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Karlsruhe Karlsruher Polizei warnt Radler: "Ein Licht ist eine Lebensversicherung!"

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, die Tage werden kürzer. Folglich ist es meist noch stockdunkel, wenn sich Radfahrer auf den Weg zur Arbeit machen. Dabei gehen viele ein Risiko ein, denn immer wieder wird auf die vorgeschriebene Beleuchtung verzichtet. Ein Karlsruher Experte warnt: Diese Verantwortungslosigkeit kann für alle Verkehrsteilnehmer gefährlich werden.

Wenn er sich auf den Weg zur Arbeit macht, dann steigt Wolfgang Ott auf sein Fahrrad. Jeden Tag pendelt der stellvertretende Referent des Sachgebiets Verkehr des Polizeipräsidiums Karlsruhe mehrere Kilometer mit dem Drahtesel. Dabei kommen ihm immer wieder Verkehrsteilnehmer entgegen, die Ott den Kopf schütteln lassen. Der Grund: Obwohl es teilweise noch dunkel ist, verzichtet so mancher Radfahrer auf die vorgeschriebene Beleuchtung.

"Licht ist eine Lebensversicherung für Radfahrer!"

Grundsätzliche Gefahrenstellen für Radler gibt es in der Fächerstadt genug: 113 Brennpunkte zählte der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) in Karlsruhe. Um die Zahl der Unfälle künftig zu verringern, plant die Stadt eine Reihe von Maßnahmen.  Unter anderem sollen Gefahrenstellen durch den Einsatz neuartiger Software und einer stadtinternen Datenbank künftig schneller erkannt und besser analysiert werden können. Aber auch die Radler selbst können einen wichtigen Teil zu ihrer eigenen Sicherheit beitragen, meint Ott im Gespräch mit ka-news.

Sein Appell: "Ein angeschaltetes Licht ist eine Lebensversicherung für Radfahrer!" Dass diese immer wieder ohne die vorgeschriebene Beleuchtung unterwegs wären, sei kein neues Phänomen, erklärt der Experte. Bis August dieses Jahres habe man bei der Karlsruher Polizei 423 Unfälle registriert, bei denen Radfahrer beteiligt waren. In fünf Fällen gehe dabei aus den Unfallberichten eindeutig hervor, dass fehlendes Licht am Rad eine entscheidende Rolle gespielt habe.

"Es ist jeden Herbst für uns ein Thema", so Ott. Grundsätzlich wird aber das gesamte Jahr kontrolliert. "Diese Art der Kontrolle ist ein Dauerauftrag im Rahmen der Streife", schildert der stellvertretende Referent. Neben den ganzjährlichen Kontrollen durch die Verkehrspolizei und die einzelnen Reviere gibt es auch immer wieder ganz gezielte Verkehrskontrollen.

Am vergangenen Mittwoch beispielsweise mussten einige Radfahrer ihren Drahtesel schieben. Polizeibeamte des Verkehrsdienstes führten in Zusammenarbeit mit dem Kommunalen Ordnungsdienst der Stadt Karlsruhe mehrere Verkehrskontrollen auf der Georg-Friedrich-Straße, Kreuzung Gerwigstraße durch. Das Ergebnis: 13 Radfahrern wurde durch fehlende oder nicht funktionierende Beleuchtung die Weiterfahrt untersagt, so die Karlsruher Polizei in ihrer Pressemitteilung.

Experte kritisiert mangelnde Einsicht der Radfahrer

Aber wie kommt es, dass Radfahrer auf ihr Licht verzichten? Für Ott steht fest: Vielen Radlern mangelt es an dem notwendigen Bewusstsein. So würden einige dem Irrglauben aufsitzen, dass alles in Ordnung wäre, wenn sie genug sehen würden. "Oft wird vergessen, dass man ohne fehlende Beleuchtung von Autofahrern übersehen werden kann", mahnt der Experte, "bei all den Lichtquellen in der dunklen Jahreszeit gehen Radfahrer auch mal unter."

Aber auch für Fußgänger stellen unbeleuchtete Räder eine Gefahr dar. Ohne Licht käme es immer wieder vor, dass sie Fahrräder nicht rechtzeitig erkennen würden. "Und bei einem solchen Zusammenprall leiden beide Parteien", erinnert Ott. Das müsse nicht sein, zumal es für Radler inzwischen leicht sei, für eine ausreichende Beleuchtung zu sorgen. Neben den herkömmlichen Dynamos sei es auch erlaubt, batteriebetriebene Lampen am Rad anzubringen. "Man sollte sich als Radfahrer schon allein aus Eigeninteresse an die Regeln halten."

Allerdings mache man bei der Polizei immer wieder die Erfahrung, dass es mit Reue oder Einsicht nicht sonderlich weit her sei, weiß der Verkehrsexperte. "Bei einer Kontrolle mit Ansprache wird das meist so hingenommen", meint Ott, "wirkliches Verständnis ist aber gerade, wenn es noch nicht ganz dunkel ist, oft nicht da."

Da von Fahrrädern grundsätzlich ein geringeres Gefahrenpotential ausgehe als von Autos, würden die Bußgelder vergleichsweise niedriger ausfallen. Ohne funktionierende Beleuchtung können dann 25 Euro fällig werden, kommt es zu einem Unfall oder einer Sachbeschädigung können Radler mit 35 Euro zur Kasse gebeten werden. Ob eine Erhöhung der Bußgelder zu einer höheren Einsicht führt, daran hat Ott seine Zweifel. Verständnis hat der Experte und Radfahrer für ein solches Verhalten nicht. "Ich bin mit zwei Lichtern und Reflektoren unterwegs!"

