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Karlsruhe Kein Kita-Neubau: Das "Wäldchen" im Grötzinger Wohngebiet "Im Speitel" bleibt erhalten

Es war das Thema, das 2018 die Grötzinger Gemüter erhitzte wie kein anderes: Das Grüngrundstück im Wohngebiet "Im Speitel" sollte einem Kita-Neubau und neuen Wohnungen weichen - zum Ärger der Anwohner. Doch die können nun endlich aufatmen: Das "Wäldchen" bleibt, wo es ist und der Kita-Neubau sowie das Wohnbauprojekt sind vom Tisch.

Die Kindertagesstätte "Kegelsgrund" in Grötzingen ist seit vielen Jahren sanierungsbedürftig. Nachdem auch eine Erweiterung der Gruppenanzahl angedacht war, prüften die verantwortlichen Stellen in der Stadt einen Neubau auf dem benachbarten Grünzug.

Auf dem Grundstück im Wohngebiet "Im Speitel", sollte nicht nur die Kita "Kegelsgrund" neu entstehen, auch ein Wohnhaus - unter Federführung der Karlsruher Volkswohnung - sollte dort gebaut werden. Die Anwohner im Speitel sahen diesen Neubau alles andere als positiv - es formierte sich eine Bürgerinitiative gegen das Projekt, zum Erhalt des "Wäldchens".

Im Speitel
Das Wäldchen wollten die Anwohner um jeden Preis erhalten. | Bild: ka-news

Kita-Neubau statt Erweiterung

Etwas mehr als ein Jahr danach haben sich die Wogen geglättet. Die Erhebungen der Stadt Karlsruhe wurden angepasst, die Kita "Kegelsgrund" muss nicht mehr erweitert werden, die neu entstehende Kita "Ringelberghohl" werde reichen, um den Bedarf an Betreuungsplätzen in Grötzingen langfristig zu decken. Allein der Sanierungsbedarf besteht weiter, mit einer notwendigen Vergrößerung des Gebäudes, da sich das Raumprogramm für Kitas über die Jahre ebenfalls geändert hat.

Im Rahmen einer Studie wurde im Verlauf des Jahres zudem untersucht, wie und wann ein Neubauprojekt "Im Speitel" machbar wäre. Gemeinsam mit Vertretern der Volkswohnung trug das städtische Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft (HGW) den Abschlussbericht zur Standortuntersuchung "Kita und Wohnen Im Speitel" im Rahmen der Septembersitzung des Grötzinger Ortschaftsrates vor.

Keine neuen Wohnungen für den "Speitel"

Nach ausführlichen Untersuchungen sei die Volkswohnung zu dem Entschluss gekommen, einen Neubau an dieser Stelle nicht zu realisieren. Die Eigenheiten des Geländes - wie mögliche Altlasten im Boden, die Bewaldung des Grundstücks und dessen Topografie - und die Schwierigkeiten des Gesamtvorhabens ließen es nicht zu, dort günstigen Wohnraum - wie es dem Konzept der Wohnungsbaugesellschaft entspräche - anzubieten.

Im Speitel
Der "Speitel" erhitzte im vergangenen Jahr die Grötzinger Gemüter. | Bild: ka-news

Man habe das Vorhaben wirklich gewollt und dementsprechend intensiv geprüft, sei aber zu dem Schluss gekommen, dass das Projekt für die Volkswohnung nicht darstellbar wäre. "Auch wenn die Idee grundsätzlich richtig ist, macht es an dieser Stelle für die Volkswohnung keinen Sinn zu bauen", fasste Mario Rösner - Geschäftsleitung der Volkswohnung Karlsruhe - abschließend zusammen.

"Im Kegelsgrund" wird frühestens 2025/26 gebaut

Und wie geht es jetzt mit der Kita "Im Kegelsgrund" weiter? Itta Krämer vom städtischen Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft informierte den Ortschaftsrat über das weitere Vorgehen: Untersuchungen sollen nun zeigen, ob eine Sanierung im alten Gebäude mit einer Erweiterung oder ein Neubau an gleicher Stelle die beste Alternative sei.

