46  

Karlsruhe Karlsruher Wochen gegen Rassismus - nur jeder Fünfte hier geboren

Am Freitag, 8. März, starten in der Fächerstadt die "Karlsruher Wochen gegen Rassismus". Oberbürgermeister Frank Mentrup eröffnet das Programm zwar erst am 9. März offiziell - aber schon freitagsnachmittags können aufmerksame Passanten zu jeder vollen Stunde eine Theateraufführung auf dem Rathausbalkon beobachten. Die vom Kulturamt zusammengestellten Veranstaltungen sollen das Thema "Rassismus im Alltag" aufgreifen.

80 Prozent der Karlsruher sind nicht hier geboren, jeder vierte Karlsruher hat einen Migrationshintergrund. Da passt es besonders gut, dass die Fächerstadt sich 2013 erstmals an den "Internationalen Wochen gegen Rassismus" beteiligt.

Alltagsrassismus und Denken in Stereotypen

Zwei Wochen lang nehmen vom 8. bis zum 24. März rund 40 Veranstaltungen das Thema Rassismus unter die Lupe. "Es wird in seiner Gesamtheit und in einzelnen Facetten beleuchtet. Fachleute und Publikum werden Vorurteile hinterfragen; und das nicht nur ernst, sondern auch humorvoll und begeisternd", erläutert Kulturamtsleiterin Susanne Asche bei einem Pressegespräch. Dabei gehe es nicht nur um rechtsextremistische Denkweisen und Handlungen, sondern auch um den Alltagsrassismus und das Denken in Stereotypen, vor denen niemand gefeit sei. Kulturbüroleiterin Elke Sieber betonte außerdem: "Nicht zuletzt deshalb haben wir von Diskriminierung betroffene Menschen eingeladen, ihre Anliegen und ihre Erfahrungen einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen."

Programmschwerpunkte bilden unter anderem die Themen unterschiedliche Nationalität und Herkuft, Islam und Muslime in Deutschland, Flüchtlinge, Rechtsextremismus, die europäische Roma-Politik, Diskriminierung oder auch Rassismus in Kunst und Kultur.

Zu den Karlsruher Wochen gegen Rassismus tragen zahlreiche Institutionen und Organisationen aus Karlsruhe, der Kultur und der Stadtverwaltung bei. Die Koordination des Programms hat das städtische Kulturamt übernommen. Das Kulturamt, in Person von Asche und Sieber, vertritt auch die Stadt im Lenkungsgremium von ECCAR - der Europäischen Städte-Koalition gegen Rassismus. Dieser ist Karlsruhe bereits 2007 beigetreten. Die Koalition schlägt ihren Mitgliedsstädten auch eine Teilnahme an den in Deutschland vom "Interkulturellen Rat" koordinierten "Internationalen Wochen gegen Rassismus" vor. Seit den 1960er Jahren finden die Wochen in mehreren deutschen Städten statt - Karlsruhe ist zum ersten Mal dabei.

Musik, Film, Theater, Kabarett

Oberbürgermeister Frank Mentrup betonte, dass in der Fächerstadt bislang bereits überdurchschnittlich viele Veranstaltungen über das ganze Jahr verteilt angeboten worden seien - nun gebe es aber auch zwei Wochen lang geballte Themenvielfalt. Organisiert worden sei das Programm eher kurzfristig, weshalb man besonders dankbar über das viele ehrenamtliche Engagement sei, durch das die "Karlsruher Wochen gegen Rassismus" möglich geworden seien.

Die beiden Kulturmacherinnen sind jedenfalls vom Programm überzeugt "Neben naturgemäß vielen Diskussionen und Vortragsveranstaltungen locken auch Musik, Film, Theater, Kabarett", werben sie. Frank Mentrup eröffnet die Karlsruher Wochen gegen Rassismus am Samstag, 9. März, um 19 Uhr im Bürgersaal des Rathauses. "Ich freue mich, als eine meiner ersten Amtshandlungen mit dieser Eröffnung ein klares Zeichen gegen jede Art von Diskriminierung zu setzen", sagte er.

