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Karlsruhe Kommt die Schnakenplage in Karlsruhe und wie kann ich mich vor den Stechmücken schützen? Ein Experte klärt auf

Wenn im Frühjahr die Schnakenweibchen ihre Eier ins Wasser ablegen, dann entwickeln sich innerhalb weniger Tage die kleinen Blutsauger. Denen rückt in den Rheinauen die KABS zu leibe - aber das Problem in Karlsruhe sind die Gartenbesitzer, die einen Teich oder Regentonne stehen haben. Doch jeder kann sich gegen die fliegenden Plagegeister schützen.

In den Rheinauen sind derzeit besonders viele Schnaken geschlüpft, obwohl die Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS) aktiv versucht hat, die Larven zu bekämpfen. Doch aufgrund der beiden defekten Helikopter war das nicht vollständig möglich.

Auch in der Stadt legen Schnaken ihre Eier

Dabei sind nicht nur die stehenden Gewässer in den Rheinauen das Problem. Wer mitten in der Karlsruher Innenstadt von den Biestern gestochen wird, muss damit rechnen, dass diese Stechmücken eher aus dem Nachbargarten kommen, denn vom Rhein. Denn in Regentonnen oder kleinen Teichen werden auch gerne die Larven abgelegt. 

Brutstätte Tigermücke
Bild: Umweltamt Karlsruhe

Daher ist die Stadt Karlsruhe und das Gartenbauamt auf die Mithilfe der Bürger angewiesen, um der gemeinen Hausschnake Herr zu werden. "Daher bieten sich folgende Möglichkeiten an: alle unnötigen Wasserbehälter entfernen oder diese abdecken", schreibt die Stadt Karlsruhe auf ihrer Homepage. "Regelmäßig die Wasserbehälter leeren oder im Gartenteich sind Fische oder andere Fressfeinde - auch das ist ein guter Schutz!"

Tabletten mit Bakterium greift Larven an

Und wenn das nicht hilft, dann verteilt die Stadt ein Schnakenbekämpfungsmittel. Die Tabletten werden in die Regentonne oder den Eimer gegeben und das biologische Mittel wird von den Stechmückenlarven gefressen, was zum Tod der Larve führt. Eine Tablette reicht für etwa 50 Liter Wasser, wer einen Teich von mehr als zwei Quadratmetern Wasseroberfläche hat, braucht mehr von dem Mittel. Jedoch soll die Wirkung der Tabs mehrere Tage bis Wochen andauern, verspricht der Hersteller auf seiner Homepage. Etwa 5.300 Packungen hat die Stadt im Jahr 2018 kostenlos an die Karlsruher ausgegeben. 

Eine Stechmücke saugt Blut
Eine Stechmücke saugt Blut aus dem Arm eines Mannes. | Bild: Patrick Pleul/Archivbild

Sind die Stechmücken dann doch geschlüpft und machen sich auf, die Menschen "heimzusuchen", können Sprays helfen. Mit diesen sei man weniger anfällig gegenüber Stichen, sagt Professor Claus-Detlev Klemke, Dermatologe am Städtischen Klinikum Karlsruhe im Gespräch mit ka-news.de. "In den Sprays sind Substanzen, die Mücken nicht mögen." Lange Hosen oder ein Pullover können allerdings auch schon helfen: "Auch dann sind wir besser geschützt!"

"Allergische Reaktionen sind sehr selten"

Weiterhin kommt es auf den Aufenthaltsort und die Tageszeit an. "Wenn ich bei Dämmerung in den Rheinauen unterwegs bin, werde ich natürlich unter Umständen öfters gestochen", so Klemke im Gespräch mit ka-news.de weiter.

Dermatologe Professor Claus-Detlev Klemke
Dermatologe Professor Claus-Detlev Klemke | Bild: Philip Dehm Fotografie

Anders als bei Bienen oder Wespen kommt es bei den Stechmücken sehr selten zu allergischen Reaktionen. "Ein anaphylaktischer allergischer Schock mit Erbrechen bis hin zu Bewusstlosigkeit als Folge eines Schnakenstichs - das tritt sehr, sehr selten auf", so der Chefarzt der Hautklinik. Häufiger zu beobachten sind Lokalreaktionen rund um die Einstichstelle.

Gefährlicher als der Stich: das Aufkratzen

"Der Körper reagiert auf den Mückenstich mit einer Histamin-Ausschüttung, um den potenziellen körperfremden Stoff abzuwehren", so der Allergologe gegenüber ka-news.de weiter. Es können sich Quaddeln auf der Haut bilden oder die Fußzehen anschwellen. "Das befindet sich im Bereich einer normalen Reaktion", erklärt Professor Claus-Detlev Klemke. "Das ist zwar lästig, aber nicht gefährlich!"

