Karlsruhe Klares Zeichen mit einigen Bedenken: Karlsruhe setzt weiter auf das "Indoor Meeting"

Auch in den kommenden zwei Jahren wird wieder die blaue Laufbahn in der Messe Karlsruhe aufgebaut. Der Gemeinderat hat am Dienstag der Finanzierung des "Indoor Meetings" für 2019 und 2020 zugestimmt.

Es ist einer der Sport-Magnete der Region. Die absolute Leichtathletik-Spitze kommt jedes Jahr nach Karlsruhe, um sich beim "Indoor Meeting" zu messen. In diesem Jahr war Karlsruhe wieder der Auftakt der "IAAF World Indoor Tour", was weltweites Interesse auf Karlsruhe lenkte. Das Meeting war 2017 mit 4.500 Besuchern wieder ausverkauft, mehr als 130 Athleten aus 46 Nationen gingen an den Start. Dazu übertrug "Sport1" fast vier Stunden lang live im Internet und TV aus Karlsruhe. 

Vor allem seit der Schließung der Europahalle und dem Umzug des Indoor Meetings in die Messer Karlsruhe hagelt es oft Kritik an der Finanzierung. Schon 2016 stand der Traditionswettkampf kurz vor dem Aus, hätten die Veranstalter nicht immense Kosten eingespart. Denn die Stadt wollte pro Jahr nur noch etwa 550.000 Euro zuschießen. 

Hauptsponsor muss her

Jedoch haben nicht alle Fraktionen das Indoor Meeting bedingungslos unterstützt. Vor allem aus den Reihen der Grünen kam leichter Gegenwind. "Die Karlsruher Marketing und Event GmbH hat bisher die Forderungen erfüllt und die Kosten für Infrastruktur senken können. Doch sind die 550.000 Euro im Jahr Investitionen, die sich auszahlen?", so Grünen-Stadtrat Ekkehard Hodapp. Immerhin würde der Gemeinderat hier über lokale Finanzmittel entscheiden für das Sportereignis, das zwar vom Land gefördert wird. "Daher von uns ein klares Jain!" 

Auch die CDU steht dem Indoor Meeting mit gemischten Gefühlen gegenüber. "Dieses Jahr hat wieder gezeigt, wie beliebt das Indoor Meeting ist, denn es ist ein Premiumprodukt der Leichtathletik", führt Detlef Hofmann von der Union in seiner Rede aus. "Aber dieser Betrag für eine Tagesveranstaltung kann und soll auf Dauer keine Lösung sein!" Er bringt im gleichen Atemzug auch wieder die angespannte Hallensituation in der Fächerstadt zur Sprache. "Das Meeting sollte in der Betrachtung der Sporthallen eine Rolle spielen!" 

Nach 2020 sollte man die Finanzierung überdenken

Max Braun (Die Partei) von der KULT-Fraktion im Karlsruher Gemeinderat steht hinter dem Indoor Meeting - noch. "Es bewirbt effektvoll den Sportstandort Karlsruhe", sagt der junge Stadtrat. "Aber es müssen andere Geldquellen gesucht werden. Daher sehen wir eine weitere Bezuschussung nach 2020 sehr kritisch!" Trotzdem haben alle KULT-Gemeinderäte für die weitere Finanzierung gestimmt. 

Indoor Meeting
Karlsruhe unterstützt auch in den Jahren 2019 und 2020 das "Indoor Meeting" in der Messe Karlsruhe finanziell. | Bild: Reisenauer

"So viel Geld für ein eintägiges Event"

Der Sache mit einer anderweitigen Finanzierung stimmt auch die FDP zu: "Es ist ein großer Betrag und wir müssen sehen, was wir als Rückmeldung bekommen", sagt Thomas Hock. Er plädiert jedoch für den Erhalt des Indoor Meetings. "Ein Hauptsponsor wäre aber eine tolle Sache!" 

Entschiedener ist da die AfD im Gemeinderat. Marc Bernhard gibt zu bedenken, dass es viel Geld ist, für eine eintägige Veranstaltung. "Und dem Zuschauer vor dem Fernseher ist es schließlich egal, ob das in Karlsruhe ist oder sonst wo. Deswegen sollten die Gelder lieber in andere Projekte der Sportförderung fließen!" 

Wie wichtig und beliebt die Leichtathletik-Veranstaltung in der Messe Karlsruhe ist, hat auch der Gemeinderat erkannt. Am Dienstag stimmte das Gremium klar dafür, das Event auch in den kommenden zwei Jahren mit jeweils 207.500 Euro zur Durchführung und 350.000 Euro für den Aufbau und die Infrastruktur in der Messehalle zu unterstützen. Am Ende stimmten 39 Gemeinderat-Mitglieder dafür, acht dagegen (0 Enthaltungen).

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