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  •   hkm
    (196 Beiträge)

    05.11.2015 18:10 Uhr
    Es gab zu jeder Zeit Abenteurer
    Heute gibt fast nur der Straßenverkehr dazu die Möglichkeit.
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  •   wsickingen
    (87 Beiträge)

    05.11.2015 12:34 Uhr
    Guggst Du
    Ich denke, darüber kann man nicht diskutieren. Licht ist Pflicht und Basta!
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  •   Hardy_spricht
    (751 Beiträge)

    05.11.2015 07:00 Uhr
    Licht ist Pflicht
    Und zwar nicht (nur) weil es gesetzlich vorgeschrieben ist: schon alleine aus Vernunftsgründen. Sehen und gesehen werden. Eigentlich logisch. Aber jeden Tag stehen Dumme auf - und irgendwie habe ich das Gefühl es werden derer immer mehr. Fahren ohne Licht ist cool? Na prima. Fahren die auch Auto ohne Licht? Warum nicht? Weil es gefährlich ist. Genau - und beim Rad ist es genau dasselbe.
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  •   WiederDa
    (226 Beiträge)

    04.11.2015 18:27 Uhr
    Ein Licht ist eine halbe Lebensversicherung.
    Denn vorne eines und hinten ein zweites ist viel viel besser.
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  •   melotronix
    (3583 Beiträge)

    04.11.2015 16:05 Uhr
    das ist in bestimmten....
    Kreisen doch schon ein absolutes no go und uncool mit Licht zu fahren. Denen ist dann eben nicht mehr zu helfen. Man hofft das diese Feststellung nicht auch bei einem Unfall gilt!
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  •   andip
    (11324 Beiträge)

    04.11.2015 15:28 Uhr
    Tja
    Manchen Radfahrer ist es wohl zu mühselig,gegen den Widerstand des Dynamos anzutreten.
    Und wenn mal was an der Beleuchtung kaputt ist,dann wird das als unabänderbarer Schicksalsschlag hingenommen,den man nicht mehr reparieren kann.

    @ka-news,baut doch noch bei der "Radfaherbeteiligung" über der Grafik noch ein "r" ein.
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  •   ckckck
    (432 Beiträge)

    04.11.2015 10:40 Uhr
    Polizei sollte besser kontrollieren und zwar
    nicht nur, ob ein Licht vorhanden ist sondern auch was und wie es eingestellt ist, denn für mich als Radfahrer morgens ist es schlimmer, wenn mir einer mit super grellen Licht entgegen kommt als mit gar keinem.

    Manche Lichter sind heller als ein Fernlicht am Auto.
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  •   Menschenverstand
    (590 Beiträge)

    04.11.2015 09:35 Uhr
    UNFASSBAR
    In 5 von 423 Fällen hat fehlendes Licht eine Rolle gespielt. Das ist statistisch praktisch vollkommen irrelevant. Wie oft hat denn das Smartphone eine Rolle gespielt? Oder zu dicht vorbeifahrende Autofahrer? Oder unachtsame Fußgänger?
    Nicht missverstehen: Ich verfahre sowohl beim Auto wie beim Rad Tag und Nacht mit Licht. Aber diese Radfahrerhetze bei ka-news geht mir dermaßen auf den Sack!
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  •   Luger
    (101 Beiträge)

    04.11.2015 20:14 Uhr
    Erklären Sie
    doch mal die wahren und wirklichen Unfallursachen!?
    Das dürften dann objektiv gesehen ganz sicher nicht nur die von Ihnen hier gerne gelesenen Fehlverhalten der bösen Autofahrer oder unachtsamen Fußgänger! -das muss man sich mal vorstellen- sein. Es gibt jede Menge Radler die meinen sich bei langsamem Verkehr rechts neben den Autos durchquetschen - also überholen- (StVO) und sich nicht hinten anstellen zu müssen. Es gibt sicher unachtsame Fussgänger, aber eben auch Radler die den Fußweg benutzen und noch viel mehr Radler, die mit einem Affenzahn sprich unangepasster Geschwindigkeit (StVO!) zwischen Fußgängern durchpflügen, wobei es völlig egal ist ob kleine Kinder oder Senioren unterwegs sind. Und ja, auch bei Radlern hat sich das Smartphone etabliert und diese werden auch sehr gerne während der Fahrt benutzt.
    Und das ist keine Hetze sondern tägliches Erleben in Karlsruhe. Es gibt eben etliche Radler die benehmen sich in Ihrer Anonymität wie die Wildsau, aber keiner war's, gell?
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  •   Menschenverstand
    (590 Beiträge)

    05.11.2015 11:45 Uhr
    Hallo???
    Radfahrer dürfen rechts überholen! Vielleicht sollten Sie sich mal die StVO ansehen, bevor Sie solchen Unsinn verzapfen! (§ 5 Absatz 8 StVO). Und Radfahrer benutzen sicher nicht freiwillig Gehwege, sondern weil sie entweder durch unsinnige Umleitungen, bzw. fehlende Alternativen dazu gezwungen werden, oder weil die Straße lebensgefährlich ist.
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