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Karlsruhe Kiffen für alle? "Cannabis Social Club" in Karlsruhe gegründet

Cannabis legal anbauen und konsumieren? In Spanien schon seit etwa 30 Jahren möglich durch "Cannabis Social Clubs": Die Mitglieder bauen Hanf in einer Menge an, die nur für den privaten Gebrauch bestimmt ist. Encod, die Europäische Vereinigung für gerechte und effektive Drogenpolitik, brachte dieses Modell nach Deutschland. Auch in Karlsruhe gibt es einen Ableger des Vereins.

Cannabis Social Clubs (CSC) setzen sich für einen kontrollierten Anbau und Konsum von Cannabis ein. Ziel von CSCs sei, dass die Konsumenten sich nicht in illegale Aktivitäten "verstricken", heißt es auf der Homepage des Vereins. Dabei sollen bestimmte Anforderungen für die öffentliche Gesundheit und Sicherheit gewährleistet werden.

"Wird nur so viel angebaut, wie auch verbraucht wird"

Betrieben wird der Verein von erwachsenen Mitgliedern, die selbst Cannabis konsumieren. Es wird nur so viel angebaut, wie auch verbraucht wird: "Die Produktkapazität basiert auf der zu erwartenden Höhe des jährlichen Verbrauchs der Mitglieder", heißt es auf der CSC-Homepage.

Doch wer sind die Mitglieder von CSCs? "Von Pharmazeuten, über Juristen bis zu Studenten" sei alles dabei. Im Gespräch mit ka-news erklärt Martin Steldinger von der Informationszentrale des "Cannabis Social Clubs" in Berlin: "Anfragen haben wir viele. Aber bis sich tatsächlich jemand traut, ist das ein großer Schritt". Interessierte scheinen eher zum "Global Marihuana March", eine Demonstration für die Legalisierung von Hanf, zu gehen. Dort könne man sich lockerer zeigen, sagt Steldinger.

Karlsruher Club äußert sich nicht

Untervereine gebe es in Deutschland schon einige, so Steldinger. Doch nicht alle CSC-Niederlassungen zählen auch als offizieller Verein: "Der CSC in Berlin geht gerade durch das Vereinsregister. Die Niederlassung in Hamburg wurde aber schon als Verein anerkannt."

Auf die Frage, warum der Konsum von Cannabis als unbedenklich gelten kann, antwortet Steldinger: "Es kommt immer darauf an, wie man konsumiert. Bisher leben wir auf einem Schwarzmarkt, wo niemand seine Erfahrungen teilt. Es wird nicht darüber gesprochen, alles wird geheim gehalten." Für genau diese Problematik seien CSCs da, denn sie sollen eine Alternative zum Schwarzmarkt sein. Außerdem soll so der Zugang für Minderjährige verhindert werden.

Bislang ist der lokale Cannabis Club nur auf Facebook präsent. Auf unsere Anfrage beim Karlsruher Ableger des "Cannabis Social Club" erhielten ka-news, nach anfänglichem Interesse, dann doch eine Absage. "Nach Rücksprache mit unseren Mitgliedern muss ich Ihnen leider absagen", lautete die anonymisierte Mailantwort. Und weiter: "Wir werden bei gegebener Zeit eine Pressemitteilung veröffentlichen."

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  •   Handelsreisender
    (1444 Beiträge)

    04.07.2016 14:29 Uhr
    Warum nicht? Gleiches Recht für alle!
    In den Karlsruher Schützenvereinen ballern sich auf staatlich subventionierter e.V.-Basis auch allerhand Leute mit todbringendem Zeug in einen fragwürdigen Rausch.

    Also solange die CSC-Mitglieder daheim Pfeifchen und Dope immer getrennt wegschließen... zwinkern
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  •   mcclaney
    (1463 Beiträge)

    04.07.2016 12:08 Uhr
    ...
    Am Wochenende beim Rudelschauen folgt ein Humpen Bier dem nächsten, bis man sich volltrunken, torkelnd und mit glasigem Blick durch die Menge schiebt, immer wieder unterbrochen von kurzen Episoden schwallartigen Lallens und dem Schluckauf, der Reste von Pils und Pommes Rot-Weiß nach oben befördert...hunderte Alk-Zombies an einem Haufen zu finden, ist eher die Regel als die Ausnahme. Und spätestens nächstes Wochenende geht's weiter, und das Wochenende drauf, auch ohne Fußball.
    Und hier gibt's tatsächlich Menschen, die einen Buhei veranstalten, wenn jemand an ner Tüte zieht. Lächerlich.
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  •   Irgendwas_mit_Medien
    (688 Beiträge)

    04.07.2016 13:25 Uhr
    Ob einer, der mittlerweile Mitte 50 ist und Chrystal Meth kauft/Konsumiert
    ...bzw. aus welchen Gründen auch immer möglicherweise nach dem Kauf an Dritte weiterreicht, dieses Zeug wohl als Einstiegsdroge benutzt (hat)?

    Oder waren seine ersten Versuche vielleicht solche mit Cannabis?

    Fragen über Fragen, welche die Verharmlosung durchaus in Zweifel ziehen, wie ich finde.
    Und ja, Alkohol ist auch eine Droge. Frage mich nur, inwieweit diese Feststellung den Konsum anderer Drogen "besser" macht.
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  •   Handelsreisender
    (1444 Beiträge)

    04.07.2016 14:42 Uhr
    Welche "Verharmlosung" eigentlich?
    Da ziehen sich einige Leute ihren selbst angebauten Stoff in privatem Rahmen rein und hier wird schon wieder von "Einstiegsdroge" geredet.

    Das ist ungefähr so, als wenn Sie die Clubtreffen von Bordeaux-Liebhabern mit den sog. Weinproben bei manchen Pfälzer "Ballermann"-Winzern vergleichen.
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  •   mcclaney
    (1463 Beiträge)

    04.07.2016 13:54 Uhr
    ...
    Ein Übel macht ein anderes nicht besser. Die Doppelmoral allerdings, mit der geurteilt wird, ist mehr als fragwürdig.
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  • unbekannt
    (181 Beiträge)

    03.07.2016 23:10 Uhr
    Cannabis Social Club....
    hab gedacht, die heissen neue antifa karlsruhe...
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  •   Heidschnucke
    (181 Beiträge)

    03.07.2016 23:21 Uhr
    Die Antifa
    ist da inkludiert, wie es so schön auf Ruppdeutsch heisst. Wo sollen wir in Zukunft bloss hin mit diesen 'Fachkräften'? Mir wird Angst.
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  •   Heidschnucke
    (181 Beiträge)

    03.07.2016 22:21 Uhr
    Mannmannmann...
    +++ Das Posting verstößt gegen unsere Netiquette und wurde daher von der Redaktion gesperrt +++
  •   OtusScopus
    (1602 Beiträge)

    04.07.2016 17:33 Uhr
    @Heidschnucke:Sie sind ja ganz bestimmt...
    kein Rassist, oder?
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  •   Heidschnucke
    (181 Beiträge)

    04.07.2016 18:31 Uhr
    Das geht
    Sie nichts an Herr OtusScopus.
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