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Karlsruhe Karlsruherin Regina Halmich: "Ich bin niemand fürs Trash-TV"

Regina Halmich ist die beste deutsche Boxerin aller Zeiten. Auch acht Jahre nach ihrem Karriereende wird es der 38-Jährigen nicht langweilig. Aktuell macht die Karlsruherin im Playboy eine gute Figur, bald heuert sie auf der MS Europa an. Im ka-news-Interview spricht die Frau, die Stefan Raab die Nase gebrochen hat, über Trash-TV, Boxtraining in der Karibik und warum Sie findet, dass es der Stadt Karlsruhe an Mut fehlt.

Frau Halmich, heute schon in einen Sandsack geboxt?

Nein, ich habe heute noch nicht gegen einen Sandsack geboxt. Aber nach wie vor trainiere ich immer noch drei bis vier Mal in der Woche. Ein Leben ohne Sport ist für mich auch nach meinem Karriereende unvorstellbar.

Sie sind die beste deutsche Boxerin aller Zeiten, haben das Frauenboxen in Deutschland populär gemacht. Vor 8 Jahren haben Sie ihre aktive Box-Karriere beendet. Streifen Sie sich die Boxhandschuhe dennoch über?

Ja, das mache ich schon ab und zu. Aber ich probiere auch ganz viele andere neue Sportarten und Fitnesstrends aus. Inzwischen trainiere ich zum Beispiel viel Cycling und TRX - also ich trainiere mit Schlingen und dem eigenen Körpergewicht. Das ist ein extrem anstrengendes Training. Yoga oder Pilates sind nichts für mich. Ich muss beim Training schon immer an meine Grenzen kommen.

Sie haben im Karlsruher Bulldog-GYM das Boxen gelernt. Hier trainiert auch das Karlsruher Box-Talent Vincent Feigenbutz. Hat Vincent eine große Zukunft?

Ja, er bringt alles mit. Vincent ist ein sehr großes Talent. Er ist fleißig und total auf das Boxen fixiert. Das sind die besten Voraussetzungen. Ich traue ihm Großes zu und drücke ihm die Daumen. Außerdem freue ich mich, dass es wieder einen Karlsruher gibt, der beim Boxen wieder kräftig mitmischt.

Aktuell ziert Ihr Körper die aktuelle Ausgabe des Playboy. Sie haben sich bereits zum zweiten Mal für das Magazin ausgezogen. Warum?

Ich habe vor zwölf Jahren mit dem ersten Shooting nur gute Erfahrungen gemacht. Ich bekomme bis heute - und zwar mehrmals die Woche - Bilder aus dem damaligen Playboy geschickt. Das Interesse bei den Fans ist ungebrochen. Ich habe in den letzten Jahren immer wieder Angebote vom Playboy bekommen. Doch es war für mich noch nicht der richtige Zeitpunkt. Dieses Jahr bin ich in die "Hall of Fame" aufgenommen worden, die höchste Auszeichnung meiner Karriere. Jetzt kam das Angebot erneut und ich habe nach reiflicher Überlegung gedacht: Warum eigentlich nicht!

Es gibt durchaus kritische Stimmen, die fragen: Hat die das wirklich nötig?

Nein, gar nicht. Ich bin finanziell unabhängig, muss so etwas nicht machen. Ich bin ein moderner Typ und habe keine Probleme mit Körperlichkeit, wenn es denn ästhetisch ist. Das muss aber letztlich jeder für sich selbst entscheiden. Ich frage daher auch nicht mehr jeden, sondern ich vertraue auf mein Bauchgefühl. Ich habe viel mehr Talente als nackt vor der Kamera zu posieren. Ich engagiere mich zum Beispiel im sozialen Bereich, ich halte Vorträge bei großen Firmen und entwickle Trainingsprogramme.

Sie waren gerade in Berlin, was haben Sie dort gemacht?

