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Karlsruhe Karlsruher Sex-Gasse: "Rad- und Geschlechtsverkehr gleichberechtigt"

Die Brunnenstraße in Karlsruhe wird für den Radverkehr freigegeben - das hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstag mehrheitlich beschlossen. Die 2014 neu in das Stadtparlament eingezogene "Die Partei" nutzte ihren Wortbeitrag für eine nicht ganz ernstgemeinte Rede und forderte zu Gunsten der Bordelle eine "Schrittgeschwindigkeit für männliche Radfahrer".

"In der Brunnenstraße soll nunmehr der Radverkehr gleichberechtigt neben dem Geschlechtsverkehr erlaubt sein - auch für den heute schon vorhandenen Reitverkehr soll sich die Straße am Durlacher Tor meines Erachtens weiter öffnen", so Stadtrat Max Braun.

"Freuen wir uns, dass es ab jetzt möglich sein wird, auch auf dem Rad zu kommen."

Allerdings ist die Partei der Meinung, dass die Auflagen der Verwaltung - die Radfahrenden haben dort entsprechende Vorsicht walten zu lassen - um einen weiteren, wichtigen Punkt ergänzt werden müssen: Eine  Schrittgeschwindigkeit - insbesondere für männliche Radfahrer - sei unbedingt notwendig. Denn: "Durch ein zu schnelles Durchqueren der Brunnenstraße kommt es infolgedessen zu einer nicht unerheblichen Geschäftsschädigung der dort angesiedelten Dienstleistungsbetriebe aufgrund der Nicht-Beachtung der dort dargebotenen Auslagen", so Braun.

Beinahe ernsthaft beendete der Stadtrat seine Rede mit Zustimmung zum Grünen-Antrag und sorgte für einige Lacher im Saal: "Wir erachten es als äußerst sinnvoll, den Radverkehr an dieser Stelle aus der Illegalität zu holen, zumal er in der Praxis bereits seit längerer Zeit von allen Seiten anerkannt wird: Die Brunnenstraße war schließlich noch nie ein verkehrsberuhigter Bereich. Daher freuen wir uns, dass es ab jetzt möglich sein wird, auch auf dem Rad zu kommen."

Der Antrag wurde mehrheitlich vom Gemeinderat angenommen - lediglich einige CDU-Stadträte sprachen sich gegen die Freigabe der Brunnenstraße aus. ""Wir sind nicht damit einverstanden, die Brunnenstraße für den Radverkehr freizugeben. Aus unserer Sicht gibt es ein hohes Konfliktpotenzial zwischen Fußgängern und Radfahrern in diesem Bereich, da die Fußgänger zu sehr abgelenkt sind", so Jan Döring.

ka-news Hintergrund:

Das Radverbot in der Brunnenstraße beruht auf einer Satzung über Sondernutzungen der Fußgängerzonen datiert ursprünglich vom 6. Oktober 1987, "also aus einer Zeit, in welcher der Radverkehr noch nicht den Stellenwert von heute hatte", so die Grünen in ihrem Antrag an die Stadtverwaltung. Die einschlägigen Gründe für das Radverbot in der Brunnenstraße könnten nicht mehr nachvollzogen werden.

Die Stadt sieht das ebenfalls so: "Nach Auffassung der Verwaltung liegt ein entsprechender Grund nicht mehr vor." Die Vielzahl der heute schon die Brunnenstraße - verbotswidrig - nutzenden Radfahrenden zeige, dass hier Bedarf an einer Änderung bestünde. In ihrer Stellungnahme empfiehlt sie, die rein formellen Gründe zu beseitigen.

Hier finden Sie die Beschlussvorlage der Stadt im Wortlaut (Link führt zu PDF auf Internetpräsenz der Stadt Karlsruhe)

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  •   ID73
    (168 Beiträge)

    21.07.2015 10:36 Uhr
    Partei
    Ich könnte die Partei so feiern. Endlich mal Abwechslung. Und schlechtere Politik als die Etablierten machen sie auch nicht, das ist nämlich gar nicht möglich.
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  •   Holydiver
    (370 Beiträge)

    05.07.2015 03:48 Uhr
    Als ob
    sich je ein Radfahrer an ein Durchfahrtsverbot gehalten hätte, das ist ja lächerlich hoch zehn.
    Als ob sich je ein Radfahrer an irgendwelche Regeln halten würde.
    Bitte Zeichnung.
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  •   superian
    (195 Beiträge)

    04.07.2015 07:12 Uhr
    Bepper
    Leute, da fehlt der Sticker mit "Verkehr".
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  •   master-of-comment
    (3842 Beiträge)

    03.07.2015 17:11 Uhr
    Mit diesem Artikel ...
    sollten wohl auch ein paar Sommerlöcher gestopft werden ...
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  •   Rino
    (321 Beiträge)

    02.07.2015 21:23 Uhr
    An die Stange
    Mädels geht auf die Stange(beim Rad natürlich ihr Buzzelen)!
    Dann klappts auch mit dem kommen auf dem Rad.
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  •   helix
    (450 Beiträge)

    03.07.2015 19:18 Uhr
    Was sind bitteschön "Buzzelen"?
    Buzz-Elen?
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  •   Rino
    (321 Beiträge)

    04.07.2015 04:01 Uhr
    Muddersproch
    Buzzelen sind kleine Ferkel.
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  •   StrangeOne
    (98 Beiträge)

    02.07.2015 21:05 Uhr
    Schenkel zusammen
    Als verdiente Reaktion ist das Eisentor nur noch einen Spalt geöffnet.
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  •   NeoTiger
    (725 Beiträge)

    02.07.2015 19:47 Uhr
    Aha
    " Aus unserer Sicht gibt es ein hohes Konfliktpotenzial zwischen Fußgängern und Radfahrern in diesem Bereich, da die Fußgänger zu sehr abgelenkt sind."

    Jupp. Die von der CDU müssen das ja wissen.
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  •   mueck
    (11748 Beiträge)

    02.07.2015 19:16 Uhr
    Gleichberechtigung!
    Zitat von Iſt durch Zusatʒʒeichen die Benutʒung eines Gehwegs für eine andere Verkehrsart erlaubt, muſs dieſe auf den Fuſʒgängerverkehr Rückſicht nehmen. Der Fuſʒgängerverkehr darf weder gefährdet noch behindert werden. Wenn nötig, muſs der Fahrverkehr warten; er darf nur mit Schrittgeſchwindigkeit fahren.
    Das Semikolon trennt ſtärker als das Komma, alſo gehört das "Wenn nötig" nur ʒum "warten" und die Schrittgeſchwindigkeit gilt für jede radfahrende Perſon, Männlein wie Weiblein, ſtets, mit oder ohne Anweſenheit von Reitverkehr!
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