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Karlsruhe Konkurrenz autonomes Fahren: Karlsruhe gehen die Fahrlehrer aus

In Deutschland sinkt die Zahl der Fahrlehrer kontinuierlich. Nach offiziellen Zahlen hat sich die Fahrlehrerzahl zwischen den Jahren 2000 und 2010 halbiert. In den kommenden Jahren werden es noch weniger werden: "Der Beruf wird keine Zukunft haben", sagt ein Fahrlehrer im Gespräch mit ka-news. Die Konkurrenz ist groß: Autonomes Fahren und gut ausgebauter Nahverkehr werden die Branche künftig verändern.

Der Bestand an Fahrlehrer in Deutschland verringert sich seit Jahren. Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) zeigen, dass die Anzahl der Fahrlehrer in Deutschland zwischen 2011 und 2016 von 55.000 auf 45.000 zurückgegangen ist. Der Bundesverband deutscher Fahrschulunternehmen spricht sogar von einer Halbierung der Fahrlehrerzahl zwischen den Jahren 2000 bis 2010.

Hinzu kommt, dass die Branche ein Durchschnittsalter von 56 Jahren vorweist und viele Fahrlehrer in den nächsten Jahren das Rentenalter erreichen werden - und der Nachwuchs fehlt. Was hat sich geändert, warum ist das Berufsbild nicht mehr attraktiv?

"Mehrere Faktoren sprechen gegen den Beruf"

"Es gibt mehrere Faktoren, die inzwischen gegen den Beruf Fahrlehrer sprechen", erklärt Karsten Klein, Fahrlehrer und seit 2005 Inhaber des 1975 gegründeten Fahrausbildungscenter am Albtalbahnhof in Karlsruhe. Klein ist einer der aktuell knapp 5.150 Fahrlehrer in Baden-Württemberg.

Er bestätigt, dass der Fahrlehrermangel auch in Karlsruhe vorhanden sei. Die Gründe für den fehlenden Nachwuchs sieht er in der zeitaufwendigen und teuren Fahrlehrer-Ausbildung, dem niedrigen Gehalt, den späten Arbeitszeiten und dem, im Hinblick auf das autonome Fahren, schlechten Zukunftsaussichten.

10.000 Euro Ausbildungskosten

Das Thema Fahrlehrermangel beschäftigen nicht nur lokale Fahrschullehrer wie Klein, sondern auch die Deutsche Fahrlehrer-Akademie und den Fahrlehrerverband Baden-Württemberg. So wurden im November einige Brancheninsider zu einem "Runden Tisch" nach Pforzheim eingeladen, um zu besprechen, wie der Beruf wieder attraktiver gestaltet werden könnte. "Wir müssen mehr und positiver über unseren Beruf reden," sagt Jochen Klima, Vorsitzender des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg.

Vom runden Tisch in Pforzheim ging die klare Botschaft ins Land: Um dem Fahrlehrermangel Herr zu werden, sei demnach vor allem Zusammenhalt gefordert. "Der Beitrag jedes Einzelnen zählt. Der Fahrlehrerberuf braucht dringend ein besseres, moderneres Image, um wieder für mehr junge Menschen interessant zu werden", so Klima weiter.

Klein dagegen kennt die "Schattenseiten" des Fahrlehrerberufs: "Ich vermute, dass die Ausbildung viele potenzielle Fahrlehrer abschreckt. Diese ist nämlich mit viel Aufwand und Kosten in Höhe von rund 10.000 Euro verbunden, die nicht übernommen werden". Diese Summe kommt unter anderem dadurch zusammen, dass die Anwärter bislang einen Führerschein in allen Fahrzeugklassen absolvieren müssen. Das Mindestalter von 22 Jahren schreckt viele Interessierte zusätzlich ab.