Grötzingen, Im Speitel
Keine neue Kita, keine Wohnungen. "Im Speitel" bleibt alles so, wie es ist. | Bild: Schwitalla

Fest steht bereits, dass mit der Realisierung des Bauvorhabens gewartet wird, bis die Kita "Ringelberghohl" als Ausweichmöglichkeit fertig gestellt ist - dahin soll die Kita "Kegelsgrund" nämlich während der Bauzeit umziehen. Damit werden zwar teure und suboptimale Zwischenlösungen wie Container vermieden, man könne aber frühestens im Sommer 2025 mit der Fertigstellung in der Ringelberghohl rechnen, sodass eine große Baumaßnahme "Im Kegelsgrund" erst 2025/26 starten könnte.

Bis dahin soll aber durch kleinere Maßnahmen gewährleistet werden, dass in der bestehenden Kita "Kegelsgrund" bestmögliche Rahmenbedingungen für Kinder und Personal erhalten bleiben.

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  •   flo-mi
    (434 Beiträge)

    07.10.2019 21:52 Uhr
    Jetzt mal Sachlich und Faktenbasiert (1)
    1. Die Straße "Im Speitel" ist die Wohnstaße in Grötzingen mit der höchsten Wohndichte. Ich glaube wer jetzt Belege fordert, sollte einfach mal hinfahren und einen Spaziergang durch diese Straße machen.
    Ich denke aber, wer sich mal das Luftbild auf Google Maps ansieht, der kann schon ahnen, dass es nicht gerade wenige Menschen dort wohnen.
    Da hat die Initiative Im Speitel auch Informationen zu geliefert, die man wenn man mal vor Ort war, durchaus als glaubwürdig bewerten kann
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  •   flo-mi
    (434 Beiträge)

    07.10.2019 21:53 Uhr
    Jetzt mal Sachlich und Faktenbasiert (2)
    2. Die Straße "Im Speitel" ist, laut Messung mit Google Maps ca. 600 m lang. Es ist eine Sackgasse.
    Ab der Straße "Berghausener Straße" in Richtung Osten kann man sehen, dass dort rechts und links Hochhäuser (Südseite 5 Stockwerke hoch, Nordseite ein paar Stockwerke mehr) stehen. Die Hochhäuser auf der Nordseite haben hinten raus keinen schönen Wald- oder Wiesenblick, wie es im Luftbild ausschaut. Da befindet sich ein Steinbruch dahinter. Das Höhenprofil von Google Maps ist da aber nicht ausreichend genau. Kann man sich aber vor Ort ansehen und daher denke ich nicht, dass dieses Fakt groß belegt werden muss. Da ist es ja wohl logisch, dass die Anwohner sich gerne noch eine Frischluft-Schneise bewahrt hätten.
    Es kommt in der Straße "Im Speitel" immer wieder zu Park-Situationen, dass man sich, würde ein Brand in einer der Hochhaus-Wohnungen ausbrechen, wirklich fragen muss, ob die Feuerwehr den Einsatz-Ort rechtzeitig erreichen würde.
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  •   flo-mi
    (434 Beiträge)

    07.10.2019 21:53 Uhr
    Jetzt mal Sachlich und Faktenbasiert (3)
    3. Die "Altlasten" sind wohl eher Bunkeranlagen der ehemaligen Munitionsfabrik. Vermutlich müsste man mit ziemlich schwerem Gerät anrücken um dort die Tiefbau-Arbeiten wie gewünscht durchführen zu können. Das "Wäldchen" ist nämlich auf diesen mit Erde überschütteten Bunkerteilen gewachsen. Wer sich ein Bild davon machen möchte, einfach mal über den Bolzplatz spazieren die Erdwälle genauer betrachten.
    Vermutlich würden die Tiefbau-Arbeiten, die Kosten über das Wirtschaftliche hinaus steigern.
    Auch das Vorkommen von Schadstoffen kann nicht völlig ausgeschlossen werden.
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  •   flo-mi
    (434 Beiträge)