Ich war dort als Botschafterin für das Deutsche Kinderhilfswerk unterwegs. Ich engagiere mich  für Kinder und mache mich gegen Kinderarmut in Deutschland stark.

Und jetzt geht's mit dem ehemaligen Profiboxer Sven Ottke auf Kreuzfahrt.

Ja, ich gebe drei Wochen auf der MS Europa Boxtraining. Das ist Arbeiten und Urlaub kombiniert. Wir trainieren ein bis zwei Mal am Tag mit den Urlaubsgästen. Sonst haben wir dort viel Freizeit. Es ist zudem eine schöne Route über Brasilien, Trinidad Tobago bis nach Miami. Die Trainings sind sehr gut gebucht. Das macht viel Spaß und ich sehe viel von der Welt.

Sie haben im November 2014 an der Offiziersschule des Heeres in Dresden vor 500 Zuhörern einen Vortrag gehalten. Was können Soldaten von Ihnen lernen?

Ja, das ist richtig. Im April trainiere ich zudem Soldaten an der Graf-Stauffenberg-Kaserne in Dresden. Mit Box- und Konditionstraining werde ich für mehr Durchhaltevermögen bei den Kameraden sorgen. Ich beschäftige mich seit 20 Jahren mit verschieden Trainingskonzepten und kann der Truppe sicher viele neue Impulse von außen geben.

Sie haben auch schon in vielen TV-Shows mitgemacht. Promiboxen, Let’s Dance, Biggest Loser: Gibt’s etwas, was Sie bereuen?

Nicht wirklich. Ich habe mir das vorher immer gut ausgesucht, ich bin niemand für das Trash-TV. Ich würde zum Beispiel nie an einem Trash-Format wie dem RTL-Dschungelcamp teilnehmen. Klar, bei Let’s Dance bin ich früh ausgeschieden. Das hatte aber vor allem damit zu tun, dass dort nicht die sportliche Leistung zählt, sondern die Geschichten drumherum. Die wollen Skandale. Aber da habe ich damals schon nicht mitgemacht. Das bin ich einfach nicht. Ich würde nie Trash-Fernsehen machen, daher bin ich auch nicht so häufig im Fernsehen zu sehen. Die Qualität des Fernsehens hat sich in den letzten zehn Jahren schon stark verändert.

Aber Stefan Raab haben Sie damals live im Fernsehen die Nase gebrochen.

Ja. Das war eine Show, aber kein Trash-TV. Das war sogar eine sehr gute Show. Darauf werde ich noch heute oft angesprochen. Der Kampf war einfach legendär!

Sie sind viel unterwegs. Karlsruhe ist aber nach wie vor Ihr Zuhause?

Ja, Karlsruhe ist und bleibt meine Heimatstadt. Hier sind meine Familie, meine Freunde und mein Lebensgefährte.

Verraten Sie uns Ihren Lieblingsplatz in Karlsruhe?

Wenn schönes Wetter ist, bin ich sehr gerne auf dem Ludwigsplatz oder dem Schlossplatz. Ich glaube dort geht jeder Karlsruher gerne hin.

Sind Sie auch Fußball-Fan? Glauben Sie an einen Aufstieg des KSC?

Ich bin jetzt nicht der Mega-Fan, der sich jedes Spiel anschaut. Aber ich bin natürlich solidarisch verbunden und freue mich, wenn der KSC gewinnt. Und im Moment sieht es ja wirklich sehr gut aus. Ein Traum wäre eine Relegation gegen den VfB Stuttgart und wir gewinnen. Es ist halt schade, wenn wir dann eine erstklassige Mannschaft haben, die nur in einem maroden Stadion spielen kann. Das ärgert mich schon ein bisschen an Karlsruhe.

Aber in Sachen KSC-Stadion geht jetzt doch einiges voran.

Ich hoffe es. Das ist der einzige Wermutstropfen an meine Heimatstadt Karlsruhe. Wir haben immer so wahnsinnig viel vor, aber leider setzen wir es nie um. Es fehlt Karlsruhe oft an Mut.

Haben Sie da etwas Spezielles im Kopf?

Die dm-Arena zum Beispiel. Da wurde beim Bau und der Bestuhlung nur halb nachgedacht. Dort ist nicht richtig professionell geplant worden. Die SAP-Arena in Mannheim hat Karlsruhe den Rang abgelaufen. Dort gehen die großen Künstler hin. Das ist einfach schade. Denn Karlsruhe hat unglaublich viel Potential. Meinen Abschiedskampf haben wir dort nur ausgetragen, weil ich es unbedingt wollte. Im Vorfeld wurden uns dort aber sehr viele Steine in den Weg gelegt. So toll war das alles leider nicht.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Ich bin eine Abenteurerin. Ich bin heute viel lockerer als früher. Bei mir ist in jedem Monat viel los, ich habe verschiedene Jobs und bin ständig unterwegs. Wenn das die nächsten Jahre so bleibt, dann würde ich mich freuen.

Das Gespräch führte Moritz Damm

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Kommentare (28)
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  •   benny1616
    (150 Beiträge)

    01.03.2015 05:56 Uhr
    iq
    +++ Das Posting enthält beleidigende Inhalte und wurde daher von der Redaktion gesperrt +++
  •   Vorherseher
    (191 Beiträge)

    24.02.2015 18:06 Uhr
    Karlsruherin Regina Halmich
    tja Regina ist wohl sehr viel im Playboy an deiner Figur reduschiert worden!Ganz besonderst an deinem Hintern lol.Bist aber trotzdem eine symphatische Lady!!
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  •   kampion
    (1294 Beiträge)

    24.02.2015 16:46 Uhr
    aber
    sie hat recht was KA angeht, wobei den Verantwortlichen nicht nur der Mut fehlt. zwinkern
    Am Standort Messe hätte man wirklich eine ähnliche Halle wie in MA bauen können, von mir aus etwas kleiner mit nur ca. 10k Plätzen. Nach dem Fehlbau hat man ja die meisten Konzerte in die Europahalle verlegt, nun ist diese gesperrt und man hat in KA für die 300k Einwohner keine vernünftige Halle (und auch kein Stadion), ein Armutszeugnis!
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  •   kampion
    (1294 Beiträge)

    24.02.2015 16:43 Uhr
    trash
    Promiboxen, Let’s Dance, Biggest Loser ist doch auch TRASH, Frau Halmich!
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  •   frari66
    (3920 Beiträge)

    24.02.2015 15:08 Uhr
    Nase ?
    http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.leute-halmich-will-ihre-boxernase-loswerden.22f0c39b-9880-4202-9895-35c1dbf9a91c.html

    Hat geklappt, oder wie ? Photoshop ? Was ?
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  •   frari66
    (3920 Beiträge)

    24.02.2015 15:09 Uhr
    Ach, das mist dem Link noch ->
    geht nich.
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  •   frari66
    (3920 Beiträge)

    24.02.2015 15:14 Uhr
    Nase ->
    http://52433865.fn.freenet-hosting.de/Halmich.jpeg
    Finde die Nase so schön, ist schliesslich eine Boxerin, oder ? Immer diese Selbstverleugnung . . .
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  •   frafoe
    (662 Beiträge)

    25.02.2015 10:00 Uhr
    Naja Selbstverleugnung
    So würde ich das nicht nennen. Eher alte Verletzungen heilen zwinkern
    Ist doch legitim wenn es gut gemacht ist. Frauen schminken sich doch auch um hübsch auszusehen. Ist das auch Selbstverleugnung ?
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  •   andip
    (10799 Beiträge)

    24.02.2015 12:07 Uhr
    Hier
    trieft wohl einigen Kommentatoren der Neid auf Regina Halmich aus allen Poren oder wie soll man die sonst verstehen?
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  •   7days
    (373 Beiträge)

    24.02.2015 12:06 Uhr
    ?
    ?Regina ´almich - fiel for.fiel dahinhter?
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