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Karlsruhe/Dresden Kiloweise Pyrotechnik beschlagnahmt: Razzia nach Krawallen bei KSC-Spiel

Im Mai kam es rund um das KSC-Spiel gegen Dynamo Dresden zu Ausschreitungen. Die Polizei hat am Dienstag im Rahmen ihrer Ermittlungen nun mehrere Wohnungen und Geschäfte durchsucht.

Das Heimspiel des Karlsruher SC gegen Dynamo Dresden Mitte Mai 2017 sorgte landesweit für Aufsehen. Verantwortlich dafür war vor allem das Verhalten der mitgereisten Anhänger der Gäste. Vor und während dem Spiel kam es zu "kriegsähnlichen Zuständen", wie es später beschrieben werden sollte. Später verurteilten die Führungen der beiden Vereine die Vorfälle scharf. Auch der baden-württembergische Innenminister kündigte Konsequenzen an. Am Dienstag wurde nun reagiert.

"Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe leitete in der Folge mehrere Ermittlungsverfahren wegen Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung und Verstößen gegen das Versammlungsgesetz und Sprengstoffgesetz ein", heißt es in einer aktuellen Pressemeldung der Karlsruher Polizei und der Staatsanwaltschaft. In der Fächerstadt sei daraufhin die Ermittlungsgruppe "Dynamo" gegründet worden.

Durchsuchungen an 33 Orten

"Anhand der polizeilichen Ermittlungsergebnisse zum Fanmarsch erwirkte die Staatsanwaltschaft beim Amtsgericht Karlsruhe Durchsuchungsbeschlüsse für 33 Wohnungen und Geschäftsräumlichkeiten. Der überwiegende Anteil der Durchsuchungsobjekte liegt dabei in Dresden und Umgebung. Es sind aber auch Objekte in Brandenburg, Baden-Württemberg und der Schweiz betroffen. Die Maßnahmen richten sich gegen mehr als 20 Tatverdächtige", heißt es in der Pressemeldung weiter. Die Durchsuchungen fanden am heutigen Dienstag überall gleichzeitig statt.

Erste Ergebnisse der Ermittlungen werden für den Nachmittag angekündigt. Dann ist eine Pressekonferenz in Dresden angesetzt. ka-news wird berichten.

Aktualisierung, 16.04 Uhr:

"Wie berichtet wurden am frühen Morgen des 5. Dezember 2017 zeitgleich Durchsuchungsmaßnahmen bei insgesamt 28 Tatverdächtigen in Sachsen, Brandenburg, Baden-Württemberg und der Schweiz durchgeführt. Diese stehen im Verdacht, den Fanmarsch und die Gewalttätigkeiten organisiert zu haben. Die Verfahren richten sich nicht gegen Personen, die bei dem Marsch lediglich als einfache Fans teilgenommen und sich nicht an den Gewalttätigkeiten beteiligt haben", heißt es am Nachmittag in einer neuerlichen Pressemeldung der Polizei.

"Bei den Durchsuchungen wurden unter anderem eine hohe zweistellige Zahl an Smartphones, Computer und Speichermedien, sowie Pyrotechnik im Kilobereich sichergestellt. Daneben wurde das Kraftfahrzeug beschlagnahmt, das dem Fanmarsch vorausgefahren war und von dem aus Anweisungen an die zirka 1.500 Personen umfassende Menge erteilt wurden." Insgesamt seien drei Staatsanwälte und 370 Polizeikräfte bei der Aktion eingesetzt gewesen.

ka-news Hintergrund

In ihrer Pressemeldung fassen Polizei und Staatsanwaltschaft die Geschehnisse rund um die Partie zusammen: So seien am 14. Mai 2017 rund 1.500 Dresden-Anhänger zum Wildparkstadion marschiert. Dabei trugen die Marschteilnehmer einheitliche Kleidung, die an ein Militäroutfit erinnerte und mit "Football Army Dynamo Dresden" beschriftet war.

Zudem wurde ein Banner mit der Schrift "Krieg dem DFB" präsentiert. 21 Polizisten hätten ein Knalltrauma erlitten, weil sie mit Pyrotechnik beworfen wurden. Später wurde dann die Einlasskontrolle beim Wildparkstadion überrannt. Auch während des Spiels wurde immer wieder Pyrotechnik gezündet.
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Kommentare (34)
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  •   Ludwigsstammtischbruddler
    (703 Beiträge)

    07.12.2017 14:08 Uhr
    Weihnachtsmärkte und Innenstädte
    müssen mit Betonsperren geschützt werden, bewaffnete Polizisten patroullieren auf unseren Straßen......das verstehe ich eher unter "kriegsähnlichen Zuständen", als ein paar Hohlköpfe die sich mit Polenböllern eingedeckt haben.
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  •   Waldbronner2017
    (59 Beiträge)

    08.12.2017 12:42 Uhr
    So siehts aus...
    Hier auch noch das Wort Terror Ins Spiel zu bringen finde ich absolut absurd.
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  •   andi79
    (2511 Beiträge)

