12  

Karlsruhe Kombi-News: Erste Haltestelle nimmt immer mehr ihr endgültiges Aussehen an

Was vor einigen Monaten noch ein "Kasten aus Beton" war, wird allmählich auch augenscheinlich zu dem, was es werden soll: Einer Bahnhaltestelle. Vorreiter ist vor allem die Haltestelle Durlacher Tor, wo das endgültige Aussehen an immer mehr Stellen zu sehen ist. Was auf den vielen Karlsruher Baustellen sonst so passiert, berichtet die Karlsruher Schienen-Infrastrukturgesellschaft (Kasig) in einer Pressemeldung.

Die erste unterirdische Haltestelle nimmt ganz allmählich ihr endgültiges Aussehen an: In der Haltestelle Durlacher Tor werden die hellen Betonwerksteine, die auf den vom Tunnelrohbau hinterlassenen Beton montiert werden, an den Bahnsteigkanten und an der Kante zwischen Bahnsteigoberfläche und Wand angebracht.

Die für die Kante verwendeten Hohlkehlsteine sorgen durch ihre abgerundete Form für eine später pflegeleichtere Reinigung der Haltestellenböden. Seit längerem in der Haltestelle Kongresszentrum und jetzt aber auch bereits in der Haltestelle Kronenplatz wird an der Unterkonstruktion aus massiven Stahlschienen gearbeitet, auf denen die Betonwerksteine – ein Exemplar ist bis zu 70 Kilogramm schwer – befestigt werden.

Kombi-News 12.1020.2018
In der Haltestelle Durlacher Tor werden die ersten Platten der Wandverkleidung angebracht. |

Anstrich für den Bahnsteig

Zu den die Montage der Betonwerksteine vorbereitenden Arbeiten gehört auch das Auftragen eines feuchtigkeitsabweisenden Anstriches der Betonoberfläche der Bahnsteige. Arbeiter tragen diese Schicht auf den Bahnsteigen in den Haltestellen Europaplatz und Lammstraße auf.

Ebenfalls dem Aussehen der Haltestellen dient das "Stocken" der Wände auf den Fahrgastverteiler-Ebenen sowie der Wände in den Treppenbereichen: Die Spezialisten, die dem Beton sein späteres raues Aussehen durch die Bearbeitung mit einem Meißel geben, sind in den Haltestellen Lammstraße und Marktplatz unterwegs.

Aufzüge, Rolltreppen  und elektrische Leitungen ziehen ein

Neben der "Optik" der Haltestellen wird natürlich auch an der technischen Ausrüstung gearbeitet: Aufzüge, die an der Oberfläche zu sehenden "Mundhäuser" dieser Aufzüge sowie Fahrtreppen werden in den Haltestellen Durlacher Tor und unter dem Berliner Platz – für die Haltestelle Kronenplatz – eingebaut.

Später nicht zu sehen, aber für den Betrieb der Stadtbahnen und Straßenbahnen Voraussetzung sind die elektrischen Leitungen: Kabel für den Bahnstrom werden derzeit in die vorbereiteten Leerrohre zwischen Lammstraße und Europaplatz eingezogen, Kabel für die Kommunikation zwischen Durlacher Tor und Kronenplatz.

In der Haltestelle Kronenplatz wird eine Rolltreppe installiert. |

Wenn später Wasser im Tunnel ist, wird es hochgepumpt

Die noch zu erledigenden und dem Rohbau des Stadtbahn- und Straßenbahntunnels zuzuordnenden Arbeiten beschränken sich inzwischen ausschließlich noch auf Restarbeiten: So werden die Drainagerohre in den Tunnel- und Haltestellensohlen gespült, damit die naturgemäß auftretenden minimalen Mengen von Sickerwasser später ungehindert abfließen und aus Sammlern heraus nach oben in die Kanalisation gepumpt werden können. In der Haltestelle Ettlinger Tor lässt sich die Fülle der noch zu erledigenden Arbeiten inzwischen überschauen: Dort werden noch die Bahnsteigflächen betoniert.

In der Haltestelle Ettlinger Tor werden die Bahnsteige betoniert. |

Zum Rohbau gehört aber auch die Wiederherstellung der durch den Spezialtiefbau zuvor in Anspruch genommenen Flächen: Am Durlacher Tor wird noch an den Straßen, Rad- und Gehwegen gearbeitet, so dass die Verkehrsflächen bis zum Jahresende komplett wiederhergestellt sein werden. In der Karl-Friedrich-Straße zwischen Rondellplatz und Marktplatz wird der in Längsrichtung verlaufende Abwasserkanal saniert: Dieser Abschnitt wird daher ab Montag, 15. Oktober, zur Einbahnstraße von Süden nach Norden.

