39  

Karlsruhe Karlsruher Polizei warnt vor Einbrüchen: "Lieber einmal mehr die 110!"

Die Zahl der Einbrüche in Karlsruhe steigt dramatisch an. Allein 2013 wuchs ihre Zahl im Vergleich zum Vorjahr um über 70 Prozent - und trotz aller Anstrengungen der Polizei ist kein Ende in Sicht. Eine neue Aktion der Beamten soll jetzt Verbesserung bringen: Im kommenden halben Jahr klingeln Polizisten des Karlsruher Präsidiums an den Haustüren der Fächerstadt, um mit den Anwohnern über das Thema zu sprechen. Den Anfang machte am Mittwoch die Südstadt - ausgerechnet Karlsruhes Einbruch-Hochburg.

"Guten Tag, hier ist die Polizei. Wir möchten Sie über Einbrüche informieren", sagt Polizeimeisterin Hannah Grimm in die Sprechanlage eines Wohnhauses in der Karlsruher Südstadt. Grimm ist an diesem Mittwoch mit ihrem Kollegen Can Önschel unterwegs, um mit den Karlsruhern über Einbrüche, deren Folgen und mögliche Verhinderung zu sprechen.

Rund 80 Festnahmen im laufenden Jahr

Die Polizisten geben Tipps, reden mit den Anwohnern, machen sie auf Gefahren aufmerksam. Für Gerald Gack, Stellvertretender Revierleiter des Reviers Karlsruhe-Südwest, steht fest: "Der Kampf gegen die Einbrüche geht nur in enger Zusammenarbeit mit den Bürgern." Sie seien es, die am besten Hinweise geben können, wenn sie etwas merkwürdiges feststellen.

Die Zahlen des vergangenen Jahres bestätigen Gacks Aussage. Ralf Minet, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Karlsruhe, erläutert: "2014 konnten wir im Gebiet unseres Präsidiums rund 80 Tatverdächtige festnehmen. Die ganz große Mehrheit allein deshalb, weil uns schnell Hinweise aus der Bevölkerung erreicht haben."

Für die beiden Kommissare sind die Einbrüche in der Fächerstadt ein sehr ernstes Problem, auch wenn sie betonen: "Einbrüche sind sicher nicht nur ein Karlsruher Thema. Ihre Zahl steigt bundesweit, ja sogar in ganz Mitteleuropa, drastisch an." Das Ausmaß lässt sich jedoch schon allein aus den Zahlen für die Fächerstadt ableiten. Allein von 2012 auf 2013 explodierte die Gesamtzahl der Wohnungseinbrüche im Bezirk des Karlsruher Präsidiums um über 70 Prozent.

"Südstadt ist Karlsruhes Einbruch-Hochburg"

Dabei ist es nicht völlig unmöglich, sich gegen Einbrüche zu schützen. Minet erklärt: "Ein normales Fenster auszuhebeln dauert für einen Einbrecher meist nicht einmal eine Minute." Das Aufbrechen spezieller Fenster dagegen dauere oft einige Minuten - Zeit die sich die meisten Kriminellen aus Angst, entdeckt zu werden, nicht nehmen. Minet weiter: "Die Kriminalpolizei berät jeden Bürger kostenfrei zum Thema Einbrüche."

Diese Hinweise und Erklärungen sind es, die die Polizisten Önschel und Grimm an diesem Mittwoch unter die Karlsruher bringen wollen. Dass sie dabei in der Südstadt beginnen, ist kein Zufall: "Die Südstadt ist wegen der engen Bebauung Karlsruhes Einbruch-Hochburg", erklärt der Stellvertretende Revierleiter Gack. Doch darauf beschränkt ist die Aktion nicht - bis zum Frühjahr wollen die Beamten Wohngebiete in der ganzen Fächerstadt besuchen.

Und wie gefällt's den Bürgern? "Ich finde die Aktion gut", erzählt eine ältere Dame. Und weiter: "Vor einigen Jahren wurde ich selbst Opfer eines Einbruchs. Das war schlimm." An die verheerenden Folgen eines Einbruchs erinnert auch Minet: "Meist bleibt neben dem materiellen Verlust auch eine starke psychische Belastung." Von Seiten der Polizei werde alles Machbare gegen Einbrüche getan. Doch Minet macht nochmals deutlich: "Es sind die Menschen, die uns die Hinweise geben können. Lieber einmal einmal mehr '110' wählen, als einmal zu wenig."

Mehr zum Thema:

Einbrüche in der Region: Über 20 Fälle am Wochenende!

Einbrüche in Karlsruhe: Polizei selbst erschrocken über den Anstieg in 2013

Hier geht's zu Polizei-Dossier bei ka-news

Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen