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Karlsruhe Karlsruher Polizei besorgt: Immer mehr Unfälle mit Kindern

Mit Sorge schaut die Karlsruher Polizei auf die Unfallstatistik des ersten Halbjahres 2015. Aus der Bilanz lässt sich ein deutlicher Anstieg von Unfällen mit Kindern im Stadtgebiet ablesen - die Zahl der Verunglückten hat sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt.

Auf den Straßen im Stadtgebiet Karlsruhe verunglückten in den ersten fünf Monaten diesen Jahres bereits 60 Kinder. Im Vorjahr waren es im selben Zeitraum 26. Das geht aus einer Bilanz der Polizei Karlsruhe hervor.

Mehr Unfälle in 30er-Zonen

Insbesondere die Altersgruppe der Zwei- bis Fünfjährigen und die Gruppe der Zehn- bis Dreizehnjährigen ist deutlich stärker von den Unfällen betroffen als noch vor einem Jahr, so die besorgniserregende Statistik. Der Anteil der Minderjährigen, die in Verkehrsunfälle verwickelt haben, liegt damit aktuell bei 10 Prozent von der Gesamtpersonenzahl - zuvor vier Prozent. Letztere reduzierte sich von 585 auf 570 im Vergleich zum Vorjahr.

25 der verunfallten Kinder waren mit dem Fahrrad unterwegs - 19 zu Fuß. Zwei Mal waren sie Mifahrer auf Motorollern oder ähnlichen Gefährten, in vier Fällen kamen sie als Mitfahrer in Autos zu Schaden. Ein Großteil der Unfälle mit minderjährigen Fußgängern, habe sich dabei in Tempo 30 Zonen ereignet, so die Polizei weiter. "Hier liegt das Fehlverhalten sehr oft darin, dass hinter Sichthindernissen wie z.B. parkenden Fahrzeugen unachtsam auf die Fahrbahn gerannt wird", so Joachim Zwirner vom Referat Verkehr beim Polizeipräsidium Karlsruhe.

"Keine Erklärung für negative Entwicklung"

Bei den Unfällen mit Rad fahrenden Kindern zeichne sich keine dominierende Unfallursache ab. In der Statistik findet sich hierzu eine Vielzahl von unterschiedlichen Verkehrsverstößen, wie Missachtung des Rotlichts, fehlerhaftes Abbiegen, unberechtigte Benutzung von Gehwegen, Fahren in falscher Fahrtrichtung bis hin zu allgemein unachtsamen Verhalten wie z.B. beim Einfahren auf die Fahrbahn. Von den 25 Radfahrunfällen ereigneten sich zwölf in Tempo 30-Zonen, weitere fünf auf Geh- oder Radwegen.

Auch der Schulweg seit laut Polizei von der negativen Entwicklung betroffen. Von Januar bis Mai 2014 gab es drei Unfälle mit Kindern auf Schulwegen, 2015 sind es bereits 13. "Wir haben bisher noch keine schlüssige Erklärung für diese negative Entwicklung", so Zwirner - "zum Glück gab es in diesem Zeitraum kein Kind, welches bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen ist. Alles andere ist jedoch erschreckend. Selbst in der Betrachtung der letzten zehn Jahre hatten wir bei Weitem keine so hohe Zahl bei den verunglückten Kindern."

Das Polizeipräsidium Karlsruhe will in der nächsten Zeit verstärkt ein Augenmerk auf Fehlverhaltensweisen sowohl bei Kindern wie auch bei Fahrzeugführern haben. Die Polizei appelliert gleichzeitig an die Eltern, ihren Kinder als verantwortungsbewusste Verkehrsteilnehmer zu erziehen, da gehe es auch um die Vorbildfunktion. Neben den Überwachungsmaßnahmen setzt die Polizei aber auch in gleichem Maß auf die Prävention. So kümmert sich die Verkehrsprävention der Polizei um Aufklärung über Unfallrisiken für alle Ziel- und Altersgruppen sowie Themenfelder und beziehen dabei regelmäßig entsprechende Aspekte der Kriminalprävention ein. Verkehrsprävention sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe - "sie geht uns alle an", so die Karlsruher Beamten mit Nachdruck.

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