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Karlsruhe Kein "Glühweinwäldchen" mehr: Wie der Weihnachtsmarkt in Karlsruhe künftig aussieht, wird im Februar entschieden

Weihnachtsbäume, Glühweinstände und Lichterketten sind zwar gerade erst wieder aus dem Stadtbild verschwunden, die Zukunft des Karlsruher Christkindlesmarktes war aber bereits am Montag wieder Thema im Rathaus: Nachdem die Beschicker der Weihnachtsstadt der Verwaltung exakt 38.999 Unterschriften zum Verbleib des Marktes auf dem Friedrichsplatz übergeben haben, wollen sie nun wissen: Wie geht es jetzt weiter? Auf diese Frage hat die Stadt jetzt mit zwei möglichen Varianten geantwortet.

Der Gemeinderat legte es bereits 2014 fest: Nach dem Abschluss der Marktplatz-Umgestaltung zieht der Karlsruher Christkindlesmarkt wieder auf das Areal rund um die Pyramide - und die 2013 als "Waldweihnacht" gestartete Ausweichlösung auf dem Friedrichsplatz ist Geschichte, der Platz soll zu einer grünen Ruhe-Oase werden. Doch aus dem Provisorium ist heute ein Publikumsliebling geworden, der Gemeinderatsbeschluss: für viele nicht mehr zeitgemäß.

Viele wünschen sich: Der Friedrichsplatz soll als Weihnachtsmarkt-Standort erhalten bleiben. | Bild: Hammer Photographie

Um den vollständigen Umzug zu verhindern, haben die Beschicker des Christkindlesmarktes daher am heutigen Montag rund 39.000 Unterschriften an Oberbürgermeister Frank Mentrup und Erste Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz übergeben.

Erste Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz und Frank Mentrup studieren die Unterschriftenlisten. | Bild: Melissa Betsch

"So wie der Friedrichsplatz jetzt ist, so sollte er auch in Zukunft bleiben", meint Susanne Filder, Vorsitzende des Schaustellerverbandes Karlsruhe, im Gespräch mit ka-news.de. "Mit seiner Vielfalt und seinem Ambiente ist er eigentlich nicht zu toppen."

Susanne Filder vom Schaustellerverband vertritt die Beschicker des Christkindlesmarktes. | Bild: Melissa Betsch

Susanne Filder im ka-news.de-Video-Interview:

Ein weiteres Problem: Durch den Umbau des Marktplatzes würde das Areal  nur rund 60 weihnachtlichen Buden Platz bieten - weitere 40 müssten aber noch untergebracht werden, meint Oberbürgermeister Frank Mentrup.

Verwaltung verfolgt zwei Alternativen

Wie also wird die Standortfrage weitergehen? Seitens der Stadt gibt es dafür bisher zwei Alternativen: Variante eins: Der Budenzauber zieht komplett auf den Marktplatz, der Friedrichsplatz fällt weg und wird zur Grünfläche umgestaltet.

Ob sie etwas bewirken können, die gesammelten Unterschriften? | Bild: Melissa Betsch

Variante zwei: Die Waldweihnacht darf bleiben - allerdings nur als kleiner Streifen im Norden des Friedrichsplatzes, um den Brunnen herum. Das würde ich mir wünschen. Die Verwaltung ist sich hier aber noch nicht ganz einig", sagt Mentrup.

Oberbürgermeister Frank Mentrup bei der Unterschriftenübergabe am Montag. | Bild: Melissa Betsch

"Remmidemmi" würde es dann laut des Oberbürgermeisters aber nur noch auf dem Marktplatz geben, das Areal am Naturkundemuseum hingegen würde man besinnlicher gestalten wollen. Auch eine eventuelle Lichtinstallation an der Fassade des Naturkundemuseums sei denkbar.

OB Frank Mentrup im Video-Interview:

Friedrichsplatz 2020 nochmal dabei

2020 können alle Waldweihnacht-Fans aber noch einmal aufatmen: Der Budenzauber findet sowohl auf dem Friedrichsplatz als auch auf dem Marktplatz statt - mit einer kleinen Einschränkung: "Das Glühweinwäldchen wird es auf dem Friedrichsplatz nicht mehr geben - egal, wie die Zukunft aussieht", erklärt der OB.

