie immer hinterher.
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  •   Kruppstahl
    (1225 Beiträge)

    23.03.2020 01:14 Uhr
    Jetzt fliegt denen die geplante und schon begonnene
    Krankenhausschließung um die Ohren.

    Spahn war da auch vorne mit dabei!

    "Die Bertelsmann-Stiftung hat gestern empfohlen, die Zahl der Kliniken in Deutschland von 1.400 auf deutlich unter 600 Häuser zu reduzieren. Damit sollen die Versorgungs­qua­lität und die Personalausstattung bei Ärzten und dem Pflegepersonal verbessert werden. Die Idee stieß gestern bereits auf Kritik von Politik, Ärzten und Patientenschützern und führte zu einer Debatte, die sich heute fortsetzte."

    https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/104668/Debatte-um-Studie-zu-Krankenhausschliessungen-geht-weiter
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  •   Rundbau-Gespenst
    (12042 Beiträge)

    22.03.2020 18:47 Uhr
    hat nicht die Kanzlerin erst 9 Corona-Regeln
    veröffentlicht?

    Und nun der Oberlehrer aus St.Uttgart. Wer kommt als Nächste/r dran?

    Ich bin für bundesweit einheitliche Regelungen!
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  •   357.Magnum
    (161 Beiträge)

    23.03.2020 08:55 Uhr
    das übliche Aussitzen von Merkel hat hat nicht funktioniert
    sie ist eine Getriebene des Corona-Virus, als als Krisenmanagerin hat sie völlig versagt.
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  •   kunvivanto
    (324 Beiträge)

    22.03.2020 18:10 Uhr
    Nun, das gibt hoffentlich genug Zeit,
    um einen Impfstoff zu entwickeln.
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  •   BMWFahrer
    (330 Beiträge)

    22.03.2020 18:17 Uhr
    Nein, gibt es nicht
    Wenn es überhaupt jemals einen Impfstoff geben wird, dann wird der evtl. 2021 erhältlich sein. Die getroffenen Massnahmen werden nur dazu führen, dass die Toten nicht innerhalb weniger Wochen, sondern verteilt über Monate anfallen werden und dadurch besser handhabbar sind.
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  •   barheine
    (397 Beiträge)

    22.03.2020 18:30 Uhr
    Es geht nicht um "Handhabbarkeit" von Toten, da gibt es nicht mehr viel zu handhaben, es geht um möglichst wenige Patienten in den Kliniken und um Entlastung des medizinischen Personals.
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