Mückenstiche
Bitte nicht kratzen! Mückenstiche werden besser gekühlt oder mit einem Präparat aus der Apotheke behandelt. | Bild: Andrea Warnecke

Um die Reaktion nach einem Stich zu mildern, kann auf altbewährte Hausmittelchen zurückgegriffen werden: Wie etwa eine Zwiebel auf die Einstichstelle zu legen. "Aber auch alles, was kühlt, empfinden die Leute als angenehm", so Professor Klemke von der Hautklinik am Städtischen Klinikum in Karlsruhe weiter. Außerdem sei ein Gel mit Antihistaminika und eine Desinfektion der Einstichstelle sinnvoll. "Denn meist verursacht der Dreck, den wir später in die Wunde einbringen, die Probleme, nicht der Stich selbst. Aufgekratzte Stiche sind eine Verletzung der Haut. Dort können sich Bakterien ausbreiten und es kann zur Wundrose kommen."

Lesen Sie in Teil 1 warum die Arbeit der KABS so wichtig ist.

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  •   Weichei
    (444 Beiträge)

    12.06.2019 07:10 Uhr
    Einfach schrecklich
    Was die armen Karlsruher ausstehen muessen. In den 50igern und 60igern gab es keine derartige Schnagenbekaempfung. Wir haben Wetten abgeschlossen wer es am laengsten aushaelt mit dem ausgestreckten Arm die Schnagenstiche zu ertragen. Mein Rekord 14 Minuten und dann darueber gestrichen. Der Arm Blutrot. Ich lebe noch, grinsen
    Ob dies geholfen hat? Keine Ahnung, tatsache jedoch ist ich lebe in Suedafrika und Alle klatschen nach Mosquitoes waerend mich keine sticht oder auch nur ansetzt.
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  •   Weichei
    (444 Beiträge)

    12.06.2019 07:17 Uhr
    Keine Mossis
    Keine Stiche
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  •   JeanneDarc
    (366 Beiträge)

    11.06.2019 20:06 Uhr
    Nicht zu 100% effektiv aber doch sehr nützlich...
    sind schlicht und ergreifend auch fleischfressende Pflanzen - ich hab im Sommer immer mehrere Sonnentau, Venusfliegenfallen, Schlauchpflanzen und Fettkraut in der Wohnung.... die Anzahl der fliegenden Subjekte geht dabei nicht unbedingt auf Null - aber diese Viecher werden doch massiv reduziert und es ist biologischer und natuerlicher als mit irgendeiner Chemie rumzuspruehen...
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  •   Rundbau-Gespenst
    (11526 Beiträge)

    11.06.2019 10:11 Uhr
    wie kann ich mich schützen?
    schneler laufen, als die Biester fliegen können.

    grinsen
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  •   mueck
    (11092 Beiträge)

    11.06.2019 12:53 Uhr
    !
    Ist keine große Leistung, denn Wikipedia sagt:
    "Stechmücken können mit einer Geschwindigkeit von etwa 1,5 bis 2,5 Kilometer pro Stunde fliegen."
    Gefährdet von Stechmücken von hinten sind also allenfalls Rollatorschieber ...
    Schnell laufen hilft zudem nicht gegen Rheinschnaken im Gegenverkehr, von denen kriegt man umso mehr ab, je schneller entgegenkommend man diesen ist ...
    Die große Katastrophe tritt aber ein, wenn man an Hindernissen im Weg abbremsen muss oder ein natürliches Bedürfnis zur heroischen Bekämpfung der großen Waldbrandgefahr ins Gebüsch treibt ... Das wird dann ein Festmahl ...
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  •   Rundbau-Gespenst
    (11526 Beiträge)

    11.06.2019 10:21 Uhr
    da blieb schon mal ein "l"
    auf der Strecke...

    ...wer's findet kann es der Redaktion schicken, vielleicht kann man es noch irgendwo einbauen.
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  •   mueck
    (11092 Beiträge)

    11.06.2019 13:00 Uhr
    Danke, für das auseihen des
    Habe jetzt mit vieen eihbuchstaben, die ja wie keine Schagstöcke aussehen, auf die Bllllllllllliester eingeschagen, hift aber eider auch nix! Sie finden But weiterhin ecker!
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  •   Rundbau-Gespenst
    (11526 Beiträge)

    11.06.2019 16:21 Uhr
    oh,
    je!!!
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  • unbekannt
    (1273 Beiträge)

    11.06.2019 09:27 Uhr
    Bei +60C
    sterben bereits Hautzellen ab. Also nicht empfehlenswert !
    Kein Wunder juckt es nicht mehr.
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  •   magambo
    (53 Beiträge)

    11.06.2019 10:14 Uhr
    RE: Bei +60C
    Ich spreche von wenigen Sekunden, das ist absolut unproblematisch. Wird auch von vielen Sanitätern so empfohlen. In der Sauna werden meine Hautzellen deutlich höheren Temperaturen für deutlich längere Zeit ausgesetzt, und auch das ist unschädlich. Zudem erneuert sich die Haut sich permanent, tote Hautzellen sind also etwas völlig normales. Kann natürlich jeder für sich selbst entscheiden, wie er oder sie mit den eigenen Insektenstichen umgeht. Ich denke dennoch, man sollte über so eine effektive Methode Bescheid wissen, um dann seine eigenen Erfahrungen machen zu können.
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