    06.12.2017 20:18 Uhr
    showaktion
    Ohne Aussicht auf Erfolg (außer vieleicht zufallsfunde). Was erwartet man denn zu finden? Pyrotechnik? Die kann jeder legal kaufen. Dieses Militärshirts? Auch legal. Und dann noch nach so langer zeit. Es ist eine Showaktion um zu zeigen das man etwas tut, und die noch schlecht (wg. dem Zeitversatz), effektiv kostet diese Aktion nur Steuermittel.
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  •   Scheuerleiste
    (156 Beiträge)

    07.12.2017 08:42 Uhr
    Pyrotechnik
    @ andi 79,
    wurde gesucht und wohl auch gefunden.Es fehlt leider die Angabe um welche Pyrotechnik es sich handelt.Mit Prüfzeichen,dann ist es legal zu erwerben. Anwendung nur in den zugelassenen Zeiträumen!. Nicht bei einem Fussballspiel oder auf dem Weg zum Stadion.Ohne Prüfzeichen ist das Zeug illegal. So einfach ist das,das wäre dann die sache mit dem Sprengstoffgesetz. Und zu den Nebeltöpfen: Alle Welt regt sich auf über Feinstaub,was ist denn das Abbrandprodukz dieser Nebelkerzen? Scheint ja Gesundheitsfördend zu sein ,so wie dieser ganze Dreck von einigen sog.Fans verteidigt wird.Und zu guter letzt das Versammlungsverbot, auch da gab es ,vorsichtig gesagt Unstimmigkeiten.Warten wir mal ab was dabei rumkommz!
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  •   andi79
    (2511 Beiträge)

    07.12.2017 11:45 Uhr
    das "problem" ist
    meistens sind es CE gekennzeichnete Sachen womit der Besitz sowiso straffrei ist, und das Zünden eben keine Straftat sondern nur eine Owig dastellt. Und gekriegt haben sie ja absolut niemanden, sie haben sich nur die gegriffen die bekannt waren, unabhänig davon das jetzt irgendwas konkretes vorliegt). Den Tabbi beschlagnahmt? Warum? Was erhofft man sich davon? Ist doch witzlos. Ich wünsche mir eine Pressemitteilung in max. 2 Monaten was genau dabei rausgekommen ist... gehe aber jede Wette ein das sich diese Peinlichkeit erspart wird. Mehr wie Show wirds nicht gewesen sein. Nach dem Motto wir haben ja was gemacht. Ohne dieses Kriegsmotto hätte es keine Sau interessiert (außer den DFB der wieder in die Strafenkiste gegriffen hätte), aber so wurde die Politik aufmerksam und die Medien... da muss man dann halt handeln.
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  •   betablocker
    (932 Beiträge)

    07.12.2017 10:12 Uhr
    Wahrscheinlich
    leider wie immer nichts oder nicht viel...
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  •   RainerBu
    (281 Beiträge)

    06.12.2017 14:26 Uhr
    wenn schon
    sollen Affen in Militärklamotten,vermummt und kriegsbemalt vor die DFB-Zentrale. Wenn sie den DFB kritisieren .Aber das ist ja nicht ganz so medienwirksam .Nicht unser schönes Karlsruhe bzw Adenauerring in eine gigantische Rauchwolke hüllen und sich wie die letzten Idioten aufführen. Das ist primitivstes Gehabe . Als Gast in einer anderen Stadt. Ruhig durchgreifen.
    Knallkörper auch weit vom Stadion weg...Trommeln, gigantischer Rauch ..war nicht direkt dort aber im Umfeld Stadion und hab auch Manches mitbekommen.
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  •   RaZheL
    (152 Beiträge)

    06.12.2017 15:02 Uhr
    Ohhh
    Sie Armer und Sie wurden massiv in Ihrem Tagesablauf gestört. Diese bösen Trommeln immer. Aua!

    Silvester sperren Sie sich dann vermutlich im Hochsicherheitsbunker ein?
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  •   Scheuerleiste
    (156 Beiträge)

    07.12.2017 08:49 Uhr
    Sie wissen
    @RaZehl.
    aber schon wer in den von Ihnen erwähnten Hochsicherheitsbunker gehört?
    RainerBu bestimmt nicht.!
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  •   Rahmdieb
    (704 Beiträge)

    06.12.2017 20:02 Uhr
    Voll Daneben,
    so nenne ich diese Aktion. Kritik am DFB, okay, aber dann am Sitz vom DFB, ich glaube die Züge von Dresden halten auch in Frankfurt.
    hier geht es um Strafverfolgung aufgrund eines Ermittlungsverfahrens. Der Rechtsstaat reagiert (wie auch auf die G20 Krawalle), aber wir reden ja in diesem Fall von Fußballfans, oder etwa nicht? Sind diese Damen und Herren nicht eher Anführer in eigener Sache? Und ach ja, der Vergleich mit Silvester ist ja so etwas von .......
    Als Affen hätte ich die Dresdner "Fans" allerdings nicht bezeichnet, ein Schimpanse hat zumindest die Intelligenz eines mindestens Dreijährigen. Wer Recht bricht, gegen den soll ermittelt werden, gegen den sollen Beweise erbracht werden und dann kann er sich seiner Tat vor einem Gericht stellen und dann gerne auch seinen grundgesetzlichen Widerstandsgedanken begründen. ich glaube aber in diesem Fall deckt das Grundgesetz die Aktion nicht.
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