Vor dem offiziellen Startschuss können Passanten auf dem Rathausbalkon schon am 8. März die Theateraufführung der Augsburger Gruppe bluespots Productions "Ich bin unsichtbar" ansehen. Sie findet zwischen 14 und 18 Uhr zu jeder vollen Stunde statt und kostet keinen Eintritt. Abends zeigt das Menschenrechtszentrum auf dem Alten Schlachthof außerdem den Film "4 Wochen Asyl" bei freiem Eintritt und bietet anschließend ein Gespräch mit Flüchtlingen.

Die "Karlsruher Wochen gegen Rassismus" kosten 35.000 Euro, die aus städtischem Budget bezahlt werden.

Das gesamte Programm gibt es in einer Broschüre und im Internet unter www.karlsruhe.de oder www.wochen-gegen-rassismus-karlsruhe.de.
Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Links
Rechts
Das könnte Sie auch interessieren
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (46)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   runsiter
    (11986 Beiträge)

    08.03.2013 13:02 Uhr
    Wenn Du es so verstehst,
    gut. Ist auch egal, interessierte werden es ja mitbekommen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   andip
    (10470 Beiträge)

    08.03.2013 11:06 Uhr
    Wo
    und wie machen hier Ausländer gegen Deutsche mobil?

    Und auch hier bei ka-news sollte man was gegen die alltägliche Diskriminierung und Rassismus von Ausländern in den Kommentaren machen.
    Denn für manche Kommentatoren sind alle Migranten/Ausländer,zumindestens die aus bestimmtem Ländern,prinipiell nur böse und an allem Übel schuld.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  • unbekannt
    (921 Beiträge)

    08.03.2013 12:14 Uhr
    Genau
    die Einzelfälle, bei denen Ausländer gegen Deutsche vorgehen, oder überfallen oder grundlos zusammenschlagen haben nix mit Rassismus o.ä. zu tun.
    Diese Typen hätten auch eigene Landsleute überfallen, wenn diese Geld hätten grinsen grinsen grinsen oder sich nicht mit ihren eigenen Familien mittels Blutrache revanchieren würden grinsen grinsen , allerdings dies ohne dann die deutsche Justitz fürchten zu müssen. Denn sie wissen es ja nicht besser, die armen, fehlgeleiteten, durch die bloße Anwesenheit der Einwohner ihres Gastlandes provozierten, mit einer schlimmen Jugend gestraften Ze*ken.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   yokohama
    (3435 Beiträge)

    08.03.2013 14:08 Uhr
    Wie kommen Sie auf die Idee...
    ...dass die Opfer von Raubüberfällen und Gewalttaten allesamt "Deutsche" seien? Und dass die Motivation für solche Straftaten "Rassismus" wäre? Das lese ich zumindest aus ihrer etwas schwammig formulierten Polemik heraus.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  • unbekannt
    (921 Beiträge)

    08.03.2013 14:19 Uhr
    Wie kommen Sie auf die Idee
    daß mein Kommentar polemisch sei, oder Sie ihn gar verstehen könnten ?
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   KA78
    (1074 Beiträge)

    08.03.2013 11:34 Uhr
    Und dann sollte man solche
    Kommentare verbieten die Sachen verallgemeinern und eigentlich gar nix mit dem Vorkommentar zu tun haben. Peters hat nur darauf hingewiesen, dass es durchaus auch Ausländer gibt, die Deutsche Bürger als Ar*löcher bezeichnen oder schlimmeres, die Menschen berauben, verprügeln, anpöpeln und anderes. Ließt man hier ja wohl oft genug. Ich kann mir nicht vorstellen, dass in einer Stadt wo mehr als ein Viertel Bürger migrationshintergrund lebt fast sogar ein drittel der Rassismus so extrem schlimm ist der Deutschen gegen die Ausländer.Es gibt sicherlich viele Fälle aber es gibt 100 % auch jede Menge Rassismus gegen Deutsche nur wenn ein Araber,Russe oder woher sie auch immer kommen jemanden deutschen Beleidigt schreit niemand Rassismus. Wenn dann sollte beides nicht toleriert werden leider wird oft vergessen, das auch wir Deutsche das Recht haben als Menschen behandelt zu werden. Aber weil wir ja nicht im eigenen Land verfolgt werden interessiert das niemanden so dringend.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 3 4 5 (5 Seiten)

Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.