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Karlsruhe Kein Döner, kein Burger: Ex-Neonazi schaffte es "Rechts raus"

Manuel Bauer, 35 Jahre alt, hat mit 25 Jahren seinen ersten Döner gegessen. Ein Jahr später folgte dann der erste Burger. Verspeisen konnte er diese "amerikanische, kapitalistische Nahrung" erst, nachdem er der rechten Szene den Rücken zugekehrt hatte. Warum, erklärte er bei seinem Vortrag "Glatze, Springerstiefel, Bomberjacke? Rechtsextremismus erkennen und richtig handeln" in der Werner-von-Siemens-Schule. Dorthin hatte die Bürgergemeinschaft Nordweststadt eingeladen.

13 Jahre seines Lebens hat Bauer in der rechten Szene verbracht. Und genau so lange Burger gemieden. Denn durch dieses kapitalistische Essen würde laut rechter Propaganda der Ausbau von amerikanischen Kasernen in Deutschland finanziert.

"Weil man's halt geil findet"

Zusammen mit Frank Buchheit, einem Diplom-Sozialpädagogen vom LKA kam Manuel Bauer am Dienstagabend in die Werner-von-Siemens-Schule in der Nordweststadt , um vor den Gefahren der "braunen Szene" zu warnen und zu für den Umgang mit dieser zu sensibilisieren. Bauer, der selbst aus Sachsen kommt, erzählt: Im ehemaligen Ostdeutschland sei nach der Wende ein regelrechter Trend zum Rechtsextremismus aufgekommen. Plastisch schildert er, wie er heimlich eine Kassette mit einschlägiger Musik anhörte, wie ihn der Sog immer mehr packte. Er hatte das Gefühl, angekommen zu sein: "Weil man's halt geil findet" - und gleichzeitig schwingt in seinen Worten eine heute deutliche Verachtung mit.

Doch das "Feeling" der Zusammengehörigkeit, das habe ihn gepackt und nicht mehr losgelassen. Genau davor warnt auch Frank Buchheit, der seit 12 Jahren beim Aussteigerprogramm für Neonazis arbeitet. Auch weist Buchheit darauf hin, dass der "Springerstiefel-Stereotyp" schon lange überholt sei. Rechte Gedanken hielten schleichend Einzug, beispielsweise sei die verharmlosende Sprache von Neonazis ein viel deutlicheres Merkmal - zudem werden konkrete Facebookseiten aufgegriffen. Neonazis griffen gelegentlich einen Funken der Emotion, böten Jugendlichen in einem Moment des Zauderns Sicherheit - und schlügen daraus ihr Kapital.

Musik sei zudem ein zentraler Köder: Bekannte Melodien würden mit "rechten" Texten versehen - und machten entweder gezielt gegen bestimmte Bevölkerungsgruppen Stimmung - oder verharmlosten gewisse Sachverhalte. Der Ex-Neonazi Bauer spielt Songs als Beispiele an, beispielsweise scheint bei der Band "Die Härte" der Name Programm zu sein. Er macht klar: Das neonazistische Gedankengut strotzt nur so von aberwitzigen Theorien.

Zwei Jahre Haft

Von einer Regierung durch Juden bis hin zu benannten Finanzierung der amerikanischen Kasernen durch Fast-Food-Ketten - dennoch dauerte es Jahre, bis sich Bauer davon lossagen konnte, erst nach einer knapp zweijährigen Inhaftierung fand er den Weg aus der Szene. Damit es gar nicht so weit kommen kann, betonte Sozialpädagoge Frank Buchheit bereits zu Beginn des Abends: "Wir sind alle dazu aufgerufen, unseren Beitrag zu leisten."

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  •   Kalksandsteinmauer
    (1483 Beiträge)

    01.04.2014 01:23 Uhr
    Rechts raus...
    Rechte können sogar noch dazulernen, bei den Linken klappt das leider nicht... Die erweisen sich robuster als Kakerlaken nach einem Atomkrieg...
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    (1496 Beiträge)

    30.03.2014 08:35 Uhr
    Ps.
    der Burger hat Ihn aber ganz schön drall werden lassen.Mein Vorschlag wäre alle Rechten mit Döner und Burger zu füttern bis Sie zu Spießbürgern werden auf der Couch liegend nur noch RTL schauen.
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    (1496 Beiträge)

    29.03.2014 19:55 Uhr
    Wahrscheinlich
    hat er gehört Döner macht schöner.Also mich könnt Ihr mit einem Döner oder Burger jagen.
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    unbekannt
    (335 Beiträge)

    29.03.2014 19:26 Uhr
    Amerikanischen mist
    Muss ich rechts oder Links sein um diesen Mist von den Amis NICHT zu Essen ? Ich kenne kaum noch Leute die zu diesem Amerikanischen FastFood dreck gehen. Vermutlich weil sie alle Kochen können zwinkern
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    (5411 Beiträge)

    29.03.2014 19:39 Uhr
    ja, unsachlichen und dümmlichen
    Mist DEINERSEITS !!!!!!!!!!!

    in den USA ist alles immer 2x vorhanden.

    Extrem intelligent/ dumm
    sportlich/ fett
    reich/ arm
    usw.

    Wir lieben aber die Jeans, das Cola, den Rock´n Roll, Apple-Produkte
    Hilfiger usw.

    Ich war mehrere Jahre in NY und in San Francisco.
    Ich habe nirgendwo mehr biologische Supermärkte und Restaurants gesehen als dort, ich niemals mehr Kultur erlebt usw.

    Vor allem habe ich niemals mehr freundliche und hilfsbereite Menschen
    erlebt als in den USA.

    Also: Halt dein blödes Maul !
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    unbekannt
    (1444 Beiträge)

    31.03.2014 06:29 Uhr
    biologische Supermärkte...
    ...wachsen die von selbst?
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    unbekannt
    (14337 Beiträge)

    30.03.2014 21:21 Uhr
    ringo, ringo...
    // Halt dein blödes Maul ! //
    Schon mal mitbekommen, dass es Kommentarregeln gibt?
    Bist überhaupt recht aggressiv.
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    unbekannt
    (394 Beiträge)

    30.03.2014 11:21 Uhr
    Alle lieben Jeans?
    Haben Sie dafür Belege oder handelt es sich um americanophiles Geschwätz?
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    unbekannt
    (5411 Beiträge)

    30.03.2014 16:30 Uhr
    ich meine nicht nur
    blaue Jeans, aber gewiss gibt es tagsüber genug Anzugträger oder Leute wie Du, die sich gerne in die Bundfaltenhose pissen.
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    unbekannt
    (6808 Beiträge)

    30.03.2014 10:13 Uhr
    nun
    das Essen von Mc Donalds, um das es hier ging, ist aber tatsächlich kein gutes Essen und die Philosophie des Ladens - von Arbeitsbedingungen bis hin zur Produktion und Greenwashing via Werbung - auch nicht gut.
    Aber - auch das gehört dann dazu - damit ist McDonalds nicht alleine auf der Welt.
    Es ist wie überall: es gibt dort gutes und schlechtes.
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