Bild: Ingo Rothermund

Zu groß seien die Schäden, die die  dortigen Grünflächen und die Eiben durch den weihnachtlichen Andrang bis jetzt schon genommen hätten.

Konzept soll im Herbst stehen

Fest steht aber bereits: Am 18. Februar wird über das Thema erneut der Gemeinderat abstimmen - aus der Januar-Sitzung am morgigen Dienstag hatte man es kurzfristig wieder gestrichen. Zu viele Aspekte seien nach Angaben des Stadtoberhauptes noch zu ungewiss. Spätestens im Herbst soll dann ein längerfristiges Konzept feststehen. 

Exakt: 38.999 Unterschriften sind bisher zusammengekommen. | Bild: Melissa Betsch

"Auch mit den gesammelten Unterschriften muss sich der Gemeinderat nun auseinandersetzen", so der Rathaus-Chef. Ob die 38.999 Stimmen den Friedrichsplatz als Standort aber tatsächlich retten können,  bleibt abzuwarten. Der Marktplatz solle nach Ansicht von Frank Mentrup schließlich zum zentralen Ort für den Karlsruher Christkindlesmarkt avancieren - "und daran ist auch nichts zu rütteln".

Mehr zum Thema
Weihnachten in der Region: Am 25. November 2020 öffnen in Karlsruhe die Schausteller ihre Weihnachts-Buden in der Innenstadt. Aufgrund der Corona-Pandemie muss die traditionelle Weihnachtsstadt samt Christkindlesmarkt 2020 ausfallen. Wo es trotzdem Glühwein, Waffeln und Co. gibt und was sonst noch rund um das außergewöhnliche Weihnachtsfest 2020 wichtig ist, haben wir in diesem Dossier zusammengefasst.

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  •   ALFPFIN
    (7620 Beiträge)

    21.01.2020 16:50 Uhr
    Ha, Weichei!
    9 Millione soll die Neugestaltung des Marktplatzes koschte mitsamt dene Plättle, sagt der OB, wenns nur langt. Von wege billig.
    Da könnte der Weinbrenner auch nicht mehr so zwanglos auf seinem Marktplatz herumlaufen und dürfte schon gar keine Pommes fallen lassen. 😉
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  •   ALFPFIN
    (7620 Beiträge)

    21.01.2020 15:31 Uhr
    Na, ja
    wartet mal ab, Weihnachtsmarkt auf dem Marktplatz, die Pommes und die eine oder andere fettige Bratwurst die herunterfällt, die Marktstände werden ja auch wieder dort sein, da fällt auch mal ein Blumenkübel um, macht es auch nicht besser.
    Ich vermute mal, dieser Belag wird nicht allzu lange den Marktplatz zieren. Das gleiche gilt auch für unsere zukünftige (mögliche) Flaniermeile. Und wie das so ist, es gibt ja schon richtige Dreckwutzen, wo schon was liegt, wird auch noch was hingeworfen.
    Was den Friedrichsplatz betrifft, es sieht nach dem Weihnachtsmarkt nun wirklich schlimm aus. Und den Markt auf beiden Plätzen, also gefühlte 10 Bratwurststände mehr?
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (3017 Beiträge)

    21.01.2020 07:49 Uhr
    Bei den Platten muss eh noch nachgerüstet werden, weil
    dein Fallbeispiel zwar richtig, aber trotzdem eher exotisch ist -einfach lass fettige Pommes oder Pizza auf die Platten fallen und liegenbleiben - das gibt dann kleine, dauerhafte Fettflecken. Ich denke, dass die Stadt auf die Platten noch eine Art Versiegelung aufbringen muss, was allerdings dann dazu führen kann, dass es bei Nässe richtig glatt wird. Ich denke, dass man einen intelligenten Mix auf beiden Plätzen machen muss und das auch so kommen wird. Ob ein weiteres Ausweiten des Angebotes für die Qualität bzw für die Umsätze gut ist , wage ich zu bezweifeln - es kommen dann weder mehr Besucher, noch wird mehr gekauft
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