Wo die Spundwände stehen, beginnt der Bau der Tunnelgrube

Der Rohbau des Straßentunnels für den Umbau der Kriegsstraße mit einer oberirdischen Gleistrasse und einem darunter liegenden Autotunnel hat sich nun auch endgültig auf dem Mendelssohnplatz breit gemacht: Im dortigen Baufeld O 2, das sich von der Einmündung der Kapellenstraße in die Ludwig-Erhard-Allee bis auf Höhe der an der Kriegsstraße liegenden Heinrich-Hübsch-Schule erstreckt, läuft noch der Bau von Leitwänden, die für eine senkrechte Führung des Schlitzwandgreifers – eine Art überdimensionale Baggerschaufel – sorgen. In die von dem Greifer bereits ausgehobenen Schlitzwände werden dann stählerne Spundwände eingestellt, die die Baugrube für den Tunnel absichern und gleichzeitig auch die nach außen liegende Schalung beim Bau der Tunnelwände bilden.

Bis zu 20 Meter reichen die Schlitzwände am Mendelssohnplatz in den Karlsruher Untergrund. |

Wo in die Schlitzwände bereits die Spundwände eingestellt sind, insbesondere im Bereich der späteren Hilfsbrücken, beginnt der Aushub der Tunnelbaugrube. Ende Oktober wird auf einigen der in die Schlitzwände eingestellten Spundwände das Auflager für die Gleishilfsbrücken hergestellt. Die beiden Hilfsbrücken – jede ist 55 Tonnen schwer – werden in der Nacht vom 3. auf den 4. November auf die Auflager gesetzt.

Verkehr soll trotz Baustellen fließen können

Östlich vom Mendelssohnplatz im Baufeld O1 wird am letzten Abschnitt der Rampenwände gearbeitet, zwischen denen die Autos später in den Tunnel hinein- oder aus ihm herausfahren. Westlich vom Mendelssohnplatz im Baufeld O3 wird an der Kragplatte gearbeitet, einem über die Baugrube hinausragenden Betonaufsatz auf den Bohrpfählen, auf dem dann eine Straßenfläche hergestellt wird.

Dadurch stehen Autos oben zwei Richtungsfahrbahnen zur Verfügung, während darunter der Tunnel hergestellt wird. Gleiches geschieht im Baufeld O4: Auf den hier entstandenen Bohrpfählen, wird der letzte Abschnitt der Kragarme hergestellt. Auch diese Kragarme dienen dazu, dem oberirdischen Verkehr während der Bauarbeiten mehr Platz zur Verfügung zu stellen.

Anfang November gibt es eine Kreuzung auf Höhe Ritterstraße

Im Baufeld W3 zwischen Ettlinger Tor und Lammstraße sind die Baugrubenabschnitte mit Schlitzwänden, in die Spundwände eingestellt werden, fertiggestellt. Hier wurde bereits mit dem Aushub der Baugrube begonnen und mit den Ankerbohrarbeiten. Mit diesen Ankern, die verpresst und vorgespannt werden, werden die eingestellten Spundwände und Bohrpfähle im Erdreich rückverankert, damit sie dem Erd- und dem Wasserdruck standhalten.

Auf dem Baufeld W2 zwischen Lammstraße und Ritterstraße entsteht auf Höhe der Ritterstraße ein provisorischer Verkehrsknoten. Die Kreuzung wird Anfang November in Betrieb gehen und ermöglicht für Autos, Radfahrer und Fußgänger die Querung der Kriegsstraße an dieser Stelle.

Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (12)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   Freigeist1
    (664 Beiträge)

    14.10.2018 00:21 Uhr
    ...fehlt ja fast nur noch das Entscheidende: die Fahrplanidee
    für den künftigen Betrieb. Die könnte eigentlich nach 7 J. Bauzeit mal stehen (besser: vor Baubeginn), woran hakt es immer noch?
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Bahnnutzer100
    (177 Beiträge)

    14.10.2018 21:13 Uhr
    Liniennetz und Fahrplan
    Demnächst wird die Bevölkerung informiert werden, dass der Tunnel und die straßenbahnfreie Kaiserstraße für die Straßenbahnfahrgäste überwiegend Nachteile mit sich bringen werden. So wird die Südstadt von der Kaiserstraße abgeschnitten und das Gleiche passiert mit der Südweststadt. Ebenfalls werden einige Stadtteile (welche?) von der Kaiserstraße abgeschnitten, weil der Tunnel nicht alle Linien fasst. Die mögliche Lösung des Problems wäre weiterhin in der Kaiserstraße oberirdischen Betrieb durchzuführen. Das ist leider derzeit offiziell nicht vorgesehen, weil nicht gewünscht. Deshalb sollten die betroffenen Fahrgäste dieses Thema an die Öffentlichkeit bringen!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Freigeist1
    (664 Beiträge)