    07.10.2019 21:54 Uhr
    Jetzt mal Sachlich und Faktenbasiert (4)
    4. Die schon bestehende Kita Kegelsgrund direkt neben dem "Wäldchen" war den wenigsten Anwohnern ein Dorn im Auge, auch wohnt niemand unmittelbar an der Kita dran (Kann man sich auch mittels Google Maps von überzeugen). Das war nur eine Kampagne, die man versucht hat zu fahren, um die Debatte zu emotionalisieren und die Gegner mundtot zu machen.
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  •   flo-mi
    (434 Beiträge)

    07.10.2019 22:00 Uhr
    Fazit
    An die ganzen Kritiker, die den Anwohnern unterstellen:
    -Das Diese etwas gegen eine Kita hätten
    -Angst vor einem Wertverlust der eigenen Immobilie hätten

    Wenn Ihr Euch vor Eurem Urteil und den Behauptungen nicht vergewissert, dass Ihr recht habt, dann seid doch besser ruhig und haltet die Finger still.
    Auch Unwahrheiten werden nicht richtiger, nur weil Ihr sie wiederholt.
    Wenn es Eure Meinung ist, bitteschön, aber wenn es Euch Wichtig ist, etwas Konstruktives zur Sache beizutragen, dann informiert Euch zukünftig, solltet Ihr mal wieder in dieser Situation sein.
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  •   freigeist
    (524 Beiträge)

    04.10.2019 20:33 Uhr
    Schön für die Anwohner (Ironie)
    da wurde ja wiedermal erfolgreich das Sankt Floriansprinzip beansprucht.
    Hauptsache es bleibt im Viertel schön ruhig,es dürfen sich gerne andere Anwohner jetzt vielleicht ärgern.
    Wer da wohl einflussreiches in der Nähe wohnt oder als Bekannten hat.
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  •   dipfele
    (5618 Beiträge)

    07.10.2019 15:37 Uhr
    Lieder kann man jetzt....
    … nicht mehr testen, ob die Anwohner bei geplanten Parkplätzen an dieser Stelle sich auch für den Erhalt des Wäldchens stark gemacht hätten ??
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  •   jojo
    (663 Beiträge)

    06.10.2019 10:44 Uhr
    Woher
    wollen sie das wissen? Wohnen Sie dort? Ist Ihnen z.b. die kontaminierung des Bodens bekannt? Hier wurde früher Munition produziert. Es gibt viele weitere nachvollziehbare gründe, die einen stop rechtfertigen. Also lieber mal erst differenziert nachdenken.
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  •   nolli1994
    (2 Beiträge)

    07.10.2019 10:13 Uhr
    Quelle?
    Also falls es ein Bodenkontaminierung gäbe, würde dies das zuständige Bauamt prüfen, vorallem da dies ein Gebäude werden sollte, das für Kinder gedacht wurde. Nein, das was man hier sieht, ist das typische kleinbürgerliche Denken, sich über Probleme aufregen, wie das es keine Wohnungen oder Kita- Plätze gibt, dann aber wenn welche gebaut werd sollen, wird mit vorgeschobenen Gründen dagegen protestiert, und am Ende geht es höchstwahrscheinlich nur um die Angst des Wertverlustes der eigenen Immobilie. Schade das sich die Stadt nicht einfach darüber hinweg gesetzt hat, denn meiner Meinung nach geht das Wohl vieler über das Wohl weniger.
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  •   jojo
    (663 Beiträge)

    07.10.2019 18:22 Uhr
    Unsinn,
    wir haben mit der bestehenden Kita nie ein Problem gehabt. Der Ausbau bzw. Umbau der bestehenden Kita wurde von der Stadt zunächst verworfen. Ebenfalls eine Aufstockung. Wären Sie auf der Versammlung der Ortvorsteherin dabei gewesen, wüssten Sie das. Nun ist zumindest die Komplettsanierung doch möglich. Und zum Thema Altlasten brauchen Sie nur ein paar alte Grötzinger ansprechen. Interessant, was die so darüber wissen. Und mögliche Altlasten wurden selbst vom Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft eingeräumt. Die Verursacher sind nicht etwa die Anwohner. Aber, so wie Sie schreiben, kennen Sie weder die Örtlichkeiten noch die Menschen, die dort leben. Es lebe Ihr Vorurteil. Schämen Sie sich.
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