Neue Gesetze ab 2018

Allerdings soll ab 2018 ein neues Gesetz diese Anforderungen mildern: Ab dem 1. Januar können auch 21-Jährige die Ausbildung zum Fahrlehrer machen. Zusätzlich sind auch nicht mehr alle Führerscheine notwendig. Wer beispielsweise nur Fahrlehrer für den Pkw-Führerschein sein möchte, muss nicht noch weitere Führerscheine wie den Motorrad- oder Lkw-Fahrschein vorweisen können. Maßnahmen, die jungen Menschen den Beruf Fahrlehrer wieder schmackhaft machen sollen.

Ob allerdings auch am Gehalt der Fahrlehrer geschraubt wird, ist fraglich. "Ein Fahrlehrer verdient im Jahr zwischen 35.000 und 40.000 Euro - das ist nicht überragend", sagt Klein. Das sieht auch Michael Herok, Angestelltenvertreter des Fahrlehrerverbands Baden-Württemberg so: "Im Moment verdient ein Fahrlehrer rund ein Drittel weniger als ein Schullehrer. Das sollte sich dringend ändern."

Schlechte Arbeitszeiten?

Hinzu kommen die vermeintlich schlechten Arbeitszeiten, die sich in den letzten Jahren, laut Kleins Beobachtungen, weiter negativ entwickelt haben. Den Grund dafür sieht Klein in dem verkürzten, achtjährigen Abitur (G8). "Die Jugendlichen haben viel Nachmittagsunterricht und kommen erst spät nach Hause. Dementsprechend spät am Tag werden die Fahrstunden gebucht", erklärt Klein.

Zum Thema Arbeitszeiten sagt Rainer Zeltwanger vom Bundesverband der Deutschen Fahrschulunternehmen allerdings: "Bei den Arbeitszeiten dürfen wir nicht meckern, sondern betonen, dass die Arbeitszeiten bei uns flexibel sind. Damit können wir unterschiedliche Klientele ansprechen und für unseren Beruf gewinnen." 

Auch beobachtet der Fahrlehrer, dass die Jugendlichen immer länger brauchen um den Führerschein zu machen: Sechs bis acht Monate sind keine Seltenheit mehr. Vor zwanzig Jahren wollte man noch so schnell wie möglich den Führerschein haben, heute gibt es andere Prioritäten und Rahmenbedingungen, so hat sich beispielsweise der ÖPNV stark verbessert", informiert Klein.

Fahrlehrer werden keine Zukunft haben

Einen Rückgang der Fahrschüler kann Klein allerdings nicht beklagen: "Die Nachfrage in Karlsruhe ist konstant." Das bestätigen auch die Zahlen des Statistik-Portals statistika.de. Demnach ist die Zahl der Fahrschüler seit Jahren auf einem Level. Etwas mehr als 1,2 Millionen Führerscheine wurden 2016 ausgestellt und damit nur leicht weniger als 2011 (1,5 Millionen).

Die Zukunftsaussichten für den Beruf Fahrlehrer sind, so Klein, außerdem wenig rosig: "Das autonome Fahren wird ganz sicher kommen. In den nächsten zehn bis 15 Jahren wird noch nichts passieren aber langfristig wird der Fahrlehrerberuf keine Zukunft haben." Schließlich zielt das autonome Fahren daraufhin, dass eine Fahrausbildung hinfällig wird. Der Autoverkäufer muss dem Laien nur noch erklären, wie das Fahrzeug funktioniert - dazu ist kein Führerschein notwendig und damit würde den Fahrschulen ihre größte Einnahmequelle wegfallen.

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Kommentare (24)
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  •   Hüttenkäse
    (421 Beiträge)

    03.01.2018 14:17 Uhr
    Was muss ein Fahrlehrer denn bitte mitbringen?
    Zitat: "Ob allerdings auch am Gehalt der Fahrlehrer geschraubt wird, ist fraglich. "Ein Fahrlehrer verdient im Jahr zwischen 35.000 und 40.000 Euro - das ist nicht überragend", sagt Klein. Das sieht auch Michael Herok, Angestelltenvertreter des Fahrlehrerverbands Baden-Württemberg so: "Im Moment verdient ein Fahrlehrer rund ein Drittel weniger als ein Schullehrer. Das sollte sich dringend ändern."