    14.10.2018 22:39 Uhr
    Ja, die Schienen in der Kaiserstraße sollten
    blieben, wegen Umleitungen, Baustellen, Pannen, Sanierung, und -vor allem- 2 Tageslinien sowie generellem Nachtverkehr der Bahnen ab 20 Uhr. Karlsruhe kann es sich nicht erlauben, mit so viel Geld eine mangelhafte Lösung für die Fahrgäste zu realisieren! Herr Mentrup, bitte übernehmen Sie...
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   IchKA
    (619 Beiträge)

    13.10.2018 18:37 Uhr
    Lüpertz ?
    Schöpfung bewahre uns vor diesem Hades. Man kann nur hoffen dass das Geld nicht zusammenkommt, aber das Genie wird sicherlich nochmal im Preis runtergehen und dann vielleicht doch mal vorsichtig beim Kulturetat anklopfen und vielleicht wird unser imagehungrige OB den nach eigenen Angaben "von Gott gesandten" Malerfürsten doch erhören, bevor alles bundesweit noch peinlicher wird.
    Ansonsten wird man bei der Pressemitteilung der Kasig ja ganz euphorisch wie toll das alles ist und sicherlich jeden Cent wert
    Dass aber die Bahnfrequenz im Tunnel nicht ausreicht, lässt man vorerst aber lieber mal unter Tage im Dunkel.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   dipfele
    (4958 Beiträge)

    14.10.2018 19:16 Uhr
    Sollte die Bahnfrequenz im Tunnel.....
    ….nicht den gemachten Versprechungen entsprechen, dann wäre das ja eine Fehlplanung. Und wenn die bewusst gemacht worden wäre, dann wäre das ja als Betrug am Wahlbürger und am Zuschusssgeber, sprich Steuerzahler zu werten.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   lukedeluxe
    (5 Beiträge)

    14.10.2018 12:23 Uhr
    Nepotismus
    Dazu erwähne ich nochmal die Aussage (Quelle: https://web3.karlsruhe.de/Gemeinderat/ris/bi/to0040.php?__ksinr=4624 > Punkt 3 > Protokoll GR TOP 3 261 KB > 2017_0418_Protokoll_GR_TOP_3.pdf) unseres Oberbürgermeisters sowie Aufsichtsratsvorsitzenden der Kasig Herrn Mentrup in seiner zur Abstimmung führenden Rede vor dem Gemeinderat: "Ich glaube, es ist noch einmal wichtig festzuhalten, Sie haben sich selbst Regeln zum Thema Kunst im öffentlichen Raum gegeben. Die werden aus vielerlei Perspektive hier im Raum diesmal nicht eingehalten. Umso richtiger ist es, dass Sie dann auch darüber entscheiden, ob Sie in diesem einzelnen Fall davon abweichen." / Ich hoffe die Architekten und Urheber der Untergrund-Bauwerke halten ihr Wort, die Kunstinstallation nur temporär für 6 Jahre zu dulden - denn Herr Goll wirbt inzwischen fleissig mit einer dauerhaften Installation um Sponsoren. Jetzt hat er ja fast soviel Geld zusammen, wie er Anfang letzten Jahres zur Abstimmung angeblich schon hatte.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   NeoTiger
    (624 Beiträge)

    13.10.2018 18:36 Uhr
    Für das endgültige Aussehen ...
    ... fehlt nur noch das Graffiti.

    Traurig, aber ist leider so.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   A320
    (301 Beiträge)

    14.10.2018 00:16 Uhr
    .
    Wie schon geschrieben wurde: Videoüberwachung und das Material ist auch beschichtet, um Graffiti möglichst unbrauchbar zu machen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   lenkdreiachser
    (390 Beiträge)

    15.10.2018 07:14 Uhr
    Schmierereien
    Das ist schon richtig, um die Starionen mache ich mir deshalb nicht allzu viele Sorgen. Das Schmiervolk wird statt dessen auf die Streckentunnel und Tunnelrampen ausweichen (wie am Durlacher Tor schon geschehen) und dort großflächige Graffitis anbringen, deren Entfernung wir alle nicht mehr erleben werden.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   chris
    (574 Beiträge)

    13.10.2018 19:49 Uhr
    jede Station ist Video überwacht...
    Vermummung möglich, aber das Risiko erwischt zu werden extrem hoch. Bin kein Sprayer...aber ich hoffe die Typen werden dann auch dingfest gemacht.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 (2 Seiten)

Schreiben Sie Ihre Meinung
Ein neues Posting hinzufügen
Fett Kursiv Link Zitat
Sie dürfen noch Zeichen schreiben