    Halten wir fest: Ein Fahrlehrer in Deutschland kann ohne abgeschlossene Schul- oder Berufsausbildung nur über einen 10.000-Euro-Kurs bis zu 40kEuros im Monat verdienen. Und die Branche beklagt sich noch und ist am Jammern.

    Dann bildet doch selber aus, bitte schön!

    Und wartet als Fahrschulbetreiber nicht auf irgendwelche Scheinselbständige, die die allermeisten sogenannten "angestellten" Fahrlehrer in Wirklichkeit wohl sind!
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  •   Schiller
    (109 Beiträge)

    03.01.2018 12:58 Uhr
    Ähhhh
    Autonomes Fahren als Konkurrenz?! In DE steckt das gerade mal in den Kinderschuhen. Damit ich ein KFZ führen darf, benötige ich weiterhin den Führerschein und bis es in DE soweit ist, dass ein Fahrzeug absolut eigenständig fahren kann, ist es noch ein langer Weg...
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  •   betablocker
    (3134 Beiträge)

    03.01.2018 15:20 Uhr
    Bitte 30 Jahre,
    das wär mir sehr recht.
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  •   betablocker
    (3134 Beiträge)

    03.01.2018 22:54 Uhr
    Gilt
    übrigens auch für Elektroautos.
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  •   ProKA
    (698 Beiträge)

    03.01.2018 12:41 Uhr
    Fahrlehrer
    ein Beruf den keiner vermisst. Autonomes fahren.... so schnell wie möglich umsetzen. Dann wird das fahren wieder sicher und der Stressfaktor Mensch ist obsolet.
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  •   Hüttenkäse
    (421 Beiträge)

    03.01.2018 13:57 Uhr
    Fahren Sie doch Straßenbahn...
    ... da wird Ihnen auch alles abgenommen - bis auf den "Stressfaktor Mensch" natürlich. zwinkern
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  •   betablocker
    (3134 Beiträge)

    03.01.2018 12:05 Uhr
    Ich kann
    das Wort autonom echt nicht mehr hören. Ganz abgesehen davon, dass es negativ belastet ist.
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  •   Zebrafahrschule
    (1 Beiträge)

    03.01.2018 09:38 Uhr
    Nicht bei den ZEBRAS !
    Ich kenne die Zustände in der Fahrschule des Herrn Klein nicht, bei uns in der Zebra-Fahrschule haben wir ordentliche Arbeitszeiten die jeder Fahrlehrer selbst plant, und sich damit auch Freiräume schafft, sowie vernünftige Löhne und Gehälter. Hier ist auch eine deutliche Tendenz nach oben erkennbar.
    Sicherlich ist auch ein gutes Betriebsklima mit dafür verantwortlich, daß bei den Zebras kein Fahrlehrermangel herrscht. Wir sind permanent dabei unseren Beruf in der Öffentlichkeit vorzustellen, somit gewinnen wir auch ausreichenden Nachwuchs. Unsere Fahrschüler bekommen ihre Fahrstunden !
    Das autonome Fahren sehe ich nicht als Risiko für unseren Beruf, eher als neue Chance langfristig in neue Betätigungsfelder vorzustoßen. Und das mit Spaß und einer ordentlichen Aus- und Weiterbildung für alle Beteiligten !
    Leider ist es gerade bei den kleineren Fahrschulen üblich sich im schwarz Malen zu üben.

    Axel Reichenberger
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  •   Elfer4711
    (69 Beiträge)

    03.01.2018 09:37 Uhr
    Autonome
    +++ Das Posting verstößt gegen unsere Netiquette und wurde daher von der Redaktion gesperrt +++
  •   andi79
    (2614 Beiträge)

    03.01.2018 09:45 Uhr
    zum Glück
    argumentieren diese Systeme dann logisch.... nach Überlebenschancen von dem der Überfahrern wird, völlig egal wo er her kommt (oder sogar aufs Hindernis drauf was am logischsten wäre weil im Auto ein Airback ist).

    Jetzt mal provokant gefragt: wie würden Sie denn ausweichen?
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